Warum dürfen wir Deutschen keine eigene Meinung haben?

15 Antworten

....sie regen sich über Deutschland auf, aber wohnen hier.

Ähm.... Dieser Satz trifft nur auf Ausländer zu - deiner Meinung nach...? M.E. handhaben das Deutsche auch ganz gut, wenn es nicht sogar einige noch besser können als ausländische Mitbürger.

Jeder darf eine Meinung haben und diese äussern. Allerdings sollte man wohl und abwägend formulieren.

Du beherrschst diese Kunst nicht besonders. Und das, nur das(!), ist dein Problem....

Will sagen, du konntest hier wunderbar deine Meinung sagen. Das bedeutet noch lange nicht, dass ich deine Meinung gut finden Muss. Tu ich nämlich nicht, weil du dich allgemeinplatz- und klischeehaft ausdrückst.

Es wäre interessant zu erfahren, @Questyy, in welcher Altersgruppe Du dies häufig so erlebst und wie alt Du selbst bist. Diese Themen werden durchaus in verschiedenen Altersstufen unterschiedlich diskutiert. Problematische Verhaltensmuster und Haltungen gibt es in jeder Altersstufe, aber: Der Reife-, Erfahrungs-  und Erkenntnisfaktor spielt bei älteren Jahrgängen doch hier und da eine Rolle.

Auch schreibst Du in Deiner Frage, als seien es vor allem Leute mit Migrationshintergrund, die dieses (Deutschland) ablehnende Verhalten zeigen, obwohl sie doch hier leben - in der danach entstandenen Diskussion schriebst Du aber, Du seist hier womöglich falsch interpretiert worden und  meintest auch Deutsche, die sich gegen andere Deutsche richten und sie als "Nazi und Co." beschimpfen, wenn diese sich kritisch zum "Migrantenthema" äußern.

Mir fehlt in Deiner Frage der Konsens, denn es bestehen bezüglich Kritik und der Äußerung von Bedenken und Sorgen wegen solcher Dinge immense Unterschiede - da geht die "kritische Äußerung" von "allgemeinem Pöbeln zur Fundierung der privaten politischen und sozialen Haltung" bis hin  zu wohlüberlegter Kritik anhand sachlicher Fakten und Zahlen oder der kritischen Besprechung konkreter Vorkommnisse - und dies mal sachlicher und neutraler, mal weniger sachlich und weniger neutral.

Und auch die Reaktionen auf diesen oder jenen Level von Kritik fallen entsprechend der Persönlichkeit, des menschlichen und sozialen Bewusstseins, aber auch der inneren Toleranz bzw. Toleranzgrenze, der politischen und sozialen Haltung und nicht zuletzt auch des Wissens oder Unwissens über kompliziertere Zusammenhänge aus.

So einfach ist die Sache also nicht - weder ist das Thema  "einfach" zu besprechen, noch sind Reaktionen bzw. Diskussionen um das Thema schlicht und einfach zu betrachten und das Thema auf "Man wird als Deutscher ja wohl noch sagen dürfen.." zu reduzieren. Bei allem, was man "darf" bzw. "nicht darf", ist nicht Nationalität und kultuerelle Zugehörigkeit das Kritieritum, sondern das oben Genannte.

Nach dem Verlauf der Diskussion hier, mit Pöbeleien, Unterstellungen und dem Anfeuern und Däumeln persönlicher Attacken auf einzelne User, die den herrschenden Ton und die "Methodik" hier kritisierten, hätte doch DIES zum Anlass genommen werden können, hier ein wenig zu moderieren - insbesonderere, weil doch Dein Thema oben exakt nach dem fragt, was hier dann geschah.

Das Thema ist nicht: "Kann man als (immerhin) Deutscher, der zu diesem Land und dieser Kultur gehört, bitte einmal in Ruhe etwas gegen Ausländer sagen, ohne gleich angriffen zu werden?" - sondern das Thema ist:

"Wie steht es um das allgemeine Bewusstsein von Leuten in Deutschland in Bezug auf das Thema "Migranten, Flüchtlinge, Gastmenschen" - und wer geht wie und warum damit um - und aufgrund welcher Basis - und mit welchem Focus und Ziel?"

Das Thema ist tatsächlich Bewusstsein, Bewusstheit. Dazu gehören die Fähigkeit zur Selbstreflexion, das Verstehen menschlicher und psychologischer Aspekte (der eigenen UND des Gegenübers), aber auch Stil, ein Gefühl für Grenzen sind hier absolut relevant.

Wenn Grenzen des Gegenübers bereits sehr schlecht bzw, gar nicht wahrgenommen werden und eigene sich chronisch "überrannt" anfühlen, ist eine sachliche Diskussion gar nicht möglich. Das hast Du hier nicht bemerkt?

Wenn andere dabei dann auch noch tagelang aus ersten Rängen heraus zusehen und NICHT schlichtend und moderierend eingreifen, obwohl sie als Fragende und zur Diskussion Aufrufende hier mit verantwortlich sind, muss man sich fragen, welchem Zweck das Aufbringen dieses Themas womöglich gedient hat und was hier dem Fragesteller womöglich "recht genug" war.

Ein angebliches "Problembewusstsein", eine angeblich "vernünftig-kritische" Haltung, die lediglich "anmerken" will, wo Anmerkung berechtigt ist - und der aber jeder Sinn für gröbste Verantwortung und jedes Gespür für subtile und offene Gewaltformen fehlt - die gibt es nicht.

