Warum erfindet die Menschheit keine neue Religion?

23 Antworten

Liebe thisgirl0, was für eine fantastische Frage, damit hast du mich voll erwischt. Ich glaube allerdings nicht, dass wir noch eine 'erfundene Religion' brauchen, weil es für gottgläubige Menschen schon genug Religionen gibt und kein-gottgläubige Menschen auch mit einer neuen Erfindung nix anfangen können. WENN einen neuen Weg, dann muss er für Geisteswissenschaftler UND für Naturwissenschaftler UND Klein-Erna von nebenan gleichermaßen annehmbar, begreifbar und anwendbar sein. Drum ziehe ich 'neu entdeckte Lehre' einer 'neu erfundenen Religion' vor, aber möglicherweise meinst du ja auch so etwas in dieser Art. Schaun wir mal....

Für mich ist es so:
Wenn es 'höhere Mächte' gibt, dann sind sie schon da und können nur entdeckt, aber nicht erfunden werden. Klar können wir sie weder hören noch sehen oder greifen, aber das ist mit Planeten in weit entfernten Sonnensystemen ja auch so. Trotzdem können wir sie entdecken, indem wir ihre Wirkung auf das Umfeld registrieren.
Vielleicht funktioniert das ja ähnlich mit einer Lehre vom Wirklichen? Eine heute glaubhafte Lehre muss auf jeden Fall mit Natur und Naturgesetzen in Einklang stehen. WENN es ein SchöpferSein gibt (was ja nicht sicher ist), dann ist die Schöpfung (die Natur) ihr Ausdruck. Alles andere ist unlogisch, ein Apfelbaum wirft ja nicht mit Petersilie und Radieschen um sich.

Dass die Welt nur soweit reicht wie unsere Messgeräte, halte ich für unwahrscheinlich. Weil ich (wie jeder andere Mensch auch) täglich meine Gedanken und Gefühle wahrnehme, die aber selbst nicht messbar sind. Messen kann man nur die körperlichen Reaktionen wie z.B. Aktivität in verschiedenen Hirnregionen - aber die Gedanken selbst sind nicht messbar.
Gehören Gedanken und Gefühle zwingend zu unserer materiellen Welt (von Materie)? Vielleicht weisen sie ja auch auf eine für uns nicht messbare 'Seins-Ebene' hin, die wir zwar wahrnehmen, aber nicht mit unseren körperlichen Sinnen erfassen können. Dann müssten auf dieser (möglichen) Ebene die gleichen Gesetze gelten wie in der 3D-Welt. Mit einer Ausnahme:
Die uns bekannte lineare und chronologische Abfolge von Raum und Zeit weicht auf Gedanken- und Gefühlsebene eine Anordnung nach empfundener Wichtigkeit.
Zum Beispiel: Wenn man einige wenige Klänge einer Musik hört, die man vor Jahren mal in einem superglücklichen Moment gehört hat (Herz-über-Kopf-verliebt-sein, der erste Kuss oder irgend etwas vergleichbar Bewegendes), sind Gefühl und Denken in einem Sekundenbruchteil in der erinnerten Situation. Zeit und Raum spielen da einfach keine Rolle, es ist gleichgültig, ob es sich um eine Erinnerung in Australien oder bei Tante Friedchen um die Eck handelt und ob es 1 Jahr oder 10 oder 20 Jahre her ist, spielt ebenfalls keine Rolle. Ein paar Klänge einer damals gehörten Melodie reichen aus, um die Erinnerung zu wecken. Aber wenn mich einer fragt, was ich drei Tage zuvor gefrühstückt hab, fang ich erstmal an zu überlegen. Jetzt gerade könnte ich nichtmal sagen, ob ich vor drei Tagen überhaupt was gefrühstuckt hab.
Gedanken- und Gefühlsebene ordnet nicht linear oder chronologisch, sondern nach empfundener Wichtigkeit bzw. Intensität des dabei erlebten Gefühls.
Je wichtiger und emotionaler ein Ereignis, umso schneller ist es präsent, während der normale Alltag fast unsichtbar ist - wie eine Art Universum
in einem selbst, Normalität verschwindet wie der luftleere Raum.
Und die Deutlichkeit einer Erinnerung ist von der Art des erlebten Gefühls abhängig. Erlebtes Glück schaltet Flutlicht an, erlebte Angst aktiviert eher Dämmerlicht Schmerz, Trauer und Leid pflegt eher den Stecker zu ziehen.

