Warum finden es so viele falsch, wenn Frauen FREIWILLIG zu Hause bleiben ?

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Im jetzigen Alter Deiner Mutter, war das damals auch noch kein so großes Problem. Und wenn die Ehe Deiner Eltern, "bis das der Tod uns scheidet", hält, dann wird Deine Mutter auch entsprechend mit durch die Rente Deines Vaters versorgt sein. Bei einer evtl. Trennung würde es für Deine Mutter schon nicht mehr ganz so rosig aus sehen......

Was in der heutigen Zeit für Frauen später mal schwierig wird, wenn sie sich auf dieses Modell einlassen, ist, die eigene Rente, an der sie später sicher einige noch größere Einbußen zu verzeichnen haben, wenn sie denn heute nur Hausfrau sein wollen oder es sogar sein müssen! Da hat sich zu den älteren Jahrgängen doch einiges geändert und was noch geändert wird, bleibt eine Überraschungskiste.

Erziehungszeiten für Kinder, werden in der heutigen Zeit zwar berücksichtigt, aber lange noch nicht in der Art und Weise, wie es z.B. bei einer Erzieherin im Kindergarten der Fall ist. Letztere arbeitet ja bestenfalls Vollzeit und erwirtschaftet ja dann auch volle Rentenanteile, obwohl sie "nur" Kinder betreut, was ja jede Mutter so ganz nebenbei auch tut - nur halt von einigen der Gesellschaft belächelt.

Das hast Du sehr gut beobachtet und warum das einige belächeln, wissen die wohl selber nicht ;-)

Wer zu den Belächlern gehört, hat wohl noch nie selber mit Kindern zu tun gehabt und kann gar nicht einschätzen, was da alles dran hängt. 

Profitieren tut aber die ganze Familie, wenn einer der Elternteile zu Hause bleibt. Man spart u.a. auch Geld für eine Unterbringung der Kinder, u.a. während der Ferienzeiten im Grundschulalter, weil das sind immerhin aufaddiert schlappe 14 Wochen im Jahr und so viel Urlaub bekommt keiner und einer kann sich voll und ganz auf den Job konzentrieren.

Ein Ehepaar hat also nach wie vor die Wahl, wie sie ihr Leben als Familie gestalten und ob einer sich nur um Kinder und Haushalt kümmert. Auf lange Sicht gesehen, wird dieser Ehepartner allerdings finanziell benachteiligt sein, wenn es mal um die eigenen Rentenansprüche geht.

Gehen beide arbeiten, dann sollte es in der heutigen Zeit selbstverständlich sein, dass man sich alles andere auch teilt und nicht einer seinen Feierabend mit Beine hoch auf dem Sofa verbringt und der andere muss Kinder und Haushalt dann noch alleine wuppen.

Sowas würde ich dann eher belächeln und glaubt man den Statistiken, zu den häufigsten Trennungsgründen, so scheint das leider einer der Gründe zu sein, warum Frauen mit Kindern das Weite suchen und den vermeintlichen "Unterwerfer" seinem Schicksal überlassen. ^^




Ich habe zwei Uni-Abschlüsse und, als das zweite Kind geboren war, habe ich meinen Doktor gemacht. Quasi um nicht nur körperlich und zeitlich, sondern - trotz Kinder - auch geistig gefordert zu sein.

Demnach bin ich - theoretisch - hochqualifiziert, um im Arbeitsleben teilzunehmen. Aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen entschlossen wir uns, dass ich mich um die Kinder kümmere, damit mein Mann sich in der Arbeitswelt, die ihm mehr lag, austobte. Ich war - mit einigen Ausnahmen abgesehen - immer zu Hause.

"Was? Sie sind NUR zu Hause?", "Warum arbeiten Sie nicht?", "Haben Sie keinen Schulabschluss?" Dann fällt dieser abfällige Blick auf mich, bei dem mein Mann regelmäßig ausrastet. Ich würde es nicht als Neid bezeichnen, sondern als Spott von denjenigen, die nicht hinter die Fassade schauen können oder wollen.

