Warum fahren viele Radfahrer ohne Licht? Haftung bei Unfall?

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7 Antworten

Auch wenn dieser Thread hier etwas älter ist, hier noch eine Antwort, die nichts mit persönlicher Meinung und der gleichen zu tun hat.

Wer als Radfahrer im Dunkeln ohne Licht fährt haftet grundsätzlich im Fall eines Unfalls. Dazu gibt es Urteil des OLG Frankfurt (siehe OLG Frankfurt, Az. 24 U 201/03).

Von daher dürfte die Diskussion über den Sinn der Beleuchtung am Fahrrad hinfällig sein. Es ist schlicht und ergreifend Pflicht, und wenn man diese Pflicht verletzt bekommt man zumindest einen großen Anteil der Schuld wenn es zum Unfall kommt. Der 2002 neu gestaltete §7 ist damit kein Freifahrtschein für Radfahrer die STVO zu missachten.

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Kommentar von Franz577
26.01.2010, 09:16

Richtig, ganz meine Meinung! Schön, daß das mal klar zur Sprache gebracht wurde. Denn es ist schon irgendwie seltsam, daß manche Leute glauben, das Recht immer für sich gepachtet zu haben, auch wenn sie ganz offensichtlich im Unrecht sind (z.B. als Radfahrer ohne Licht bei Dunkelheit).

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Fahren ohne Licht ist oft reine Bequemlichkeit. Leider sind Fahrradbeleuchtungen leider oft nicht wirklich robust. Viele fahren mit Batterieleuchten, die sie dann entweder vergessen, oder es ist im entscheidenden Moment die Batterie leer. Allerdings: Auch ein erheblicher Anteil der Kfz-Beleuchtungen ist mangelhaft. Das fällt nur nicht so auf u.a. weil Autos je zwei Scheinwerfer und Rücklichter haben.

Ich möchte das "Dunkelradeln" nicht schönreden, aber trotzdem mit einem Märchen aufräumen: Radeln ohne Licht ist nicht besonders gefährlich. Lediglich rund 2 Prozent aller Unfälle mir Fahrradbeteiligung sind auf technische Mängel zurückzuführen. Nur ein Bruchteil davon geht auf das Konto "mangelhafte Beleuchtung". Radfahrer, die ohne Licht fahren, sind sich in der Regel deren möglichen Gefahren bewusst und passen ihre Fahrweise an.

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Kommentar von Franz577
20.09.2009, 11:59

Das ist kein Märchen, "Dunkelradeln" ist definitiv gefährlich! Und über deinen letzten Satz mit der angepaßten Fahrweise von "Dunkelradlern" mußt du selber lachen, oder? Außerdem, was bringt es? Wenn dich ein Autofahrer nicht oder zu spät sieht, dann kannst du noch so angepaßt fahren. Ich lasse mir jedenfalls keine Teilschuld andichten wegen irgendwelcher hirnlosen "Dunkelradler". Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um! Das ist eine alte Regel!

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Stimmt genau!Der Radfahrer bekomt 100% eine Teilschuld,wenn nicht sogar die volle Schuld!Und es ist ja nun mal so,wenn man zu Fuß Unterwegs ist,dann sieht man im dunkeln noch recht gut,aber sitzt man im Auto,ist man fast wie blind!Fatal für Radfahrer ohne Licht,aber denke denn noch "selber schuld"!

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Kommentar von Franz577
18.09.2009, 08:25

Sehe ich auch so. Jeder Radfahrer weiß, daß er sich ohne Licht bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen in erhebliche Gefahr bringt. Und wenn dann wirklich mal was passiert, kann er dafür nicht andere verantwortlich machen.

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90% aller Fahrradlampen taugen nicht viel, lenken sogar ab, kosten aber dem Radfahrer Kraft. Deswegen werden sie so selten genutzt. Schaut man sich die Unfallzahlen an, stellt man auch fest, dass nur in den seltesten Fällen fehlendes Licht ein Problem darstellt. Die sind also nicht lebensmüde, sondern der Gesetzgeber hat es versäumt, die Vorschriften aus den 30er Jahren an die heutigen begebenheiten anzupassen.
In dem von Dir beschriebenen Fall hätte man genau untersuchen müssen, ob das fehlende Licht überhaupt einen Unterschied gemacht hätte. Gab es zB eine gute Straßenbeleuchtung (und Fremdlicht aus Schaufenstern etc) dann hättest Du den Radfahrer auch bei einer der üblichen Radfunzeln nicht gesehen.

