Warum finden so viele Patriotismus schlimm?

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19 Antworten

Die deutsche Abneigung gegen Nationalismus dürfte aus den Erfahrungen, die wir mit dem Nationalsozialimus gemacht haben, kommen.

Ein gutes Maß an Stolz und Vaterlandsliebe ist sicherlich nicht verkehrt.

Dies sollte jedoch nicht dazu führen, dass nur noch das eigene Land zählt und sonst nichts mehr. So kommt man schnell auf die Bahn, dass man die Bewohner anderer Länder nicht auf der selben Stufe stehen sieht, auf der man selbst steht.

Nationalismus war der Grund für viele Kriege, für Millionen von Toten und Vertriebenen. Seit über 70 Jahren herrscht in Deutschland Frieden. Dies kommt nicht zuletzt auch davon, dass die europäische Aussöhnung und Verständigung erst durch die Reduktion nationaler Interessen möglich wurde.

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 13:00

Welches Land ist schon frei von irgendwelchen Fehlern? Dennoch ist es dort kein Problem stolz zu sein!

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 13:13

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Mir geht es nicht gezielt um einzelne politische Entscheidungen sondern mir geht es einfach darum was falsch daran ist stolz auf sein eigenes Land zu sein und zuerst auf das wohl seines Landes zu schauen,  dazu verpflichtet unter anderen der Amtseid eines Bundeskanzlers

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Was ist falsch daran sich vorrangig um das Wohl SEINES Landes und seiner Landsleute zu sorgen?

Nichts. Das machen alle Staaten. Die freiheitlich-demokratischen Staaten achten zudem die Menschenrechte und sehen in ihnen das wesentliche Fundament allen staatlichen Handelns.

Was ist falsch daran stolz auf Errungenschaften seines Labdes zu sein?

Nichts. Gerade für die Aufnahme der vielen Flüchtlinge beispielsweise wird in der Welt Deutschland hoher Respekt gezollt. Mit Recht dürfen wir auf unsere humanitäre Vorgehensweise stolz sein.

Warum halten viele Patriotismus sofort für Nationalsozialusmus?

Das tun nur dumme Menschen. Denn diese begreifen den Unterschied zwischen "Patriotismus" und "Nationalismus", der oft in übersteigerter Form als "Chauvinismus" daherkommt, nicht.

...wieso ist gerade hier in Deutschland so eine Ablehnung dagegen vorhanden?

Wie gesagt, das beruht auf einer Verwechslung der Begriffe. Gerade historisch gebildete Deutsche sind Patrioten, weil sie allgemein die deutsche Geschichte und ganz besonders die Geschichte des Staatswesens kennen, in dem sie leben, nämlich der Bundesrepublik Deutschland.

MfG

Arnold

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Viele sog. "Patrioten" wenden oft das Strohman-Argument an: Was ist falsch daran, seine Land zu lieben?

Gar nichts. Aber das hat auch nie jemand behauptet!

Viele Nationalisten, also die, die AFD wählen und tagtäglich mit Pegida durch Dresden marschieren, tarnen sich als Patrioten, obwohl es eigentlich Nationalisten sind. Sie beschwören unsere "Werte" und treten gerade diese durch ihren Hass auf andere, ihre Intoleranz und schlecht versteckten Rassismus mit Füßen.

Die Grenze zwischen Patriotismus und Nationalismus ist fließend: es ist ok zu sagen: ich liebe mein Land! allerdings ganz klar nationalistisch ist: wir sollen uns um uns und nicht um andere Menschen kümmern!

Diese Aussage impliziert nämlich einen angeblichen "höheren Wert" des eigenen Volkes. Hier liegt völkisches Rassedenken vor: Wir sind mehr wert, die sollen sich doch um ihe eigenen Probleme kümmern, wir müssen ihnen nicht helfen etc.

Zitat:

"Was ist falsch daran sich vorrangig um das Wohl SEINES Landes und seiner Landsleute zu sorgen?"