Mein Mann bezeichnet mich als Familienmanagerin in einem Kleinunternehmen. Wir haben vier eigene (oh, wie asozial) Kinder, auf die wir sehr stolz sind, zwei Hunde und ein großes Haus mit einem riesigen Garten. Nebenbei eine eigene kleine Firma, für die ich hauptsächlich verantwortlich bin, da ich ja "nur" (Zitat Nachbarschaft, wenn ich deren Pakete annehmen soll) zu Hause bin. Hierfür bin ich mit allem Drumherum zuständig. (Keine Putzhilfe, keine Großeltern als kostenlose Kinderbetreuer)

Das Problem Rente ist für Frauen oder die, die sich um die Kinder kümmern, ein großes Problem. Da ich aber nicht mehr in meinen anstrengenden Beruf mit Schichtwechsel/Auslandsaufenthalten etc. - wegen der Kinder - einsteigen wollte, ich sie aber auch NICHT in die Ganztagsschule oder alternativ ein Internat geben wollte, sondern nachmittags nach den Hausaufgaben schaue und sie stattdessen mit Freunden oder sie mit diversen Freizeitaktiviäten wie Musik, Sport und Sprachen auspowern lasse, war guter Rat teuer.

Manche Arbeitszeiten sind kinderfeindlich. Urlaubszeit und Ferienzeit konkurrieren zusätzlich. Ganz zu schweigen, wenn es in unserer Stadt in den weiterführenden Schulen - der Stadt sei Dank - nur noch Ganztagsschulen gibt, sodass allein die Organisation von Arztterminen einer langen Vorplanung bedarf. Es muss alles organisiert werden, dann hat frau/man die Chance, dass es gelingt.

Da ich nicht daran glaube, dass ich mit meinen wenigen Rentenbeiträgen eine halbwegs sichere Rente vom Staat erhalte, bin ich von Anfang an dazu übergegangen mich selbständig zu machen. Mit der internationalen Vernetzung und dem Handy, das mich immer begleitet, ist das heute durchaus möglich. So ist die Arbeitszeit flexibel (wie es reinpasst, auch mal nachts), ich kann unterschiedliche Themen annehmen, die mir gefallen, und ich habe mein eigenes Einkommen, das ich als Rücklage anlege. Anders sehe ich im Moment keine Chance Kinderzeit, die ich ebenfalls sehr genieße, mit der Wirtschaft zu vereinen. Kinder (und Erwachsene) sollten das Recht auf eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit haben. Das gelingt, wenn ich ihnen die Chance dazu gebe. Meine Kinder wollten nie in der Schulmensa essen. (Wir haben es probiert!) Sie genießen es, dass ich verlässlich zu Hause bin (alternativ immer mit dem Handy erreichbar. Die Vibration spüre ich auch im Meeting in der Hosentasche und kann mich melden) und das gibt ihnen Sicherheit, dass immer jemand für sie da ist, wenn sie Hilfe brauchen oder Fragen haben. Inzwischen ist der Jüngste 6 Jahre, die Älteste 15 Jahre und kann auch schon mit einspringen, wenn bei mir mal wieder etwas dazwischen kommt. Selbständigkeit ist wichtig, auch bei uns in der Familie. Multitasking ist das A und O, wenn jemand Familie, Haushalt und Beruf miteinander vereinen muss. Ein Bereich, den viele, die ohne Kinder und Familie leben, unterschätzen. Familie ist Arbeit, wer das belächelt, ist zu bedauern, denn dann kennt er oder sie diesen - wie ich finde - Motivator an Lebensenergie nicht. Denn Familie braucht Zeit und Kraft, gibt mir auch den nötigen Rückhalt, wenn es bei mir mal schief läuft. Genau das ist es, was mir wichtig ist und weswegen ich nie auf meine Kinder verzichten möchte. Stabiles Fundament ist natürlich auch eine funktionierende Partnerschaft, aber das ist hier nicht das Thema.

Aber ich komme ab:

Es sollte jedem frei sein, sich für die Kinder zu Hause oder die Fremdbetreuung zu entscheiden. Zeiten der Kinderbetreuung gehören bis zum Erwachsenenalter auf die Rente der ausführenden Elternteile (oder beiden, wenn sie zusammen leben) angerechnet. Aber es ist gut doch auch an die Rente selbst zu denken. Wir haben es mit einem guten Bezahljob meines Mannes, mit Gleitzeit und verständnisvollen Kollegen, wenn er mal ausfällt, und unregelmäßigen Einnahmen durch meine Selbständigkeit gelöst. Ob das der ideale Weg ist, weiß ich nicht und wird sich ... in dreißig Jahren zeigen.

