Warum fühlen sich deutsche Medien, Politiker und Bürger ständig moralisch überlegen?

... komplette Frage anzeigen

36 Antworten

Ich würde nicht behaupten, dass Trumps Wähler "dumm" seien. Sie wählen in ihrem Interessensbereich. Ich halte sie lediglich für eher kurzsichtig und für eher selbst-orientiert.

Hassprediger und "demokratisch gewählt" schließen sich nicht gegenseitig aus. Es gibt mehrere Beispiele (in Gegenwart und Vergangenheit), die in dieser Schnittmenge liegen.

Ob die Menschen glücklich sind, kann ich in der Tat nicht beurteilen. Aber es ist nicht die primäre Aufgabe der Politik, für Glück zu sorgen. "Jeder ist seines Glückes Schmied" - ich mache nicht die deutsche Politik für mein Glück verantwortlich.

Ich denke keineswegs, dass Deutsche die "moralische Instanz" sind. Ich habe z.B. darauf verwiesen, dass in Kalifornien eine große Unzufriedenheit herrscht (das ist nicht meine Erfindung, du kannst das nachlesen). Und Kalifornien ist Teil der USA.

"Warum könnt ihr nicht akzeptierten, dass andere Völker andere politische Sichtweisen haben?" - ich könnte zurückfragen: warum kannst du nicht akzeptieren, dass ich eine andere politische Sichtweise als Du habe? Menschen denken nun mal verschieden, und wir müssen doch hier nicht unsere Sichtweise anpassen, nur weil ein anderes Land gewählt hat.

Zum Thema Polen: es stimmt nicht, dass das Land Polen "durch die Medien gejagt wurde", vielmehr wurden bestimmte Haltungen bestimmter polnischer Politiker kritisiert. Ich kenne selber einen Polen, und auch er kritisiert Kaczynski (übrigens völlig unabhängig von mir). Bitte genau bleiben.

Ich kenne auch etliche Ungarn, war auch im Land. Ich kritisiere dieses Land keineswegs, ich mag es. Ich kritisiere politische Haltungen. Wie auch viele hierzulande Merkel kritisieren. Es ist in meinem Interesse, dass wir gute Beziehungen zu Polen und auch zu Ungarn haben - mein Verein nimmt daran teil (nicht auf politischer, sondern auf kultureller Ebene).

In einem Punkt gebe ich dir recht: es ist unangebracht, nun in Übertreibungen zu verfallen. Ich hätte anders gewählt, aber ich bin auch kein US-Bürger; dennoch denke ich, dass die Politik größtenteils normal weitergehen wird. Gewisse Kritikpunkte darf man dennoch anbringen.

Zum Brexit könnte ich viel schreiben. Auch diese Wähler sind keineswegs "dumm". Auch in diesem Land war ich (habe auch ein term dort studiert). Auch dort ist es keineswegs so, dass alle Hurra geschrien haben beim Brexit. Weder waren die ganzen USA für Trump, noch war eine überwältigende Mehrheit in den UK für den Brexit. Beides waren knappe Entscheidungen. Auch mit meiner Haltung würde ich wahrscheinlich in beiden Ländern viele Leute finden, die mir zustimmen würden. Deine Reduktion, dass dies nur in Deutschland so wäre, trifft nicht ganz die Realität.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Barney123
18.11.2016, 10:52

hallo OlliBjorn,

gute, sachliche Antwort. Gefällt mir echt. Aber:

trifft nicht ganz die Realität.

ist doch etwas schlecht ausgedrückt.

Die Ansichten, die in der Frage rüberkommen sind

weit daneben

LG

4

Nein, dass nimmst du nur falsch wahr. Abgesehen davon, dass es Medien wie Compact, DWN und andere gibt, die wohl eher was für dich sind haben wir Pressefreiheit. Daher die Vielfalt an Medien und auch die Existenzberechtigung der o. g. Verdummungsorgane.

Was du als "die Medien" wahrnimmst, sind lediglich diejenigen, deren polititische Einstellung du nicht teilst.

Das ist aber immer noch eine vollkommen inhomogene Gruppe, sowohl was Qualität als auch politische Einstellung betrifft.

Interessier dich mal dafür. Stichwort Bild und taz.

Im übrigen ist Trump nicht "pauschal als dumm bezeichnet" worden, auch hier spielt dir deine Wahrnehmung einen Streich. Dass seine Wähler nicht die hellsten Leuchter am Christbaum sind (jedenfalls im Durchschnitt) ist objektiv richtig und das muss man deshalb auch schreiben dürfen (Pressefreiheit).

