Warum gehören Krankenwagen zu verschiedenen Orden?

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Es hat keinen besondern Nutzen, sondern ist einfach so "gewachsen".

Es fing praktisch damit an, dass Hilfsorganisationen freiwillige Sanitätskolonnen gebildet haben, um erkranke Menschen ins Krankenhaus zu bringen. Also die Leute wussten: Es gibt da so einen Verein, den kann man anrufen, und der bringt einen ins Krankenhaus. Eine reine Transportleistung, bis in die 50er Jahre auch oft mit Pferdekarren.

Dann entwickelte sich der Straßenverkehr recht schnell weiter, weil die Zahl der Privatautos im Wirtschaftsboom rasant anstieg... Und die Zahl der Verkehrstoten stieg extrem. Das waren irgendwann über 20.000 im Jahr (heute <4000), und das war nur die BRD! Zuerst bestand der Rettungsdienst auch hier aus einem Auto mit Liege und Blaulicht mit einem Fahrer... Der guckte im Rückspiegel, ob der Patient noch die Hand hochhält. Wenn nicht... tja, schneller fahren.

In den 70ern wurde dann eine einheitliche Ausbildung zum Rettungssanitäter eingeführt, und der Rettungsdienst wurde professioneller. Die Länder setzten eins nach dem anderen Rettungsdienstgesetze auf, und die Aufgabe, einen Rettungsdienst sicherzustellen, fiel den Landkreisen zu. Und da nahm man ganz einfach das, was es schon gab: Die Hilfsorganisationen.

Und heute werden Rettungsdienstleistungen ausgeschrieben. Das ist ja nach Bundesland etwas unterschiedlich: In Ba-Wü stellt ein Ausschuss fest: An Ort X muss tagsüber ein zusätzlicher Rettungswagen fahren. Und dann setzen sich alle Firmen und Organisationen zusammen und versuchen sich zu einigen, wer diese Aufgabe übernimmt. Früher war es mal "wer darf", heute ists eher "wer muss", denn die Personalsituation ist überall gleich schlecht.

In anderen Bundesländern ist die Hardware (Rettungswachen und Fahrzeuge) im Besitz des Landkreises und deren Betrieb wird in Losen für z.B. fünf Jahre ausgeschrieben. Weil das kompliziert ist, übernehmen die Landkreise das auch teilweise selbst, dann hast du nen kreiseigenen Rettungsdienst.

In den Stadtstaaten wurde der Rettungsdienst auch einfach zum Teil der Feuerwehr gemacht.

Ich habe zwar schon eine Antwort geschrieben, aber ich mache es jetzt nochmal ausführlicher. Die Hilfsorganisationen hatten anfangs ganz andere gemeinnützige Aufgaben als Rettungsdienst, diese haben sie auch heute noch, zum Beispiel Kleiderspende oder Essen auf Rädern. Irgendwann dachte man sich, das es doch auch gemeinnützig ist, wenn man Verletzte oder Erkrankte die es nicht selber können ins Krankenhaus bringt, das waren die Anfänge, hatte aber mit dem heutigen Rettungsdienst noch nichts zu tun. Bevor es Kraftfahrzeuge gab, wurden die Transporte noch mit Kutschen durchgeführt und später dann mit Fahrzeugen, jedoch war die Leistung damals noch auf den reinen Transport mit Blaulicht ins Krankenhaus beschränkt, eine Versorgung vor Ort wie wir sie heute kennen, ist damals mangels Ausbildung und Ausstattung unmöglich gewesen. Irgendwann hat sich dann jemand bei der Politik für einen moderneren Rettungsdienst stark gemacht und die Bundesländer haben Rettungsdienstgesetze erlassen, 1977 hat man sich dann erstmals auch auf eine einheitliche Qualifikation geeignet und alles wurde nach und nach profesioneller. Man hat dann einfach jene Hilfsorganisationen mit diesen Aufgaben beauftragt, die damit angefangen haben. Heute gibt es zudem noch private Anbieter und die Leistung bezieht sich nicht nur auf die Notfallrettung sondern auch auf den medizinisch betreuten Transport von Nichtnotfallpatienten, die aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung einen betreuten Transport benötigen.

Das ist deshalb so, weil sich vor sehr langer Zeit die Hilfsorganisationen gebildet haben und das hat man beibehalten. Neben den anerkannten Organisationen, gibt es auch viele private Anbieter, denn mehr oder weniger jeder kann sich am Rettungsdienst beteiligen, sofern er die Vorgaben einhalten kann, das heißt insbesondere die Fahrzeuge und das Personal stellen zu können.

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