Warum dürfen Radrennfahrer die Straße benutzen auch wenn ein Radweg vorhanden ist?

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14 Antworten

Hallo, die eigentliche Frage lautet doch, weshalb sind 10 Jahre nach der StVO-Novelle noch immer so viele Radwege als solche ausgeschildert, die es gar nicht mehr (mit Schild) geben dürfte.

Lest mal, was das Bundesverkehrsminsterium (Staatssekretär Kasparick) zum Thema sagt: http://www.adfc-berlin.de/verkehrssicherheit

Berlin, 18. Juli 2008

In dieser Woche hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Verkehrssicherheitsbericht 2008 vorgelegt, den Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer am 16. Juli der Öffentlichkeit präsentiert hat.

Demnach ist die Anzahl der Schwerverletzten und Getöteten im Straßenverkehr seit Ende der 90er Jahre leicht rückläufig, während die Zahl der Leichtverletzten eher stagniert.

Anteile am Unfallgeschehen

Bezogen auf die Art der Verkehrsteilnahme sind motorisierte Verkehrsteilnehmer an mehr als 90 % aller Unfälle beteiligt, Radfahrer dagegen nur zu 3,5 %. Im Modal-Split, d. h. der Aufteilung der täglichen Wege auf die verschiedenen Verkehrsarten, hat der motorisierte Individualverkehr (MIV) nur einen Anteil von weniger als 30 %. Radfahrer tragen bei einem Modalsplit von inzwischen schätzungsweise 12 % demnach nur unterproportional zum Unfallgeschehen bei.

Personenschäden

Allerdings liegt der Anteil der motorisierten Verkehrsteilnehmer (ohne motorisiertes Zweirad) an Personenschäden bei unter 50 % bei weiter fallender Tendenz. Radfahrer tragen dagegen in den letzten drei Jahren mit 27 % zur Zahl der Verunglückten bei. Hierbei wird deutlich, dass motorisierte Verkehrsteilnehmer zwar überproportional zum Unfallgeschehen beitragen, aber vermutlich aufgrund der zahlreichen Sicherheitssysteme (Airbag etc.) deutlich seltener verletzt werden.

Unfallursachen

Als Hauptunfallursachen mit Fahrradfahrern als Hauptunfallverursacher gibt der Bericht "Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr" und das "Benutzen falscher Fahrbahnteile" (z. B. des Gehwegs oder von Radwegen entgegen der zugelassenen Fahrtrichtung) an. Als Unfallbeteiligte sind Radfahrer am meisten in Unfälle vom polizeilichen Typ 3 (Einbiegen/Kreuzen-Unfall) verwickelt.

Kasparick: "Wir haben in Deutschland keine Radwegebenutzungspflicht" Berlin, 20. Februar 2008

Diskussion der Petition im Deutschen Bundestag mit deutlicher Klarstellung des zuständigen Staatssekretärs

Die von rund 17.000 Bundesbürgern mitgezeichnete und die damit zu diesem Zeitpunkt am stärksten unterstützte Petition zur Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht wurde am Montag dieser Woche im Deutschen Bundestag diskutiert.

Neben dieser wurden in einer gut dreistündigen Sitzung des Petitionsausschusses sieben weitere Petitionen zum Thema Verkehrsrecht behandelt. Der Wortlaut der Sitzung ist jetzt auf Video on Demand im Internet abrufbar. Die endgültigen Entscheidungen zu allen Petitionen werden in einer späteren nichtöffentlichen Sitzung erfolgen.

Viel Verständnis für Lkw-Fahrer, meist Unverständnis für Fahrradfahrer

Vertreter aller Fraktionen äußerten viel Verständnis für die Sorgen von Lkw-Fahrern, die zehntausende zusätzlicher Parkplätze an Autobahnen in einer Petition auf Kosten der Steuerzahler forderten.

Offensichtlich weniger Verständnis hatten die Bundestagsabgeordneten für die Sorgen von Fahrradfahrern: "Beabsichtigen Sie tatsächlich den Fahrradfahrer gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern soweit zu privilegieren, dass er frei wählen darf, wo er fährt und alle anderen nicht?", fragt die Abgeordnete Heidrun Bluhm (Die Linke).

Benutzungspflicht ein Relikt aus dem alten Stand der alten Straßenverkehrsordnung

Überraschend deutlich fiel dagegen eine Klarstellung des zuständigen Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick (SPD), aus: "Wir haben in Deutschland keine Radwegebenutzungspflicht." Nach Auffassung Kasparicks sind die Länder seit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung im Jahre 1997 in den vergangenen zehn Jahren offensichtlich nicht in der Lage gewesen, Bundesrecht ausreichend zu verstehen und anzuwenden.

