Warum erwarten religiöse Menschen Toleranz, besitzen aber selbst keine?

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71 Antworten

Ich glaube, das ist eine (manchmal unbewusste, zunehmend bewusste) Strategie verschiedener Gruppen, die alle quasi-religiös aussehen (von außen betrachtet). Ein Beispiel, das mir einfällt, sind diese ganzen SJWs v.a. in den USA. Toleranz gegen die eigene Gruppe, extremer Zusammenhalt, liebevolle Unterstützung, und Ablehnung, Häme, teilweise echter Hass gegen die andere Gruppe. Es wird also Zusammenhalt aufgebaut durch die beiden Faktoren große Unterstützung, liebevolle Zuwendung in der eigenen Gruppe und große Ablehnung, Häme, Verachtung, teilweise Hass gegen die andere Gruppe.

Das erinnert an Mädchencliquen in der Schule...


Je mehr Ablehnung/ Verachtung/ bis hin zu echtem Hass man für die Gegengruppe empfindet und ausleben darf, desto mehr positive Gefühle kann man der eigenen Gruppe entgegen bringen (man hat ja ein Ziel für jeglichen Frust) und desto liebevoller fühlt man sich deshalb dort aufgehoben, weil diese Gefühle zurück kommen. "Lass dich in den Arm nehmen, die anderen sind alle böse, wir fangen dich auf" in etwa.

Die Strategie, den (selbstgeschaffenen) "Gegner" zu verwirren und zu bestimmten Verhaltensweisen zu zwingen ist nun, ihm Intoleranz vorzuwerfen. Wir lernen in der westlichen Welt doch alle in der Schule, dass Toleranz eine der größten Tugenden ist. Wirft man uns Intoleranz, Engstirnigkeit, Feindseeligkeit vor, strengen wir uns an, das Gegenteil z beweisen, denn wir wollen nicht "die Bösen" sein, die intolerant sind. Daher kann man z.B. jemanden mit dem Vorwurf, er sei rassistisch (wenn beide unterschiedlichen "Rassen" angehören) sehr gut zum Schweigen bringen. Man kann ihm beibringen, alles, was er sagt, in Frage zu stellen, nur weil man behauptet, er sei rassistsich. Denn er will um keinen Preis der Welt so wirken, also ist er bereit, sehr viel dafür zu tun, dass man diese Aussage zurücknimmt. Er gibt einem die Macht, über sein Verhalten zu urteilen und es ihm teilweise sogar vorzuschreiben.

Das gleiche mit religiöser Intoleranz, besonders "Hass auf Muslime". Wird einem (Deutschen, der noch alle Sinne beisammen hat) das vorgeworfen, reagiert er oft reflexartig mit dem Versuch, das Gegenteil zu beweisen, wird teilweise unterwürfig, tut alles, um seine Toleranz zu beweisen. Damit gibt der dem Ankläger aber die Macht, ihm alles mögliche zu diktieren (tu dies, um zu zeigen, dass du mich und meinen Glauben respektierst). Die meisten (normalen**) Christen in Deutschland haben gelernt, dass sie aus Höflichkeit möglichst wenig von anderen verlangen. Wenn man aber jemandem durch Zugeständnisse, die die eigene Toleranz beweisen sollen, die Macht gibt, ständig neue Forderungen zu stellen, wird der sich daran gewöhnen, das als selbstverständlich ansehen und wirklich Forderungen stellen. Ist er einmal so weit, empfindet er die anderen tatsächlich als intolerant, da sie nicht diesen Forderungen ungefragt nachkommen. Das können ganz kleine Dinge sein. Man kann alles mögliche als Intoleranz interpretieren.


(** Es gibt zunehmed auch sehr intolerante christliche Gruppen, die das gleiche Verhalten zeigen und ständig Toleranz fordern, aber keine geben können, weil sie ja als Einzige Gottes wahre Wege kennen.)

Wird das von der eigenen Gruppe (Familie, Freunde, Gemeinde etc.) gestützt, fühlt man sich bestätigt, führt das Verhalten fort, wird immer fordernder und gleichzeitig immer empfindlicher.

Man ist dann in einer Situation, in der man tatsächlich glaubt, keine Toleranz zu erhalten, weil einem von der Gruppe immer bestätigt und suggeriert wird, dass es so ist, dass man mehr fordern müsse und dass man nicht als gleichwertig geachtet wird.

