Warum erlebe ich es eigentlich oft von der älteren Generation, dass sie es nicht zulassen, dass ich in vielen Sachen ich selbst sein darf?

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18 Antworten

Bedenke, dass diese Menschen in einer anderen Zeit aufwuchsen und geprägt wurden, als vieles noch fester vorgeschrieben war als heute. Z.B. Haarlänge und Geschlecht. 

Oft können Ältere auch nicht erkennen, ob jemand bewusst provoziert oder das Verhalten für ihn und seine Generation oder Situation (z.B. Behinderung etc.) normal ist, aber von ihnen, da es ihnen unbekannt ist, als Provokation aufgefasst wird.

Einfaches Beispiel: Wer in einer Zeit aufwuchs, in der noch nicht jeder sein eigenes Telefon hatte und unterwegs maximal die Telefonzelle als Kommunikationsmöglichkeit mit Eltern oder Freunden zur Verfügung stand, hat natürlich in der prägenden Phase deutlich weniger telefoniert und über Telefon interagiert als heute. Soziale Netzwerke, jedenfalls online, gab es auch noch nicht. Für solche Menschen kann es schwer verständlich sein, warum man heute "ständig" Nachrichten schreiben und lesen muss und "jedem" "alles" mitteilen muss. Umgekehrt wäre für viele Jüngere der Vorschlag "leg das Handy weg, geh doch rüber und sprich direkt mit deinen Freunden in ihrem Zimmer" etwas seltsam, wenn das die Alternative zu Kommunikation über soziale Netzwerke, Nachrichten oder Handygespräche darstellen soll.

Viele Ältere wuchsen in einer Zeit auf, in der es meist nur eine richtige Haltung/ Handlung gab. Z.B. Essenszeiten waren recht fest vorgeschrieben, wer erst um 10 Uhr frühstückte, auch am Wochenende, oder erst um 21 Uhr zu Abend aß, galt als seltsam. Noch nicht allzu lange ist es her, dass die meisten älteren Menschen vor allem beige etc. trugen und kurze Haarschnitte hatten, Frauen meist mit Dauerwelle. Heute lockert sich das schon langsam auf.Dahinter steckt auch ein bisschen der Gedanke, nicht (unangenehm) auffallen und aus der Masse hervorstechen zu wollen, weil das zu negativen Kommentaren führen könnte. Bei Jugendlichen ist es oft genau umgekehr: Wer sich von den anderen abhebt, wird besonders (positiv) beachtet. Das sind also zwei völlig verschiedene Ansätze. Daher kommt es oft zu Missverständnissen zwischen den Generationen.

Wenn du Interesse an Verständigung hast, erkläre doch mal, wie es heute ist, frage, wie es früher war, über welche Normen man sich geärgert hat, was man früher besser fand als heute und warum. So ein Gespräch kann für beide Seiten interessant sein und beide können noch etwas lernen.

Bedenke, dass die ältere Generation viele Lerngelegenheiten nicht hatte, die du selbstverständlich hattest (z.B. Umgang mit Computer und Internet) und dass dadurch auch viele andere Lerngelegenheiten (soziale Netzwerke, Videos, Blogs etc.) wegfallen, so dass vielleicht auch viele Veränderungen gar nicht so wahrgenommen werden wie das deiner Generation möglich ist (Trends, neue Möglichkeiten, Vorbilder etc.).

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Zum einen könnte ich mir vorstellen, dass deine Erscheinung, dein Handeln, dein Geschmack eben diese Menschen irritiert, ja ihnen sogar Angst macht. Bei ihnen früher galten wohl andere Regeln, andere nun, mehr Freiheit, sind sie nicht gewöhnt, deshalb schrecken sie etwas davor zurück, haben Bedenken damit.
Es fehlt ihnen das Vertrauen darin, auch ein Verständnis dafür.
Auch an geistiger Beweglichkeit.

Menschen greifen öfter genau das an, wovor sie angst haben. Kannst vielleicht auch bei dir selbst beobachten.  ;-)))

Haben die ständig nur eine bestimmte Kategorie von Typ im Sinn, wo sie nicht anfangen zu kritisieren und zu lästern?

Ja, glaube ich schon.
Sie haben eine bestimmte Vorstellung von etwas.
Abweichungen davon werden aufgrund von Furcht kritisiert und somit angegriffen. Sie wollen eigentlich ihre Angst weg haben, machen es jedoch über diesen Weg, weil ihnen die Zusammenhänge davon gar nicht bewusst sind.