Im Wortlaut sagte Kasparick zur Benutzungspflicht: "Das ist offensichtlich noch ein Relikt aus dem alten Stand der alten Straßenverkehrsordnung. Wir haben mit der Novelle ausdrücklich gesagt, eine Benutzungspflicht muss zwingend begründet werden im Einzelfall. Also eine Stadt sagt prinzipiell gibt es keine Benutzungspflicht, aber an bestimmten Straßen, an bestimmten Kreuzungen müssen wir aus Verkehrssicherheitsgründen eine Regelung treffen, die die Verkehre beispielsweise auseinanderzieht, so dass der Radfahrer auf der Radspur fährt und der motorisierte Verkehr auf der anderen Spur."

Neue Fahrradakademie soll Städte und Stadtplaner schulen

"Weil es genau um diesen Punkt Unklarheiten immer noch gibt, insbesondere mit den zuständigen Ländern und den Stadtplanern, also kommunale Aufgaben, haben wir von Seiten des Bundes gesagt, wir brauchen so etwas wie eine Fahrradakademie, wo wir Stadtplaner aus- und weiterbilden. Und die haben wir jetzt eingerichtet. Es gibt jetzt eine Fahrradakademie, die Stadtplanern helfen soll, durch europäischen Erfahrungsaustausch, durch nationalen Erfahrungsaustausch, mit diesem Problem beispielsweise der zu entmischenden Verkehre, mit Möglichkeiten elegante Lösungen zu finden innerstädtische Verkehre zu lösen, so dass wir Umweltziele erreichen, dass wir Gesundheitsziele erreichen, dass wir Verkehrssicherheit erreichen."

Radwegbenutzungspflicht darf nur im Einzelfall geprüft und angeordnet werden

"Das ist mir wichtig, das in dieser Runde noch einmal zu sagen: Die Straßenverkehrsordnung sagt, die Benutzungspflicht eines Radweges muss im Einzelfall erfolgen und sie muss zwingend begründet sein. Es reicht also nicht, dass da irgendein Stadtplaner sagt, ich stell' da mal ein blaues Schild hin."

Zunehmende Klagen von Fahrradfahrern vor Verwaltungsgerichten

"Allmählich spricht sich diese Gesetzeslage herum. Das führt nämlich dazu, dass wir beobachten können, dass der eine oder andere Radfahrer vor die Verwaltungsgerichte zieht und sagt, ich will aber das blaue Schild hier weg haben. Und dann muss die kommunale Behörde nachweisen, warum das zwingend erforderlich ist. Und wir haben eine zunehmende Zahl von Fällen, wo die Verwaltungsgerichte die Benutzungspflicht wieder aufheben."

Der Bundesgesetzgeber sagt es gibt keine Benutzungspflicht, es sei denn, in begründeten Einzelfällen

"Also deswegen sage ich nochmal, was ist Sache des Bundesgesetzgebers? Der Bundesgesetzgeber sagt es gibt keine Benutzungspflicht, es sei denn, in begründeten Einzelfällen. Zuständig für die Anordnung dieser Einzelfälle ist nicht mehr der Bund, sondern sind die Bundesländer und die müssen dafür sorgen im Gespräch mit den Kommunen, dass man zu vernünftigen zielorientierten Stadtplanungen kommt. Es ist nicht Sache des Bundes zu überlegen, wie machen wir denn den Radverkehr am Alex. Sondern es ist Sache der Stadt Berlin."

Kasparick sieht daher keinen Veränderungsbedarf in der Straßenverkehrsordnung

"Und deswegen sage ich aus Bundessicht, sehen wir an dieser Stelle im Grunde keinen Veränderungsbedarf in der Straßenverkehrsordnung. Sondern es ist Sache der Länder, Bundesrecht so zu vollziehen, wie es vom Gesetzgeber gemeint ist und der Gesetzgeber hat es sehr großzügig geregelt, der Bundesgesetzgeber, und hat gesagt, ihr müsst im Einzelfall nachweisen, dass es wirklich erforderlich ist und dann müssen die Länder dafür sorgen, dass es umgesetzt wird und die Stadtplaner müssen es entsprechend einrichten."