Antwort: das tun wir sowieso Tag für Tag. Aber die Deutschen leiden im Gegensatz zu den Syrern weder unter einem verrückten Diktator noch unter einer grausamen islamistischen Terrorgruppe. Unser land ist wohlhabend, friedlich und vergleichsweise sicher. Dein Argument würde erst bei einem Bürgerkrieg in Deutschland ziehen: dann hätten wir uns tatsächlich erstmal um unser eigenes Volk zu sorgen. So aber haben wir die juristische und moralische Pflicht, Kriegsflüchtlingen Schutz zu gewähren.

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Kommentar von Fred633
21.01.2017, 11:44

Selbst der Nationalismus sagt nicht "kümmere dich nicht um andere Völker". Das wohl seines eigenen Volkes zu fokussieren führt auch nicht zu einem "höheren Wert" gegenüber anderen Völkern, das ist Quatsch. Das ist vergleichbar mit einem Familienvater, der zuerst an das Wohl seiner Familie denkt. Auf der Makroebene ist der Familienvater halt ein Kanzler.

Und die Versorgung von Kriegsflüchtlingen steht auch nicht im Widerspruch dazu. Was wir in Syrien gerade beobachten ist doch, dass der weltoffene Westen das Land in die Steinzeit bombt, genau wie vorher den Irak, Afghanistan, Lybien usw. Ob der Westen dort auch Bomben würde wenn man nationalorientierter wäre kann man an der Stelle nicht beantworten. Aber Fakt ist erstmal die Flüchtlingskrise ist vom Westen selber produziert. Ohne die "westlichen Werte" würden viele Menschen noch leben.

Hinzu kommt, dass ein nationaler Fokus dazu führt, dass jedes Land versucht möglichst unabhängig von anderen zu sein. Damit könnte sogar die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte eingedämmt werden. Hätten wir mit einem nationalen Fokus eine Eurokrise? Nein! Es gibt da übrigens auch tausende Bücher drüber. Guckst du einfach bei Amazon nach globalisierungskritischen Sachbüchern.

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Wenn es danach geht, dass nur Patrioten sich vorrangig um das Wohl ihrers Landes kümmern, dann ist Frau Dr. Merkel eine Super-Patriotin. Wir erinnern uns: Im Jahre 2010 bewilligte die schwarz-gelbe Regierung Griechenland Hilfskredite unter der Auflage,dass die Griechen deutsche U-Boote ordern. Alle weiteren EU-Kredite dienten wohl nicht dazu, die Griechen zu retten, sondern die deutsche Finanzwirtschaft, damit sie ordentliche Gewinne machen kann, in Deutschland Arbeitsplätze schafft und in Deutschland Steuern zahlt, denn wo ist der größte Finanzplatz Europas nach London? Zufälligerweise in Frankfurt, Deutschland.

Hat sich niemand gefragt, warum Dr. Schäuble ein so glühender Verfechter der EU ist? Nun ratet mal, wer am meisten von einer starken EU profitiert. Nämlich Exportweltmeister Deutschland. Wenn der eine viel exportiert, müssen andere viel importieren - deutsche Waren und Dienstleistungen.

Die deutschen Politiker sind eben clevere Patrioten, kommen wir jetzt zu den dummen Patrioten, z.B. den Dresdner Pegida-Anhängern. Die wollen nämlich Dresden ausländerfrei machen und schaffen das vielleicht auch.Weniger Ausländer bedeutet weniger Einnahmen - die Tourismus- und Gastronomiebranche in Dresden hat seit 2014 signifikante Einbrüche zu verzeichnen. Die Touristen meiden Dresden und kommen alle nach Berlin. Als Berliner sage ich: Danke, Pegida!

Andere dumme Patrioten muss man nicht lange suchen, die habe ich östlich der Oder gefunden. Die superpatriotische polnische Regierung ist auf EU-Gelder angewiesen und setzt diese auf's Spiel. Wenn diese Gelder wegfallen, dann passiert dreierlei:
1. Die hochqualifizierten Polen finden keine Arbeit mehr, weil die polnische Wirtschaft schrumpft und kommen nach Deutschland und stärken somit unsere Wirtschaft.
2. Wir müssen weniger EU-Beiträge zahlen
3. Die freiwerdenden EU-Gelder kommen anderen EU Staaten zugute, unter anderem Deutschland. Als Deutscher sage ich schon mal: Danke, Polen!

