Warum fühle ich mich so leer und hilflos?

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4 Antworten

Hallo Nina5sos,

Zuerst einmal sollst Du wissen, dass Du mit Deinem Problem nicht allein dastehst. Essstörungen sind ein Problem, vor dem weltweit Millionen Erkrankte, vorwiegend Frauen (90%) stehen. Betroffen sind sowohl Ledige als auch Verheiratete, alle Altersgruppen, sowohl junge Mädchen als auch Frauen im reiferen Alter.

Du fragst Dich womöglich, warum es so schwer ist, mit den Essanfällen und dem anschließenden Erbrechen aufzuhören. Es reicht aber nicht, einfach davon loskommen zu wollen! Es müssen vielmehr die zugrunde liegenden psychischen Probleme erkannt und angegangen werden.

Was könntest Du selbst tun? Auch wenn Du das Problem gern vor anderen verbirgst, wäre es doch gut, das offene Gespräch mit Deiner Familie zu suchen. Möglicherweise haben Deine Angehörigen unbewusst zur Entstehung Deiner Essstörung beigetragen, indem sie vielleicht zu großen Wert auf die Figur und das Aussehen gelegt haben. Sollte das auch in Deinem Fall zutreffen, dann müsste Deine Familie ihre Einstellung überdenken. Du sollst auch wissen, dass die meisten Essgestörten Perfektionisten sind. Sollte das bei Dir der Fall sein, dann denke daran, dass Fehler zum Leben gehören und nicht Deinen Wert als Person bestimmen. Niederlagen sind normal, gehen vorüber und können auch überwunden werden. Wenn Du Dir das bei einem der nächsten Fehlschläge bewusst machst, wirst Du wahrscheinlich nicht so sehr am Boden zerstört sein.

Versuche auch, Dich als ein Individuum zu sehen, dass sich nicht in die von anderen ausgedachte Form pressen lässt. Das fördert Deine Selbstachtung und Dein Selbstwertgefühl. Ist Dir aufgefallen, dass Essgestörte leicht zu Frustessen neigen? Das kann daher kommen, dass sie nicht gelernt haben, frei Ihre Meinung zu äußern, vor allem auch dann, wenn sie von anderen nicht gern gehört wird. Wenn es Dir auch so ergeht, dann lerne, Deinen Ärger nicht einfach herunterzuschlucken. Offen seine Meinung zu äußern bedeutet ja nicht unbedingt, Dampf abzulassen oder seine ganze Wut herauszulassen. Es bedeutet, offen und deutlich das zu sagen, was man denkt. Tust du das nicht, dann mag es sein, das Dein Drang zu ungesundem Verhalten zunimmt. Du stürzt Dich quasi in eine Essattacke, wenn sich Frustration in Dir aufstaut.

Wenn Du noch bei Deinen Eltern wohnst, dann mache ihnen klar, dass es sehr auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung ankommt. Wenn möglich, halte zu Ihnen einen offenen Gedankenaustausch und sensibilisiere sie für Deine Erkrankung.

Viele, die wegen eines Problems verzweifelt sind, übersehen leicht, dass die Bibel eine einzigartige Quelle des Rates und Trostes ist. Die Bibel geht zwar nicht auf das Thema Essstörungen ein, doch zeigt sie, dass Gott an jedem einzelnen interessiert ist und sehr viel für die Leidenden empfindet.

Folgender Text aus der Bibel stammt von dem berühmten König David, der in seinem Leben viele Höhen und Tiefen erlebte und der wusste, was es bedeutet, verzweifelt und manchmal sogar ausweglos zu sein. Rückblickend auf seine Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hatte, schrieb er einmal: " Ja, auf Gott warte still, o meine Seele, Denn von ihm ist meine Hoffnung. Ja, er ist mein Fels und meine Rettung, meine sichere Höhe; Ich werde nicht zum Wanken gebracht werden. Auf Gott beruht meine Rettung und meine Ehre. Mein starker Fels, meine Zuflucht ist in Gott. Vertraut auf ihn zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht" (Psalm 62:4-8).
Obwohl Gott diesen David nicht durch ein Wunder aus seinen Bedrängnissen befreite, machte er dennoch die Erfahrung, dass Gott ihm zur Hilfe kam und ihn mehr als einmal aus Todesgefahren rettete. David konnte diese Erfahrungen nur deshalb machen, weil er selbst auch etwas tat: Er wandte sich an Gott im Gebet und er schüttete ihm sein Herz aus. Die Psalmen sind voll von seinen innigen Gebeten zu Gott. Diese kleine Exkursion in die Bibel kann Dir etwas Nützliches sagen: Auch Du kannst Dich in Deiner Not an Gott wenden und ihm all Deine innersten Gedanken mitteilen. Wenn Du seine Nähe und seine Freundschaft suchst, dann kann er Dir dabei helfen, manches in Deinem Leben zu bewirken, was ohne seine Hilfe nicht möglich gewesen wäre.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, Deine Krankheit Stück um Stück zu besiegen und ein Leben zu führen, dass wieder lebenswert ist.

LG Philipp

Das Aufschreiben ist Teil der Therapie. Ich würde das alles aufschreiben, auch wenn es sehr viel ist. 

Das Gefühl kommt vermutlich wirklich von einer Depression, dagegen hilft eine Therapie, die du ja schon machst. So eine Therapie braucht allerdings Zeit.

Neben einer Therapie gibt es Medikamente. Das kannst du mal mit einem Arzt besprechen.

Nina5sos 12.01.2017, 18:22

Dankeschön 

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Ich habe selbst eine Schwester mit Depressionen und das wichtigste ist falls du es noch nicht gemacht hast, ist es deiner Familie zu sagen. Wenn es wirklich ganz schlimm ist rede doch Mal mit deinem Psychologen, vielleicht verschreibt er dir Tabletten oder du in eine Klinik

Gute Besserung

Nina5sos 12.01.2017, 18:27

Dankeschön <3 ich gehe bald in eine Klinik, aber eine, die auf Essstörungen Spezialisiert ist. Habe nächste Woche schon ein Vorgespräch 

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test3737371 12.01.2017, 18:31

Na dann hoffe und wünsche ich dir nur das Beste Viel Glück beim Vorgespräch 👍👍👍

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Probier das mit dem Schreiben mal aus.

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