Warum erzeugt Musik in uns Gefühle?

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zu diesem Thema empfehle ich dir eine gute Doku von arte, auch wenn darin mehr Fragen behandelt werden als die eine, die du gestellt hast. Es lohnt sich:

https://www.youtube.com/watch?v=9JEPa4uAuv0

Einen Freund der Philosophie Epikurs bringt Deine Frage zum schmunzeln. Wie kommt es, dass man heute eine solche Frage stellt? Man sagt zwar gerne, dass die moderne Welt über die Aufklärung „epikureisch“ geprägt sei, weil die geringen Überlieferungen der epikureischen Philosophie mit dazu beigetragen haben, unsere Erfahrungen wieder ins Zentrum unserer Welterkenntnis zu rücken, ohne die z.B. eine experimentelle Naturwissenschaft keine Basis hätte. Aber stimmt das? Meiner Meinung nach ist es ein „verstümmelter“ Epikureismus, der sich mit der Aufklärung auf den Weg gemacht hat. Verstümmelt durch die Descartche Reduzierung: Ich denke, also bin ich. Der Mensch und auch der Epikureismus wurden ausschließlich auf das Kopfbewusstsein reduziert. Die arte-Doku ist ein Prachtbeispiel dafür: Die Wirkung von Musik wird ausschließlich im Gehirn gesucht und ausschließlich beim einzelnen Individuum.

Die ursprüngliche epikureische Philosophie hat eine andere, komplettere Vorstellung vom Menschen. Inputs aus der Welt und untereinander haben wir nicht nur durch die äußeren Sinne. Wir haben auch einen vielfältigen inneren Sinn. Miteinander verknüpft (nicht nur in Gedanken) wird das durch die Seele, die wie ein Handschuh den ganzen Körper umfasst. Sitz emotionaler Erregung sind das Herz, der Bauch oder auch der Rücken (wenn es uns überläuft, z.B. wenn wir Musik hören) und auch das Geschlecht (bei wem "steht" ER im Kopf?). Der Mensch ist ein Ganzes und alles ist über die Seele miteinander in Kommunikation. Wenn wir Angst haben, ist alles angespannt, nicht nur der Kopf und wenn wir befreiend lachen, erschüttert es den Bauch und löst alle Körperverspannungen. Das kann nur jemand so sehen, der wie Epikur ein positives Verhältnis zum ganzen Körper hat. Doch eine jahrhunderte lange Prägung durch das Christentum, das den Körper als Feind und Gefängnis betrachtet hat, reduziert uns jetzt „wissenschaftlich kontrolliert“ auf den Kopf und das Gehirn! Wie man sieht, wir sind der körperfeindlichen Ideologie des Idealismus und Christentums noch lange nicht entkommen.

Eine weitere Einsicht des Epikureismus – und darum ist der heutige Hedonismus eben kein Epikureismus – ist das Festhalten, dass der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist. Musik, Tanz und Gefühle von Geborgenheit oder Gemeinschaft sind ohne Gemeinschaft, ohne Gruppe nicht vorstellbar. In Musik erleben wir Anerkennung spendende Geborgenheit und das fühlen wir durch und durch, das können wir in seiner Gänze gar nicht so gedanklich aufschlüsseln. Gegenseitige Hilfe, Liebe und Freundschaft können wir mit Tun und Gesten, mit Musik und Tanz glaubhafter vermitteln als mit dürren Worten. Mitfühlen ist uns nicht wesensfremd, wie man es uns heute weismachen will. Es ist Ausdruck des existentiellen Wissens, dass wir zum Überleben auf Gemeinschaft angewiesen sind. Bevor wir miteinander gesprochen haben, haben Menschen wahrscheinlich miteinander gespielt und getanzt, gemeinsam Hände an der Höhlenwand abgebildet. Musik gibt uns diese Schwingungen wieder zurück, umgeht unseren Kopf und berührt uns auf der Ebene jenseits der dürren Sprache.