Das gilt sinngemäß auch für den Rest deiner "Frage". Da kann ich jetzt nicht auch noch drauf eingehen.

(Polen und Ungarn werden z. B. nicht "gejagt").

Ich frage mich, warum Rechte sich ständig durch die Presse verfolgt sehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Barney123
18.11.2016, 10:47

Hallo vitus,

Gute Antwort. Danke.

Ich frage mich, warum Rechte sich ständig durch die Presse verfolgt sehen.

Ganz einfach, die haben oft eine andere Meinung, und damit können sie nicht umgehen. Das verunsichert die. Das können die nicht ertragen. Die ziehen sich alle braun an und bei der meinung darfs halt auch keine Abweichung geben!

LG

3
Kommentar von PhipsP26
14.12.2016, 22:50

Hallo vitus64

Habe eben den Christbaum im Garten meines Nachbarn bestaunt
und war erfreut dass die LED in warmem weiss leuchteten. Da musste ich still in mich hinein lachen, weil ich so ziemlich im gleichen Zeitraum deinen Text gelesen habe.

Was meintest du mit den Leuchten? Den US-Bürger par se , ca.
50% der US-Bürger, das republikanische Establishment welches Trump zum Kandidaten ernannt hat oder die Senatoren welche die republikanische Mehrheit im Senat stellen? Oder die Millionen von Bürger die man auf den Tempel von Adams Smith geopfert hat? Nein, du meinst sicher diese Schläger die man am TV interviewt hat.
Da bin ich mit dir einig.

Was die gegenwärtige Medienberichterstattung angeht, erlaube mir bitte eine etwas andere Art der Betrachtung.

Der Schurnalist schreibt was der Redaktor will. Der Redaktor  veröffentlicht was der Verlagseigner will. Will der Schurnalist oder der Redaktor nicht, dürfen sie ihren Bürotisch räumen.

Hat möglicherweise Auswirkungen auf ihr weiteres Gehalt. Möglicherweise verbunden mit einem sozialen Abstieg. Ist nicht so einfach zu handhaben wenn dann auch noch Familie dazu kommt. Entschuldigung dass den Leuten nicht gleich die Zeigefinger gekürzt werden. Jedenfalls kommen Repressalien auf diese Leute zu.

Zumal die Zivilcourage in den vergangenen Jahrzehnten gelitten hat, finde ich „Presse“ mit dem Verständnis von „Freiheit“ zu  verbinden etwas sehr übertrieben. Passt echt nicht ins 21.Jh.

Frei nach der Meinung; „Wenn du nicht kannst wie du willst, musst du eben wollen wie du kannst.“
Gesinnungsgleichform bietet eben wenig Raum für Vielfarbigkeit der Meinungen. Und genau das wird zurzeit von rechts bis links, durch alle Gesellschaftsschichten erkannt und beanstandet. Warum immer gleich von Kritik reden? Welche Kritik im Sinne des Wortes den? Schwarz, weiss? Denn genau das impliziert Kritik. Entweder oder Büro räumen.

Ich wünsche dir eine erholsame Weihnachtszeit.

0

Deine Sicht ist einseitig. Im Ausland (aber auch im Inland) wird ebenso viel über Merkel gelästert.

Viele Deutsche sind immer schon gut im Jammern gewesen. Seit Jahrzehnten (!) höre ich immer wieder, dass wir für alle zahlen müssen und wenig bis nichts zurück kommt. Und dann setzen sich unter der Prämisse Rädchen in den Köpfen in Bewegung, dass wenn man eine wirtschaftlich tragende Rolle spielt, auch besonders viel zu sagen haben muss.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo SaintGerman,

Das sind ganz schön viele Fragen auf einmal. Und da sind schon einige unwahre Aussagen in deinen Fragestellungen.

Pauschalisierungen von Bevölkerungsgruppen sind generell Blödsinn, denn Menschen sind bekanntlicherweise Individuen. Das dümmste an der letzten Präsidentschaftswahl war wohl Hillary Clinton als Kandidatin aufzustellen, denn nur durch ihre extreme Angreifbarkeit konnte Trump gewinnen.