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. Wir haben vier eigene (oh, wie asozial) Kinder,

Genau das musste sich eine Verwandte von mir auch anhören.

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Es kommt vielleicht auf die Umgebung an. Wenn hier in unserem kleinen Städtchen der Durchschnitt bei zwei Kindern liegt (immer noch höher als im Landesschnitt), dann ist das Doppelte schon etwas Besonderes. Aber alle gewollt und alle geliebt. Komisch, dass viele dann immer davon ausgehen, dass es ein "Unfall" war. Ich kenne den Begriff "Verkehrsunfall" mit anderem Inhalt, eher als etwas Schlimmes und Gefährliches. Kinder sind nicht "schlimm", sondern wunderbar. ;)

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Ganz einfach:

Versorgungstechnisch ist es für die Frau eine Katastrophe und die Frau begibt sich damit in finanzielle Abhängigkeit vom Mann.

Die Frau wird sich schwer finden nach der Auszeit wieder in ihrem Job Fuß zu fassen und kann nur noch Tätigkeiten einer ungelernten Kraft annehmen und dementsprechend auch verdienen.

Im Falle der Scheidung hat die Frau ein Problem. Im Falle eines frühen Todes des Mannes hat die Frau ein Problem.

Unterhalt nach einer Scheidung durchzusetzen ist schwierig. In der Regel sind die Kinder unterhaltsberechtigt.

Was auch gerne vergessen wird: Kinder haben in der Regel nicht nur Mütter, sondern auch Väter. Vor allem in den ersten drei Jahren kann man die Elternzeit so splitten, dass ein Partner immer bei dem Kind zu Hause ist.

Aber gerade das ist gesellschaftlich derzeit nicht gerne gesehen.

Wir stecken in einem Teufelskreis. Frauen verdienen oftmals weniger, weil man von ihnen sowieso erwartet, dass sie irgendwann bei den Kindern zu Hause bleiben. Wenn es so weit ist, werden Männern Steine in den Weg gelegt auch mal ein Jahr lang Elternzeit zu nehmen.

So wird das Einfache und "Logische" gemacht und die Frau bleibt zu Hause. Ob das von beiden Seiten freiwillig ist, ist allerdings zu bezweifeln. Klar, ist da keiner zu Hause, der sagt, du darfst nicht arbeiten gehen, aber eine richtige Alternative bot sich auch niemals an.

Warum ist die Erziehung immer automatisch Frauensache? Warum werden die Väter hier immer systematisch ausgeklammert?

Von Gleichberechtigung sind wir noch weit entfernt.

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nein das stimmt nicht. gleichberechtigung und gleichstellung ist zu unterscheiden. gleichberechtigung haben wir nämlich schon, ich weiss nicht ob eine gleichstellung sinnvoll ist

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Warum werden so viele Kinder zur Unselbstständigkeit erzogen?

Moin,

Stichwort: Hubschrauber-Eltern. Selbst ältere Kinder werden zur Schule, zu Freunden, ins Schwimmbad - wohin auch immer - von Mama, Papa, Oma, Opa etc gefahren und wieder abgeholt, obwohl sie den Weg leicht mit dem Fahrrad selbst bewältigen können.

Beim Kindersport einmal wöchentlich sehe ich Mütter, die ihrem 10-jährigen Sohn in die Hose helfen. Inklusive Schuhe anziehen und Schleife binden. Die Sporttasche wird auch noch hinterher getragen.

10 Mal am Tag wird per SMS kontrolliert, wo sich die Kinder aufhalten. Werden die Eltern immer ängstlicher? Hinter jedem Busch lauert ein Pädosexueller?

Als ich klein war, wurde ich nach draußen geschickt und sollte bitte zum Abendessen zu Hause sein. Das war alles ... und ja, wir haben jede Menge Blödsinn angestellt. :) Wir waren eben Kinder!

... und mit 18 sollen die Kids dann plötzlich selbstständig sein? Viele wissen noch nicht einmal, wie man Eierwasser aufsetzt.

Sicher gibt es auch noch "normale" Eltern, aber es fällt mir immer mehr auf.

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