Warum durften manche Wörter ihr ß oder ihr ph behalten, andere aber nicht?

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9 Antworten

Ganz einfach, precursor,

"Grieß" enthält vor dem fraglichen Endbuchstaben/Laut einen LANGEN Vokal.

Vgl. fließen und Fluss.

"Dass" schreibt man mit -ss, weil der Vokal davor  KURZ gesprochen wird.

Und nun zu einem  Irrtum von Dir:

Delphin kannst Du mit ph oder mit f scheiben. Beide Schreibweisen sind korrekt.

Das Wort "Onomotaphobie" kannte ich bisher noch nicht ( der Duden auch nicht) , ich kenne nur "Onomatopöie"(Onomatopoesie = Lautmalerei))  - und das wird und wurde nie mit ph geschrieben.

Bei "Phobie" hat man wohl  akademisch die griechische Herkunft des Wortes  erhalten wollen.  "Fobie" sieht für mich auch wirklich ein bisschen seltsam aus, und auch in anderen Sprachen (z.B. Englisch) hat man bei Wörters mit "...phobia" das ph beibehalten.

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 20:54

Vielen Dank :-))

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Das "ß" bei Grieß erklärt sich dadurch, dass der Vokal lang gesprochen wird. Bei "dass" ist der Vokal kurz.

"Delfin" geht auch als "Delphin" durch. Beide Varianten sind korrekt.  "Phobie" geht aber nicht als "Fobie" durch. Irgendwo in der Tat inkonsequent. Manchmal ist das f (zusätzlich zur alten Variante) erlaubt, manchmal nicht. Weiß der Fuchs, warum. 

Schwedisch ist da konsequenter: Physik > fysik und Phobie > fobi

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 23:13

Danke :-)) !

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Endlich mal jemand, der es anspricht.

Beim ß gibt es eine klare Regel: Steht davor ein kurz gesprochener Vokal, dann ss, sonst ß.
Das akzeptieren dann die meisten und richten sich danach. Ich finde, man könnte ruhig mal nachhaken, was es mit der Regel auf sich hat, denn wenn man dem Computerzeitalter Rechnung tragen wollte, in dem viele auf englischer Tastatur schreiben, hat man nicht viel gewonnen, wenn man das ß nicht gänzlich abschafft.

Mich würde also interessieren, weshalb das ß nicht immer als ss geschrieben werden kann.

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Beim ph bin ich genauso verwirrt wie du. Ich habe gehört, dass man sich dem Englischen angleichen wollte. Wer des Englischen nicht mächtig ist, dem bleibt nichts anderes übrig, als auswendig zu lernen, wann ph geschrieben wird, wann f.

Philosophie oder Filosofie? Sofie als Name mit f ist ja bereits in Mode.

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Wenn ich mich ärgere, dann mache ich mir bewusst, dass es wahrscheinlich daran liegt, dass ich in eine Übergangsgeneration hinein gewachsen bin und in der Schule beides gelehrt worden bin, was mich sehr durcheinander gebracht hat.
Künftige Generationen müssen nur ein Deutsch lernen.

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 12:19

Deine Antwort gefällt mir :-))

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Kommentar von scatha
09.06.2016, 12:32

"Mode" ist tatsächlich ein wichtiger Begriff :D

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Kommentar von atzef
09.06.2016, 12:51

Rechtschreibung ist im Kern der Versuch, schriftlich korrekt wiederzugeben, wie die Sprache lautlich gesprochen wird. :-)

Nach neuer Rechtschreibung ist es weitestgehend egal, ob man f oder ph schreibt. Das finde ich auch absolut vertretbar, weil es keinen lautlichen Unterschied gibt.

Bei ss und ß sieht das aber anders aus. Hier regiert die Länge des gesprochenen Vokals die Frage, ob man ss oder ß schreibt!

Anhand der richtigen Schreibung kann ich wissen, wie das Wort richtig ausgesprochen wird!

Fluss - das u muss kurz gesprochen werden.

Fuß - ich muss das u lang und darf es nicht kurz sprechen.

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Kommentar von PWolff
09.06.2016, 13:29

Als Schüler habe ich mich geweigert, einzusehen, weshalb man st nicht trennen durfte.

Habe später gelernt, dass man diese Ausnahme eingeführt hat, um den Schriftsetzern die Arbeit zu erleichtern (st war eine Ligatur).

Heute weigere ich mich, einzusehen, weshalb man ck nicht trennen darf. Das hat vergleichbare Ursachen - ck wurde beim Trennen zu k-k, und das versteht ein Computer nur mit ein klein wenig Nachhilfe.

Und zu ph/f: vermutlich hat da irgendjemand einen Schnitt bei einer bestimmten Popularität eines Wortes gesetzt.