Mich beschäftigt das schon einige Zeit. 

Finde ich gut und weiterführend für dich, wenn du dich Drängendem stellst. Besser so, als sich davon abzulenken, denn so kannst du dir Klarheit verschaffen, dir etwas bewusst machen, um dann mit allem besser umgehen zu können.

Warum erlebe ich es eigentlich oft

Das ist meiner Ansicht nach eine sehr gute Frage.
Warum erlebst es gerade du? Denn andere erleben dies ja seltener bis gar nicht. Genau!

Es hat irgendetwas mit dir zu tun, wie ich vermute.
Ist es vielleicht so, dass auch du dich selbst nicht immer so lassen willst, wie du nun gerade bist. Gut, dass hat ja auch Vorteile, denn schon mal ist es ja günstig für uns, wenn wir eigenes Gedankengut und eigenes Handeln ändern. Weiter sind Veränderungen ja völlig normal und pures Leben.
Aber zuerst, also bevor man etwas an sich ändern möchte, sollte man sich so, wie man gerade ist, annehmen. Ich meine nicht, dass man alles von sich gut heißen sollen, aber eben mal annehmen und sagen:"Ja, ist halt jetzt so, passt schon."
Dann erst kann man sich an Änderungen ran machen.  ;-)

Oder ist es so, dass auch du andere Menschen gerne ändern möchtest, wie z.B. diese alten Lästerer und Kritiker?
Kritisierst auch du? Lästerst auch du mal?
Lässt auch du mal andere nicht so sein, wie sie nun mal sind?
Machen wir das alle mal? Meist ohne Erfolg natürlich.....  ;-)))

Wann und wo immer willst es am liebsten auch du nicht zulassen, dass etwas so ist, wie es nun mal ist, dass etwas oder jemand einfach nur sich selbst ist?

Wann und wo immer fehlen dir selbst Vertrauen und Verständnis?

Macht dich Kritik unsicher? Stört dich das?

Hm, vielleicht solltest du es anzetteln, dass sich deine Kritiker streiten, so könntest du mit allem im Einklang sein.  ;-)))

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Du erlebst das häufig? Mir persönlich passiert das nicht. Ich kleide mich relativ unkonventionell für mein Alter, höre auch nicht sogenannte "Mainstream"-Musik und ich habe noch nie erlebt, dass mich jemand für meine Präferenzen unterdrücken möchte. Zumal es doch heutzutage scheißegal ist, ob du als Mann lange oder als Frau kurze Haare hast, teilweise negativ konnotierte Musik hörst oder einen für dein Geschlecht atypischen Beruf ausführen möchtest. Natürlich gibt es noch festgefahrene Stereotypen und Geschlechterrollen, aber meiner Erfahrung nach ist solch ein Gedankengut eher bei meiner Generation bzw. allgemein jüngeren Leuten zu finden, als bei Älteren. Aber ich gebe dir Recht, dass so etwas unsinnig ist. Jeder soll sich in dieser Gesellschaft frei entfalten dürfen und das machen, was er möchte, solange er damit niemand anderen in seiner Freiheit einschränkt.

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Früher wurde stärker in gesellschaftlichen Konventionen gedacht. Konventionen, die man auf dem Land zum Teil immer noch findet.

Mann (mit kurzen Haaren natürlich) muss nen Job haben, bei dem er viel verdient und der nicht als verweichlicht gilt. Dann wird sich ne Frau gesucht (Job und Ausbildung egal), die wird geheiratet. Hausbau und Kinder. Nach den Kindern bleibt sie zu Hause, es gibt allerhöchstens noch eine Teilzeitstelle. Besser ist aber ein 450€-Job, wenn man überhaupt noch arbeiten muss.

Joa, so weit der Plan der Gesellschaft. Mein eigener sieht da etwas anders.

Leben nach Schema F ohne Abweichung.

Weil etwas anderes wirklich nicht für sie in Frage kommt. Weil sie etwas anderes nicht kennen. Es gab nur diesen vorgegebenen Weg und keinen anderen.

Nach meinen eigenen Beobachtungen mäkeln nur diejenigen rum, wenn man von Schema F abweicht, welche im Grunde unzufrieden mit ihrem Leben sind.

