Warum geben sich einige Missbrauchsopfer selber die schuld?

8 Antworten

gute Antworten hier schon. Ganz kurz gesagt: Wenn ich "schuld habe", habe ich dabei auch die Vorstellung, eine gewisse Kontrolle gehabt zu haben. Schuld kann ich nur sein, wenn ich auch hätte anders entscheiden können. Ein Ausweg daraus, total und ganz und gar missbraucht zu sein - denn der schlimme Aspekt dabei ist der totale Verlust von Selbstbestimmung. Einfach nur benutzt zu werden, ohne eigene Entscheidungsmöglichkeit, ist nicht aus zu halten.

Das Problem ist aber da eher unser Schuld-Konzept im Allgemeinen. Denn natürlich hätte man theoretisch auch anders handeln können, in fast jeder Missbrauchssituation. Theoretisch! Aber deshalb ist man noch lange nicht "schuld" am erlebten Missbrauch.

Ich danke dir vielmals für diese Antwort, das ist ein Gedankenanstoß, über den ich länger nachdenken muss.

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Nun ja, sie schämen sich eben. Auch vor sich selbst. Sie denken: "Wenn es so passiert ist, also wenn ich es selbst zugelassen habe, dann bin ich wohl selbst schuld. Dann habe ich es wohl verdient. Denn ich hätte mich auch wehren können, ich hätte es verhindern können, aber das habe ich nicht getan."

Was nicht heißt, dass das stimmt - viele denken auch so, obwohl sie es nicht ändern konnten.

Richtig, das ist die Problematik, aber warum aus Scham nicht Wut auf den der es war, all diese Gedanken sind doch extrem irrational..

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@fragebogen

Natürlich sind sie das. Aber sind das nicht die meisten Gedanken, die aus Schmerz, Verzweiflung etc. entstehen?

Was noch hinzu kommt: Gewalt schwächt das Selbstbewusstsein des Opfers. Es fängt an, an sich selbst zu zweifeln, statt die Kraft aufzubringen, sich dem Peiniger zu stellen.

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@Dentrassi

Naja, wenn wir auf eine andere Ebene gehen, ich war als Kind und Jugendlicher Mobbing-Opfer, auch von körperlicher Gewalt, natürlich habe ich mich sehr minderwertig und verletzt gefühlt.
Aber wütend war ich auf die Täter, ich habe auch Fehler an mir gesucht, doch die Wut und der Hass in damaliger Zeit konzentrierte sich auf die Täter. Das ist natürlich ein subjektiver Fall, und ein anderes Thema, aber ich denke du weißt, was ich sagen möchte...

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@fragebogen

Klar, versteh ich. Hab ich als Jugendlicher auch so gemacht, dass ich Hass in Motivation umgewandelt habe, wie man so schön sagt...

Aber das kann eben nicht jeder so klar abstrahieren wie du. Viele nehmen Mobbing oder andere Arten von Gewalt extrem persönlich. Der Gedankengang dahinter ist folgender: "Warum krieg ich aufs Maul...? Weil man es mit mir machen kann!" Und meistens geschieht das auch eher unterbewusst.

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Ich hab selbst die Erfahrung, dass man sich selbst die Schuld gibt, weil man sich sonst eingestehen würde, dass man schwach und hilflos war.
Sowas macht einen halt ziemlich fertig und man sucht verzweifelt nach Gründen, warum es so gewesen ist. Und da ist der Sündenbock schnell man selbst, weil man sich sowieso total schäbig vorkommt.
Vielleicht ist es bei Anderen anders aber so erkläre ich es mir bei mir selbst....

Sexualstrafrecht: ab wann ist es zweifelsfrei eine Vergewaltigung?

Hey.

Der Paragraf 177 im StGB beginnt seit seiner Überarbeitung vor fast einem Jahr mit folgenden Worten:

"Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt..."

Zuvor hieß es ausdrücklich, dass "Gewalt" im Spiel sein musste. Wenn ein Opfer also aus Angst keine Gegenwehr geleistet hat, war der Fall schwammig und unsicher, und es kam durchaus vor, dass solche Täter aus verschiedenen Gründen straffrei davonkamen. Insofern ist der überarbeitete Gesetzestext sicher ein großer und längst überfälliger Fortschritt.

Trotzdem stelle ich mir aus juristischer Sicht die Frage: wann handelt ein "Täter" absolut eindeutig und zweifellos "gegen den erkennbaren Willen" des Opfers? Es geht mir hier ausdrücklich um die Sicht eines nüchternen Paragraphenreiters - menschlich sollte die Sache eindeutiger sein.

Ein konkretes Beispiel, um die für mich zweifelhaften Punkte etwas zu veranschaulichen:

In einem "Medium" (Film, Buch) gab es eine Szene, die als Vergewaltigung geschildert wird. Nur: das Opfer (eine Jugendliche) leistete nicht nur keinerlei Gegenwehr, sie sagte auch vor und während des gesamten Verbrechens kein einziges mal "Nein", oder versuchte, den Täter von sich fernzuhalten. Sie hat es mehr oder weniger über sich ergehen lassen - sie hat gezittert und mit den Tränen gekämpft, aber keinerlei Widerspruch oder Abwehraktionen getätigt. Nach der Tat war sie wie traumatisiert und völlig emotionslos.

Für mich ist klar: aus menschlicher Sicht war der beschriebene Vorgang selbstverständlich eine Vergewaltigung, denn sie wollte das, was man ihr angetan hat nicht.

Wie würde ein solcher Fall aber nun vor deutschen Gerichten unter unserem neu formulierten Sexualstrafrecht behandelt werden? Reichen Zittern und stilles Weinen als Ausdruck des "Unwillens" aus, oder muss wirklich ganz konkret "Nein!" gesagt werden, auch, wenn dem Opfer daraus vielleicht noch schlimmere Konsequenzen erwachsen könnten?

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Mobbing Mitleid?

Hallo liebe Community, es gibt ja in Schulen diese Amokläufe wo mehrere schüler sterben. Die gröste Ursache dafür ist Mobbing oft.
Wie steht ihr dazu wenn sich die Opfer an den Mobbern rächen, findet ihr das die Mobber es verdient haben oder habt ihr Mitleid für sie. Natührlich ist töten keine Lösung für alles aber wie sehr ihr das ?

Meine Meinung:
Ich kann Amokläufe nachvollziehen und hab kein Mitleid für die Mobber da sie es verdient haben zu sterben. Ich habe auch kein Mitleid für sie oder ihre Familien.
Ich meine wenn man eine Person so dermassen ohne Grund fertig macht dann muss man mit Rache rechnen oder nicht?

Also wie seht ihr das ?
LG EjicX23

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Zum Thema Opfer und Täter. Ich habe bald ein Referat über dieses Thema und habe mich jetzt gefragt, ob es notwendig ist, ob ein Täter menschlich sein muss. Mal angenommen du wirst vom Blitz getroffen. Ist der Blitz dann ein Täter oder bezeichnet man dies anders? Was ist die genaue Definition von einem Täter?

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