Beispiel: Eine Frau in kompletter schwarzer Verhüllung sagt, dass alle (Deutschen) sie anstarren. Sie empfindet das als respektlos und aggressiv. Sie ist aber in ihrer Kleidung eine Ausnahmeerscheiung in den meisten Städten und genauso würden viele einen Punk mit auffälligen Haaren oder ein Kind mit auffällig geschminktem Gesicht anstarren. Sie redet sich aber nun ein, dass dies ein Zeichen für Respektlosigkeit sei. Und man selbst glaubt das auch, wenn man lange genug mit dem Argument konfrontiert wurde. Also lernt man, bewusst wegzusehen. Was auch als Respektlosigkeit gesehen werden kann (jetzt ignoriert man sie). Egal, was man also tut, man ist intolerant, zeigt, dass man Angehörige dieser Religion ausgrenzen möchte. 

Passiert das gleiche einem (gemäßigten) Christen, bezieht er das gar nicht auf die Religion, sondern auf andere Umstände, und fühlt sich nicht angegriffen. Er hat gelernt, dass die Religion nur ein Teil seiner Persönlichkeit und kein Grund für Ausgrenzung ist. Der Moslem hat vielleicht gelernt, dass er jede Art potentieller Ausgrenzung, die auch anderen passiert (z.B. Blicke von Fremden, mal ignoriert zu werden, kleine Unhöflichkeiten, die im Alltag vorkommen) als Zeichen mangelnden Respekts gegen die Religion ansehen darf. 

Und er hat gelernt, dass er Erfolg hat, wenn er aggressiv Respekt fordert. Von Leuten, auf die er gelernt hat, herabzusehen (denn sonst würde er nicht so aggressiv oder überhaupt Toleranz EINFORDERN). Leuten, auf die man herabsieht, weil sie einem Böses wollen, einen nicht akzeptieren oder überhaupt die falsche Weltanschauung haben, muss man keinen Respekt zollen (man darf intolerant gegen sie sein). Das kennen Nicht-Muslime z.B. im Umgang mit Zeugen Jehoves (Tür wird nicht geöffnet, man geht schnell weiter) oder Obdachlosen (werden ignoriert, man denkt nicht groß über sie nach).

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Kommentar von Tobi010711
26.06.2016, 22:01

Wow, wenn das keinen Stern bekommt... 

Sehr gute Antwort

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Ich selbst bin ein religiöser Mensch und sehe für die mangelnde Toleranz bei sehr religiösen Menschen vor allem die Identifikation über ihre Religion.

Identifikation

Diese Menschen versuchen häufig, ihr gesamtes Leben streng nach einer bestimmten, meist konservativen, Auslegung der religiösen Lehren auszurichten.

Jede Kritik an den Lehren, Propheten, oder Schriften, wird daher als eine Art persönlicher Angriff auf die eigene Identität wahrgenommen.

Ähnlich wie ein extrem nationalistisch gesinnter Patriot scharf auf eine scheinbare "Beleidigung" seiner Heimat reagiert.

Mit dem Glauben an die zumindest "einzige Wahrheit" der eigenen Anschauung ist meist ein Überlegenheitsgefühl verbunden.

Man selbst zählt zu den Erretteten, Auserwählten und die übrige Welt wird als negativ, verkommen, sündig, oder zumindest fehlerhaft wahrgenommen.

Wer sich selbst auf ein solches ideologisches Podest erhebt, kann sich leicht angegriffen fühlen, wenn ein scheinbar "minderwertiger" Mensch es wagt, Kritik zu üben.

Toleranz

Andererseits beinhalten die Religionen in der Regel irgendeine Art von "Friedensbotschaft" an die Anhänger dieser Lehre.

Die offene Aggression wird also vermieden und stattdessen in Form von Intoleranz, oder massiven Bekehrungsversuchen und Missionierung kanalisiert.

Da man zu den "Auserwählten" zählt, ist man dem Anderen ohnehin überlegen und kann es sich leisten Gnade, Milde und Nachsicht gegenüber diesen dummen, unverständigen Ungläubigen zu demonstrieren.

Dass diese scheinbare Toleranz lediglich auf Arroganz und Selbstüberhöhung basiert, ist manchem womöglich nicht einmal mehr bewusst.

