Warum denkt man bei einem Suizid nur an das Leid der Familie?

39 Antworten

Hallo :)

Ich finde, dass es nicht egoistisch ist sich selbst umzubringen.

Es ist irgendwie auch verstänldich, dass du hinterfragt, ob es nicht fraglich ist, dass es egoistisch sein könnte, dass Familie und Freunde erwarten, dass man für sie weiter leben sollte. Generell finde ich es seltsam, dass so viele meinen, dass scheinbar Depressive zum Psychiater gehen sollen und sich dort helfen lassen sollten. Ich meine sind sich Familie und Freunde nun zu fein, dass sie sich mit einem unterhalten?! Ja es gibt Momente im Leben, da läufts halt nicht so. Da braucht man Freunde, die sich auch um einen kümmern und nicht vorraussetzen, dass es einem IMMER gut geht.

Wenn diese Freunde, die möglicherweise dann noch Freunde sind, die scheinbar zu der Kategorie "beste" ( also 1-3 sehr gute Freunde) gehören, aber keiner von dennen sich für dich und deine Probleme interessiert und sich eben auch null Zeit für dich nimmt, dann kommt das neue Problem: "Niemand ist für einen da" hinzu.

Kommt nun noch hinzu, dass auf die Familie ebenfalls kein Verlass ist und sie möglichweise zum Problem das man hat dazu gehört, dann ja?!- Wenn also ein Problem da ist und Freunde/ Familie nicht für einen da sind, dann häufen sich die Probleme sozusagen. Warum soll es den dann egoistisch sein, wenn man sich umbringt?

Vielleicht hatte man in der Vergangenheit ne gute Zeit zusammen. Aber es gab halt einfach zu viele Veränderungen. Man bleibt in Errinnerung der Familie und Freunde. Leuten, die Suizid begangen haben vorzuwerfen sie seien egoistisch ist teilweise unrecht :? Schließlich waren sie auch nicht für einen da.

Dennoch bin ich gegen Suizid und muss sagen, dass manche wirklich einen schwachen Charakter haben und wirklich GAR NICHTS versucht haben und sich wegen "lösbarem" Zeug umbringen. Obwohl Freunde und Familie für einen da waren, der Zustand aber nicht geändert werden kann. Beispiel: "Beziehungstrennung: Betroffene heulen sich überall aus. Aber was willst du als Verwandter/Freund machen?! Du kannst da nichts ändern. Trotz Zuhörens bringen die sich dann doch um?!" Da ist es dann doch mehr oder weniger egoistisch :?...

Grundsätzlich gibt es verschiedene Beweggründe für Suizid:

  • Hilfeschrei: Vor allem junge Menschen (aber nicht nur) machen einen Suizidversuch, da sie (teilweise psychisch Krankheitsbedingt) dringed Hilfe und Aufmerksamkeit brauchen. Es ist ein Mittel mitzuteilen wie schlimm es um einem steht, wenn einem sonst keiner glaubt oder die Krankheit bzw. der psychisch schlechte Zustand unterschätzt wird.
  • Kurzschlussreaktion: Es gibt Menschen die aufgrund einer Kurzschlussreaktion suizid begehen. Meist nachdem sie ein Schicksalsschlag getroffen hat. Dazu gehört z.B. der überraschende Verlust eines nahe stehenden Menschen oder das überraschende Ende einer Beziehung (der vermeindlichen Liebe des Lebens)
  • Die meisten Menschen jedoch, welche suizid begehen leiden an schwersten Depressionen. Merkmal dieser Krankheit ist, dass man starke Suizidgedanken hat. Einerseits weil es zu dieser Krankheit gehört bzw. ein Symptom derer ist, andererseits weil man diese Qualen einfach kaum aushält.

Psychologisch gesehen, geht es bei den ersten 2 Punkten vor allem um Aufmerksamkeit (soll nicht negativ klingen). Die betroffenen Menschen stellen sich auch die Angehörigen vor, die weinend am Grab stehen. Sie wollen jenen Personen, die ihnen leid zugefügt haben oder sie verlassen haben seelische Schmerzen zufügen. Eine Ausnahme dabei bildet die Kurzschlussreaktion nach dem überraschenden Verlust eines nahen Angehörigen z.B. durch einen Verkehrsunfall.

Warum das so ist kann ich dir nicht so einfach beantworten, weil ich mich auch nicht in diese Situationen hineinversetzen kann. In der Psychologie haben wir dies jedoch so gelernt.

Komplett anders verhält es sich bei psychischen Erkrankungen wie z.B. Depressionen. Die Betroffenen bleiben oft nur am Leben, weil sie ihren Angehörigen keine seelischen Schmerzen zufügen wollen. Sie selbst haben weder Lebensfreude noch Lebenswillen. Dies ist ein Merkmal dieser Krankheiten.

