Warum finden alle so gut wie alle offensichtlich rassistischen Attacken in der ehemaligen DDR statt?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Das ist eine interessante Frage. Zunächst einmal muss tatsächluch betrachtet werden ob es signifikant mehr rechtexteme Überfälle in Ostdeutschland als in Westdeutschalnd gibt. Und hier sollte nicht der prozentuale Wert genommen werden, sondern sie absoluten Zahlen. Gefühlt finden im Osten mehr solcher Vorfälle statt, doch stimmt dies auch?

Wenn du dir die Statistik von Statistca anschaust wirst du überaschend feststellen das dem nicht so ist. Zu bemerken ist allerdings dass im Jahr 2015 der Anteil in den ostdeutschen Bundesländers signifikant stärker gestiegen ist als im Westen!

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4707/umfrage/rechtsextreme-gewalt-in-den-bundeslaendern/

Es muss auch klar sein, dass dies lediglich die verurteilten Straftaten betrifft. Die tolerierte Alltagsausländerfeindlichkeit ist hierbei nicht berücksichtigt. Diese ist meiner Meinung nach im Osten erheblich größer als im Westen. Dies führe ich auf die soziale Ungerechtigkeit in Ostdeutschland zurück. Die Menschen in Ostdeutschland arbeiten für ihr Geld oftmals nur am Mindestlohn, wenn nicht sogar schwarz darunter. Asylbewerber erhalten soziale Bezüge vom Staat, dürfen nicht arbeiten. Dieses "nicht" arbeiten dürfen übersehen allerdings auch viele Rechtssymathisanten. Diese sind erbost darüber dass ein hier geborener in ihren Augen "weniger" Wert ist als ein Asylant, welcher alles vom Staat geschenkt bekommt. Diesen Staat bezahlen diejenigen, welche am Mindestlohn arbeiten genauso wie alle anderen solzialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Also bezahlen diese Leute die täglich ums "überleben" kämpfen und für den Mindestlohn arbeiten, die Asylanten welche nicht dafür arbeiten gehen und allen auf der Tasche liegen.

Ich habe versucht dies aus meiner Sicht zu erklären. Bin ein Westdeutscher (Niedersache) mit ostdeutschen Wurzeln und habe auch Familie in Sachsen, Sachesn-Anhalt und Brandenburg. Ich reflektiere lediglich meine Meinung und Erfahrung hierzu. Ob diese kausal ist, weiß ich nicht, jedoch denken die meisten aus meiner Familie in diesem Schema, ich nicht.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von konzato1
08.10.2016, 01:11

Keine schlechte Erklärung, wobei ich noch anmerken würde, dass der größte Teil der Hartz 4 empfangenen Asylbewerber auch als anerkannte Asylanten weiterhin Hartz 4 beziehen werden, weil sie nie (bzw. nur zu einem geringen Prozentsatz) fähig sein werden, auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu bestehen bzw. bestehen zu wollen.

Als Beweis bringe ich an, dass 90 Prozent der Libanesen, die vor ca. 30 Jahren nach Deutschland kamen, Hartz 4 Empfänger sind.

0

Man darf nicht vergessen das man den Osten 40 Jahre lang Politisch zu Fremdenhass erzogen hat.  Auch wenn es offiziell in der DDR Rechtsradikale nicht gab, waren sie dennoch durch verfehlte Politik geduldet. 

Wohne selbst, an der ehemaligen Grenze auf Ostdeutscher Seite. Hier herrscht bis heute die Mentalität, aus dem Augen aus dem Sinn. Was hier vor Ort für Nazi Aufmärsche stattfinden, lässt vermuten das die Sympathisanten direkt in der Stadtverwaltung sitzen.

Habe dazu auch schon mal eine nahezu, passende Antwort verfasst Zitat

Dazu kommt das der Osten mit enormer Abwanderung zu kämpfen hatte, und weiterhin hat, das führt zur Einschränkung der Infrastruktur, was wiederum zu fehlender Ansiedlung moderner Industrie führt.

