Warum erkennen Christen das alte Testament an?

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11 Antworten

es gab im Laufe der Kirchengeschichte tatsächlich versuche, das Alte Testament abzulehnen. Ein prominenter Name in diesem Zusammenhang ist Marcion.

Durchgesetzt hat sich allerdings die Erkenntnis, dass Gott sich im Volk Israel zuerst offenbart hat. Jesus war Jude, er hat selber das Alte Testament gelesen, er hat daraus gebetet, er hat es geglaubt. Jesus wollte es nie widerlegen.

Es gibt keine Widersprüche, manchmal jedoch Spannungen. Auch im Alten Testament zeigt sich Gott voll Liebe, Barmherzigkeit und Verzeihen. 

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Kommentar von Mastrodonato
09.03.2016, 03:47

Eine ketzerische Frage vielleicht - konnte Jesus lesen? ist das irgendwie belegt?

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Kommentar von Viktor1
09.03.2016, 10:36
Jesus war Jude, er hat selber das Alte Testament
gelesen, er hat daraus gebetet, er hat es
geglaubt. Jesus wollte es nie widerlegen.

Das ist wohl nicht ganz richtig. Wie soll er daraus "gebetet" haben ?
Tatsache ist, daß er seine Jünger lehrte (richtig) zu beten.
Jesus hat wohl kaum das AT geglaubt.Wie sollte das gehen ?
Er selbst hat Zeugnis von Gott (seinem Vater) Gottes Willen gegeben  ( alles nachzulesen) und für sich beansprucht, daß nur er allein seinen Willen kenne.(wurde ihm als Gotteslästerung angelastet)
Er hat im Sinne des "Neuen Bundes" gelehrt und sein Leben dafür gegeben (Luk.22,20) welcher schon bei Jerm.31,31-34 "angedacht " war und wodurch der "Alte Bund" (alle "Gesetze" im AT) verworfen wurde (s.dazu auch Hebräer 8,13).
Wenn also eindeutig die Aussagen der Schrift belegen, daß das AT nicht relevant ist für die Botschaft des "Neuen Bundes", was schon damals vom Autor des Hebräerbriefes so verstanden wurde, ganz zu schweigen von Paulus, welcher sich den Mund darüber fusslig geredet hat, warum behauptest du und viele andere immer wieder. daß das AT ( die Gesetze) doch relevant wäre ?
Die Lehren (Gesetze) des AT waren für die Juden und Jesus hat im Disput mit ihnen selbstverständlich darauf zurückgreifen müssen, aber er hat einen Schnitt vollzogen und alles ersetzt durch das "eine Gebot" wie bei Jerm.31,33 angekündigt, und das "alte" schon bei Jerm.31,34 verworfen wurde.

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Kommentar von Eselspur
09.03.2016, 21:14

ich gebe dir in keinem Punkt Recht, habe aber keine Lust auf eine Auseinandersetzung hier. Wenn es dich wirklich interessiert: ich bin katholisch. Wenn du willst, kann ich dir ein paar Titeln vernünftiger theologischer Werke zum Thema notieren.

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Die drei großen Religionen Judentum, Christentum und Islam sind alle miteinander verknüpft. 

Das Judentum glaubt an das Alte Testament. Christen an die neuere Schrift: sie glauben an das Neue Testament. Das Neue Testament ist quasi eine "Neuauflage" des Alten Testaments. Und Moslems glauben an den Koran, der wiederum aus dem Neuen Testament entstammte.

Die heiligen Schriften der drei großen Religionen haben einen gemeinsamen Ursprung, nur sind sie abgeändert worden. Deswegen ist für diese drei Religionen Jerusalem auch so wichtig. 

Ich hoffe, die Antwort war klar. Christen akzeptieren nicht direkt das Alte Testament, da sie an das Neue Testament glauben, das aber wiederum aus dem Alten Testament entstanden ist.

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Es steht doch dort viel, was im Widerspruch zur Lehre 
Christi steht?