Morgen erstmal In Berlin gibt es ausgewiesene Strecken für Radrennsportler (Verein)z.B. Bezirke Eichkamp,Grunewald und Wannsee. Hier darf trotz Radweg die Straße benutzt werden, aber nur für vorgenannte.Möglicherweise wird dieses aber nur tolleriert und ist ein ungeschriebenes Gesetz. In der STVO gibt es dazu keine Angaben. Manuel

Auch Rennräder müssen den Radweg benutzen. Sie brauchen aber nicht unbedingt ein Licht (nur im Dunkeln), wenn es Sportgeräte sind, mit einem maximalen Gewicht. Du mußt aber unterscheiden zwischen einem Radweg und einem für Räder zugelassenen Weg. Nur wenn ein Radweg da ist muß man diesen auch benutzen. Wenn es ein gemischter Fuß/Radweg ist oder mit der Kenzzeichnung Fahrräder frei, kann man auch die Straße benutzen

Es ist einfach nicht möglich, ein Rennrad auf einem Fahrradweg bestimmungsgemäß, d.h. sportlich in schneller Fahrt, zu benutzen. Von der Anlage (Enge) der Wege her, von der Gefährdung der "normalen" Radfahrer, von den häufigen Grundstückseinfahrten usw. Wer sich in die Lage eines Radrennfahrers versetzt, müßte das eigentlich erkennen. Jedenfalls ist das ja auch der Grund, weswegen man letztlich die Straßenbenutzung erlaubt hat. Kinder, seid mal etwas toleranter! Es gäbe wichtigeres zu verbieten.

die öffentlichen Straßen sind ja auch nicht für Radrennen zulässig! Wenn man schneller fahren möchte, muß man halt auf eine geeignete Strecke ausweichen. Mit Sicherheit muß man sein Geschwindigkeit immer den örtlichen Begebenheiten anpassen. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer. Die Benutzung der Straße ist auch für Rennräder nicht erlaub wenn ein Fahrradweg vorhanden ist

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>weswegen man letztlich die Straßenbenutzung erlaubt hat.

Wo steht das?

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Dann muss ich mirgen darauf einstellen, das Formel1 Boliden und Seifenkisten mit der gleichen Argumentation auf öffentlichen VERKERHSWEGEN ihrem Sport nachgehen?
Tolerant einfordern in dem man die Rechte und Möglichkeiten der anderen einschränkt und seine eigenen erweitert, zeugt nicht davon, dass man selbst kaum Toleranzfähig ist.
Und wer auf einem öffentlichen Verkehrsweg seinem Sport nachgeht hat ohnehin irgendetwa snicht verstanden.
Ach ja, wo wohnst Du? Ich kenne da ein paar, die Suchen noch eine Möglichkeit mit ihre Minibikes Fun zu haben. Du hast doch nichts dagegen, wenn das auf der Strasse vor Deinem Haus geschieht, oder? Da Du Toleranz von anderen vorderst, wirst Du die sicher auch selbst aufbringen.

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Es gibt keine Sonderrechte für Rennradfahrer (außer die Sache mit dem Licht) - man riskiert auf der Straße ob mit oder ohne Rennrad EUR 15 Strafe. Die Einschätzung über Radwege teile ich (Gefährlich, unkomfortabel). Die Autofahrer reagieren auf Radfahrer, die nicht auf Radwegen fahren, teilweise sehr allergisch. Das Strafmaß entspricht übrigens einer Geschwindigkeitsüberschreibung von <10 km/h innerorts, in 2. Reihe halten, 2 Stunden an einer abgelaufenen Parkuhr stehen oder auf einem Radweg parken - alles kein Schwerverbrechen. Und man hat weder mit dem Auto noch mit dem Fahrrad ein "Anrecht" darauf, irgendeine Geschwindigkeit dauerhaft zu fahren. Lösung? Schwer - unter "Wie verhindere ich Radwegebau" habe ich höchst interessante Antworten hier bekommen.

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Der Radweg ist Teil der Straße. Es darf jeder Radfahrer die Straße benutzen, weil die Straße als solche dem Verkehr gewidmet ist.

Rennräder unter 11kg sind mit Batteriebeleuchtung zulässig siehe §67 StVZO.

Radwege müssen nur dann benutzt werden, wenn sie korrekt beschildert sind (schon daran scheitert es oft), benutzbar und zumutbar sind. Ob das wirklich so ist oder ob zB Scherben auf dem Radweg sind ist für die anderen Verkehrsteilnehmer of gar nicht zu erkennen. Warum sollte man sich als Besserwisser aufspielen anstatt dem anderen sein Recht zu lassen.

Erste vollständig richtige Antwort. DH!

Ein Problem vieler Radwege ist, dass die rechtlich keine sind, weil manche Voraussetzungen nicht erfüllt werden.