Eine generelles Gespür für Grenzen (für die des Gegenübers, nicht lediglich für die eigenen, persönlichen) sowie auch die Fähigkeit zum Erkennen von Eigenverantwortung im sozialen und menschlichen Sinn sind unverzichtbar, wenn man über derart komplexe und komplizierte Themen sprechen und in diesem Rahmen auch über "Gut und "Schlecht", über "Ok" und "problematisch" urteilen möchte.

Kein blindes Pöbeln samt Schlägen unter die Gürtellinie, sondern eine erwachsene Diskussion am Thema und unter Anwendung von Sachlichkeit, Respekt und Grenzwahrung - auch dies (!!) ist Eine Errungenschaft moderner Gesellschaften, die Du verteidigt, gepflegt und erhalten wissen willst. Hast Du bemerkt, dass hier unter Deiner Frage tagelang exakt diese Werte in die Tonne getreten wurden?

WAS ist Dein Beitrag für eine solche freie und fortschrittliche Gesellschaft, wenn dies hier (für Spätleser: Es wurde weitestgehend gelöscht, der User gesperrt) KEIN Grund für eine scharfe Moderation von Deiner Seite war? Von welchen Werten sprichst Du, die durch Einwanderung und "fremde Kultur" womöglich in Gefahr gebracht werden, wenn Du für diese Werte gar nicht aufstehst? Eine rein rhetorische Frage, ich denke nicht, dass wir hier zu diesem Zeitpunkt weiterkommen.

Klar darfst Du als Deutscher eine eigene Meinung haben, aber es kommt doch vor allem darauf an, wie man Kritik äußert.

Wenn man zu jemand sagt, dass er das eben nicht so gut kann, weil er Afrikaner sei, dann ist das nun mal rassistisch! (So nur als Beispiel).

Ich weiß jetzt auch nicht warum das so ist, aber oft wird von mir angenommen, dass ich keine Deutsche sei. Ich bin weder dunkelhäutig noch hätte ich besonders dunkle Haare... Und ich spreche eben so Deutsch, wie es bei uns in der Gegend üblich ist, also Schwäbisch, ohne irgend einen fremden Akzent.

Nein, ich meine nur, mich regt es auf, uns an den Kopf werfen zu lassen, dass wir Deutschen dumm sind. Aber sobald man sich verteidigen möchte, ist man "rassistisch" ...

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@Questyy

So etwas ist mir persönlich noch nicht passiert und ich habe jetzt seit 2009 Erfahrung mit Asylbewerbern.

Und In meinem Berufsleben hatte ich auch schon eine ganze Reihe Vorgesetzte und Kollegen, die alle möglichen Nationalitäten hatten. Mit denen hatte ich auch noch nie ein Problem. Und die beste Chefin von allen kam aus Afrika! Und ein anderer, mit dem ich mich auch sehr gut verstand war ein jüdischer US-Amerikaner, der aber im KZ Dachau geboren wurde! Und dessen direkter Vorgesetzter war ein Australier, auch ein ganz lustiges "Haus"! Jetzt könnte ich noch eine ganze Reihe anderer Nationalitäten nennen!

Es kommt schon immer auch ein wenig darauf an, wie man diesen Leuten entgegentritt. Die merken eben doch, wenn man ihnen gegenüber negativ eingestellt ist. Wie es in den Wald reinruft, hallt es eben dann manchmal zurück!

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Natürlich darf jeder seine eigene Meinung haben. Aber niemand darf erwarten, dass diese unwidersprochen bleibt. Gerade das macht Meinungsfreiheit aus.

Dazu kommt noch, sie regen sich über Deutschland auf, aber wohnen hier.

Wo ist hier das Problem? Ich lebe seit 52 Jahren in Deutschland und rege mich seit ca. 40 Jahren darüber auf.

Da wir "uns" eher an sie anpassen müssen, anstatt "sie" an uns,

Es ist ein Mythos, dass es je eine gesunde Kultur gegeben hätte, die homogen und frei von Einflüssen und Veränderung ist.

Was ist den letzten Dekaden an Kulturmüll aus den USA bei uns reingeschwappt ist, hätte ich auch nicht alles haben müssen. Aber so läuft das nun mal nicht.

Kultur ist Assimilation. Immer. Sobald das aufhört, führt das unweigerlich zu Dekadenz.

ich bin auch überhaupt nicht rassistisch

Rassismus fängt hiermit an:

Da wir "uns" eher an sie anpassen müssen, anstatt "sie" an uns

Diese Unterscheidung in "wir" und "die" ist die Basis für alles Unglück auf der Welt.


Aber ich habe Angst das unsere Kultur irgendwann nicht mehr existiert.

Gegen diese verbreitete Angst gibt es ein gutes Mittel .. einsehen, dass du dank deiner Vorfahren, Eltern, Großeltern und noch ein paar Generationen weiter, schon viel mehr "die anderen" bist, als du denkst:    

https://youtube.com/watch?v=tyaEQEmt5ls

WOW.

Ich habe gerade Tränen in den Augen. Absolut genial. Wer sich angesichts dessen noch für etwas Besonderes oder gar Besseres hält, kann nur völlig verroht sein.

Danke für dieses Video.

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