Genau, deshalb mußte Jesus auch kommen und seine Botschaft verkünden. Er ist dafür auch gestorben (hat sein Blut dafür vergossen Luk.20,22) und jeder der das "Alte" wieder aufwärmt, schlägt Jesus erneut ans Kreuz.
Richtig ist aber, daß im AT auch sehr wohl Weisheiten und Lehren beinhaltet sind welche innerhalb der Botschaft Jesu bestand haben. Diese müßte man aber aussortieren. Damit dies überflüssig wird , hat Jesus das "eine Gebot" der "größeren Gerechtigkeit" (Nächstenliebe) hervorgehoben einschl. der "Goldenen Regel" (Mt.7,12) und definitiv gesagt, daß deren Befolgung alles (und mehr) beinhaltet, was auch relevant in den Schriften dazu gesagt wurde.
Wenn man aber anfängt, deshalb in den Schriften des AT herum zu kramern, um zusätzliche "Erkenntnisse" zu gewinnen, dann macht man Jesus zum Lügner, schlägt ihn erneut ans Kreuz.
Denn "Befolgung von Gesetzen" ist etwas für den "Verstand" ??, zum Abhaken (für für Unfreie), die Anweisungen Jesu aber sind für das Herz, das Gewissen und drängen zur Befolgung vom inneren des Menschen heraus. Nur dies führt zum "Heil" weil nur dies den Menschen verändert, eben "heiligt", für das Reich Gottes.
Und genau das ist das "Heilsziel" welche durch Gesetzesbefolgung nicht erreicht werden kann. (Paulus hat sich darüber den Mund fusslig geredet)
Aber "Bibelgläubige" begreifen dies nicht, bleiben lieber in ihrem bequemen Gefängnis der Vorschriften.

In diesem Sinne erkennen richtige Christen das AT nicht an, sondern nur als Information, was vorher so gedacht wurde.

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Kommentar von Franz1957
09.03.2016, 12:20

Wenn es so wäre, wie Du sagst, dann wären entweder Mose und die Propheten Lügner, Blender und Schwätzer, oder der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, dessen Wort sie
aufgeschrieben haben, wäre es.

Wenn dem so wäre, dann wäre aber auch Jesus selbst ein blinder Blindenführer, denn er hat sich auf nichts berufen als auf den
Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den er als seinen und unseren Vater im Himmel verkündigte, und auf Mose und die Propheten.

Mit den Schriften, die Deine "richtigen Christen" nicht anerkennen, klärte Jesus auch die Emmausjünger auf, die ihm klagten, was sie "vorher so gedacht" hatten:

Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.


(Lukas 24,27) http://www.bibleserver.com/text/ELB/Lukas24,27

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Das Alte und das Neue Testament stehen nicht im Widerspruch sondern ergänzen sich. Schon die Beröer-Christen prüften alles, was ihnen gepredigt und gelehrt wurde, anhand der ihnen zur Verfügung stehenden Schriften (Altes Testament und ein paar Schriften des Neuen Testaments, die sie erhalten hatten; Aposteltgeschichte 17,11).

Christen daran glauben, dass Jesus Christus der von den Propheten des Alten Testaments vorhergesagte Messias ist. Im Neuen Testament finden sich viele Zitate aus dem Alten Testament, die die Wahrheit und Wichtigkeit der Schriften von Mose, der Propheten usw. bestätigen. Deshalb ist die Bibel unbedingt als Einheit zu betrachten.

In 2. Timotheus 3,16-17 steht: "Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet."

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Die ganze Bibel ist das Wort Gottes an uns Menschen gerichtet. Viele Dinge (Prophezeiungen) aus dem Alten Testament haben sich schon erfüllt. Die anderern werden sich noch erfüllen, wenn die Zeit reif ist.

"Der Glaube schauts und betet an, bewundert, was geschehen. Drum sei dir unser Lob geweiht, denn dir dem Herrn der Herrlichkeit Lob, Ehr und Rum gebühren."

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"Hätte man einen Christen um das Jahr Hundert gefragt, ob seine Gemeinde ein heiliges und verbindliches Buch göttlicher Offenbarung besäße, so hätte er die Frage stolz und ohne zu zögern bejaht: Die Kirche besaß solche Bücher, das ›Gesetz und die Propheten‹, das heute so genannte Alte Testament." 

Diesen Satz von Hans von Campenhausen, einem der bedeutendsten evangelischen Kirchenhistoriker im 20. Jahrhundert, zitiert einer der seinerseits bedeutendsten katholischen Alttestamentler im folgenden Aufsatz, der einen komprimierten Einblick in die Geschichte gibt:

https://web.archive.org/web/20040616171920/http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2004/imp040102.html

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ja absolut richtig. Das alte Testament ist nicht so einfach zu verstehen wie das neue. bin kein Theologe aber als gesamtdeutung würde ich sagen dass es zeigt wie man (hier das volk israels) durch den bedingungslosen glauben an Gott alles erreicht und ohne den glauben eben nicht ;) wichtig ist es auch da Gottes grenzenlose Güte die im neuen Testament offenbart wird durch den vergleich mit dem ersten besonders betont wird. 