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Wer nicht bereit ist, allen seinen Mitmenschen, die nichts mit dem eigenem Leben zu tun haben und niemandem schaden zufügen, Toleranz entgegenzubringen, der hat auch absolut keinen Anspruch darauf, seinerseits Toleranz zu erwarten. Ich toleriere derartigen Fundamentalismus nicht, sondern bekämpfe ihn. Jeses mal, wenn ich höre (oder auch hier lese), dass einem Menschen mit Hölle und Verdammnis gedroht wird, drehe ich den Spieß um und sage, dass die finsterste Hölle auf die wartet, welche das Wort Gottes gegen ihre Mitmenschen einsetzen, un ihnen weh zu tun. 

Toleranz darf es nur für die geben, die selbst auch tolerant sind. Die Freiheit des einen endet da, wo sie die Freiheit des anderen eingrenzt!

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Kommentar von Wilkinson
12.06.2016, 12:04

Ich kann´s nicht anders ausdrücken: Ein hammergeiler Kommentar!!

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Kommentar von Bodesurry
12.06.2016, 14:06

Du kannst den Spieß auch mit dem   Jesus-Wort umdrehen: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Galater 5,14)

 oder mit dem Bibeltext 

"Jesus und die Ehebrecherin" (Johannes 8,1 - 8,11)

https://www.youtube.com/watch?v=eq5sigMUsCg

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Religiöse Menschen sind oft von ihrer Religion begeistert,  sogar viele in meinem Alter (14), beteuern dass ihre Religion die richtige sei, jeder daran glauben soll, und ich in der "Hölle" verbrennen würde. Aber na ja, die Meisten sind wirklich sehr intolerant, tun aber auf scheinheilig, dass sie jeden akzeptieren würden. Das tun sie zwar nicht, aber erwarten das von Anderen. Sie wollen ihre Religion als beste & tolleranteste darstellen, was natürlich keine ist. Viele halten sich an ihre "heiligen Schriften", in denen es angeblich drin steht, dass Homosexualität, das Werk des Teufels sei, und man es austreiben, behandeln oder sonst irgendwas könnte.

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Es gibt ja jetzt schon einige Antworten, ich allerdings habe einen Punkt noch nicht gelesen.

Dieser Punkt bezieht sich auf die Sichtweise der Einzelnen, ich muss dazu sagen ich bin Christ, zwar nicht wirklich gläubisch, allerdings war ich zur Kommunion und Firmung. Ich habe diese Erfahrung so gesammelt, wenn ihr was anderes erlebt habt, könnt ihr gerne eure Sichtweisen/Erfahrungen dazu äußern.

Bei mir war es immer so die Personen die etwas höher in der Kirche sind also Pfarrer und solche die wirklich an den Glauben festhielten/halten, bei denen hat man gemerkt, dass Sie es aus dem Herzen heraus machen. Diese waren dann auch immer sehr tolerant, wir hatten bei der Firmung einige Themen z. B. Homosexualität, dies wurde von unserem Pfarrer als sehr gutes Thema beschrieben, er erzählte uns dazu Geschichten und erklärte uns, dass man JEDEN Menschen akzeptieren soll egal wie er ist, egal wie er aussieht, welches Geschlecht er als Partner bevorzugt oder welcher Religion er angehört.

Selbst wenn man nicht in der Kirche ist und nicht Gläubisch oder gar einer anderen Religion angehört, kann man mit ihm reden (er ist auch Seelsorger oder wie man das nennt der Kirche) er nimmt jeden an und probiert denen die Probleme haben zu helfen, er macht diesen Beruf wirklich aus Leidenschaft. Solche Personen habe ich mehrere kennengelernt. 

Im Gegensatz habe ich auch viele Personen kennengelernt die so sind wie du es oben beschrieben hast. Diese sind zwar gläubisch aber sind meist nur "Besucher" der Kirche, Moschee, etc. diese sehen das Alles ein wenig anderes und haben für andere Personen die ihren Glauben nicht so schätzen wie sie selbst,  kein Verständnis. Sie sind dadurch auch viel strenger und laufen mit Scheuklappen vor den Augen, weil Sie meist nicht zu tolerant wie die Leute sind, die aus Leidenschaft gläubisch sind, gegenüber nicht Gläubischen bzw. "Randgruppen" (Falls man Schwule, sorry "Homosexuelle" noch so betiteln darf)

Mit ihnen zu reden fühlt sich dann an als ob Sie einen überreden wollen oder einem etwas über ihre Sichtweise des Glaubens erzählen, als wären Sie unsicher, Sie verstehen den Sinn dahinter nicht und Glauben nur, dass was Sie hören und sehen denken aber nicht darüber nach. 