Sie sind unglücklich, können aber nicht den Finger darauf legen, was es genau ist, was sie unglücklich macht. Etwas an dem gewählten Modell macht sie unglücklich. Das kann vieles sein, z.B. Probleme in der Ehe, die man aber mit dem Partner nicht bespricht.

So überträgt man die eigene Sehnsüchte und Wünsche auf jemand anderen, erlebt beispielsweise dessen neue Liebe als romantischen Kick in dem eigenen Leben, weil dieser abhanden gekommen ist.

Oder die Abkehr macht diesen Menschen Angst. Angst, dass man ihnen beweist, dass man auch mit der Abkehr von Traditionen glücklich sein kann, Abkehr, dass einem gezeigt es vergeigt zu haben.

Aber auf der anderen Seite erlebe ich es auch, dass Menschen mit diesen gewählten Leben wirklich glücklich sind. Die sind dann auch diejenigen, die einen wegen eines anderen Lebensstils in Ruhe lassen.

Und um auf deine andere Frage einzugehen: Für diese Menschen gibt es ein gewisses Weltbild, das gewahrt werden muss. Innerhalb dieses Weltbilds gibt es einige Schwankungen (so nenne ich das mal), die man haben darf, aer große Abweichungen werden nicht geduldet.

Dir kann ich nur den Rat geben einfach du selbst zu sein.

Denn die Gesellschaft ist nichts, was starr und fest ist, sondern sie ist im ständigen Wandel, dem Fluss der Zeit unterworfen. Wir haben es in der Hand inwieweit sich gewisse Denkstrukturen ändern.

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nicht zulassen

ist vielleicht der falsche Ausdruck. Ich vermute, dass Du oftmals Kritik ausgesetzt bis, ohne dass der Kritisierende berechtigt ist, Dir irgendetwas vorzuschreiben.

Es mag für Dich nur ein schwacher Trost sein, dass auch ich vor einigen Jahrzehnten genau dasselbe Problem mit der damals für mich älteren Generation hatte.

Musik und Haarmode unterliegen einem ständigen Wandel und jede Generation wird durch das nachhaltig geprägt, was in ihrer Zeit gerade "in" war.

Manche Menschen sind flexibel und offener und können sich von solchen Zeiterscheinungen befreien, vielen gelingt das jedoch nicht.

Ich würde das einen Teil des "normalen" Kreislauf des Lebens betrachten.

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Das hat nicht nur mit der älteren Generation zu tun. Leider sind sehr viele Menschen sehr engstirnig, wenn es um Erscheinungsbilder geht. Ich kenne  aber viele ältere Menschen, die selber alternativ drauf sind und nicht jede mode und jeden Mist mitmachen. :)

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Die heute ältere Generation hat in ihrer Jugend als Mann ebenfalls lange Haare getragen und Rockmusik gehört. Was sagste nu?

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Was ist für dich die ältere Generation?

Ich auch schon über 60, habe selbst mehr als schulterlange Haare zwischen silbern und hellblond und habe keinerlei Probleme mit der Andersartigkeit meiner Mitmenschen.

Engstirnige Menschen kenne ich in allen Altersklassen. Sie tun mir aber eher leid, als dass ich mich über sie aufrege. Sie sind eben erziehungsgeschädigt. Man hat ihnen eingebläut, dass es nur eine richtige Art zu leben gibt und alles andere falsch oder minderwertig ist.

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Kommentar von PicaPica
22.05.2017, 17:25

Wie immer, klasse Antwort - danke, LG.

2

Sie kommen aus einer anderen Generation und sind mit anderen Werten und Einstellungen aufgewachsen. Damals waren die Zeiten eben anders und die "Selbstentfaltung" hatte keinen so großen Stellenwert, man musste schauen wie man über die Runden kommt und dass genug Essen da ist.

Heute hat sich viel verändert.

 

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Komisch. Das war ja selbst in meiner Jugend kein Thema mehr. Und das ist nun schon über 30 Jahre her. Selbst meine Tochter ist seinerzeit rumgelaufen wie... Rastalocken, Nietengürtel, meine alten Springerstiefel... Und die Musik dazu hab ich ihr besorgt. Nur als sie eines Tages meine Jeans gemopst hat, Löcher reingeschnitten hat und anzog, gab's dann doch ernsthafte Kritik von mir. Nicht wegen der Löcher an sich, sondern wegen des Eigentumsdelikts.

