Warum empfinden manche Leute das Wörtchen "man" als falsch?

9 Antworten

Das ist genau das selbe wie wenn man sich über herrlich und dämlich beschwert.

Das Wort Herr kann man für Frauen und Männer benutzen: Herrin.

Das Wort Dame kommt von französisch dame und das von latein domina, was Herrin bedeutet. Interessanter Weise kann man das nicht für Männer benutzen.

Das Wort dämlich kommt vom Mitteldeutschen und Niederdeutschen Verb dämelen "nicht ganz bei Sinnen sein" oder lateinisch temulentus "betrunken". Ganz andere Wortherkunft.

Das Wort man ist ein Mittelhochdeutsches Wort und bedeutet irgendeiner, Mensch.

Wer also Frau anstatt man sagt, weil "man" ihnen zu sexistisch ist, ist einfach dämlich und beweist sein Mangel an Bildung!

Hallo, wenn du es aus Sicht der Psychotherapie siehst, würde jeder Therapeut einen sofort umpolen und alles was auf einen bezogen ist, wird " man " zu " ich". Also z.B. : Ich könnte versuchen mich zu ändern. Statt: Man könnte versuchen sich zu ändern. LG

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Und als Hobby

Manchmal ist es zu unbestimmt. Ich hasse es z.B. in Meetings wenn gesagt wird "man sollte das so und so machen" oder "man muss...." Der Herr oder Frau "Man" hat somit immer verdammt viele Aufgaben und gemacht wirds dann trotzdem nicht weil sich niemand angesprochen fühlt. Daher mag ich das in dem zusammenhang oftmals einfach nicht. Aber ansonsten kann man das Wort durchaus benutzen ;-)

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Lebenserfahrung mit Höhen und Tiefen

Und was ist mit der Aussage "man könnte ja...." ?

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Bei mir hat die Abneigung nichts mit Mann oder Frau zu tun. Mir dem Wort man verallgemeinern Leute gerne ihre eigene Einstellung, Erwartung ihr Defizit etc. Z.B. daran denkt man doch nicht, man macht das so, das möchte man nicht.

Früher sagte das meine Mutter ständig, um zu suggerieren, dass ihre Auffassung der Norm entspricht. Beispiel: Man ist um 22 Uhr zu Hause. Mein Fazit: Ich weiß nicht, wer man ist, ich bin es in jedem Fall nicht.

Hallo Bloximox,

das Pronomen ist sehr unpersönlich - und oft "verstecken" sich Menschen in einer Aussage dahinter, wo sie schon Bezug auf sich selbst nehmen, aber eher die verallgemeinerte Aussage treffen.

Beispiel: Das macht man nicht.

Die Person, die die Aussage trifft, macht etwas nicht, was aber generell gemacht werden könnte. Ferner impliziert die unpersönliche Aussage eine Normativität.

Beispiel: Ich mach das nicht. Es ist für viele Menschen eher unüblich, das zu machen.

Hier ist die gleiche Aussage ausgeführt, auf die eigentliche Person bezogen und eine Vermutung zu einer Allgemeingültigkeit (mögliche Normativität) geäußert.

In einer mathematischen oder physikalischen Aufgabenstellung lesen wir oft: Man berechne ...

Hier ist gemeint: Bitte berechnen Sie ..., was wiederum die Student*innen persönlich anspricht und eher motiviert.

Wenn explizit eine Verallgemeinerung, die auch generell von allen Menschen getragen werden kann, gemacht werden soll, darf sich das "man" in ein "wir" verwandeln - und damit eine Gemeinschaft in den Vordergrund stellen.

Das "man" hat für einige Menschen damit ein Geschäckle - und sie mögen es nicht mögen und durch explizitere und genauere wie persönliche Aussageweisen ersetzen.

Ich persönlich vermeide "man", wo eine persönliche oder genauere Aussage möglich und angebracht ist.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

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