Mit anderen Worten, wer Karriere machen möchte geht, das sind halt leider meist die Intelligenteren, und auch die einzigen, die eventuell vor Ort dein genanntes Märchen noch verwerfen könnten. 

https://www.gutefrage.net/frage/warum-trauern-menschen-in-mitteldeutschland-immernoch-der-ddr-nach#answer-223672831

Ich will nicht sagen das es in Westdeutschland keine Nazis gibt, sie werden aber allgemein weniger Toleriert, und man geht direkter "öffentlich" gegen sie vor.

Was auch eine der möglichen Ursachen, ist einfach die Erziehung die man in der DDR über Jahrzehnte predigte, es war dank der  Stasi und Co kaum möglich in diversen bereichen Initiative zu zeigen, traurig ist nur, das dies nach 25 Jahren immer noch nicht überwunden ist. 

Ostdeutschland ist leider das beste Beispiel, was Abwanderung auf dauer auslöst. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der ganze "Shitstorm" wegen der Nazizeit bekam nur Westdeutschland ab, jedenfalls hab ich das immer so empfunden. Es kam wohl nie richtig zur Aufarbeitung dieser Zeit im Osten. Das könnte der Grund dafür sein, dass dort in dieser Hinsicht viel mehr passiert

שלום

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich hab mir die Frage jetzt nicht komplett durchgelesen. Aber der Grund warum in bestimmten Regionen die einfachen "Erklärungen" und Feindbilder besonders gut greifen, ist die größere Perspektivlosigkeit und soziale Unsicherheit.

Die ist im Osten nunmal deutlich größer, Arbeitslosigkeit ist viel höher, Einkommen viel niedriger. Die Arbeitsverhältnisse in größerem Umfang prekärer, auch wenn das inzwischen im Rest von Deutschland ähnliche Ausmaße annimmt.

Das ist nicht nur in den neuen Ländern so, das kann man überall auf dem Globus beobachten.

Auch wenns in Teilen Ostdeutschlands wirklich gut aussieht, hat sich durch die vergangenen Jahre da so eine Mentalität herausgebildet, die erstmal wieder abtrainiert werden muss. Das wird noch ein paar Jahre dauern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wir würden diese Frage nicht an einer simplen Ost-West Kategorisierung festmachen sondern eher daran, dass  es im Osten als auch im Westen  strukturschwache Räume gibt in denen Neo-Nazis Stimmung gegen  die etablierten Parteien und unser  demokratische System machen und leider z.T. erfolgreich neu Anhänger werben. Einschlägige (meist rassistische)  Straftaten werden dann als Kampf gegen das System deklariert und sollen den Gruppenzusammenhalt fördern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Tja weil man in der DDR ja so oder so abgeschirmt von allem gelebt hat und man somit nie wirklich tolerant sein musst und auf dem Land ist das immer so eine Sache. Viele alte Menschen, denen Toleranz nie beigebracht wurde und die die Welt außerhalb ihres Dorfes als fremd ansehen. Die sind doch intolerant gegenüber Allem was anders ist als ihr Weltbild. Du müsstest mal sehen wie man dort angeguckt wird, wenn man da zum Bäcker geht ohne in diesem Ort zu wohnen. Du denkst sofort du wärst auf einem fremden Planeten und die Aliens hätten noch nie soetwas wie dich gesehen. Ist einfach göttlich.

Zudem wenn die Bildung fehlt, dann fehlt die Perspektive im Leben und die Leute suchen dann einen Schuldigen und da bieten sich Randgruppen doch an. Das ist aber überall so, nur dass offenbar viele unzufriedene junge Menschen im Osten leben :).


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du kannst auch gern noch weitere 200 Regionen in "Ostdeutschland" aufführen, die angeblich ganz rechts sind.

Ich sehe aber eher die Probleme in den Kalifaten von NRW, also Köln, Duisburg Marxlohe......, aber auch in anderen westlichen Großstädten.

Die Überfälle auf Bundesbürger finden größtenteils in den westlichen Bundesländern statt und das wollen wir Ossis eben vermeiden, dass es bei uns auch so wird. :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?