Unser Pfarrer von der Firmung, war der Meinung (was viele andere anders sehen, weil Sie es nicht wahrhaben können), dass mit der Zukunft auch die Kirche verschwinden wird, er meinte dazu wenn die Leute nicht mehr Glauben wollen ist es ihre Sache, allerdings bietet er Jedem der etwas über den Kath. Glauben erfahren möchte, die Möglichkeit an, es von ihm zu erfahren.

Das waren meine Erfahrungen mit der Kirche, ich weiß nicht wie ihr das seht oder welche Erfahrungen ihr gemacht habt, aber ich sehe dies so wie beschrieben.


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Du hast eigentlich total recht. Ich hab nie drüber nachgedacht aber ich finde du hast recht und dass das auch eigentlich nicht in Ordnung ist.
Also ich schätze mal, dass die Menschen einfach so von ihrer Religion überzeugt sind und gar nicht daran glauben, dass etwas anderes möglich sein könnte.
Deshalb erwarten sie Toleranz, weil sie einfach so extrem davon überzeugt sind, dass sie und was sie machen "richtig" ist.
Und sie kommen nicht mal auf die Idee dass es falsch sein könnte.
Und alles was entgegen ihrer Religion ist, ist sofort falsch und sie lehnen es ab, nur weil es indirekt in einem Buch steht. Ich finde das sehr traurig. (Ich kenne mich nicht wirklich mit Religionen außer Christentum aus deshalb keine Ahnung obs in nem Buch steht aber ihr wisst was ich meine...)

Aber ich denke dass wird keiner ändern können. Zumindest jetzt nicht. Wir können nur hoffen dass sich die Lage im Laufe der Zeit verbessert und auch sie merken, wie wichtig und schön BEIDSEITIGE Toleranz ist.
Lg

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Kommentar von kaplan79
06.07.2016, 11:02

Den Blog finde ich schön von Dir ! Ich hoffe, die Menschen werden gerade in unserer Zeit etwas weiser und tolerieren sich gegenseitig !

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Kommentar von Saralovesfylou
06.07.2016, 13:00

dankesehr... Ja das hoffe ich auch.

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Dieses Phänomen hat man auch bei Parteien, Organisationen etc. Das Verhalten, was du beschreibst haben Mitläufer, die nicht weiter nachdenken über das, was ihnen von oben eingebläut wird und es unreflektiert nachplappern. Davon leben solche Gemeinschaften und Organisationen.  

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Also, ich bin streng katholisch erzogen worden, da ist es so, dass man die ganze Woche sündigen darf, man muss es nur am Sonntag wieder beichten und alles ist verziehen! 

So habe ich es jedenfalls gelernt und mich wundert so gar nichts mehr!

Mittlerweile habe ich meinen eigenen Glauben, ich glaube, dass wenn ich mich so verhalte, wie ich es für gut befinde, dann bin ich in Einklang mit mir und der Welt. Was die Anderen machen, denken oder glauben ist mir so ziemlich egal, denn es muss jeder selber wissen, was gut für ihn ist, denn man hat nur ein Leben und das endet irgendwann einmal!

Ich glaube weder an die Hölle (so wie als Kind) noch glaube ich an den Himmel. Ich möchte daran glauben, dass der Tod so ist wie schlafen ohne Träume, es ist einfach vorbei. Am meisten Angst habe ich, dass es möglich ist, dass man irgendwann wiedergeboren wird und ich die Hölle auf Erden erneut durchmachen muss (das hat mich auch oft vom Selbstmord abgehalten)!

Warum andere Menschen anders sind, ich weiß es nicht! Es wird seinen Grund in der Erziehung haben. Es gibt ja die Geschichte, dass alle Menschen am Anfang die gleiche Sprache gesprochen haben und sich gegen ihren Schöpfer aufgelehnt haben, er dann aber alle Menschen unterschiedlich gemacht hat, damit er in Ruhe herrschen kann. Vielleicht hat er auch einen Anteil daran, dass die Menschen sich hassen (ohne Grund)? Nur damit sie sich nicht wieder gegen etwas vereinen. (eigentlich Quatsch, die Geschichte, aber wenn es eine Erklärung ist?)

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Das ist doch immer so.

