Warum erfanden die Historiker die Epochen?

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4 Antworten

Weil das menschliche Gehirn keine "Bewegung" wiedergeben kann, versucht man immer Modelle mit einem definierten Anfang und definierten Ende zu entwickeln, einen Rahmen, ein Muster, an das man sich gemeinschaftlich halten kann, um weiter ins Detail nachdenken zu können. Die Individualität und die Komplexität sind wohl immer und überall das größte Problem für das menschliche Gehirn, das ja Verallgemeinerungen und Einfachheit mag, ja sogar monokausale Erklärungen liebt, solange es dumm und unwissend bleibt... Ein Beispiel für die Geschichte: Erzähle jemanden zuerst Dein bisheriges Leben in genau einer Minute, Du wirst automatisch für Dich wichtige Daten betonen - das sind die freigesetzten Epochengrenzen - und vieles wirst Du gar nicht erwähnen, weil es Dir spontan betrachtet unwichtig erscheint, und weil Du keine Zeit bekommst, darüber ausführlicher nachzudenken. Daraufhin erzählst Du in auch einer Minute Deine Zukunft der nächsten zehn Jahre und siehe da, auch hier setzt Du Schwerpunkte, Wünsche, Hoffnungen, Verneinungen, eben alles Deutungen aus den Erfahrungen Deiner Vergangenheit. Genau mit den Erfahrungen des Vergangenem und den Ideen des Zukünftigen deutet die zeitgenössische Geschichtsschreibung die Geschichte, ihre Einteilung in Epochen; diese Deutungen werden sich durch weitere Erfahrungen und Kenntnisse stetig verändern - und plötzlich verändern sich damit auch die Modelle der Epochen, weil sie dann als "zu falsch" und "stets verbesserungswürdig" erkannt worden sind.... das ist die Wurzel der Geschichtswissenschaft...

Aus dem ganz einfachen Grund, da die Einteilung der Geschichte in Epochen  das Verständnis und die Vermittlung von historischen Prozessen, Situationen und Begebenheiten erleichtert!  :)

Um verschiedene Abläufe in der Geschichte miteinander in Zusammenhang zu setzen, eine Übersicht zu schaffen und Grenzlinien zwischen den so gesetzten Zusammenhängen zu ziehen.

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