Warum flohen die Menschen 1944?

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11 Antworten

In einigen Regionen war alles zerstört, es hat Jahre gedauert, da alles aufzuräumen und neu aufzubauen. An Arbeitsplätzen war da nicht zu denken. Und auch wenn es da noch nicht die Zeit des Internets gab es auch damals schon die Mundpropaganda. "Tante Erna hat von Ihrer Nachbarin gehört, dass Ihre Nichte einen gut bezahlten Arbeitsplatz in den USA bekommen hat." Das nur als Beispiel. Aber es verdeutlicht vielleicht meine Aussage oben. Oder manche wollen sich auch nur in Sicherheit wissen, die Kriegsvergangenheit hinter sich lassen und neu anfangen. 

Viele sind ebenfalls traumatisiert gewesen, als sie beispielsweise von der Front zurückgekehrt sind und sind somit vor ihren Ängst und der Angst nochmals kämpfen zu müssen geflohen. Das hat sicher auch alles mit dem Krieg zu tun, aber es schlüsselt die Gründe auf. "Vor dem Krieg fliehen" ist nur eine Kernaussage, die du einfach nur aufschlüsseln musst.

Viele Deutsche flohen, um der heranrückenden Roten Armee zu entgehen, den sowjetischen Truppen. Diese war 1. durch den zuvor geführten deutschen Vernichtungskrieg radikalisiert und 2. war der Konsum von Alkohol in der Roten Armee in drastischem Maße ein Problem. Die sowjetische Gefahr für die deutschen Zivilisten war zweifellos existent, wenngleich auch viele Gerüchte und Übertreibungen unter den Deutschen grassierten. Tatsächlich blieb die Vergewaltigungsrate durch eine staatliche Armee mit ca. 2 Millionen Fällen gegen deutsche Frauen ein Rekord der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg.

Ja natürlich flohen sie wegen des Krieges. Das ist doch Grund genug. Schon 1941 schob die Wehrmacht eine Flüchtlingswelle von 14 Millionen vor sich her. Das waren genauso viele Menschen wie die, die zum Kriegsende aus den deutschen Ostgebieten flohen oder vertrieben wurden. Nur, daß es sich 1941 um Sowjetbürger handelte, die in Richtung Osten flohen.

Es hatte sich herumgesprochen, welche Gräueltaten deutsche Besatzer im Osten verübt hatten (Einsatzgruppen, Holocaust, "Banden"kampf). Und man konnte sich an 5 Fingern abzählen, worauf man sich einzustellen hatte.

Die wenigsten flohen übrigens 1944. Fluchtvorbereitungen waren von Gauleiter Koch bei Todesstrafe verboten worden. Und so flohen die meisten völlig überstürzt im Januar 1945. Nich wenigen wurden von der Front eingeholt.

Meine Mutter hatte das "Glück" mit ihrer Familie mit einem der letzten Züge im Januar noch aus Allenstein herauszukommen. Sie hat die Stadt noch brennen sehen.

Anderen erging es schlechter. In Königsberg starben die meisten Bewohner an Hunger, Krankheiten und Übergriffen. Von 150.000 Einwohnern im April 1945 lebten im Dezember 1945 noch 20.000.

Die sind eigentlich weniger freiwillig geflohen, sondern wurden aus einigen Gebieten wie Ostpreußen usw. vertrieben, bzw. flüchteten sie vor den herannahenden Russen. Ich würde Dir empfehlen, den Film "Die Flucht" mit der Hauptdarstellerin "Furtwangler?" anzuschauen, da kannst Du alles gut verfolgen wie es so damals war.

Die Intelligenten wussten spätestens nach Stalingrad, dass der Krieg verloren war. Die dt. Armee zog sich immer mehr gen Westen zurück, die russische Armee rückte nach. Wer schlau war, hat sich rechtzeitig auf den Weg nach Westen gemacht. Da die Deutschen sich in den besetzten Ostgebieten - Polen, Litauen, Russland - entsetzlicher Verbrechen schuldig gemacht hatten, konnten sich die Deutschen, die im Osten wohnten, ausrechnen, dass die siegreiche russische Armee nicht sehr zart mit ihnen umgehen würde.

Also nix wie weg.

Meine Oma floh aus Königsberg, Zitat: die Russen rückten vor und alle hatten Angst, denn es gab fürchterliche Gerüchte. Und selbst wenn die nicht wahr waren, so kam es doch oft zu Scharmützeln- da hatte jeder Angst vor. Also sind wir losgezogen

nnooname 27.10.2015, 15:39

Welche Gerüchte?

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Pauli1965 27.10.2015, 15:45
@nnooname

Ich frage mich auch gerade, was du mit Gerüchten meinst.

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SiViHa72 27.10.2015, 15:46
@nnooname

Sicherlich "der Russe frisst kleine Kinder".

Ich führe das jetzt nicht aus,w enn Dich das Thema interessiert, gibt es genug Möglichkeiten,s ich zu informieren. Manches stimmt, manches war übertrieben.. so ist das im Leben.

Egal, um welches Volk, welche Völker es geht.

Und nein, sie haben keine kleinen Kinder gefressen.

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Es wird sicher individuelle Gründe gegeben haben, aber der Krieg war insgesamt der Auslöser. Z.B. hatten die Menschen stellenweise Angst vor der Besetzung durch Russland und USA. Andere wollten in den letzten Kriegswirren nicht eingezogen werden. Obendrein war 1944 (soweit ich weiß) ein harter Winter und die Menschen hatten ja nichts mehr.

Meine Mutter musste fliehen, weil die Polen ihre Eltern aus dem Haus geworfen haben.

1944 flüchteten sie einfach vor dem nahen der Front. Angst ermordet, vergewaltigt zu werden. Wobei die, die dort geblieben sind, ja dann 1946/47 zu über 90 % vertrieben wurden.

Die Menschen flohen vor den herannahenden feindlichen Truppen. Es wurde gemordet, vergewaltigt und zerstört. Außerdem wurden auch viele aus ihrer Heimat vertrieben. Und das in jedem Land, welches vom Krieg betroffen war. 

welche Menschen und wohin flohen diese Menschen? Werde deutlicher! Warum nur immer so schwammig, ihr Schüler ?

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