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Jesus  hat über 500 mal aus dem alten Testament ( Torah) zitiert, wie soll es da nicht wichtig sein, Wenn wir das alte Testament nicht kennen , wie sollen wir da Jesus verstehen.

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Kommentar von Viktor1
09.03.2016, 08:18

Das ist ziemlicher Unsinn. Jesus hat ersten kaum aus dem AT "zitiert", und zweitens ist seine Heils-Botschaft völlig ohne das AT verständlich.
Die "Heidenchristen", wußten oft garnicht daß es dies gibt, schon garnicht Inhalte davon, und verstanden trotzdem Jesu Botschaft.
Wer sollte auch Jesu Liebesgebot nicht verstehen, und alles was dazu gehört.(Bergpredigt), das verstehen ja sogar Atheisten.

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Falsch.
Das Alte Testament ist eine Botschaft über Gottes "Wesen" und legt viele, sogar sehr viele Prophezeiung aus, die über Jesu berichten.
Jesus selbst hatte gesagt, dass er das alte Testament nicht verwirft, sondern es erfüllt, womit er also selbst das alte Testament annimmt.

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Auch das alte Testament gehört zur christlichen Religion. Im Verständnis des Christentums ist es der gleiche Gott.

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Es gibt ein paar Bibeltexte, die das erklären:

Jesus selbst las das alte Testament und wandte Prophezeiungen auf sich selbst an:

Lukas 4:17-21
17 Da wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gereicht, und er öffnete die Buchrolle und fand die Stelle, wo geschrieben war:
18 „Jehovas Geist ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, um den Armen gute Botschaft zu verkünden, er hat mich ausgesandt, um den Gefangenen Freilassung zu predigen und den Blinden Wiederherstellung des Augenlichts, um die Zerschlagenen als Freigelassene wegzusenden,
19 um Jehovas annehmbares Jahr zu predigen.“
20 Darauf rollte er die Buchrolle zusammen, gab sie dem Diensttuenden zurück und setzte sich; und die Augen aller in der Synagoge waren gespannt auf ihn gerichtet.
21 Dann fing er an, zu ihnen zu sprechen: „Heute ist dieses Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt worden.“

Jesus zitierte hier aus Jesaja 61:1-3

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Als Jesus von Satan versucht wurde, wies er die Argumente Satans jeweils mit einem Zitat aus dem alten Testament zurück:

Matthäus 4:4
Er aber antwortete und sprach: „Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht.‘ “

Das war ein Zitat aus 5. Mose 8:3

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Matthäus 4:7
Jesus sprach zu ihm: „Wieder steht geschrieben: ‚Du sollst Jehova, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.‘ “

Das war ein Zitat aus 5. Mose 6:16

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Matthäus 4:10
Da sprach Jesus zu ihm: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen.‘ “

Das war ein Zitat aus 5. Mose 10:20

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Der Apostel Paulus betonte die Wichtigkeit des alten Testaments:

Römer 15:4
Denn alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können.

2. Timotheus 3:14-17
14 Du aber, bleibe bei den Dingen, die du gelernt hast und zu glauben überzeugt worden bist, da du weißt, von welchen Personen du sie gelernt hast,
15 und da du von frühester Kindheit an die heiligen Schriften gekannt hast, die dich weise zu machen vermögen zur Rettung durch den Glauben in Verbindung mit Christus Jesus.
16 Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit,
17 damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk.

Apostelgeschichte 17:10-12
10 Sogleich sandten die Brüder sowohl Paulus wie Sịlas bei Nacht nach Berọ̈a weg, und als diese [dort] angekommen waren, begaben sie sich in die Synagoge der Juden.
11 Diese nun waren edler gesinnt als die in Thessalọnich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den
Schriften sorgfältig forschten
, ob sich diese Dinge so verhielten.
12 Daher wurden viele von ihnen gläubig, ebenso nicht wenige von den angesehenen griechischen Frauen und Männern.

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Auch der Apostel Petrus bezeugte, daß das alte Testament für Christen gültig und wichtig ist:

2. Petrus 1:20-21
Denn dies wißt zuerst, daß keine Prophezeiung der Schrift irgendeiner privaten Auslegung entspringt.
21 Denn Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getrieben wurden.

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Daß die Apostel und Jesus Christus selbst das alte Testament "anerkannten" ist für Christen, also Jesu Nachfolger, Grund genug, das ebenso zu halten.

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