Warum denken so viele Leute, dass Chemie schlecht für den menschlichen Körper?

14 Antworten

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Moin,

das kommt zum Teil daher, dass viele Menschen unüberlegt, unreflektiert und durch mangelhafte Sachkenntnis erzeugte Vorurteile (oder - noch schlimmer - durch auf Ignoranz oder Fanatismus gründende Vorurteile) durchs Leben gehen.
Zum Teil liegt es aber auch daran, dass es hin und wieder auch wirklich schlimme Chemie-Unfälle gibt oder Giftmüll-Skandale oder Umweltkatastrophen, die mit Chemie in Verbindung stehen oder damit in Verbindung gebracht werden können.

Es wurde bereits von anderen hier erwähnt, dass alles in der Welt auf Physik oder Chemie beruht. Alles, was in dir oder um dich herum stofflich abgeht, ist reinste Chemie.

Geh mal in ein Restaurant und bestelle Dihydrogenmonoxid (oder noch besser Oxidan). Ich wette, die meisten Bedienungen glauben dann, dass du irgendwelche Drogen kaufen willst, obwohl du doch nur die chemischen (IUPAC-)Namen für "Wasser" verwendet hast. Hört sich chemisch an - muss also "böse" sein.

Ein weiterer Aspekt ist, dass den Menschen zum Beispiel durch Werbung oder ähnliches suggeriert wird, dass "biologisch" oder "natürlich" gesund und darum besser ist. Das impliziert, dass "chemisch" oder "synthetisch" ungesund oder schlechter ist. Dabei wird völlig ignoriert oder nicht genügend gewürdigt, dass "biologische" Stoffe auch "chemische" Stoffe sind.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass "biologische Cocktails", die aus Lebewesen gewonnen werden (zum Beispiel Kaffee oder Tee) eine Mischung aus verschiedenen Stoffen sind, deren Wechselbeziehungen untereinander und mit meinem Körper komplex und damit kompliziert sind. Linear einfache Zusammenhänge wie "Stoff X verursacht immer und unter jedweder Bedingung Wirkung Y" sind physiologisch überaus selten.
Ich habe Leute schon oft schimpfen hören, dass sie von einem Homöopathen "verboten" bekommen haben, während der Therapie Kaffee zu trinken, wohingegen sie Schwarzen Tee trinken dürften. In der Regel kommt dann von solchen Leuten immer die zusätzliche Erläuterung, dass Coffein und Thein chemisch ja wohl das gleiche seien, weshalb nicht zu verstehen sei, warum das eine verboten, das andere dagegen erlaubt sei. Verwundert frage ich dann stets, ob für diese Leute Kaffee wie Schwarzer Tee schmecke, was natürlich verdattert verneint wird. Dann frage ich nur noch, warum sich diese Leute nicht vorstellen können, dass es dabei nicht um Coffein = Thein, sondern um die Kombination der verschiedenen Zusammensetzungen aller Komponenten gehen könnte?!

Dieses Beispiel zeigt, dass Halbbildung, eindimensionales und mit Vorurteilen behaftetes Denken ohne eine kritische Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt eben zu absurden Verallgemeinerungen à la "Chemie ist böse - Biologie ist gut!" führt.

Ich freue mich, dass du offenbar kritischer an diese Sache herangehst. Weiter so! Und wenn du auf unbedachte Äußerungen dieser Art stößt, mache die Menschen, bei denen es dir wichtig ist, auf ihre übereilt getroffene Ansicht aufmerksam.

Das, was auf Unkenntnis beruht, erkläre und bekämpfe so die Dummheit deiner Mitmenschen. Aber das, was auf kriminellen Machenschaften oder ignoranten "Nach-mir-die Sintflut-Gedanken" von Seiten der chemischen Industrie beruht und zum schlechten Ruf der Chemie als Ganzes beiträgt, prangere ebenso an und bekämpfe so Raffgier oder Gemeinheit.

In diesem Sinne...