Trump wird als Hassprediger bezeichnet, weil er auf liberale Grundwerte wie Gleichheit und Selbstbestimmung sch****. Aber der Hauptgrund dürfte wohl die Hetze gegen den Islam und alle Muslime sein.

"Warum wird 24 Stunden negativ über Trump berichtet?"  Nun ich weiß nicht wo das passiert ist. Aber der Grund für negative Berichterstattung liegt daran,  dass Trump generell nur durch negative,  Grundwerte mit Füßen tretende Aussagen im Wahlkampf aufgefallen ist. Wenn er nicht gerade über die "lügende Hillary"  gesprochen hatte, dann hat er davon gesprochen Menschen wegen ihrer Religion aus dem Land auszusperren,  hat sich über einen Kriegshelden lustig gemacht, wegen der Religion der Eltern, hat klar gemacht, dass Frauen seiner Meinung nach nicht über ihren Körper selbstbestimmen dürfen, hat dazu aufgerufen politischen Gegnern mit Gewalt zu begegnen usw. Das größte Problem für die Berichterstatter, es gab' kein politisches Konzept von ihm, abgesehen vom Bau einer riesigen Mauer nach Mexiko. Von daher gab' es garkeine Möglichkeit für positive Berichterstattung. Das positivste waren das Bild mit dem Adler und dass ein Talkshowmaster seine Haare zerstrubbeln durfte.

Putin, Erdogan und Trump zusammen in einer Schublade abzulegen ist Blödsinn. Und "das Übel der Welt" stellen ja zurzeit eher die IS-Anhänger dar. Putin ist ein hinter einer Demokratie getarnter Diktator,  der seine politischen Gegner durch Angst kontrolliert und wenn das nicht funktioniert werden Oppositionelle auch schonmal Opfer merkwürdiger Killerkommandos, die dann natürlich staatlich untersucht werden. Ich finde es immer wieder lustig, wenn Verbrechen von der Seite aufgeklärt werden sollen, die ihre Vorteile von jenen Verbrechen haben.

Erdogan hat da ein etwas anderes Verhalten.  Er verschleiert seine Tyrannei garnicht großartig, sondern er zieht sein Ding einfach vor aller Augen durch. Wenn die Polizei mal wieder jemanden erschießt,  dann war das in der Situation notwendig um die extremen Demonstranten in Schach zu halten. Journalisten, die kritisch über solche Aktionen berichten, werden einfach als Regimefeindliche verhaftet. Es wurden ja in letzter Zeit nach dem angeblichen Putsch Zehntausende Menschen einfach verhaftet und den Ausnahmezustand beendet Erdogan auch so lange wie möglich nicht um weiterhin willkürliche Verhaftungen durch führen zukönnen. Jedenfalls schafft er sich seine offiziellen Begründungen - ähnlich wie Bush es damals gemacht hatte mit den angeblichen Massenvernichtungswaffe...die es nie gab.

Trump ist noch nicht annähernd in dieser Reihe von Despoten angekommen. Er hat zwar in seinen Wahlkampfäußerungen einige demokratische Grundwerte als ungültig erscheinen lassen, aber ich bin überzeugt, dass es das auch war - Wahlkampf. Man muss einfach mal betrachten, was in den letzten 8 Jahren in den USA passiert ist. Die Republikaner hatten eine historische Niederlage, die zur Folge hatte, dass der erste schwarze Präsident an die Macht kam. Das mussten sie erstmal überwinden und haben dann, 2 Jahre später, einen langfristigen Plan aufgestellt wieder an die Macht zukommen, denn sonst wären sie in der Bedeutungslosigkeit untergegangen. Ab da haben sie im Kongress alles blockiert was Obama beschließen wollte,  sie haben die Politik der Demokraten also nahezu lahmgelegt, damit diese in den Augen der Bevölkerung als unfähig da stehen. Ansonsten wäre Obama-Care z.B. heute schon viel ausgereifter und würde viel besser greifen. Dann standen die Vorwahlen an und die Republikaner hatten mit ihren Kandidaten ganz klar mehrere Möglichkeiten Wahlkampf zu führen. Trump war dabei nur eine Option und es wurde darauf reagiert, wen die Demokraten aufstellen. Obwohl Trump mit seinen Casinos riesige Pleiten machte, steht er in den Augen der Amerikaner wegen seiner Fernsehshow als extrem erfolgreicher Geschäftsmann da. Und das ist das wichtigste Kriterium um ihn zu wählen. Allerdings hat diese Person noch einen Vorteil: von seiner Fernsehshow kannten die Amerikaner ihn bereits als Ars**loch, da konnte es keine Imageverluste mehr geben. Ganz im Gegenteil, das macht ihn ja so glaubwürdig. Und deshalb war er der perfekte Gegenkandidat gehen Hillary Clinton, die schon zu Beginn des Wahlkampfes ein Glaubwürdigkeitsproblem hatte. Viele, wenn nicht sogar alle, der skandalträchtigen Aussagen von Trump hatten nur das Ziel zu polarisieren. Hauptsache alle sprachen die ganze Zeit über Trump und Strategie 2 in diesem Wahlkampf war es die Glaubwürdigkeit und die Vertrauenswürdigkeit von Hillary Clinton zu schwächen. Ich bin überzeugt,  dass die 650 Tausend E-Mails,  welche 2 Tage vorm Wahltag angeblich ausgewertet waren, aber erst 5 Tage vorher entdeckt wurden, das Zünglein an der Waage waren. Damit konnte Trump alle die noch unschlüssig waren, so sehr von Clintons Unglaubwürdigkeit und angeblicher Korruption überzeugen, dass diese für Trump wählten.