Au, jetzt weiß ich´s und kann die Musik ganz anders genießen !

2

Interessantes Detail: das Ohr ist das erste Sinnesorgan das beim Menschen funktioniert und das letzt das noch arbeitet wenn unser Leben endet. Musik ist deshalb auch so schön für uns weil sie aus Harmonien besteht während unser restliches Leben häufig aus unharmonischen Klängen zusammengesetzt ist. In unserem Innenohr treffen bei Musik die unterschiedlichen Wellen des Klangs häfiger aufeinander - überschneiden sich sozusagen. So wirkt Musik entspannend und baut Stress ab. Musik ist natürlich auch mit Erinnerungen verbunden..haben wir ein Lied das erste Mal auf einer Beerdigung erlebt wird es uns immer traurig Stimmen während es evtl bei jemandem der das gleiche Lied bei einem anderen Anlass hört ganz andere Gefühle weckt. Aber das Thema ist super vielseitig und spannend! Hier kann gar nicht alles ausgeführt werden ;)

das Ohr ist das erste Sinnesorgan das beim Menschen funktioniert und das letzt das noch arbeitet wenn unser Leben endet.

wie kommst du darauf?

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@Yuutu

Ein Baby kann ab dem 5. Monat nach der Zeugung bereits hören und es gibt medizinische Untersuchungen die darauf hinweisen dass das Ohr bei Sterbenden zuletzt seine Funktion abstellt. Auch wenn wir einschlafen "schläft" das Gehör als letztes ein. Ich setze hier allerdings voraus, das keine Schäden am Ohr vorliegen.

7
@Yuutu

wie kommst du darauf?

...wer sich mit derlei mal befasst, der weiß sowas auch. :-)

Und lesen lässt sich dies -neben anderem- bei J.E. Berendt, beispielsweise ("Ich höre, also bin ich").

3
@ratundtat07

Die Haut gehört zu den Organen und sie kann noch vor dem Gehör Wärmereize wahrnehmen.

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Wir wirksam ist komprimierte Musik, wie zum Beispiel MP3, was Schwingungen betrifft?

Grüße Euch!

Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich für mein Anliegen etwas weiter ausholen sollte und bin zu dem Entschluss gekommen: Ja, nur etwas! Wer direkt zum Anliegen springen möchte, überließt den folgenden Absatz.

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In den 60iger Jahren wurde der Kammerton A (also die gleiche, eingestimmte Tonhöhe) von 432 Herz auf 440 geändert. ALLES in der Welt besteht aus Schwingung. Ob der Ton einer Musik oder ein Stück Eisen, das in der innersten atomaren Struktur ebenfalls nur ein wabberndes Energiefeld ist., ist egal! Ein Stück Eisen ist im Grunde nur verdichtete Schwingung. Und der menschliche Körper schwingt auf einer Grundfrequenz von 432 Herz. Das Sonar der Delphine und vieles andere auch. Musik ist also eine wunderbare Möglichkeit, in Einklang mit sich selbst und der Natur zu kommen. ABER seit den 60iger Jahren wurde der Kammerton auf 440 HZ angehoben.

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Dadurch, dass der Kammerton künstlich auf 440 Hz angehoben wurde, schwingt ALLES; ob Radio, TV u.s.w. auf dieser für unseren Körper nicht wohltuenden Frequenz. Nun gibt es ein paar Musiker, die 432 Hz Musik unkomprimiert anbieten...auch auf Amazon. Bei YouTube gibt es ebenfalls einige 432 Hz Musik-Stücke, allerdings im Komprimierten MP3 Format. Frage: Wie wirksam ist diese 432 Hz Musik bzw. wie wirkt sich das komprimieren aus? Klar, unser Ohr erkennt kaum einen Unterschied, aber wie ist es mit der Schwingung? Ich bin gespannt, wer da Erfahrungen / Wissen hat.

MfG

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