Warum entsteht eine Embolie , wenn man über mehrere Tage hinweg 40 Stunden am Stück spielt?

5 Antworten

Hallo Egla,

ich halte so etwas ohne genetische Disposition für sehr unwahrscheinlich. 

Das Blut in Extremitäten neigt bei Ruhigstellung nach einiger Zeit zu einer Thrombenbildung, die einen Embolus in den Lungenkreislauf einschwemmen kann. Dass dies aber nach nur 40 Stunden bereits passiert, halte ich für äußerst unwahrscheinlich (aber nicht unmöglich).

Blut, das nicht in Bewegung ist, gerinnt. Beim Einen schneller, beim Anderen langsamer. Und da, wo einmal ein Bisschen geronnen ist, lagert sich gerne mehr an.

Wenn man nun zu lange die Beine nicht bewegt, bewegt sich auch das Blut darin nicht (Blutfluss in den Venen entsteht durch Muskelbewegung). Dann kann es, vor allem wenn man ne genetisch bedingte starke Neigung dazu hat, zu Blutgerinnseln kommen. Die sind erstmal nicht besonders schlimm. 

Meistens beginnt das Wachstum von so einem Thrombus an einer Stelle, wo die innere Wand der Vene verletzt ist... Was z.B. bei Menschen mit Arteriosklerose, Diabetes oder hohem Cholesterinspiegel der Fall sein kann... Oder wenn mal operiert wurde. 

Der Thrombus bleibt oft an Ort und Stelle hängen, wächst aber ggf. in beeindruckende Größen... Es wurden schon 30cm lange Thromben gefunden. Wenn man sich aber auf einmal bewegt, kanns sein dass sich der Thrombus, oder ein Teil davon, löst.

Dann schwimmt dieser Klumpen erstmal im Blut mit... Durch die Venen in die rechte Vorkammer, in die rechte Hauptkammer, dann in den Lungenkreislauf... Soweit kein Problem, die Durchgänge sind groß. Aber in der Lunge verzweigen sich die Adern in winzigste Kapillaren, wo immer nur ein einzelnes Blutkörperchen durchkommt. Ein großer Klumpen kommt da definitiv nicht durch, sondern verursacht, je nach seiner Größe, ne Verstopfung in nem größeren oder kleineren Lungengefäß. Egsl wie groß, es heißt Lungenembolie.

Eine kleine Verstopfung macht sich vielleicht in leichter Luftnot und leichten Brustschmerzen bemerkbar... Der Sportler würde bemerken, dass er keine Leistung mehr bringen kann.

Wenn diese Verstopfung richtig groß ist, staut sich das komplette Blutvolumen zurück. Und Blockiert, wenn man so will, das Herz. Und das kann dann nicht mehr schlagen.

Ist übrigens auch eine der Arten von Herzstillstand, wo die Chancen der Wiederbelebung eher schlecht stehen.

Das heißt, das Problem beim Zockmarathon ist nicht das Zocken, sondern das Stillsitzen. Nicht ohne Grund sollen gerade ältere Leute bei stundenlangen Flügen oder Zugfahrten auch mal aufstehen und rumlaufen.

Wenn du sonst gesund bist, solltest du alle 2-3h mal aufstehen, aufs Klo gehen, was trinken... Dabei ein Bisschen durchs Haus laufen, 5min reichen. Und damit wäre die Gefahr gebannt. Wenn du ohnehin schon ein Thromboseproblem haben solltest: Vergiss den Zockmarathon. Ist übrigens auch sonst nicht gesund.

achso , krass. Ich dachte immer, dass das Blut selbst wenn man sich nicht bewegt trotzdem normal sein würde, weil das Herz ja wie eine Pumpe fungiert.

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@egla666

Die Pumpwirkung des Herzens wirkt nur in den Arterien, also den Gefäßen die vom Herzen weg führen. Deswegen haben Venen auch keinen Puls... Die werden nur von Muskeln, die drumrum sind, bei deren Bewegung zusammengedrückt, und Venenklappen verhindern dass das Blut wieder zurück fließt. 

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Ich weiß nicht, ob diese Geschichten wirklich eindeutig belegt sind ...
Theoretisch denkbar ist, dass zu wenig getrunken wurde und dadurch und den Bewegungsmangel eine Verklumpung von Blutkörperchen geförder wurde. Durch eine solche Verklumpfung kann ein 'Propf' entstehen, der wie ein kleiner Korken eine Ader verstopft. Wenn das die Blutversorgung der Lunge betrifft, kann das relativ schnell tödlich sein.

Einige Zeit später:
Schade. Über ein 'Danke' hätte ich mich gefreut. Eigentlich doch übliche Höflichkeit.

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