Ich gehe davon aus, dass Trumps Präsidentschaft eine ganz andere wird. Ich denke auch dafür haben die Republikaner bereits Pläne und die aktuellen Zugeständnisse Trumps gegenüber Obama deuten darauf hin,  dass ich nicht ganz falsch liege. Egal wie Er oder Sie heißt, der/die amerikanische Präsident/in wird sich immer an die Grundwerte der Demokratie halten.

Auf den Brexit möchte ich noch kurz eingehen. Wieder eine Pauschalisierung für Brexitbefürworter in der Fragestellung - geht garnicht sowas. Es gibt sicherlich einige gute Gründe die EU zu verlassen und jeder der diese sieht ist doch nicht als dumm zu bezeichnen. Leider haben die Befürworter nicht gesehen, dass die Argumente für einen Verbleib in der EU überwogen haben (und immernoch überwiegen). Es gäbe auch für Deutschland Gründe die EU zu verlassen, so sind wir z.B. das Land, das mit Abstand den größten finanziellen Beitrag leisten. Nun geht es in der EU nicht nur um Geld, sondern viel eher um eine Wertegemeinschaft und momentan wird versucht diese Werte auch in der Türkei zu verankern. Je größer der Raum dieser Wertegemeinschaft wird, desto stärker werden wir auch,  sowohl als menschliche Gemeinschaft als auch als Wirtschaftsraum. Dennoch ist Geld kein Kriterium für das Verbreiten von Menschenrechten - sondern einfach nur das Mensch Sein.

Liebe Grüße 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil in den letzten Jahrzehnten menschliche Errungenschaften fest verankert haben, die nun wegbrechen wie Zahnstocher.
Weil nun die Hetze auf Minderheiten in Gewalt mündet.
Weil Menschen lieber auf das Grundgesetz verzichten als Asyl zu geben.
Weil die Probleme, die gerade anstehen Mehrschichtig sind und differnziert betrachtet und umsichtig gelöst werden müssen .
Aber einige Wähler ein Herunterbrechen auf Schlagwörter, die Kampfgeist signalisieren, supi finden und dabei alle anderen hochwichtigen Faktoren außer Acht lassen.
Europa ist eine Wertegemeinschaft. Und ringsrum und auch hier in Deutschland, werden die Werte derzeit mit Füßen getreten, von Parteien, die
gefährlich sind, für alle, die auf Schutz angewiesen sind.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn dir die deutschen Medien nicht passen, dann Gründe deine eigene Zeitung. Das darfst du hier in Deutschland. Du darfst auch eine Zeitung gründen, in der Trump, Erdogan, Putin, et. al. in den Himmel gelobt werden für ihre Ansichten.

Versuch mal in der Türkei eine Zeitung zu gründen, die das genaue Gegenteil von dem schreibt was die Regierung Erdogan für die Wahrheit hält. Da wirst du aber recht schnell merken, dass du da massive Probleme bekommst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Gerade in Deutschland ist man aus historischen Gründen vllt. etwas mehr sensibilsiert, was rechte Politik oder rassistisches Denken angeht ;)

Ich wette mit dir, dass in den jeweiligen Ländern die Bürger Putin oder Erdogan nicht kritisieren würden, aber auch nur weil sie sonst ins Gefängnis kommen würden... und das ist eben der springende Punkt, der kritikwürdig ist.

