Warum fühlen sich deutsche Medien, Politiker und Bürger ständig moralisch überlegen?

41 Antworten

Die Transatlantiker in der europäischen Provinz befinden sich im Todeskampf. Was haben die amerikanischen Liberalen und der bolschewistische Leo Trotzki gemein? Trotzki träumte davon, eine sozialistische Weltrepublik zu schaffen, in der das Proletariat die Macht in allen Ländern der Welt übernehmen sollte. Alle Grenzen zwischen den Staaten sollten aufgehoben werden und es sollte nur eine einzige Internationale geben! Bereits ein Viertel Jahrhundert sehen wir, wie die USA und ihre abhängingen Vasallen in Europa versuchen, eine neue Internationale zu schaffen. Mit dem Unterschied, dass Trotzki vom Sozialismus ausging, und die Trump unterlegene Kriegstreiber-Elite der Wall Street bzw. der fiktiven Wertschöpfung vom Liberalismus. An die Stelle des Proletariates tritt die Macht des Kapitals.

Diese "liberale Internationale" hat zum Programm, den einzelnen Staaten die Souveränität nehmen und die Entscheidungen von der nationalen auf eine supranationale Ebene zu verlegen. Damit einher geht die Aufoktroyierung einer neuen Ideologie im Massenbewusstsein sowie die Auferlegung neuer Verhaltensnormen und neuer Maßstäbe des Denkens. Eigens dafür wurde eine mächtige ideologische Waffe erfunden - die "political correctness". Es werden feste Grenzen gesetzt, die man in seinen Äußerungen, Urteilen und Verhalten nicht überschreiten darf. Diese Grenzen sind nicht nur in der Öffentlichkeit, im politischen Bereich gesetzt, sondern auch im Privatleben. Ein politisch unkorrekter Witz ist gefährlich und zwar nicht wie etwa in der Sowjetunion zu Breschnews Zeiten, sondern wie während des Stalinismus. Man wandert zwar nicht ins Kittchen, seine Karriere kann man aber sehr leicht ruinieren.

Den sogenannten "Meinungsorschungsinstitute, die als Begleitmusik das US-amerikanische und europäische neoliberale Establishment flankieren, ist es gelungen, großen Teilen der Bevölkerung einen Furz in den Kopf zu setzen, indem sie Hitlery Clinton den Sieg voraussagten.

Was ist nun der Grund für dieses Scheitern der "MaFo-Institute"? Die Anhänger Clintons, zu denen sich sogenannte Intellektuelle, Soziologen
und Journalisten sowie die aktiven Erbauer einer neuen politisch korrekten Welt zählen, denken, dass sie die klügsten und fortschrittlichsten seien. Dass nur sie allein das Recht haben, andere zu belehren. Sie nehmen sich das Recht über jeden, der nicht ihre Weltanschauung teilt, zu spotten und ihn als reaktionär, retrograd und konservativ einzustufen

Und jetzt hat Trump, der von den Mainstream-Medien vom ersten Tag an ins Dunkel verbannt wurde, gesiegt. Die Empörung der Kriegstreiberelite ist grenzenlos. Sie beschuldigen jeden, nur nicht sich selbst. Wie konnte das nur passieren, denkt die Elite der Wall Street, wir haben doch ein System aufgebaut, in dem der Wähler so wählt, wie wir es wollen. Der Wähler hatte aus Sicht von Clinton, Merkel, Hollande außer sein Kreuzchen bei den "Demokraten" zu machen, keine Wahl. Nun erwies sich die Welt als komplizierter als man sie in neoliberalen Kreisen wahrnahm. Die amerikanische Gesellschaft ist komplexer und vielschichtiger, als sie dachten. Die auf einer falschen und verlogenen political correctness fußenden "Liberale Internationale", ist für die meisten Bürger, wie sich nun heraustellte, nicht das Ideal. Und nun ist das Geschrei der Journalisten, Schriftsteller, Künstler, Finanzspekulanten, PR-Manager, new yorker Kunsthändler und Innovatoren aus dem Silicon Valley groß. Alles ist verloren! Man muss nach Kanada auswandern! Sie haben Angst vor einer Welt, die sie nicht von ihnen vollständig kontrollieren lässt. Alle diese "fortschrittlichen" Menschen erwiesen sich einfach als verängstigte Spießer.

Ich hätte beinahe gesagt du hast nicht mehr alle Latten am Zaun aber das entspräche wohl nicht der "political correctness". ;-)

Die ganze Antwort besteht aus Behauptungen, die falsch in Verbindung gebracht oder unwahr sind. Das hat fast etwas von einer radikal religiösen Verschmähungsschrift die den Traum von einer gesamtheitlich vereinten Menschheit fürchtet.

6
@DasWeiseKind

Du, ich habe lange Zeit in den USA gelebt unter anderem im "eingeschossigen Amerika", fernab der Touristendestinationen und bin dort hin und wieder beruflich und privat unterwegs und behaupte mal, einen tieferen Einblick als Du in das Land zu haben.

