Warum entwickelte sich nur die Gattung Homo stärker als andere Tiere?

16 Antworten

Auf diese Frage gibt es zwei Teilantworten.

Erstens: du läufst einem gewaltigen Missverständnis über das Evolutionsgeschehen auf. Leider wird es selbst in Biologieschulbüchern immer noch so dargestellt als wäre die Evolution ein zielgerichteter Prozess, an dessen Ende der Mensch als ultimatives Ziel, gewissermaßen immer noch als "Krone der Schöpfung" stünde. Doch dem ist nicht so, der Mensch ist biologisch betrachtet ein Tier wie jedes andere auch und überhaupt nichts besonderes.
Evolution ist ein Prozess, der ganz ungerichtet abläuft, sie kennt kein Ziel und somit ist der Mensch, wie alle anderen Lebewesen, ein rein zufällig entstandenes Produkt. Die einzige Anforderung, die die Evolution an Lebewesen stellt, ist die, in ihrer aktuellen Umwelt Bestand zu haben. Einen Evolutionstrend wie etwa: vom Einfachen zum immer Komplexeren gibt es nicht. Es erscheint uns nur so, weil wir uns immer nur unsere eigene Evolution vor Augen führen. Picken wir uns aber nur eine beliebige andere Evolutionslinie heraus, stellen wir fest, dass es diesen Trend insgesamt gar nicht gibt, dass es sogar Evolutionslinien gibt, die vom Komplexen wieder hin zu einem einfacheren Bauplan gewechselt sind, wie das etwa bei vielen Parasiten so ist. Und: die überwältigende Mehrheit der Lebewesen ist nach wie vor extrem einfach gebaut: Bakterien, Archaeen, "Protisten" - sie alle sind einzellig und übertreffen in ihrer Zahl die der mehrzelligen Organismen bei Weitem, manche Wissenschaftler nehmen sogar an, dass ihre Biomasse ebenfalls die der anderen Organismen übersteigen soll, wenngleich die Mehrheit der Biologen davon überzeugt ist, dass den größten Teil der Biomasse wohl die Landpflanzen ausmachen.

Zweitens: bist du mit dem Konzept der ökologischen Nische vertraut? Als ökologische Nische bezeichnet man das Wechselspiel zwischen den ökologischen Anforderungen der Umwelt eines Lebewesens (den so genannten Lizenzen) und dessen genetisch bedingten Reaktionsbreiten (den so genannten Valenzen), mit denen es diesen Lizenzen gegenüber tritt, was sich üblicherweise in einer bestimmten Toleranzbreite innerhalb der einzelnen Lizenzen äußert, in denen das Lebewesen existieren bzw. sich erfolgreich fortpflanzen kann. Die Nische ist also kein Raum, der von der Umwelt bereitgestellt wird, sondern viel eher eine Art "Beruf", den das Lebewesen ausfüllt. Das Konkurrenz-Modell besagt nun, dass eine ökologische Nische in einem Lebensraum nur von einer einzigen Art besetzt werden kann. Wollen zwei verschiedene Arten dieselbe Nische besetzen, kommt es daher zwangsläufig zur Konkurrenz zwischen den beiden Arten, mit der Folge, dass eine der beiden Arten die andere verdrängen wird oder zur Anpassung und damit zu einer veränderten Einnischung zwingt. Es kann daher gar keine zweite Spezies auf der Erde geben, welche exakt die gleiche ökologische Nische besetzt wie wir. Das bedeutet aber nicht, dass wir Menschen die einzig intelligente Lebensform auf der Erde sein müssen. Viele Tiere, selbst vergleichsweise "einfache" wie Insekten, sind zu beeindruckenden kognitiven Leistungen fähig.

Und wer weiß, vielleicht gibt es durchaus auch eine zweite intelligente Spezies, die aber in einem ganz anderen Lebensraum zu finden ist? Vielleicht hat Frank Schätzings Roman "Der Schwarm" mit der Realität mehr zu tun als uns lieb ist? Wer weiß das schon ... ?

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig
Also, wenn man jetzt an die Evolutionstheorie glaubt.

Das sollte man nicht tun. Es gibt so unendlich viele Fakten, die die Evolutionstheorie belegen, dass man hier von Wissen sprechen kann. Glauben muss man da nix.

Warum sind wir Menschen die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten, die intelligent sind?

Falsche Annahme. Es gibt viele andere Tiere, die intelligent sind. Intelligenz ist evolutionär nicht bedeutender als die Schleimspur der Schnecke oder die Sehfähigkeit des Adlers.

Warum haben sich die anderen Tiere auch nicht so entwickelt wie wir?

Warum sollten Sie? Das wäre ja ungünstig für sie.

Der Antrieb der Evolution ist die Weitergabe der Gene. Wer das schafft, ist ein Gewinner der Evolution. Welches Mittel er dafür anwendet, spielt keine große Rolle, solange es eben erfolgreich ist.

Es gibt in der Natur sogenannte ökologische Nischen. Das meint bestimmte Bedingungen, unter denen Leben sich erfolgreich reproduzieren können. Der Tintenfisch kann das wunderbar unter Wasser und ist uns hierbei um Größenordnungen überlegen. Schnecken können das wunderbar unter Steinen, Pinguine im Eis. Warum sollte sich irgend etwas "gleich" entwickeln? Das würde keinen Sinn machen.

Die Vielfalt des Lebens ist Folge der Anpassung an all diese verschiedenen Lebensräume und -bedingungen. Und wenn eine Nische besetzt ist, ist es nur sehr selten ein Vorteil für eine andere Art, in diese hineindrängeln zu "wollen".

dass man sich gegenseitig kommunizieren kann

Man kann mit Affen, Delphinen, manchen Vögeln, Hunden und sogar Katzen in gewissen Grenzen sehr gut kommuniziernen.