Muß 'ne komische Gegend sein, in der Du da lebst. Oder komische Leute. Oder beides. :o)

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Deine Frage reflektiert lediglich die Befindlichkeit Pubertierender, die sich stets unterdrückt, ungerecht behandelt und bevormundet fühlen.

Das ist nichts Neues, gibt es schon seit ungefähr 18.000 Jahren.

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Hallo rallerapper799,

Als einer der Alten möchte ich  nachtragen, dass ich auch genau die entgegengesetzte Wahrnehmung mache.

Während in den 60ern die Überwindung der dumpf-restaurativen 50er Jahre in der Jugend revolutionären Elan entfachte, erlebe ich heute viele junge Leute extrem angepasst, auf die eigene Karriere ausgerichtet.

Das „Sein-Wie-Ich-Selbst“ ist nicht selten ein von der Werbung vorgegaukeltes Selbst. Was das richtige Leben ist, zeigt der kleine Bildschirm in der Hand.

Aber natürlich, mit dieser Darstellung bin ich genauso tendenziös wie Du.

Ich wünsche Dir, dass Du wirklich das sein kannst, was nur Du bist.

Und vielleicht können wir uns darauf einigen, dass jede Generation in einen Spannungsverhältnis zu der vorangegangenen steht.

Zum Schluss lass mich noch mit Kurt Tucholsky um Nachsicht bitten.

In dem Gedicht „Oller Mann“ schrieib er u.a.:

Sein Geist nimmt das für eine ganze Welt,

was ihn umgab, als seine Säfte rannen;

wenn er an Liebe denkt, denkt er an die,

 die längst von dannen.


Für uns ist er kein Held.

Ein alter Held ist nur ein alter Mann.

Wie uns die Jahre trennen –!

Erfahrung war umsonst.

Die Menschen starten für das Rennen,

und jeder fängt für sich von vorne an.

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Scher Dich nicht drum.

Schon vor Jahrzehnten sagte ein kluger Mensch (ich weiss nicht mehr, wer):

Es ist schon erstaunlich, dass Leute mit ganz wenig Ahnung ganz viel Meinung haben!

XD

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Schubladendenken ist was föllig normales. entweder du überzeugst sie vom gegenteil oder du ignorierst ihre kommentare. So ist das leben eben, mann kann es nicht jedem recht machen

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Könnte einen Teil des Erziehungsbegriffes umfassen.

Dazu jedoch müßtest Du für eine vernünftige Antwort in Deiner Frage schon etwas weiter ausholen.

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Mir gefallen lange Haare bei Männern. Meine Eltern fanden das aber auch nie so prickend, dass meine Exfreunde im letzten Jahrhundert keine kurzen Haare hatten.

Musikgeschmack ist auch jedem selbst überlassen. Nur weil man eine Richtung selbst nicht mag, muss man ja nichts vorschreiben.

Und mit dem Beruf muss auch jeder selbst glücklich werden.

Ich denke, wer in diesen Richtungen Probleme hat, hat wohl keine anderen oder richtigen Probleme. Man sollte da als "Rebell" nicht so viel darüber nachdenken. Solange man keinem anderen schadet oder ihn verletzt, sollte man seinen eigenen Weg gehen.

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ich bin älter

du kannst von mir aus haare bis zum boden haben und in einem rosa röckchen eine ausbildung zum erzieher machen und den ganzen tag deutsch-rap hören

dann halte ich dich zwar für einen trottel, aber ich würde dich nicht daran hindern

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Kommentar von Nashota
18.05.2017, 10:59

Trottlig ist wieder mal nur deine Antwort.

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Kommentar von Tasha
18.05.2017, 11:01

"Dann halte ich dich zwar für einen Trottel" klingt sehr intolerant.

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Kommentar von Karolilo
18.05.2017, 11:25

Wer eine Ausbildung zum Erzieher macht, ist ein Trottel?

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Kommentar von Karolilo
18.05.2017, 12:03

Dein Schulzug ist ja wirklich kaputt.

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Du kennst doch sicher nicht nur solche Leute, oder?

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Kommentar von rallerapper799
18.05.2017, 10:51

In meinem Familienkreis leider doch. Außerhalb nicht unbedingt, stimmt schon 

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