Leider benehmen sich viele Rennradfahrer daneben, glücklicherweise nicht alle, es gibt auch positive Beispiele!

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Wer behauptet denn sowas?

Das wäre mir neu dass Radrennfahrer ausserhalb offizieller Rennen, für die ja die betreffenden Strassen abgesperrt werden, andere Rechte und Pflichten haben wie andere Radfahrer!

In der StVO findet sich ach kein einziger Vermerk dass für Radrennfahrer andere Rechte und Vorschriften gelten.

Dazu habe ich bei einer ähnlichen Frage schon einmal meine Meinung geschrieben. Als ehemalige Radrennfahrerin habe ich damals auch die Straße benutzt, obwohl es Radwege gab.

  • Das hatte verschiedene Gründe.
    • Die Radrennreifen sind viel empfindlicher als normale Reifen
    • Auf dem Radweg gibt es immer wieder störende Hindernisse (Baumwurzeln, parkende Autos, Fußgänger etc.)
    • Radrennen finden nun mal auch auf der Straße statt und nicht auf Radwegen, wo man immer wieder rauf und runter muß, weil diese unterbrochen sind.
    • Und für Gruppen sind die Radwege nicht geeignet, weil oft zu schmal

Zu dem fahren die meisten Radrennfahrer schnellsten raus aus den Orten, damit sie ordentlich trainieren können. Wir sind auch immer zu Landstraßen gefahren, wo wenig Verkehr war. Aber auf den Weg dorthin, gab es halt teilweise Radwege

Darum habt doch ein wenig Verständnis für die richtigen Radsportler, die haben es momentan eh sehr schwer, durch die vielen Dopingfälle.

Die meisten Rennradfahrer meinen sie wären die absoluten Kings on the road, nur sie merken garnicht wie gefährlich sie leben. Fährt man so einen Hirni vom Sattel gibt es die höchsten Probleme für den Autofahrer, nur weil diese Idioten meinen sie wären auf der "Tour de France"!

Fahrräder brauchen vielen Bedigungen nicht zu entsprechen, wenn sie unter 12 Kilogramm wiegen (ider waren es 11 Kilogramm)?
Siehe aktuelles Heft Stiftung Warentest.
Aber dass die einen Radweg nicht benutzen müssen ist mir neu. Wo steht das?

liegt vielleicht daran dass die viel schneller unterwegs sind, ansonsten find ichs auch ungerecht. weiss aber gar nicht ob das überhaupt stimmt

Als Rennradfahrer darf man so einiges mehr als Autofahrer. Als Autofahrer darf man nicht den Radweg benutzen. Ist ja eigentlich schade, dann könnte man sich auch dort mit den Radfahrern Anlegen. Aber mal eine ganz andere Frage. Warum dürfen Autofahrer in 30iger Zonen 50 fahren. Warum dürfen Autofahrer Radfahrer abdrängen. Warum dürfen Autofahrer ......... Sie dürfen nicht!!! Sie tun es einfach. Und genauso ist das mit den Rennradfahrern. Außerdem bin ich der Meinung , das Leute die nicht das geringste mit Radfahren zu tun haben, sich erst mal auf das Bike setzen sollten bevor die über was reden von dem sie nicht die geringste Ahnung haben.

Da rege ich mich auch jedes Mal drüber auf. Besondes wenn sie dann noch die ganze Fahrbahn blockieren. Wenn ich Polizist wäre gäbe es dafür garantiert sofort ein Knöllchen

DH

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Es gibt aber schlimmeres. Ich rege mich als Radfahrer auch auf wenn Autos die Radwege zuparken. Da ist die Polizei auch nie zu sehen, vorallem nicht wenn es außerhalb der Politessenpfade ist

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Na ja... wenn man mit einem Rennrad unterwegs und halbwegs trainiert ist dann sind es doch eher die Autos, welche die Fahrbahn blockieren.

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ZUm Glück bist Du aber nicht Polizist, Maiki01, denn sonst würdest Du die StVO besser kennen.

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leute mit rennrädern benutzen meistens die straße, aber der eindruck, dass sie das dürfen, ist falsch. sie tun es eben massenhaft, weil sie frech sind und sich auf dem radweg nicht so gut austoben können. ein verstoß gegen die straßenverkehrsordnung ist es auf jeden fall!

Diese Dinger dürften ohne die vorgeschriebenen Sicheheitsausrüstungen normalerweise im öffentlichen Verkehrsraum nicht bewegt werden. Auch das Fahren auf er Staße obwohl ein Fahrradweg vorhanden ist ist zulässig. Dumm ist wer dummes tut.

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