Überhaupt halte ich die Rechtschreibreform für eine halbherzige Sache, die ein halbes Jahrhundert zu spät kam.

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Zunächst sollte man sagen, daß..sorry, "dass" Grammatik und Rechtschreibung historisch immer ein Versuch gewesen sind, die schon vorhandene Rechtschreibung des Volkes zu vereinheitlichen und Regeln aufzustellen, die beschreiben, wie die Sprache aufgebaut ist. Also : Erst Sprache, dann Grammatik+Rechtschreibung, nicht umgekehrt !

ß/ss : Wenn ß auf einen langen Vokal folgt, ist das ß geblieben, Beispiele: fließen, groß. Bei einem kurzen Vokal wurde ß wieder durch das alte "ss" ersetzt, Beispiele: krass, gefasst, "lass das!"
Dies war ein Versuch, die Plausibilität zu steigern. Früher hieß es z.B. "fassen/gefaßt", jetzt schreibt man "fassen/gefaßt"

Beim anderen Beispiel, Delfin, geht es wahrscheinlich darum, dass einige bisher (Fremd-)Wörter so häufig benutzt worden sind, dass man sie eindeutschen, und so schreiben wollte, wie andere lang etablierte deutsche Wörter aufgrund ihrer Aussprache geschrieben werden würden. Im Gegensatz dazu versucht man bei Fremdwörtern, die Schreibweise der Originalsprache nachzuahmen. Onomatophobie wird im Alltag nicht so häufig benutzt wie Delfin.

Wie Du siehst, habe ich noch immer einige Probleme mit der neuen "Ortografie", oder war es "Orthographie" ? Gewohnheit halt...

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 12:33

Du hast voll viel geschrieben, und auch hilfreiches, das finde ich super :-))

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Kommentar von atzef
09.06.2016, 12:58

"jetzt schreibt man "fassen/gefaßt"

Nee, "fassen/gefasst". :-)

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Für beides gibt es klare Rechtschreibregeln.

ß braucht man für die Darstellung des scharfen s-Lauts nach langem Vokal oder Doppelvokal (wie bei Grieß).

Bei ph und f kann man weit überwiegend beide Schreibweise gebrauchen.

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 12:21

Danke :-))

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Das ist willkürlich, ebenso wie die ganze undemokratisch und gegen den Willen der Bürger beschlossene "Rechtschreibreform". 

Nebenbei: Ich kaufe Thunfisch. Wenn "Tunfisch" auf der Dose steht, kaufe ich ihn nicht!

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 13:12

:-))

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Kommentar von Bswss
09.06.2016, 13:37

Irgendwie, Hardware02, machst Du Dich mit Deiner Prinzipenreiterei lächerlich.  DaAvon abgesehen stimmt es absolut nicht, dass die Rechtschreibreform "gegen denn Willen der Bürger" durchgesetzt wurde. Die Reform in der jetzt gültigen Form ist SEHR tolerant und lässt in vielen Fällen auch Alternativen zu.  Niemand wird  z.B. gezwungen, Portmonee zu schreiben - ich mache das auch nicht.

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Kommentar von scatha
09.06.2016, 17:45

Auch Ekschperden haben persönliche Vorlieben :P

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Darüber haben sich Experten geeinigt und ist deshalb unverständlich? Es sei denn man hat eine ähnliche Veranlagung?

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 12:22

Veranlagung ?

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Irgend eine Logik wird schon dahinter stecken, aber die ist wohl vor allem den Leuten ersichtlich, die diese Änderungen vorgenommen haben.

Als Schweizerin ist für mich schon die Unterscheidung von "ss" und "ß" ein Buch mit sieben Siegeln ;)

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 12:20

Ok :-))

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Kommentar von atzef
09.06.2016, 12:32

Gerade die ist eigentlich recht simpel und übersichtlich.

Es gibt in der deutschen Sprache 2 s-Laute, ein weiches, stimmhaftes s wie in summen oder reisen und ein hartes, scharfes, stimmloses s wie in Hass.

Dieses scharfe, harte, stimmlose s taucht nun in Wörtern hinter kurzem Vokal = ss auf: Fluss, Kuss, Biss etc.

oder in Wörtern mit vorangehendem langen Vokal = ß. Fuß, Ruß (aber Russe) , Buße,

oder in Wörtern mit Diphtong, also Doppelvokal = außer, Grieß, dreißig.

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Solche Kuriositäten kann man nicht erklären.

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Kommentar von precursor
09.06.2016, 12:15

Ok :-))

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Kommentar von atzef
09.06.2016, 12:24

Hehe, doch. Kann man. :-)

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Kommentar von scatha
09.06.2016, 14:45

Erklären kann man so einiges. Nachvollziehen schon weniger. Gutheißen, nun, das ist eine ganz andere Kategorie.

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