Handelt es sich noch um eine Demokratie (Macht geht vom Volk/der Allgemeinheit aus), wenn eine einzelne Person entschiedet, ob dir dein Geld und deine Besitztümer weggenommen (verstaatlicht) werden und dich ins Gefängnis wirft um dich mundtot zu machen?

Sind für diese Form der freien, liberalen Demokratie nicht schon tausende Menschen gestorben, nur um jetzt wieder so einem Despotismus Beifall zu klatschen?

Man kann sich ja allgemein die Frage stellen, ob die Mehrheit der Menschen wirklich mit Freiheit und deren Verantwortung sich selbst gegenüber, auch wirklich umgehen könne, oder ob man eben immer ein klares, hierarchisches System braucht, dem man sich unterordnen kann um seinen inneren Frieden zu finden...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Barney123
18.11.2016, 10:59

Hallo Thetee,

dem man sich unterordnen kann um seinen inneren Frieden zu finden...

Ja, es gibt Menschen, die brauchen offensichtlich jemanden, dem sie nachlaufen können, der ihnen sagt, wann sie einen Knopf zumachen müssen, und welchen sie ihn offenlassen dürfen. Die scheinen im augenblick wieder mehr zu werden

Traurig aber wahr!

LG

3

Hallo,

"demokratisch gewählter Präsident" und "Hassprediger" schließen sich gegenseitig nicht aus.

Ich bezeichne auch kein ganzes Land als rassistisch, sondern nur den Teil der Bevölkerung, der auch rassistisch ist.

Es geht bei der Sache nicht nur um eine politische Sichtweise. Manche fürchten seit der Wahl von Trump um ihr Leben. Einige haben sich aus Angst vor ihm umgebracht.

Auch, wenn die Mehrheit ihn mag - für mich ist ein demokratisch gewählter Präsident, wegen dessen Aussagen Menschen um ihr Leben fürchten müssen, kein guter Präsident.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich akzeptiere andere Sichtweisen, aber deshalb muss ich sie nicht teilen. Und wenn ich der Meinung bin, dass Erdogan oder Putin Diktatoren sind, die massiv die Menschenrechte verletzen, dann darf ich das auch sagen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was sind denn deine Antworten auf deine sehr verallgemeinernden Fragen?

  • Wer ist "ihr"?
  • Wie kommst du dazu, alle anderen in einen Topf zu werfen?
  • Welche Medien im Einzelnen meinst?
  • Woher weißt du, wer was (nicht) akzeptiert?
  • Und was hat das Ganze überhaupt mit Gefühlen zu tun?
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich beziehe mich jetzt mal hauptsächlich auf Trump:

"Warum werden Donald Trump Wähler pauschal als dumm bezeichnet?"

Das ist schlichtweg wie mit der AfD in Deutschland. So ist das halt, also fühlen sich viele Leute einfach nur rechtem Gedankengut überlegen. Was man in den vielen subjektiv berichtenden Medien gezeigt bekommt, lässt diese Menschen aber auch extrem dumm wirken.

"Warum werden demokratisch gewählte Präsidenten als "Hassprediger" bezeichnet?"

Also das eine hat mit dem anderen nicht viel zutun. Ob demokratisch oder nicht, jemand kann trotzdem ein Hassprediger sein. Außerdem lässt sich darüber streiten, ob es wirklich demokratisch war, schließlich hatte Clinton über eine Millionen Stimmen mehr als Trump.

"Wer von euch war vor Ort und kann beurteilen, ob die Menschen unglücklich mit ihre Präsidenten sind?"

Es gibt in den USA seit dem unzählige Demonstrationen von Menschen, die ihn nicht als Präsidenten wollen.

"Warum wird denken Deutsche, sie seien die Moralische Instanz dieser Erde?"

Tun sie nicht. Immer schön verallgemeinern. Wie gesagt geht es nicht um die Nationalität, sondern um die politische Meinung.

"Warum könnt ihr nicht akzeptierten, dass andere Völker andere politische Sichtweisen haben?"

Trumps Präsidentschaft hat Auswirkungen auf uns alle. Oder hättest du damals, als Hitler zur Macht gekommen ist, auch die anderen Länder gefragt, warum sie die politische Sichtweise Deutschlands nicht einfach akzeptieren können? Oder sagst du auch, wir sollen einfach akzeptieren, dass irgendwo auf der Welt noch vergewaltigte Frauen dafür ins Gefängnis kommen, weil es halt bei denen so läuft? Sollen wir Ungerechtigkeit und Leid einfach akzeptieren?