Weitere dumme Patrioten findet man in England. Wenn die per Abstimmung die EU verlassen, passiert dreierlei:
1. Die EU wird ein Land los, das immer Extrawürste bekommen und in der EU rumgenervt hat.
2. London verliert seinen Status als größter Finanzplatz Europas. Nun ratet mal, welche Stadt dann diesen Status erhalten wird. Das kränkelnde Paris? Haha! And the winner is: Frankfurt!
3. Großbritannien zerfällt, denn Schottland will unbedingt in der EU bleiben. Ich bin mal gespannt, wie sich dann Nordirland das zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem EU-Mitglied Schottland eingezwängt ist, verhält...

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Kommentar von Interesierter
30.01.2016, 14:21

Ein sehr guter Beitrag, der Argumente hinterfragt und anschaulich erklärt, warum Deutschland die führende Rolle in Europa übernommen hat und diese, wenn es so weitergeht, nicht so schnell wieder abgeben wird. 

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Ich kann eine Abneigung gegen Patriotismus bzw. einen mangelnden Patriotismus nicht erkennen.

Patrioten lieben ihr Land. Unser Land ist eine bunte Gesellschaft, dessen Bewohner so Namen wie Müller, Neuer, Khedira und Özil tragen. Gerade, wenn unsere Nationalmannschaften spielen, treten unsere patriotischen Adern offener zutage.

Aber auch bei Nazi- oder Pegidamärschen finden sich immer viele Patrioten ein, die gegen den unserem Staat und unserer Gesellschaft feindlich gesonnenen braunen Mob Flagge bekennen.

Ich finde unsere Art des Patriotismus gar nicht so übel. Es ist schön, den mehr mit Sport und weniger mit irgendwelchen Militärmärschen zu verquicken. Russland, Frankreich, England, USA und Polen sind halt keine Fußballweltmeister, daher müssen sie ihren Patriotismus anders ausleben. Ich wette, die würden gerne tauschen!


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Es finden genau so viele Leute nicht Schlimm auf sein Land stolz zu sein, auch Deutsche.

Allerdings führt deutscher Patriotismus ab und an dazu, dass die Leute das mit Stolz sein auf alle Taten die Deutschland je ausgeführt hat zu sein. Und dann kommt der 2. Weltkrieg etc ins Spiel.

Als Gegenbeispiel würde ich den WM Sieg 2014 nennen. Da war "Jeder" Deutsche stolz auf sein "Fußball" Land

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Garnix hier gibt es einfach nur eine Entfremdung zwischen der Politischen Linken und der etablierten Parteien auf der einen Seite und weite teile des "normalen" Volkes auf der anderen Seite

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Wie kommst Du denn darauf das unsere Regierung, und darauf zielst Du wohl mit dem Begriff "Staatsmann" ab, keine Patrioten sind?

Nur weil eine Gruppe von Menschen gegen Entscheidungen dieser Regierung ist und sich selbst als Patrioten bezeichnet trifft dieser Begriff dann auf Andere nicht mehr zu?

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Kommentar von napoloni
29.01.2016, 23:15

Uih, sehr genau gelesen! :o)

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Wegen der Verwechselung zu Menschen, die nicht das Eigene lieben, sondern das Fremde / Andere hassen.
Die Vergangenheit der Deutschen ist nun einmal nicht bekleckert mit ruhmreichen Taten in Sachen Umgang mit anderen Nationen.
Diesen Schatten einmal loszuwerden, ist sicherlich nicht einfach,

Grüße, ----->

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Nicht doch. Patriotismus ist eine feine Sache...

...wenn es denn wirklich auch ein solcher ist. Und nicht nur das Mäntelchen für eigentlich ganz was anderes.

