Warum dürfen Homosexuelle in Deutschland kein Blut spenden?

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9 Antworten

Ich bin selbst (als Schwuler) auch ein klein wenig skeptisch, ob der Ausschluss von Homosexuellen wirklich per se notwendig ist, aber es gibt sehr gute Gründe dafür, wenn man das Ganze pragmatisch betrachtet. 

Man muss sich beim Thema Blutspenden vor Augen halten, dass die Entscheidenden zwei Dinge miteinander abwägen müssen. Die Versorgung mit Blut für die Krankenhäuser muss auf der einen Seite sichergestellt sein. Auf der anderen Seite darf von dem Spendeblut kein Risiko für den Empfänger ausgehen. 

Wenn man sich einmal anschaut, wie sexuell übertragbare Krankheiten wie u.a. AIDS sich ausbreiten, dann stellt man fest, dass sich diese in kleinen, geschlossenen Populationen viel leichter und schneller ausbreiten können, als in großen, offenen. Was will ich damit sagen? Es gibt nun mal nicht so viel Schwule. Und wenn in einer kleinen Population erst einmal einige angesteckt sind, dann machen Krankheiten halt schneller die Runde. 

D.h. wenn man Schwule vom Blutspenden ausschließt, dann nicht, weil man pauschal davon ausgeht, dass die alle viel untreuer und ausschweifender leben würden. Es ist tatsächlich so: Wenn ein schwuler und ein heterosexueller Mann im gleichen Zeitraum mit bspw. 10 unterschiedlichen Partnern Sex haben, dann ist statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit beim Schwulen höher, dass er sich dabei etwas eingefangen hat. Das hat nichts mit political correctness oder bösen Unterstellungen zu tun, das ist nun mal einfach Fakt. Das liegt wie eben Beschrieben an der kleinen Population an Schwulen und daran, dass schwule Sexpraktiken zusätzlich ein höheres Risiko der Übertragung beinhalten. 

Es geht hier also nicht um political correctness, sondern um die Gesundheit! Das Blutspendeverbot unterstellt Schwulen nicht, sie wären promiskuitiver als Heterosexuelle, es ist einfach der Tatsache geschuldet, dass das Risiko einer HIV Infektion höher ist. 

Ja - man kann Blut testen, aber auch diese Tests haben ihre Grenzen. Hat sich jemand frisch angesteckt und geht innerhalb von 3 Monaten Blut spenden, so ist das Risiko stark erhöht, dass der Test eine Falschaussage trifft. 

Daher meine Meinung: In Zeiten, wo die Blutversorgung absolut sichergestellt ist, macht es durchaus Sinn, alle unnötigen Risiken für die Blutspenden auszuschließen. Und dazu gehört das Blutspendeverbot für Schwule. Wenn die Blutkonserven allerdings knapp werden, dann spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen, Schwulen das Blutspenden zu erlauben - man kann ja den Fragebogen getrost anpassen und Fragen nach dem letzten HIV-Test oder der Promiskuität einbringen. Monogam lebende Paare sind zum Beispiel absolut unbedenkliche Spender.

Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass es beim Thema Blutspenden um Gesundheit geht, und nicht um political correctness. Wenn ich also Sätze höre wie "Wir sind in einem Demokratischen Land und daher sollte sowas erlaubt sein. " dann muss ich mich stark fragen wie eine sachliche, ärztliche Beurteilung der Lage einem Demokratieverständnis entgegenstehen kann. Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Hier ist einfach ein gewisses Maß an Pragmatismus geboten. Es würde mir geradezu Angst machen, wenn Ärzteverbände (oder werauchimmer hier die Entscheidung trifft) ihre Einschätzungen an der öffentlichen Meinung, und nicht an ihrer eigenen fachlichen Meinung festmachen würden.

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Hier geht es ausnahmsweise mal nicht um Political Correctness, Gleichberechtigung oder Nicht-Diskriminierung, sondern um die größtmögliche Sicherheit!

Mag sein, dass die meisten Schwulen "heutzutage" genauso sicherheitsbewusst bei ihren Sexualkontakten sind wie heterosexuelle Menschen oder Lesben - aber noch sprechen die Infektionsraten bei HIV eine andere Sprache!

http://www.dijg.de/homosexualitaet/wissenschaftliche-studien/hiv-aids-schwule-bisexuelle-maenner/

Natürlich ist es problematisch, dass nicht zwischen männlichen Prostituierten, "Knastbeziehungen" und "normalen" Schwulen unterschieden wird - aber auch britische Veganer dürfen (wegen Creutzfeldt-Jacob) in Deutschland nicht spenden!!!