"Warum kritisieren Deutsche Medien die "Angstmacherei" der "Rechten" in
Europa, während sie umgekehrt nichts anderes machen? Neuste Spiegel
Ausgabe: Donald Trump auf dem Cover mit der Überschrift "Der Untergang
des Westens" von 500 ähnliche Artikel in deutschen Medien ganz zu
schweigen. Hysterie pur."

Das sind Medien, die leben von solchen dämlichen Überschriften und Texten. Die kann man sowieso nicht ernst nehmen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

„Warum könnt ihr nicht akzeptierten, dass andere Völker andere politische Sichtweisen haben?“

Ja, ja und noch mal ja .... da bin ich ganz deiner Meinung. Ich verstehe das auch alles nicht. Was ist dabei, wenn ein Politiker sein Land und die Menschen, die darin leben, schützen will? Warum dies nicht tolerieren und akzeptieren?

Und was Trump anbelangt: kann oder will man nicht abwarten, ob er ein guter Präsident wird? Ich sehe das ganz entspannt und warte erst einmal ab, welche Wahlversprechen er einhalten und umsetzen wird. Er scheint so einige seiner Aussagen, die er im Wahlkampf gemacht hat, zurückzunehmen und das ist auch gut so!

Ich glaube nämlich, dass niemand mehr überrascht war von Donald Trupps Sieg .... als er selbst!

Er wird sicher seinem Volk nicht schaden wollen und wird sich ein gutes Team aufbauen, das ihm hoffentlich zur Seite stehen und ihn bestens beraten wird. Warten wir‘s doch einfach mal ab!

Auch beim Brexit bin ich deiner Meinung. Abwarten heißt die Devise, es wird nichts so heiß gegessen wie gekocht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Warum werden demokratisch gewählte Präsidenten als "Hassprediger" bezeichnet? - Weil auch Hassprediger demokratisch gewählt werden können. Wieso sollte sich das gegenseitig ausschließen?

Wer von euch war vor Ort und kann beurteilen, ob die Menschen unglücklich mit ihre Präsidenten sind? - Wieso müssen die Menschen vor Ort unglücklich sein? Die Deutschen waren mit Hitler auch ganz zufrieden. Trotzdem war er übel.

Warum könnt ihr nicht akzeptierten, dass andere Völker andere politische Sichtweisen haben? - Können wir. Das schützt sie aber nicht vor Kritik.

Warum bezeichnet ihr andere Länder als rassistisch? - Wenn sie rassistisch handeln, muss man das so benennen.

Beim Brexit das gleiche, da wurden auch alle "Wir wollen Europa verlassen" Wähler pauschal als dumm bezeichnet. - Ja, und die Briten bereuen ihre Entscheidung gerade massivst. Das ist dann wohl dumm, für etwas zu stimmen, was man dann eigentlich nicht will.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wir Deutschen sind nicht die Moral der Welt. Aber wir sind stolz auf unsere demokratische Entwicklung und sehen natürlich mit einer gewissen Sorge, dass demokratische Grundideen für viele Menschen zunehmend weniger attraktiv erscheinen.

Die Flüchtlingsfrage: Ein leidiges Thema, zu dem Deutschland die Einhaltung von gemeinsamen Absprachen zu Verteilung der Flüchtlinge einfordert. Auch von den osteuropäischen Staaten. Die sind ja, wenn's um die Zuteilung von EU-Geldern geht, ja auch so furchtbar überzeugte Europäer.

Was Trump angeht: Trump tritt die demokratischen Ideen der USA (verbal) einerseits mit Füssen, anderseits betonen er und seine Anhänger immer die demokratische Legitimation seiner Präsidentschaft.  Putin und Erdogan behaupten ja noch nicht einmal, Demokraten zu sein, also was soll's.

Erschreckend ist, dass es eben doch eher einfach gestrickte Gemüter sind, die sich für komplizierte Problemlagen einfachste Lösungen wünschen. So nach dem Motto: Ein starker Mann muss her, einer, der mal richtig aufräumt. 

Aber so was hatten wir in Deutschland schon mal (mit bekannten Folgen) und da will wohl wirklich keiner mehr hin.




Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Guekeller
17.11.2016, 13:44

naja, ob das mit dem in Deutschland tradierten Grundverständnis für Demokratie zu tun hat, wage ich zu bezweifeln. Schon vor 150 Jahren wurde postuliert: "Am deutschen Wesen mag die Welt genesen". Man könnte auch sagen: Das Oberlehrerhafte liegt uns im Blut.

2

Ad 1:
Weil es nicht wirklich clever ist jemanden zu wählen, der nur das sagt, was die Gefrusteten hören wollen, und der 0 Ahnung von Politik hat.
Weil mehr als das dazugehört, um ein Land zu regieren.

Ad 2:
Manche verändern sich halt, sobald sie die Macht in Händen halten. Oder sie zeigen erst dann ihr wahres Gesicht.

Ad 3:
Er liefert halt gute Anlässe.
Er rudert bereits jetzt zurück von seinen vollmundigen, populistischen Versprechungen.
Er hat noch nicht einmal genügend Leute für die diversen Posten hat.

Ad 4:
Die erste Frage hab ich so noch nicht gehört, sie hängt aber wohl von der jeweiligen politischen Einstellung ab.
Die Menschen gibt es nicht. Was in der Türkei los ist, kann du fast täglich in den Medien verfolgen, und in den USA hat die Mehrheit nicht Trump gewählt, sondern gar nicht oder Clinton.

Ad 5:
Eine durch nichts bewiesene Aussage und dumme Verallgemeinerung.

Ad 6:
s.o..

Ad 7:
Der inflationäre Umgang mit dem - meistens falsch benutzten - Begriff rassistisch ist langsam nervend.
Es gibt etliche Gründe, warum Polen und Ungarn kritisiert wurden. Das hast du ja wochenlang mitbekommen.

Ad 8:
Da muss man nichts mehr schüren - die Angst bzw. besser die Unsicherheit ist da.

Ad 9:
Und? Waren sie es nicht?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von FrageAntwo
18.11.2016, 14:48

Sehr gut danke

3

Ich möchte nicht auf alles in deiner Frage eingehen und ich möchte auch in keiner Weise fremdenfeindliche und rechte Positionen rechtfertigen. Doch auf einen wichtigen Aspekt möchte ich aufmerksam machen. Die, die als linksliberal verortet werden, haben dieses Prädikat schon lange nicht mehr verdient.

Bevor ich das ausführe, verweise ich auf diese Artikel, in dem das bereits sehr gut getan wurde.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35828

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35844

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35862#more-35862

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn man die aktuelle Situation um Trump oder Erdogan, die du beide bevorzugst, ansieht, kann ich dir nur sagen: Du musst jetzt ganz stark sein. Denn:
Diese besagten "Medien, Politiker und Bürger" "fühlen sich" nicht etwa moralisch überlegen; sie sind es. Isso.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ein dummes System kann nur dann bestehen, wenn es auch genügend Dumme gibt, die dieses System erhalten. Streit darüber gibt es nur, wenn es daneben auch genügend viele andere Dumme gibt, die ein anderes dummes System wollen, wobei sich der Streit fast ausschließlich darauf bezieht, welcher Unsinn für Vernunft gehalten werden soll.

Das ist jetzt eine wunderbar provozierende Aussage, die bestens geeignet ist, per Kommentar heftig zu widersprechen und auf diese Weise o. g. zu bestätigen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das spiegelt oft einfach nur die Meinung der Journalisten wieder. Der Youtuber Mr. Wissen2Go hat mal in einem Video erwähnt, dass laut einer Studie mehr als die Hälfte aller Journalisten entweder Grün oder Links eingestellt sind. 

Es gibt aber sehr wohl auch Berichterstattung von der anderen Seite. Wenn du mal in Google News nach neuen Nachrichten suchst wirst du unter anderem Artikel von einem Magazin namens Junge Freiheit vorgeschlagen bekommen. Dies ist beispielsweise eine sehr konservative Zeitung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es sind eher zwei Vorstellungen von Moral. Auf der einen Seite nationalistische Ideologien und eine verklärte Vergangenheit. Vor der Gleichberechtigung  von Frauen, Homosexuellen und Menschen anderer Hautfarbe.

Auf der anderen Seite Gleichheit und Freiheit unabhängig von Rasse und Religion.

Es geht nicht um Moral gegen Unmoral sondern um unterschiedliche Wertesysteme.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?