Warum geben sich so viele Schwule so feminin?

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7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich kenne Schwule, die sehr feminin sind, aber "sich als Frau geben" würde ich das nicht nennen, sonst wärs ja Transsexuell. Nein, sie sehen aus wie Männer, kleiden sich wie Männer, aber es sind diese Kleinigkeiten, wie die Augen bewegt werden, eine Handbewegung, eine Art der Begrüßung, die weiblich wirkt. Ich gehe sehr davon aus, dass es ihnen gar nicht so bewusst ist, sie sind nun einmal so. Ich kenne einen sehr weiblichen, der selbst lange gebraucht hat zu begreifen dass er schwul ist.

Hm, also ich finde jedenfalls nicht, dass die sich betont weiblich machen. Warum auch, wenn keiner drauf steht, wie du sagst. Und wenn doch, dann sind sie halt so und können es auch nicht ändern.

Also ich denke, dass es da mehre Gründe gibt. Aber erstmal finde ich, dass die Frage anders herum gehört. Warum stehen so viele feminine Männer auf Männer. Dann macht das ganze, jedenfalls für mich, schon bisschen mehr Sinn. Dann, es gibt gar nicht so viele wirklich famininen Männer. Unter tausend vielleicht 1 der sich wirklich klischeehaft verhält. Und jetzt zur Frage: 1. Ich denke, dass es viele Heteros gibt, die sich gerne auch anders verhalten würden, aber sich nicht trauen, sich femininer zu verhalten. Ich denke, dass es auch Heteros gibt, denen skinny Jeans gefallen, sie aber wegen Ausgrenzungsangst nicht tragen. Schwule sind da glaube ich abgehärteter im Ungang mit Menschen, die sie nicht mögen aus oberflächlichen Gründen. 2. Dann gibt es natürlich auch fast Transsexuelle, die zwar keine Frau sein wollen, aber das Aussehen haben wollen. Die fühlen sich glaube ich einfach mehr zu Männern hingezogen, weil sie sich selbst als halb Frau inddntifizieren und 3. Ich denke, Individualität ist in dem Fall das wichtigste. Jeder Mensch sollte sich anziehen und verhalten können, wie es ihm gefällt, aber das ist nunmal nicht sehr angesehen. Ich denke, dass Heteros einfach alles geben, um in den "Standart"  zu passen und "normal" zu sein. Ich denke Homos ist einfach schnell klar geworden, dass man nicht stirbt, wenn man aus der Norm fällt. Und jetzt noch ein Zitat (Urheber hab ich vergessen): Du versuchst dein ganzes Leben so zu sein, dass keiner schlechtes über dich denkt, bis du bemerkst, dass keiner je irgendwas über dich gedacht hat. Menschen sind egoistisch. Wenn dir was dummes passiert denken sie nicht an dich, sie denken an sich, wie sie diese Situation gut für sich nutzen können. Gute Nacht. 

Ich finde Deine Frage sehr gut und finde auch, dass es wirklich eine echte Frage ist!

Ich habe diesen Hang zum Frau-Spielen anfangs nicht so recht verstehen können und mich entsprechend fremd in der eigennen Minderheit gefühlt.

Im Laufe der Zeit habe ich mir folgende Erklärung zusammengebastelt:

Meines Erachtens hat das weibliche Verhalten, das manche Schwule zeigen, eine Menge mit Tradition und viel weniger mit Veranlagung zu tun.

Das fängt schon in der griechischen Antike an, wo man zwar als Mann Sex mit einem Mann haben konnte, aber nur in der aktiven Rolle. Die passive Rolle war Jünglingen zugedacht; wer so etwas auch als Erwachsener tat, begab sich nach damaligem Verständnis in die Rolle der Frau.

Nun ist es so, dass Schwule in einem Punkt tatsächlich etwas mit der Mehrheit der Frauen gemeinsam haben: Eben dass sie auf Männer stehen. In früheren, patriachalischen Zeiten, in denen es in diesen Dingen nur ein Schwarz-Weiß-Denken gab und in denen die Männer aufpassen mussten, ihre Vormachtstellung gegenüber den Frauen zu rechtfertigen, wurden die Schwulen dann sofort in die weibliche Ecke gedrängt. Oft wurde dieses Klischee dann von den Betroffenen übernommen - aus Not, oder, als sich die Normen zu lockern begannen, auch spielerisch.