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 14:01

Genau darum geht's mir ich mache einen gewaltigen Unterschied zwischen Patriotismus (Vaterlandsliebe) und Rechtsextremismus und Rassismus

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Nichts, wenn man auch das Grundgesetz  incl. Recht auf Asyl zu den Errungenschaften rechnet. Aber das klammern die Partrioten halt gern aus - und einige andere Errungenschaften auch. Angefangen bei Artikel 1.

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 13:09

Und schon da unterscheiden sich Patrioten und Rassisten und rechtsextreme! Man kann durchaus links sein und patriotisch sein da ist kein Unterschied. Bedenke bitte dass die Sowjetunion komunistisch war und trotzdem patriotisch!

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 13:29

Die UdSSR hat sogar in ihrer Hymne den Kommunismus hochgelobt. Es ist gewiss nicht der Kommunismus gewiss nicht  der Kommunismus gewesen den sich Marx und Engels vorgestellt haben aber dennoch war es eine sehr linke Weltanschauung

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Jetzt mal ganz davon abgesehen, dass es weder eine Leistung noch ein Verdienst ist, zufällig in dem einen oder anderen Land geboren zu sein:

In dieser globalisierten Welt sitzen wir mehr oder minder alle im gleichen Boot. Und das Boot hört nicht an der Landesgrenze auf. Die Bordwand, um im Bild zu bleiben, bilden vielmehr gerade heute wieder verstärkt die KLASSENgrenzen.

In Deutschland ist das Vermögen eher noch ungerechter verteilt. Und die Schere geht immer weiter auf.

Deutschland wird das bald sehr bitter merken, wenn der Euro 2017 platzt und seine Exporte wegbrechen und im Inland niemand deutsche Produkte bezahlen kann.

Und ich habe den schweren Verdacht, dass "patriotische" Nationalisten es sich dann auch hierzulande wieder reichlich einfach machen und statt den wahren Schuldigen die Armen sowie Ausländer dafür verantwortlich erklären werden.

So wie immer.

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 13:26

Und auch du gehörst zu denen die Patrioten mit rechtsextremen und Rassisten gleichsetzen.

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Das kippt hier in diesem Lande ganz schnell um in einjem dumpfen Nationalismus.

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 13:43

Oder wird sehr schnell so dargestellt. Sobald jemand sagt er sei stolz Deutscher zu sein schlagen sofort welche mit den bekannten braunen Keule nach ihm

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Patriotismus for the Win. Manche Leute verstehen einfach nicht die Bedeutung

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Wir haben keinen Reichtstag mehr!!

Es ist nicht schlimm ,sein Land und die guten Seiten des Landes zu lieben. Das Hineinzwängen in die rechte Ecke wird von Gegnern oft  genutzt,um ihre Macht selbst zu festigen.

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 12:58

Das Gebäude auf dem dieser Spruch steht heißt aber nach wie vor Reichstag das solltest du wissen

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Das Känguru sagt weise Worte:

„Der Patriotismus hat ja, was unter Onkologen unstrittig ist, einen kleinen, fiesen Bruder namens Nationalismus, welcher unbemerkt im Schatten seines Bruders wächst und gedeiht, bis er groß genug ist, selbst nach der Macht zu greifen. Oder anders ausgedrückt: Nur in einem patriotisch aufgeheizten Treibhaus kann Rassismus gedeihen. Deshalb muss ein wirklicher Antifaschismus dieses Treibhaus zerschlagen.“

http://annaundarthur.blogsport.de/2011/09/27/kiezkicker-10/

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 13:11

Ich spreche von Patriotismus nicht vom Faschismus!

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Es gibt keinen positiven Pratriotismus. Die Bindung an das eigene Land födert immer die Ablehnung des fremden. Es ist die Straßenhu*re unter den Gefühlen: Billig, muss fast jeden ran lassen und wann man nicht aufpasst fängt man sich etwas schlimmeres ein. - Max Uthoff

Und genau so sehe ich das auch.

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Kommentar von TheApfeluhr
29.01.2016, 12:56

Was hat das mit Ablehnung von anderen zu tun?

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Wie löscht man das hier?

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Wieso bist du stolz hier in Deutschland geboren zu sein?

Muss man dafür irgendetwas erreichen und Erfolge erzielen?

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