LG von der Waterkant

Hallo DYumi

Ich vermute, dass du mit "Chemie schlecht für den menschlichen Körper" meinst, ob von Menschen im Labor hergestellte Stoffe dem menschlichen Körper schaden, wenn sie über den Magen, über die Lungen und über die Haut in den menschlichen Körper gelangen.

1. Bei Stoffen, die schon seit langer Zeit in der Natur vorkommen, die also von Pflanzen und Tieren erzeugt werden oder über Wind und Wasser aus dem Boden in das menschliche Umfeld gelangen, und mit denen sich der Mensch schon über viele Generationen, teilweise seit der Steinzeit, auseinander gesetzt hat, spricht man von "natürlichen" Stoffen.
Verschiedene Stoffe in Pflanzen und Tieren, die wir als Giftpflanzen, Giftschlangen usw. bezeichnen, haben schädliche Wirkungen auf alle Menschen, obwohl sie "natürlich" sind.
Andere "natürliche" Stoffe verträgt der Mensch in unterschiedlichen Erdregionen in unterschiedlicher Dosis. Ostasiaten vertragen z.B. die in Milch und Milchprodukten enthaltenen "natürlichen" Stoffe nicht gut, wir Europäer jedoch meist ohne Probleme.
Dann gibt es auch viele natürliche Substanzen, wie beispielsweise Selen und Zink, die der Mensch in niedriger Dosis braucht, die aber in höherer Dosis schaden.

2. Im Labor hergestellte, umgangssprachlich als "chemisch" bezeichnete Stoffe, die absolut gleich den "natürlichen" Stoffen und absolut frei von zusätzlichen Stoffen ("Verunreinigungen") sind, sind in ihrer Wirkung auf den menschlichen Körper gleich, wenn sie auch in der vergleichbaren Kombination mit anderen Stoffen, wie sie in der Natur vorhanden sind, zugeführt werden.
Dies gilt z.B.für Vitamin C, das nur dann richtig wirksam wird, wenn es in Kombination mit Stoffen, wie sie beispielsweise im Obst vorhanden sind, eingenommen wird. Es geht also meistens nicht um einen Stoff allein, z.B. die Ascorbinsäure, sondern um eine Stoffkombination. Zusätzlich muss dann noch beachtet werden, ob der "natürliche" und der im Labor erzeugte Stoff beide linksdrehend oder rechtsdrehend sind, oder hierin unterschiedlich sind.

3. Im Labor hergestellte Stoffe, die es in der Natur nicht oder nur in sehr niedriger Dosis gibt (allgemein als "chemische Stoffe" bezeichnet), sind buchstäblich mit Vorsicht zu genießen, da der Mensch sich während seiner Evolution mit ihnen noch nicht auseinander gesetzt hat.
Wenn "chemische Stoffe" schnell, also nach kurzer Zeit, zu Schäden führen, was ja meist anhand von Tierversuchen erprobt wird, dann werden sie gar nicht erst in den Verkehr gebracht oder sie werden nach einiger Zeit (und einigen weiteren Erkenntnissen) wieder aus dem Verkehr gezogen. Das war z.B. vor 100 Jahren so mit radioaktiven Stoffen und das ist heute beispielsweise so mit Glyphosat und anderen Ackergiften.
Wenn die schädlichen Wirkungen aber erst nach einer jahrzehntelangen Aufnahme dieser Stoffe auftreten, so dass man auch erst nach vielen Jahrzehnten erkennt, dass diese "chemischen Stoffe" schädlich sind, dann ist das für die Betroffenen bitter. Beispiel: Der Anteil der Menschen, die in der "zivilisierten" Welt an Altersdemenz und Alzheimer erkranken, nimmt laufend zu und führt zu immer weiter steigenden Pflegekosten. Da dies bei natürlich lebenden Völkern in entlegenen Erdregionen nicht der Fall ist, muss es am "westlichen" Lebensstil,  also auch an seinen "chemischen" Erzeugnissen liegen. Fast alle "Alterskrankheiten" haben mit dem Alter nichts zu tun, außer dass sich mit zunehmendem Alter immer mehr "Chemie" aus Nahrungsmitteln, Medikamenten, Drogen, Aerosolen, Pflegeprodukten (Salben), Reinigungsmitteln (Spüli) usw. im Körper anreichert und ihn so mehr und mehr beeinträchtigt.