In diese Situation kann ich mich sehr gut hineinversetzen, weil es auch mich in den schwersten Phasen meiner Depression zutraf. Wenn man selbst durch diese Qualen keinen Lebenswillen mehr hat ist das einzige was einem am Leben hält die Tatsache, dass man seinen Angehörigen nicht auch psychische Schmerzen zufügen will.

Mann kann einfach nicht mehr. Die Krankheit ist übermächtig, psychische Schmerzen sind das schlimmste was es gibt. Doch das durch den eigenen Suizid bei nahe stehenden Menschen auch solche Probleme ausgelöst werden nimmt man nur dann in kauf, wenns wirklich nicht mehr anders geht. Und mit anders gehen meine ich eine so schlimme depressive Phase, dass man fast daran krepiert.

Wie du sieht ist die Rücksicht auf die Angehörigen nicht in jedem Suizidfall der Grund warum man es nicht tut. Bei manchen Fällen sogar das Gegenteil.

Obwohl ich Psychologie als Schwerpunkt meiner Studienrichtug hatte, konnte ich mich bis zum Zeitpunkt meiner depressiven Erkrankung nicht in diese Situation hineinversetzen. Dies macht das Erklären umso schwieriger. Manche Sachen muss man einfach erlebt haben, damit man sie verstehen kann. Depressionen gehören dazu.

Egoismus

Grundsätzlich halte ich Suizid für egoistisch, denn es ist eine selbst-bezogene Tat, in der man sich einer bestimmten Verantwortung, oder Herausforderung entziehen will. Sei sie nun medizinischer, emotionaler, oder sozialer Art.

Außerdem nimmt man bei einer Selbsttötung keine Rücksicht auf das Trauma, das mit dem Auffinden der Leiche verbunden ist und ignoriert die emotionalen Belastung für die Angehörigen.

Emotionale Ausweglosigkeit

Wie du aber auch sagst, werden Selbsttötungen in der Regel nicht von Menschen verübt, die mal eben nichts besseres zu tun haben und deshalb mal eben nach Feierabend aus dem Leben scheiden.

Diese Menschen empfinden eine Ausweglosigkeit aus ihrer Situation, fühlen sich der Verantwortung nicht gewachsen, emotional überfordert, schutzlos asgeliefert - psychische Belastungen, die zu dieser Tat führen.

Aufgabe

Sofern nicht gerade eine tödliche Erkrankung vorliegt, gibt es in der Regel kein Problem, das nicht auf irgendeine Weise gelöst, oder gemildert werden könnte - sei es der Verlust des Arbeitsplatzes, private Probleme, oder Depressionen.

Teilweise ist aber einfach der Leidensdruck zu stark, so dass diese Menschen vor einer eigentlich durchaus zu lösenden Krise kapitulieren. Sie geben sich und den Willen zu leben auf. Eine Selbsttötung stellt damit auch eine Form des Scheiterns dar.

Motiv

Das Motiv eines Menschen, der sich selbst das Leben nimmt, mag für Menschen, die nicht davon betroffen sind, möglicherweise trivial wirken. Für die jeweilige Person war es jedoch offenbar gewichtig genug.

Die Trennung von einem Partner, den man gerade mal ein halbes Jahr kannte, oder der Tod eines Musik-Idols scheinen manchem als Suizidgrund einfach zu banal. Für die Person war dies jedoch tödlicher Ernst.

Was ist ein Suizid?

Ist ein Suizid nun eine "böse", weil egoistische Handlung, oder eine "gute" Handlung, mit der man sich von einem Leiden erlöste?

Ich denke, so einfach ist die Welt nicht und man sollte daher nicht vorschnell urteilen - insbesondere dann nicht, wenn die Informationen lediglich aus Dritter Hand, oder Medienberichten stammen.

Es gibt nicht nur ein "entweder - oder", sondern auch ein "sowohl, als auch", so dass zB eine Handlung sowohl als egoistische Flucht vor dem Problem, als auch Folge eines Leidensdrucks gewertet werden kann.

Wenn wir also bereits scherzhaft von "liebenswerten Unmenschen" reden können, sollte es auch möglich sein, vom "einsamen Egoisten" zu sprechen

Suizid aus Christlicher Sicht

Laut Christlicher Sicht, was passiert mit den Menschen die Suizid begonnen haben?

Es heißt doch, das Leben das Gott geschenkt hat, darf der Mensch nicht selbst beenden, sondern nur Gott darf das. Wer allerdings doch Suizid begeht kommt in das Fegefeuer. Doch das Fegefeuer ist nur von den Katholiken erfunden worden, denn in der Bibel kommt es gar nicht vor. Laut Bibel verbrennt der Mensch, der sich das Leben genommen hat und ist tot, endgültig.

Ich muss ein Referat halten, hab zwar noch Zeit, aber ich muss Suizid aus Christlicher Sicht erklären und im Internet gibt es nur verschiedene Informationen die entweder drumherum reden oder gar keine Information hergibt, die nützlich ist.

Vielleicht weiß der eine oder andere von euch etwas darüber. Danke schon mal im Vorraus.

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