Wir halten unsere säkulare Gesellschaft auch für sehr tolerant, aber wenn man gegen Gesetze (StGB, BGB, etc.) verstößt, dann wird man bestraft und schief angesehen. Wie in den heiligen Büchern sind die meisten Gesetze durchaus sinnvoll, aber es gibt auch Gesetze, die nicht sinnvoll sind. Ein großer Unterschied ist halt, dass Gesetzte im StGB, BGB, etc. geändert werden können, wenn sich die Zeiten ändern. Früher war "praktizierte" Homosexualität bei uns auch gegen das Gesetz und wurde nach §175 StGB bestraft https://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7\_175 Im Laufe der Zeit wurde das Gesetz als das erkannt was es ist, nämlich Unsinn und wurde erst geändert und dann abgeschafft. Das Problem bei heiligen Büchern ist halt, dass es angeblich Gottes Wort ist und da darf man nichts daran ändern.

Sprich, solange man sich an die Gesetze hält sind alle Menschen tolerant und wenn man gegen Gesetze verstößt sind alle Menschen intolerant. Der Unterschied sind die Gesetze und ihre Legitimation.

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Es gibt Menschen, die haben zwei Standards: Einen für sich selbst und einen für den Rest der Welt. Das bezieht sich nicht nur auf Religionen, sondern auf viele Lebensbereiche. Dieser doppelte Standard ist selbstverständlich sehr kritikwürdig, denn es gilt immer: Gleiches Recht für alle.

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Bei Religionen erfolgt ein Heilsversprechen, das Gefühl der Geborgenheit und der Richtungsweisung.

Du bekommst das Gefühl der Träger und Inhalt des "richtigen" Wissens, der "richtigen" Handlung und des "richtigen" Weges zu sein. Du bist hiermit dem Nichtgläubigen zwangsläufig überlegen.

Da ist keine Toleranz nötig, du bist ja besser als der Andere und dieser kann sich auch erhöhen, er muss nur deinem Weg folgen.......

Wenn du jetzt Religion durch Atomkraftgegner, Veganer, Windkraftgegner, PEGIDA oder was dir sonst noch einfällt ersetzt, dann............

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Kommentar von MarkusKapunkt
12.06.2016, 10:04

Wichtiger Punkt.

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Kommentar von spaeschel85
12.06.2016, 16:23

Mir gehts wie dem Fragesteller, ich verstehe religiöse Menschen auch nicht.

Ursusmaritimus Antwort ergibt aber Sinn.

Streng genommen sind die Menschen von denen die Rede ist, Fundamentalisten.

Christen, Muslime, Veganer etc können super tolerant sein, aber Fundamentalisten aller Richtungen sind es nicht. Verlangen aber Toleranz von allen Anderen .. oder besser gesagt Gehorsam.

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Dein Text ist etwas zu lang, als  dass ich ihn vollständig lesen wollte.

Grundsätzlich sind Religionen eigentlich Lebenshilfe aber niemals Aufforderung zur Gewalt gegen Familienmitgliedern oder anderen außerhalb der Familie.  "Brennender Dornbusch"   mag ein Gleichnis sein, das Menschen zur Zeit seines Entstehens verstanden haben.

Suche Dir Hilfe in Religionsgruppen, die dem Mittelalter bereits entwachsen sind.

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Sicher gibt es religiöse Menschen, die nicht besonders tolerant sind. Aber ich denke, die Mehrheit ist anders.

Ich kenne Gemeindemitglieder (bin selbst eins), die viel Gutes tun. Ehrenamtlich z.B. Oder sich für andere sehr einsetzen. So wie jeder kann.

Wenn man den Glauben gefunden hat und es auch wirklich der richtige ist kommt alles nach und nach. Man liest die Bibel, macht sich Gedanken über alles und auch die 10 Gebote. Und lebt danach. So gut man kann. Kein Mensch ist heilig oder perfekt.

Die, die erlebst und schilderst sind für mich bigottisch. 

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Das nennt man Moral Licensing und wird häufig bei Religionen beobachtet. Es ist ein Verhaltensphänomen, bei dem eine gute Tat unbewusst als Rechtfertigung für eine schlimmere Tat dient. Beispielsweise wenn du Sparlampen kaufst, sie aber länger brennen lässt. 

Ausserdem sind Atheisten eben (meistens jedenfalls) davon überzeugt, dass es keinen "richtigen" Weg gibt, religiöse Leute aber schon.

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Kommentar von Flohrianus
08.07.2016, 15:58

Gerade bei der Religion Atheisten würde ich das Wort Tolleranz nicht in den Mund nehmen. Sie tollerieren alles abgesehen von anderen Religionen. Meiner Erfahrung nach.

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Sehr gut, weiter so!