Interessant finde ich es, dass gerade Heteros heute noch bestimmte Kleidungsstücke als "schwul" bezeichnen, wo sie eigentlich "weiblich" oder "aufreizend" meinen.

Aber es gibt noch einen weiteren Faktor: Im 18. Jahrhundert wurde Schwulsein, aber auch Mätressenwesen unter dem Adel weit mehr toleriert als in der bürgerlichen Bevölkerung. Als das Bürgertum über den Adel siegte und sich durch seine "Tugend" vom Adel abgrenzte, wurde prätenziöses höfisches Verhalten zu einem schwulen Kennzeichen.

In jedem Fall hat weibliches oder tuntenhaftes Verhalten hat also eine lange Tradition als Erkennungszeichen und als solches stiftet es auch einen gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl.

Außerdem ist es für einen offen schwul lebenden Menschen viel einfacher ist, seine weiblichen Seiten auch offen zu zeigen: es ist ein historisch gewachsenes Rollenmodell, das Identität gibt. Heteros, die ihre weiblichen Seiten zeigen wollen, haben es da viel schwerer.

schwul oder Transgender?

Liebe Community,

das sind sehr ernste Anliegen von mir und ich bitte euch nicht beleidigend zu werden.

Ich frage mich häufig, ob ich schwul oder transgender bin.

Ich empfinde mich als sehr femenin. Ich glaube, ich denke wie eine Frau und fühle mich wie eine Frau. Auch aus sexueller Sicht, fühle ich mich ausschließlich in der devoten, passiven Seite wohl. Dementsprechend denke ich, dass der männliche Körper sozusagen für mich der falsche ist, und der weibliche Körper eher zu mir passt.

Auch aus der Sicht, dass der männliche Körper einen Glied hat, wäre die richtige Schlussfolgerung, dass der Mann in der sexuellen Position aktiv und dominant sein muss. Und das bin ich nun mal nicht.

Ich gehe davon aus, dass ein normaler heterosexueller Mann anders empfindet. Halt eher dominant, aktiv, und kann mehr mit seinen Glied was anfangen als mit seinem Loch.

Ich habe häufig bemerkt, dass schwule Männer eher feminin wirken. Fühlen sich die meisten Schwulen genau so wie ich? Denken Sie auch häufig darüber nach, dass es besser wäre, in einem weiblichen Körper geboren zu sein? Oder fühlen sie sich in ihrem männlichen Körper sehr wohl, trotz dessen das viele auch passiv aus sexueller Sicht sind.

Gibt es auch wirklich schwule Männer, die sich männlich fühlen und überhaupt nich weiblich wirken? Die sich perfekt mit ihrem männlichen Körper indentifizieren und in sexueller Sicht in dominanter und aktiver Rolle zugehörig fühlen. Und die ausschließlich auf weibliche schwule, passive Männer hingezogen fühlen? Die habe ich nämlich noch nie begegnet. Sind den diese im Vergelich zu weiblichen schwulen soooo selten?

Was wichtig zu erwähnen ist, dass ich mich niemals umoperieren würde, oder Frauenkleidung anziehen würde mit Parücke usw, wie man es von Transgender oder Transverstiten erwartet. Höchstens würde ich, wenn ich nocheinmal 8 Jahre alt wäre und die gesellschaftliche/ familierer Voraussetzung gegeben wäre, anfangen weibliche Hormone zu nehmen und dann, wenn ich etwas älter wäre mich vllt umzuoperieren. Soweit ich weiß, ist das ein Weg, wo man dann richtig wie eine Frau aussieht und keine männliche Züge entwickelt.

Es kommt mir auch häufig vor, dass schwule Männer einfach nur Menschen sind, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht umoperiert haben, eines Tages damit abfinden und bis zum Rest ihres Lebens im männlichen Körper leben und keine Frauenkleider usw. anziehen. Deshalb auch oben die Frage bezüglich männliche, dominante Schwule.

Bitte erspart mir diese Aussagen wie, das man Menschen nicht in Schubladen usw. stecken sollte, weil das alles crap ist. Ich möchte halt wissen, ob ich schwul bin oder transgender, der sich nie umoperiert hat bzw. wird.

Liebe Grüße und ein schönes Neujahr,

Paul

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