Warum gehen Magnesium und Lithium nur selten Atombindungen ein?

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4 Antworten

'Erkläre, weshalb Metalle wie Lithium oder Magnesium meist keine Atombindungen eingehen'

Bei diesem Satz regt mich das Wort "meist" auf. Ihr steht am Anfang des Chemieunterrichts und könnt gar nicht beurteilen, ob es doch Atombindungen bei diesen Metallen gibt.

Aber nun zu Deinem Problem:

Die beiden Metalle stehen zwar weder in der gleichen Periode noch in der gleichen Hauptgruppe des Periodensystems. Die Lösung des Problems läuft aber auf ähnliche Antworten hinaus.

Als Voraussetzung für die Beantwortung solltest Du die folgenden Begriffe kennen:

a) ein Atommodell und den Aufbau der Atome nach diesem Modell

b) Edelgaskonfiguration

c) das Wesen von Atom- und Ionenbindungen

Wenn Du mit der Kenntnis dieser Begriffe nichts anfangen kannst, ist eine Erklärung nicht möglich.

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Schau dir mal Verbindungen von Li und Mg an (z.B. LiBr/MgBr2 etc.). Was haben die quasi alle gemeinsam? Tipp: Elemente der Hauptgruppen I-III machen das ganz gerne um einen gewünschten Zustand zu erreichen.

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Nun, schau dir die Elektronegativität der beiden Metalle an. Kombiniert man die Metalle beispielsweise mit Halogeniden hat man zwischen beiden Elementen stets eine hohe Elektronegativitätsdifferenz.Auch die Sauerstoff-Verbindungen haben deutlichen ionischen Charakter. Interessanter wird es dann schon beim Stickstoff. Mit Kohlenstoff kann man unter gewissen Bedingungen auch tatsächlich eine Atombindung erzeugen, z.B. bei Grignard-Verbindungen. In der Chemie mit der ihr euch in der 9. Klasse beschäftigt spielen solche Organo-Metall-Verbindungen keine Rolle, daher würde ich nur die Verbindungen der Metalle mit Elementen aus der 5-7 HG betrachten.

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Lithium ist ein Alkali-, Magnesium ein Erdalkalimetall. Charakteristisch für diese Gruppen ist, dass sie bevorzugt Elektronen abgeben um eine voll besetze äußere Schale zu erhalten (Oktetregel). Des weiteren haben Elemente dieser Gruppe niedrige Elektronegativität. Gehen Elemente mit niedriger EN Bindungen mit Elementen mit höherer EN ein, wie z.b. Sauerstoff, Halogene usw., bewirkt die viel höhere EN der Bindungspartner, dass die Elektronen von diesem angezogen werden. Die Regel ist, dass Bindungen mit einer EN-Differenz bis 0,5 unpolar, von 0,5 bis 1,7 Polar und ab 1,7 komisch sind; bei ionischen Bindungen gibt der 'unterlegenere' Bindungspartner alle seine Valenzelektronen ab (z.b. NaCl).

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Kommentar von Bltzkrg
03.11.2016, 20:41

Selbst Korrektur: Ab einer EN-Differenz von 1,7 sind die Bindungen natürlich nicht komisch, sondern "ionisch" ;)

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