Einstein hat mal gesagt, dass nichts existieren könne ohne Ordnung - und nichts könne entstehen ohne Chaos. Gedanken für Ordnung bzw. Struktur (männliches Prinzip) und Gefühle für nicht vorhersehbares Chaos (weibliches Prinzip). Am effektivsten arbeiten beide im Einklang miteinander, wenn beide die eigenen Fähigkeiten einbringen. Aber sobald eins das andere beherrschen will, ist der Wurm drin. Ob man da von Verstand und Gefühl spricht oder von Männlein und Weiblein, ist völlig egal - das Prinzip des Männlichen und des Weiblichen funktioniert auf allen Ebenen gleich.

Gefühle entsprechen physikalischen Kräften, z.B. Liebe = Anziehungskraft. Je größer die Liebe, umso stärker die Anziehungskraft, die sie auf uns ausübt. Ganz gezielt - und vergleichbar miit Elektromagnetismus. Die schwächere entspricht eher dem Gefühl, wenn z.B. viele begeisterte Menschen einen mitreißen. Das sind nur einige Punkte der Gedanken-Gefühl-Ebene - klar kann man das fortführen - bis zur 'Schöpferebene'.
Die Kriterien sind total simpel, entweder es funktioniert so oder es funktioniert nicht. Was nicht funktioniert und nicht auf die wirkliche Welt übertragbar und im realen Alltag nicht anwendbar ist, gehört da einfach nicht rein und peng.

Das ist natürlich nur ein Beispiel, aber sowas in der Art könnte ich annehmen. Aber nix Erfundenes mehr, das mit Dogmen untermauert werden muss, weil die jeweiligen Schriftgelehrten keine Antworten haben. Und weil ihre Götter nicht echt sind. Unechtes fürchtet den Zweifel. Echtes und Wahres sucht ihn.

Es gibt zum einen 5 Weltreligionen, was aber in diesem Fall egal ist. Diese Religionen richten sich nach "Lehren" die vor Jahrtausenden geschrieben wurden. Heutzutage gibt es aber auch viele die sich nicht mit einer Religion identifizieren können bzw. möchten, z.B. wenn man an den Urknall glaubt, also dass es im Endeffekt keine höhere Macht gibt, die uns geschaffen hat. Man braucht also keine Religion. Dass die "großen Religionen" noch existieren, liegt daran, dass dennoch eine Großzahl an Menschen sich nach diesem Glauben richtet und diesen praktiziert.

Alles in einem, jeder hat eine verschiedene Sicht, was Glaube und Religion betrifft. Deshalb wird es auch nie eine einheitliche Religion geben können, mit der sich jeder identifizieren kann

Zum einen haben sich die Hochreligionen als über eine lange Zeitdauer der Menschheitsgeschichte als  "brauchbar" erwiesen (als individuelles Bewältigungsmittel genauso, wie als soziales Gemeinschaftsprinzip bis hin zu einer politischen Instrumentalisierung wie gegenwärtig in Gestalt des Islam im Iran oder Saudi-Arabien). Zum anderen ist Religion - als Institution - in den postmodernen Gesellschaften gleichsam zu einem kulturellen, sozialen, ideologischen, werteorientierten, identitäts- und vertrauensstiftenden sowie eigendynamischen "Futterstoff" verwachsen, der in die Gesellschaften eingewebt wurde.

Und zu Deiner letzten Frage sei mir ein Zitat erlaubt:

„Als einziges Wesen weiß sich der Mensch in seinem Dasein in reflexiver Konfrontation mit seinem eigenen Tod. Er lebt stets im bewussten Horizont seines eigenen ‚Nicht-(mehr-da-)seins. Dieses anthropologische Charak-teristikum steht zugleich in einer Diathese mit zwei anderen Selbstvollzügen menschlichen Seins: Einerseits dem scheinbar widersprüchlichen Vollzug, im eigenen Handeln und Leben stets Sinn zu setzen, wo doch der gewisse Tod als radikale Infragestellung solchen Tuns ver-standen werden muss. Andererseits ist der Mensch kognitiv auf Unendlichkeit angelegt und transzendiert stets das Gegebene oder Erreichte. Das menschliche Subjekt fragt, (….), daher auch „notwendigerweise über die Grenze des eigenen Todes hinaus und verlang(en)[t] nach einem unbedingt bleibenden Sinn. Der Mensch entwirft sich gewissermaßen über sein eigenes Leben hinaus und weist so eine Struktur auf, die transzendentalphilosophisch als Hoffnungsartikulation auf ein Leben nach dem Tod interpretiert werden kann.“ (Daniel Remmel „ Die Auferstehung des Gekreuzigten", S.67,68)

Anders formuliert: mit dem Bewusstsein über den Tod, das Leid, die Not, das Elend und die Bedrohungen hielt die Religion Einzug in die menschliche Seele - ohne all diese "Komplikationen" keine Religion.

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