Zitat:
ich toleriere und respektiere jeden auf dieser Erde das äußere ich auch

Die Moralischen Hardliner, die sich oftmals auf Ihre Religion (egal welche) berufen, indem sie über andere Urteilen, oder meinen andere zwingen zu können, ihr Verhalten zu ändern, obwohl sie dadurch gar nicht beeinträchtigt werden, sind mir ein Graus!

Man muß nicht alle mögen oder gut finden, aber Respekt und Toleranz sind nicht zuviel verlangt!

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Weil viele Religiöse Menschen meinen ihre Religion seie die einzig Richtige und deshalb müssten sie als Vertreter dieser Religion überall toleriert werden aber wehe sie müssen mal jemanden tolerieren der etwas tut das in ihrer Büchern verboten ist

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Kommentar von hoermirzu
27.06.2016, 16:59

Kann sein, dass einfach gestrickte Blondinen so denken, Christen ist oder sollte so ein Denken, spätestens seit den Kreuzzügen, fern sein.

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Meiner Meinung verallgemeinerst du zu sehr. Gläubige Christen beispielsweise, die auch wirklich welche sind, sind durchaus tolerant weil Nächstenliebe eine der Grundpfeiler Jesus Lehre ist. Die Menschen die nicht tolerant sind, sind meisten einfach diejenigen, die "ihren Glauben" eigentlich nicht mal richtig ausleben bzw verfolgen.

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Das gilt für alle Menschen. Jeder versteht unter Toleranz vor allem Toleranz für sich, nicht für andere. Das ist ein simpler kognitiver Fehler. Die Wahrnehmung ist asymmetrisch, man betrachtet andere anders als sich selber. Natürlich wirken Menschen mit festen Überzeugungen intoleranter als solche ohne.

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Naja es fängt schon mal damit an, dass Gott laut Bibel knapp 2.822.000 Menschen umgebracht hat und Satan nur 10. Da stimmt schon mal etwas nicht oder? Heisst es nicht irgendwie noch dazu "Liebe deinen nächsten wie dich selbst"? Ich kenne mich mit Religionen nicht wirklich aus, aber ich halte kein bisschen was davon! Oft ist Religion für Krieg schuld! Da sieht man es ja wie tolerant ja alle sind....Tut mir leid wenn ich falsch liege, aber ich sage nur meine Meinung und falls ich falsch liege könnt ihr mich berichtigen ;)

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Das Dilemma mit "religiösen" Menschen ist, dass sie sich an ihre Religion halten – und nicht an Gott !!!

  Eine kleine Geschichte der Religion:Die Religionen kommen von den Menschen und der ursprüngliche Gedanke der Religionen war wohl, die Menschen näher zu Gott – oder den Göttern – zu bringen.
Doch die einfältigen Menschlein – auch Kleingeister genannt –  nutzten – und nutzen noch – die Religionen nur dazu, sich selbst von anderen Menschen abzugrenzen.

Damit waren der Hass und der Krieg geboren.

Denn Abgrenzung führt zwangsläufig zu Misstrauen, führt zu Ablehnung, führt zu Hass, führt zu Feindschaft, führt zu Streit, führt zu Krieg ... führt zum Tod ...

Du und ich und jeder, der sich dem Diktat der Religion nicht unterwerfen möchte – denn Religion ist ein Diktat, dass uns vorschreiben möchte, wen wir lieben dürfen und wen nicht – möchte ich ganz dringend sagen:

Du brauchst keine Religion – ja nicht mal einen Gott oder Götter.
Alles was Du brauchst ist, sei einfach ein guter Mensch, nimm Rücksicht auf deine Mitmenschen und wenn es Dir gelingt, liebe – einfach so.

Ich selbst bin von Gott absolut überzeugt. Er steht für mich gleich mit den Begriffen "Liebe" und "Leben". Er hat auch sehr viel mehr Verständnis und Nachsicht mit uns, als wir mit unseren Mitmenschen. Deshalb ist es für IHN völlig OK, wenn wir nicht an ihn glauben.
Nichts anderes brauche ich, denn der Rest ergibt sich von ganz alleine.

Naiv? Verträumt? Verklärt? Zu simpel? Ignorant?
Nein, das bin ich wirklich nicht! Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich dieses Ideal zu bewahren in einer Welt voll (infektiösem) Hass und Religionen ...

Der Trick ist, sich auf das Gute im Leben und bei seinen Mitmenschen zu konzentrieren. Der ganze Rest existiert zwar weiterhin, spielt aber keine Rolle.

Ach und übrigens:

Es gibt wirklich Hoffnung für ALLE !!!  –  Aber das ist eine andere Geschichte ...

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