Warum denken soviele Menschen dass mit Introviertierten etwas nicht stimmt und stempeln sie ab?

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6 Antworten

Das sehe ich auch so. Bin selbst sehr ruhig, denke extrem viel über alles nach und wüsste dementsprechend unglaublich viel, worüber ich reden kann oder wie ich andere Leute beurteile, je nach Verhalten. Problem dabei ist, dass man - eben weil man introvertiert ist - vollkommen nutzlos abgestempelt wird. 

Ich werde z.B. in meiner Klasse von keinem Mitschüler freiwillig angesprochen, bei Gruppenarbeiten muss ich mich immer "zwanghaft" zu irgendeiner Gruppe dazusetzen und wenn ich selbst mal irgendein interessantes Thema in der Pause anspreche (wenn ich überhaupt mal neben Leuten sitze, die dann eh untereinander über alles mögliche reden), wird die Konversation versucht so schnell wie möglich zu beenden, um wieder mit anderen zu reden.

So hat man als Introvertierer erst gar keine Chance, sich überhaupt einzugliedern, wenn man es gerne so hätte. Ich würde natürlich liebend gerne Leute haben, mit denen ich über alles mögliche reden kann, aber den meisten ist das dann nicht oberflächlich genug (leider ist es bei den heutigen Trends & Co. notwendig, oberflächlich zu sein) und daher wird man oft als "unwürdiger Gesprächspartner" betrachtet, ganz selten womöglich sogar als "indirekt nervig, weil zu schlau". Tja, was soll man da noch machen? Ich für meinen Teil merke dadurch zwar, dass die Gesellschaft den Bach runtergeht, aber damit sinken auch gleichzeitig die Möglichkeiten, ähnlich denkende Leute zu finden, die einen akzeptieren, obwohl sie nicht zwingend selbst introvertiert sind.

Das ist nur so mein Standpunkt, kann ich natürlich schlecht aus der Sicht eines Extrovertierten beurteilen, aber in meinen 18 Jahren habe ich leider zu 99% die genannten Fälle erlebt und absolut keine Ausnahme, weshalb ich mir davon kein positiveres Urteil fällen kann.

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Kommentar von SillySymphony
02.03.2017, 22:15

Wenn ich mich an meine Schulzeit zurückerinnere war das Gefühl ausgegrenzt und nirgendwo richtig dazu zu gehören ähnlich wie bei dir, was großteils auch daran lag dass ich anders gelagerte Interessen als die meisten meiner Mitschüler hatte, daher wenig Stoff für "Gespräche" vorhanden war, die beide Seiten interessieren. Auch habe ich die Gesprächsthemen der anderen oft als "oberflächlichen Smalltalk" empfunden als dass sie mich reizten meinen Senf dazu zu geben. Gerade während der Schulzeit war es sehr schwer und dieser "Gruppenzwang" und meine "Andersartigkeit" ganz besonders spürbar. Es wurde einem immer wieder das Gefühl vermittelt irgendwie nicht "normal" zu sein. Diese Dynamik hat sich zum Glück mehr ins positive verändert als ich dann begann zu studieren - wahrscheinlich tummelten sich in meinem Studienfach einfach überproportional viele Introvertierte Menschen mit ähnlichen Interessen, so dass ein Austausch viel natürlicher und zwangloser stattfindet - und sogar sehr interessant sein kann ;) 

Ich denke dass auch du einfach auf die richtige Gruppe von Menschen treffen musst um dich mal nicht mehr wie "the odd one out" zu fühlen - auf Menschen die dich so nehmen wie du bist und mit denen du mehr Gemeinsamkeiten statt Unterschiede findest. 

Leider kann sich das manchmal aber auch wie eine sichere "Insel" anfühlen. Man hat zwar ein paar Menschen im Leben mit denen man das Gefühl hat ganz man selbst sein zu können - aber sobald man diese Insel wieder verlässt, ist man wieder fast sowas wie ein Alien, begegnet Vorurteilen und "Bekehrungsversuchen"...

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Das kommt drauf an wie introvertiert jemand ist. Wenn derjenige es nichtmal schafft sich vernünftig mit anderen zu unterhalten, ist das natürlich nicht besonders vorteilhaft und ist meiner Meinung nach auch nichts Positives und man sollte dran arbeiten.

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Kann ich nicht bestätigen. Ich finde, dass Menschen besonders häufig das Gespräch mit mir suchen weil ich ruhig bin und mir Zeit nehme über das gesagte nachzudenken bevor ich antworte. Eher so die Anlaufstelle für Leute, die keinen Bock auf belanglosen 0815 Smalltalk haben. Ich sehe das eher als Kompliment ^^

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Ich stimme dir zu ich glaube man muss heutzutage extrovertiert sein sonst wird man nicht akzeptiert
Ich hätte voll gerne mehr Kontakt zu Menschen habe aber eben Probleme mit der Kommunikation uns sofort werde ich eine Schublade gesteckt

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Oh ja, ich weiß genau was du meinst. Habe so etwas auch gerade erlebt. Da wird man hingestellt, als sei man ein Verbrecher und es wäre Pflicht sich zu unterhalten, allerdings sind es nicht die meisten die so sind, es sind nur manche die das machen.

Und wie du daran schon rauslesen kannst: nein bei den Introvertierten liegt nicht das Defizit

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Danke vielmals für deine Frage! Ich bin auch introvertiert und sowas nervte mich früher echt. Ist mir aber heutzutage ziemlich egal. Viele denken auch, dass introvertierte schüchtern sind 🙄 und ich bin alles andere als schüchtern, nur zurückhaltend

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