Daher ist ein gesundes Misstrauen gegen die "Chemie" durchaus angebracht, ja sogar lebensnotwendig. Wer lange gesund bleiben will, tut gut daran, diesen neuen "chemischen" Stoffen gegenüber zurückhaltend zu sein und z.B. keine industriell hergestellten Lebensmittel mit all ihren angeblich unschädlichen "Nahrungsmittelzusatzstoffen" zu verzehren.. Im englischen Sprachraum gibt es dazu die Aussage: "When man made it, hate it!"

Es grüßt HEWKLDOe.

Wie du ja an den Antworten siehst, ist es größtenteils Unwissenheit/Falschwissen. 

Klar ist alles "Chemie", die meisten nehmen das zur Kenntnis, verwenden chemisch aber als Synonym für "künstlich". Und darunter fallen dann nicht nur synthetische Stoffe, sondern alles wo man den Herstellungsweg nicht ganz genau nachvollziehen kann/einen schwer aussprechbaren Namen oder.../was keine grün-braune Ökoverpackung hat. 

Ein kleines Beispiel: Zitronensäure. E 330. Oh gott, ja eine E-Nummer. Daran, dass die meisten Früchte diese und andere "E-Nummern" enthalten, stört sich kaum jemand. Wird sie aus Früchten gewonnen ist sie auch nicht so schlimm - ist ja "natürlich" (obwohl in dem Vorgang ganz ganz bös klingende Stoffe verwendet werden). Gewinnt man sie mittels Fermentation, ist da aber doch ein Schimmelpilz und angeblich Gentechnik (nein, hier nicht!) beteiligt. Das kann garnicht gesund sein, da "chemisch/künstlich". Dabei produziert der Schimmelpilz aber ganz natürlich und von selbst Zitronensäure. Genauso wie S. cerevisiae und andere Hefen ganz natürlich CO2 und Alkohol im Hefeteig oder Bier produzieren. Das ist ok? Klar, kennt man ja, tlw. aus der eigenen Küche.

Denkt man jetzt in Richtung Kosmetik und Arzneimittel, sind Reinstoffe sogar sicherer! Hier hat man eine genaue Dosis - "Naturprodukte" unterliegen hier Schwankungen, können andere Stoffe enthalten, die entweder mit dem Wirkstoff interagieren oder toxisch sein können. Viele der Reinstoffe sind sowieso pflanzlichen/"natürlichen" Ursprungs.

Das soll nicht heißen, dass man jeden Mist in Lebensmittel, Kosmetik etc reinhauen soll. Viele Stoffe sehe ich kritisch, da sie gesundheitsschädlich sein oder mangelnde Qualität überdecken können, oder einfach nicht notwendig sind. Das ist aber keine Frage von Chemie oder nicht-Chemie bzw künstlich VS natürlich, sondern eine der Schädlichkeit einzelner Stoffe.

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Hallo ich bin männlich und 22 Jahre alt.

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Ich habe mir vor 2 Tagen vorgenommen auch nicht mehr zu masturbieren, aber es ist so unfassbar schwer. Dieses ganze Konstrukt von Sex und Beziehung ist so unfassbar schwer zu ertragen für mich.

Ich wäre auch so gerne wieder 10, wo die Sexualität noch keine Rolle gespielt hat, aber das ist leider nicht möglich.

Das soll jetzt übrigens keine Hassbotschaft an Frauen sein. Ich finde das Sexualverhalten von Männern genauso widerlich. Die Naturgesetze dieser Welt machen mich so kaputt. Die Schwachen bleiben auf der Strecke und die Starken dürfen sich durchsetzen. Ich verkrafte diese Tatsachen einfach nicht mehr und verliere jeden Tag mehr den Glauben an die Menschheit zu der ich leider auch gehöre.

Ich will unbedingt asexuell werden. Daher meine eigentliche Fragen an euch:

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