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Kommentar von Olaf68
18.09.2009, 10:50

Auch wenn man selber mit schlechtem Licht nicht viel sieht; als Positionslichter reichen die aus. Man kann mit relativ wenig Geld seine Sicherheit erhöhen (Nabendynamo & LED-Licht kosten nicht die Welt) - dazu kann ich nur jedem raten; egal, wie die Gesetzeslage als Mindestvorschrift ist. Im Dunkeln ohne Licht ist und bleibt lebensmüde.

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Du scheinst ja ein echtes Problem mit den Dir gegebenen Antworten zu haben.
Um mal das Problem fehlender Beleuchtung in die richtige Perspektive zu bringen, der Bußgeldkatalog sieht 10Euro bei Autofahrern (und wohl die Hälfte bei Radfahrern) vor. Das ist soviel, wie es für unter 10km/h zu schnell ausserorts gibt. Und bist Du da immer brav? Oder wenn Dir vrostie erklärt, dass Du nur so schnell fahren darfst, dass Du Dein Fahrzeug auch beherrscht und dass das beim engen Vorbeifahren an parkenden Autos auch mal sehr langsam sein kann, dann ist dir das auch zu unbequem und Du interessierst Dich nicht für das Gesetz. Warum regst Du Dich über so etwas harmloses wie fehlendes Licht an Fahrrädern auf?

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Kommentar von Franz577
22.09.2009, 10:14

Also dieses "Bußgeld" ist ja wirklich ein Witz, wenn man bedenkt, welche Folgen sowas haben kann. Aber bitte, wenn das alles so harmlos ist, wie du sagst, dann hat ein Autofahrer, der so einen Radfahrer vom Fahrrad holt, sicher auch nichts zu befürchten, oder? Dann liegt er halt am Boden, der Radfahrer, schwer verletzt, gelähmt oder vielleicht sogar tot. Aber ist ja alles ganz harmlos!

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Kommentar von Franz577
29.09.2009, 22:14

Also witzig ist das ganz sicher nicht, sondern einfach nur hirnverbrannt. Und nur weil da niedrige Bußgelder drauf stehen, macht es das Ganze nicht besser. Wäre ja nicht der erste Beweis, daß auch bestehende Gesetze oft keinen Sinn machen. Denn letztlich ist der Autofahrer der Angeschmierte bei der Sache und sowas find ich einfach nur großen Mist!

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doch, leider trifft dich zumindest eine große Mitschuld, da du als Autofahrer "der Stärkere" bist und Rücksicht zu nehmen hast und mit sochen leichtsinnigen Menschen jederzeit zu rechnen hast.

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Kommentar von Franz577
18.09.2009, 07:30

Stärker oder nicht, aber ich halte das für Unsinn! Ein LKW ist auch stärker als ein Auto. Dann müßte bei einem Unfall Auto gegen LKW auch der LKW-Fahrer immer eine Teilschuld haben. Aber das ist nicht so, also geht deine Logik nicht auf. Der Stärkere hat nicht automatisch IMMER eine Teilschuld, nur weil er eben der Stärkere ist.

Wenn es so wäre, wie du sagst, dann dürften alle Autos nur noch Schritttempo fahren. Dann könnten sie jederzeit anhalten. Aber ich kann mich doch nicht leichtsinnig im Straßenverkehr bewegen und anderen dann eine Mitschuld an meinem Verhalten geben!

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Bei einem Unfall zieht ein Radfahrer immer den Kürzeren, ob mit oder ohne Licht. Deswegen nur Teilschuld.

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Kommentar von Franz577
18.09.2009, 07:26

Daß ein Radfahrer gegen ein Auto immer alt aussieht ist ja logisch. Trotzdem muß sich der Radfahrer auch an die Verkehrsregeln halten. Also ich würde sagen: Nicht Teilschuld, sondern VOLLE Schuld für Radfahrer, die im Dunkeln ohne Licht fahren!

Oder hat ein Autofahrer auch dann noch Teilschuld, wenn plötzlich ein Fußgänger 5 Meter vor ihm auf die Straße rennt und er ihn überfährt? Wo hätte er da eine Chance gehabt zu bremsen?

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