Warum gehen die Menschen nicht wählen?

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das ist deren Dummheit, Ignoranz und auch Faulheit. Diese Leute denken, mit ihrem Wahlboykott erreichen sie Änderungen, dabei tritt genau das Gegenteil ein, denn sie verschenken ihre Stimme zugunsten der großen Parteien, die ihre Wähler nach wie vor erreichen.

Bei echten Wahlen ist es tatsächlich nicht folgerichtig und kurzsichtig, sich über politische Entscheidungen zu beschweren, aber auf eine durch das Wahlrecht vorhandene Chance, die Politik zu beeinflussen, zu verzichten. Ein Murren, Nörgeln und Schimpfen in Worten steht dabei manchmal in einem Gegensatz zu Taten, die sich für etwas einsetzen, um eine Verbesserung zu versuchen. Zum Teil gibt es wohl eine Bequemlichkeit, sich nicht ernsthaft um eine Verhinderung zu bemühen oder für etwas zu engagieren, aber in Gerede aufzuspielen. Die Erscheinung des Nichtwählens in Deutschland wird unterschiedlich eingeschätzt, von Normalisierung (Angleichung an übliche Verhaltensweisen in anderen Staaten) bis krisenhaft.

Nichtwähler haben keine einheitlichen Gründe. Eine sehr geringe Anzahl, die in der Statistik auftaucht, sind unechte Nichtwähler (z. B. plötzliche Erkrankung oder Umzug). Eine kleine Gruppe (4 – 5 %) sind dauerhafte Nichtwähler aus weltanschaulichen Gründen (grundsätzliche Wahlverweigerung aus religiösen Gründen bei Zeugen Jehovas oder ideologische Ablehnung der parlamentarischen Demokratie).

Entscheidende Gründe sind:

1) politisches Desinteresse

2) fehlende Parteienbindung

3) politische Unzufriedenheit

Den überhaupt nicht oder wenig politisch Interessierten fehlt ein sehr wichtiges Motiv für die Wahlteilnahme. Oft sind sie mit dem System und den politischen Verhältnissen grundsätzlich zufrieden, aber Politik spielt in ihrem Leben keine große Rolle. Karriere, konsumorientierte Freizeitgestaltung und persönliche Ziele (individuelle Selbstentfaltung) betrachten sie als wichtiger. Weil sie gesellschaftliche und staatsbürgerliche Pflichten ablehnen, sehen sie keinen Grund, sich an einer Wahl zu beteiligen.

Die Parteienbindung hat abgenommen. Gruppen in der Gesellschaft mit fester Prägung und politisch-weltanschaulicher Bindung lösen sich zunehmend auf.

Es gibt sowohl Parteienverdrossenheit als auch Politikverdrossenheit. Sehr viele Nichtwähler geben an, keine Politiker für akzeptabel zu halten, nicht an die Möglichkeit zu glauben, durch Wahl könne etwas zum Besseren gewandelt zu werden, und können sich mit keinem der angebotenen Parteienkonzepte identifizieren. Es gibt Enttäuschung und Resignation. Manche fühlen sich von keiner Partei vertreten. Ein gewisser Anteil (vor allem Menschen mit wenig Bildung, die sich schlecht informiert fühlen) empfindet die politischen Debatten als weit vom Bürger entfernt und lebensfremd. Eine bloße Unzufriedenheit, die diffus/verschwommen bleibt und nicht Signale, auch in Form von Unterstützung für eine politische Richtung, artikuliert, in welche Richtung konkret die Wünsche gehen und was entschieden abgelehnt wird, ist aber ungeeignet, etwas zur Beseitigung von Gründen der Unzufriedenheit beizutragen.

Bei vielen ist es Unwissenheit, denke ich. Sie können so viel falsch machen, weil durch ihre fehlende Stimme, erst recht Parteien an die Spitze kommen können, die dort besser nicht hinsollten.. usw.

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