Demokratie hat damit nichts zu tun - Ärzte werden schließlich auch nicht gewählt...

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Es geht darum, dass manche Krankheiten z.B: HIV durch gleichgeschlechtrigen Geschlechtsverkehr leichter übertragbar sind als durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr. HIV lässt sich trotz test erst nach 3 Monaten feststellen.

Allerdings finde ich es auch nicht richtig homosexuelle deshalb auszuschleißen. Ein Risiko geht von Leuten aus, die häufig ungeschützten Geschlechtsverkehr mit verschiedenden Partenrn haben. Diese sollte man von der Blutspende ausschließen, unabhängig ob homo oder heterosexuell.

Es gibt schleißlich auch viele homosexuelle die sich entsprechend vor HIV schützen, bei denen sehe ich keinen Grund sie auszuschließen.

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Kommentar von goali356
27.02.2016, 08:31

* 3 Wochen.

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Einfache Mathematik ist der Grund.
Bei homosexuellen Menschen ist der Prozentsatz einfach viel höher als der bei heterosexuellen.
Schließt man diesen hohen Prozentsatz im vorhinein aus, ist das Grundrisiko viel niedriger, dass HIV infiziertes Blut gespendet wird.

Ich persönlich finde das auch nicht toll, allerdings ist die Möglichkeit Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern auszuschließen viel zu aufwendig/kompliziert um es in den Vorgang zu integrieren.

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Kommentar von goali356
27.02.2016, 09:06

Man müsste nur die Fragen auswechseln.

Anstatt zu fragen ob die Personen homosexuell sind, müsste man fragen ob die Personen vorkurzem ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten oder ob sie mit wechselnden Partnern Geschlechtsverkehr hatten.

Klar kann man bei diesen Fragen auch lügen. Aber dies geht auch wenn man fragt ob die Personen Homosexuell sind. Außerdem ist es soweit ich weiß sogar eine Straftat dabei zu lügen, da man so andere Leute in Gefahr bringen könnte.

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Kommentar von Chewbaccat
27.02.2016, 09:24

Ach, man muss ja nur eine Frage austauschen. Mensch, eine Frage auf zig tausenden Zetteln, das ist doch nichts..

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Die Blutspende-Sperre für Homosexuelle (offiziell "MSM", Männer dei Sexualverkehr mit Männern haben) beruht tatsächlich auf der signifikant höheren HIV-Infektionsrate, die von allen (!) anderen Bevölkerungsgruppen um mehr als den Faktor 10 abweicht. Auch wenn man heute eine HIV-Infektion schon nach ca. 10 Tagen nachweisen kann, bleibt dieses "diagnostische Fenster" eben immer noch ein Stück offen. Im Übrigen gilt diese Vorgabe deutschlandweit und stammt vom Paul-Ehrlich-Institut.

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Da das Blut genauestens geprüft werden sollte, bevor es hilfreich zur Verfügung steht, sehe ich keinen Grund darin Homosexuelle von der Blutspende auszuschließen.

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Kommentar von Chewbaccat
27.02.2016, 09:04

Überall passieren Fehler, auch bei der Prüfung des Blutes kann das irgendwann mal passieren und in so einem Fall ist das Risiko um Längen gemildert.

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Gleich vornweg, es ist ja wohl nicht nur in Deutschland so und es gibt wohl auch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes.

Hier ein Kommentar in der SZ und durch einen Klick kannst Du dort auch über das Thema diskutieren oder zumindest einige Stimmen dazu lesen...

Meine persönliche Meinung, ganz so "unmöglich" ist diese Entscheidung wohl eher nicht... 

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/blutspendeverbot-fuer-homosexuelle-der-schutz-der-empfaenger-geht-vor-1.2458946
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Hier sehen wir wie verblödet die Menschheit ist! (ich mein nicht dich..)

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Kommentar von PayamNeu
27.02.2016, 08:23

💪

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Demokratie hat damit nichts zu tun. Hier geht es um die Übertragbarkeit von Krankheiten. Bei Homosexuellen im speziellen HIV. Das läßt sich natürlich auch durch Heteros übertragen, allerdings ist hier die Zahl der Erkrankten immer noch niedriger als bei Homos. 

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Kommentar von PayamNeu
27.02.2016, 08:24

Werden etwa keine HIV Test's gemacht ?

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