Wichtig ist aber zu verstehen, dass unsere Art zu kommunizieren für ihren Erfolg bei der Reproduktion völlig unwichtig ist.

Woher ich das weiß:Recherche

Vor allem ist die Entwicklung zur menschlichen Intelligenz ja in evolutionären Maßstäben schnell abgelaufen innerhalb weniger Millionen Jahre. Die Dinosaurier haben das in 120 Mio Jahren nicht geschafft. Es mögen sich nicht nur einzelne Änderungen vererben, sondern ganze Trends, so der Trend zu einem immer größeren Gehirn.

Ein Gehirn kann nicht einfach so immer größer werden, es braucht Platz dafür und der dann schwere Kopf muss von Muskeln gehalten werden. Ein zentraler Knochen, der unser großes Gehirn ermöglicht, ist das Keilbein. Das hat seine Lage immer verändert, es hast sich gedreht, und die Drehung hat jeweils größere Gehirn erlaubt. Es kann dieser Trend zu einer Drehung sein, der die Entwicklung beschleunigt hat. Man hat festgestellt, dass diese Drehung immer schneller stattfand und unsere Entwicklung ist genauso immer schneller abgelaufen. Millionen Jahren sind unsere Vorfahren zwar schon auf zwei Beinen rumgelaufen, blieben dabei aber ziemlich blöd. Dann hat sich die Entwicklung beschleunigt. Eine weitere Drehung ist nach Meinung einiger Forschung überfällig bzw. findet bereits statt.

Nun wäre all dies nicht in Gang geraten, wenn die zusätzliche Intelligenz nicht jeweils auch Vorteile gebracht hätte. Was aber hätte ein Oktopus von seiner Schlauheit?

Warum entwickelte sich nur die Gattung Homo stärker als andere Tiere?

Jeder Schimpanse und jedes Wildschwein sind stärker als Du... oder meinst Du damit nicht Kraft?

Also in so einer Basis sodass man sich gegenseitig kommunizieren kann

Tun Tiere doch. Wale, Singvögel, ... selbst Ameisen und Bienen haben eine Sprache. Nur eben keine, die andere Arten richtig gut verstehen können. Geht uns doch auch so, wir verstehen nicht die Hälfte von dem, was Wale sich so erzählen.

Warum sind wir Menschen die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten, die intelligent sind?

Das ist eine maßlose Selbstüberschätzung...

Warum haben sich die anderen Tiere auch nicht so entwickelt wie wir?

Hätten sich alle Tiere gleich entwickelt würden sie um die gleichen Nahrungsgrundlagen, das gleiche Gebiet, etc. konkurrieren. Das macht keinen Sinn, es würden sich automatisch neue Arten an die unbesetzten Gebiete anpassen wo ungenutztes Futter rumliegt... weil es einen riesigen Vorteil bringt.

wenn man jetzt an die Evolutionstheorie glaubt

Das ist keine Glaubensfrage. Evolution nennen wir die Fakten das sich Arten um uns herum der Umgebung anpassen von Generation zu Generation. Evolutionstheorie ist die mit Abstand beste Erklärung die Menschen dafür finden konnten. Da kann man schon von Wissen sprechen, Glauben ist was anderes...

Ich fürchte so ganz habe ich nicht verstanden, was genau deine Frage jetzt ist?

Hallo sikerim6599,

Warum sind wir Menschen die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten, die intelligent sind?

Sind wir das denn?

Früher ist man zwar davon ausgegangen, daß wir die Intelligenz quasi gepachtet haben, aber das ist längst nicht mehr haltbar.

Ich will damit jetzt nicht auf den Neandertaler anspielen, denn das war ja nur eine andere und sehr nahe verwandte Linie von uns.

Ziemlich sicher haben einige Delphine/Wale eine ähnlich hohe Intelligenz. Es könnte noch weitere Spezies geben, auf die das auch zutrifft, aber zur Widerlegung ist ja nur ein anderer Fall erforderlich.

Der allgemeine Begriff Intelligenz ist sowieso nichtssagend, denn er betrifft jede Spezies, die ein Gehirn besitzt, egal wie mickrig das auch sein mag.

Wenn man nicht ganz so weit in den "Keller" will, dann muß man diese Eigenschaft aber allen Säugern, Vögeln, Reptilien, Fischen... zugestehen.

Wir müssen also weiter eingrenzen - die Fähigkeit zu abstrakter Planung wäre eine ziemlich treffende Formulierung - ich bezeichne das mal als Hochintelligenz.

Das trifft auf Delphine ziemlich sicher auch zu. Sprachfähigkeit haben sie auch und sie interagieren sozial. Was ihnen aber fehlt ist die Fähigkeit der Zivilisations- bildung. Sie haben nämlich keine Greifwerkzeuge, können somit keine Werkzeuge herstellen, also auch keine Schrift entwickeln und damit sind sie raus - aber nur wegen körperlicher Defizite.

Schönen Gruß

PS:

Unter den Walen gibt es übrigens gleich mehrere Kandidaten, mindestens Tümmler und Orcas.

Wahrscheinlich auch Pottwale, zu denen es interessante Berichte aus dem vorletzten Jahrhundert gibt.

Damals wurde intensiver Walfang betrieben, allerdings verlief das nicht so reibungslos - einige Pottwale sind regelrecht in die Offensive gegangen und haben Walfangschiffe versenkt.

Und zwar gezielt und ausschließlich Walfangschiffe. Das setzt die Fähigkeit voraus sich eine erfolgversprechende Taktik zu überlegen.

Ups .... versehentlich auf " nicht hilfreich" gekommen. ..

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