Traum von einer gesamtheitlich vereinten Menschheit

Lach! Kein Land schottet sich gegenüber Ausländern dermaßen ab wie die EU, USA und Kanada.

3
@simferopol

Wieder eine Behauptung die unter Garantie falsch ist - da wäre z.B. Nordkorea.

Selbst wenn es nicht noch andere Länder gäbe ( übrigens die EU ist kein Land), hat der Einwanderungswille vieler Menschen in ein Land sicherlich auch Aussagekraft.

Außerdem ist mir nicht bekannt, dass es irgendwo in diesen von dir genannten Ländern ein Einreiseverbot gäbe.

4
@simferopol

Abchasien.  Das muss man erstmal finden. ;-)

Also da ist eine Frau,  die aus einem Gebiet stammt, das heute ein nicht anerkannten Staat ist und diese Frau besitzt mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft - was für eine Blockade. Ihre Schwester muss doch nur zur Botschaft in Tiflis.

Natürlich ist es nicht ganz einfach, wenn man aus einem Staat kommt der um seine Autonomie kämpft, weil es noch garkeine diplomatischen Beziehungen geben kann.

2
@simferopol

Türken können auch ohne Visum nach Deutschland einreisen. Dabei müssen sie lediglich ihren Reisepass (der noch 3 Monate nach dem Ausreisedatum gültig sein muss), ausreichend Finanzmittel (mindestens 45€ pro Tag) und einen Nachweis für den Einreisegrund (da reichen schon Hotelbuchungen, Hochzeitseinladungen,...) mit sich führen. 

1

Allein der Begriff "Hitlery Clinton" zeigt, was man von dieser Suada zu halten hat.

2

Hallo SaintGerman,

Das sind ganz schön viele Fragen auf einmal. Und da sind schon einige unwahre Aussagen in deinen Fragestellungen.

Pauschalisierungen von Bevölkerungsgruppen sind generell Blödsinn, denn Menschen sind bekanntlicherweise Individuen. Das dümmste an der letzten Präsidentschaftswahl war wohl Hillary Clinton als Kandidatin aufzustellen, denn nur durch ihre extreme Angreifbarkeit konnte Trump gewinnen.

Trump wird als Hassprediger bezeichnet, weil er auf liberale Grundwerte wie Gleichheit und Selbstbestimmung sch****. Aber der Hauptgrund dürfte wohl die Hetze gegen den Islam und alle Muslime sein.

"Warum wird 24 Stunden negativ über Trump berichtet?"  Nun ich weiß nicht wo das passiert ist. Aber der Grund für negative Berichterstattung liegt daran,  dass Trump generell nur durch negative,  Grundwerte mit Füßen tretende Aussagen im Wahlkampf aufgefallen ist. Wenn er nicht gerade über die "lügende Hillary"  gesprochen hatte, dann hat er davon gesprochen Menschen wegen ihrer Religion aus dem Land auszusperren,  hat sich über einen Kriegshelden lustig gemacht, wegen der Religion der Eltern, hat klar gemacht, dass Frauen seiner Meinung nach nicht über ihren Körper selbstbestimmen dürfen, hat dazu aufgerufen politischen Gegnern mit Gewalt zu begegnen usw. Das größte Problem für die Berichterstatter, es gab' kein politisches Konzept von ihm, abgesehen vom Bau einer riesigen Mauer nach Mexiko. Von daher gab' es garkeine Möglichkeit für positive Berichterstattung. Das positivste waren das Bild mit dem Adler und dass ein Talkshowmaster seine Haare zerstrubbeln durfte.

Putin, Erdogan und Trump zusammen in einer Schublade abzulegen ist Blödsinn. Und "das Übel der Welt" stellen ja zurzeit eher die IS-Anhänger dar. Putin ist ein hinter einer Demokratie getarnter Diktator,  der seine politischen Gegner durch Angst kontrolliert und wenn das nicht funktioniert werden Oppositionelle auch schonmal Opfer merkwürdiger Killerkommandos, die dann natürlich staatlich untersucht werden. Ich finde es immer wieder lustig, wenn Verbrechen von der Seite aufgeklärt werden sollen, die ihre Vorteile von jenen Verbrechen haben.

Erdogan hat da ein etwas anderes Verhalten.  Er verschleiert seine Tyrannei garnicht großartig, sondern er zieht sein Ding einfach vor aller Augen durch. Wenn die Polizei mal wieder jemanden erschießt,  dann war das in der Situation notwendig um die extremen Demonstranten in Schach zu halten. Journalisten, die kritisch über solche Aktionen berichten, werden einfach als Regimefeindliche verhaftet. Es wurden ja in letzter Zeit nach dem angeblichen Putsch Zehntausende Menschen einfach verhaftet und den Ausnahmezustand beendet Erdogan auch so lange wie möglich nicht um weiterhin willkürliche Verhaftungen durch führen zukönnen. Jedenfalls schafft er sich seine offiziellen Begründungen - ähnlich wie Bush es damals gemacht hatte mit den angeblichen Massenvernichtungswaffe...die es nie gab.

Trump ist noch nicht annähernd in dieser Reihe von Despoten angekommen. Er hat zwar in seinen Wahlkampfäußerungen einige demokratische Grundwerte als ungültig erscheinen lassen, aber ich bin überzeugt, dass es das auch war - Wahlkampf. Man muss einfach mal betrachten, was in den letzten 8 Jahren in den USA passiert ist. Die Republikaner hatten eine historische Niederlage, die zur Folge hatte, dass der erste schwarze Präsident an die Macht kam. Das mussten sie erstmal überwinden und haben dann, 2 Jahre später, einen langfristigen Plan aufgestellt wieder an die Macht zukommen, denn sonst wären sie in der Bedeutungslosigkeit untergegangen. Ab da haben sie im Kongress alles blockiert was Obama beschließen wollte,  sie haben die Politik der Demokraten also nahezu lahmgelegt, damit diese in den Augen der Bevölkerung als unfähig da stehen. Ansonsten wäre Obama-Care z.B. heute schon viel ausgereifter und würde viel besser greifen. Dann standen die Vorwahlen an und die Republikaner hatten mit ihren Kandidaten ganz klar mehrere Möglichkeiten Wahlkampf zu führen. Trump war dabei nur eine Option und es wurde darauf reagiert, wen die Demokraten aufstellen. Obwohl Trump mit seinen Casinos riesige Pleiten machte, steht er in den Augen der Amerikaner wegen seiner Fernsehshow als extrem erfolgreicher Geschäftsmann da. Und das ist das wichtigste Kriterium um ihn zu wählen. Allerdings hat diese Person noch einen Vorteil: von seiner Fernsehshow kannten die Amerikaner ihn bereits als Ars**loch, da konnte es keine Imageverluste mehr geben. Ganz im Gegenteil, das macht ihn ja so glaubwürdig. Und deshalb war er der perfekte Gegenkandidat gehen Hillary Clinton, die schon zu Beginn des Wahlkampfes ein Glaubwürdigkeitsproblem hatte. Viele, wenn nicht sogar alle, der skandalträchtigen Aussagen von Trump hatten nur das Ziel zu polarisieren. Hauptsache alle sprachen die ganze Zeit über Trump und Strategie 2 in diesem Wahlkampf war es die Glaubwürdigkeit und die Vertrauenswürdigkeit von Hillary Clinton zu schwächen. Ich bin überzeugt,  dass die 650 Tausend E-Mails,  welche 2 Tage vorm Wahltag angeblich ausgewertet waren, aber erst 5 Tage vorher entdeckt wurden, das Zünglein an der Waage waren. Damit konnte Trump alle die noch unschlüssig waren, so sehr von Clintons Unglaubwürdigkeit und angeblicher Korruption überzeugen, dass diese für Trump wählten.

Ich gehe davon aus, dass Trumps Präsidentschaft eine ganz andere wird. Ich denke auch dafür haben die Republikaner bereits Pläne und die aktuellen Zugeständnisse Trumps gegenüber Obama deuten darauf hin,  dass ich nicht ganz falsch liege. Egal wie Er oder Sie heißt, der/die amerikanische Präsident/in wird sich immer an die Grundwerte der Demokratie halten.

Auf den Brexit möchte ich noch kurz eingehen. Wieder eine Pauschalisierung für Brexitbefürworter in der Fragestellung - geht garnicht sowas. Es gibt sicherlich einige gute Gründe die EU zu verlassen und jeder der diese sieht ist doch nicht als dumm zu bezeichnen. Leider haben die Befürworter nicht gesehen, dass die Argumente für einen Verbleib in der EU überwogen haben (und immernoch überwiegen). Es gäbe auch für Deutschland Gründe die EU zu verlassen, so sind wir z.B. das Land, das mit Abstand den größten finanziellen Beitrag leisten. Nun geht es in der EU nicht nur um Geld, sondern viel eher um eine Wertegemeinschaft und momentan wird versucht diese Werte auch in der Türkei zu verankern. Je größer der Raum dieser Wertegemeinschaft wird, desto stärker werden wir auch,  sowohl als menschliche Gemeinschaft als auch als Wirtschaftsraum. Dennoch ist Geld kein Kriterium für das Verbreiten von Menschenrechten - sondern einfach nur das Mensch Sein.

Liebe Grüße 

Hallo,

"demokratisch gewählter Präsident" und "Hassprediger" schließen sich gegenseitig nicht aus.

Ich bezeichne auch kein ganzes Land als rassistisch, sondern nur den Teil der Bevölkerung, der auch rassistisch ist.

Es geht bei der Sache nicht nur um eine politische Sichtweise. Manche fürchten seit der Wahl von Trump um ihr Leben. Einige haben sich aus Angst vor ihm umgebracht.

Auch, wenn die Mehrheit ihn mag - für mich ist ein demokratisch gewählter Präsident, wegen dessen Aussagen Menschen um ihr Leben fürchten müssen, kein guter Präsident.

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