Warum denken manche Menschen die Medien in Deutschland würden die Bevölkerung verarschen?

28 Antworten

"verarschen" ist sehr allgemein?

Gelogen wird selten, weil das angreifbar macht. Statt dessen wird manipuliert.

Die Manipulation erkennt u.a. man an

  • der Gewichtung. Manche Dinge werden wochenlang aufgeblasen, andere kaum erwähnt ("Assads Bomben" vs. schwere Menschenrechtsverletzungen der sog. "Freiheitskämpfer" und die Bombaridung anderer Akteuere in Syrien und verschiedenen Ländern. Protesten in Venezuela vs. Pusch und tötung Indigener Demonstranten in Bolivien. u.v.a.
  • Formulierungen. Es werden Dinge aus dem Zusammenhang gerissen oder in einen anderen Kontext gestellt. Beispiel: "Frauen und kinder wurden mit Giftgas vergiftet, Politiker fordern Assad muss weg". Das sind zwei Halbsätze, die, wenn sie hintereinander geschrieben werden, einen Zusammenhang suggerieren. Die Formulierung ist aber auch nicht angreifbar, weil beide halbsätze für sich nicht falsch sind. Nur die wahrscheinliche Interpretation der Leser ist falsch.
  • Vermutungen und Zitate sind keine Lügen und Experten gibt es viele: "Experten vermuten die Erde ist flach". "Geheimdienstkreise gehen von russischen Hackerangriffen aus" Das sind keine Lügen, aber manipulative wertlose Aussagen.
  • Emotionen, Bilder, Musik
  • Worte in den Mund legen, Dinge verdrehen
  • Quellen, wenn immer die Schlagzeilen fast 1:1 aus den gleichen einseitigen Quellen übernommen werden: "ukraine crisis media center", "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" in London
  • Ständige wiederholung von allgemeinen Phrasen

Wenn das permanent getan wird und immer die gleichen Botschaften vermittelt werden, ist das Propaganda

Die Manipulation erkennt u.a. man an
der Gewichtung. 

sehe ich nicht so, dass die Gewichtung Manipulation wäre

es steht das im Vordergrund, was für die meisten Menschen gesellschaftlich und politisch am relevantesten ist (siehe z.B. Corona) oder es werden investigativ Machenschaften aufgedeckt

man muss sich journalistisch auf das konzentrieren, was wichtig ist

natürlich ist das Selektion, aber anders geht es nicht, weil Nachrichtensender oder andere Medien eben nur begrenzte Sendezeit haben

"Geheimdienstkreise gehen von russischen Hackerangriffen aus" 

was ist daran falsch?

die Geheimdienste werden das auf Grundlage der recherchierten Fakten sagen, die sie aber wahrscheinlich öffentlich nicht preisgeben können (z.B. wegen Informantenschutz)

Wenn das permanent getan wird und immer die gleichen Botschaften vermittelt werden, ist das Propaganda

also in Deutschland herrscht Propaganda?

sehe ich nicht so

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@Liebello

also in Deutschland herrscht Propaganda? - ja.

Manche Medien erzählen halb Wahrheiten um den Staat besser da stehen zu lassen.

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@Michael467

Was am Artikel ist eine Halbwahrheit, wie sieht die ganze Wahrheit aus, und woher kennst du diese?

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@Silicium58

Ich habe das originale, vollständig Video selbst gesehen

Was nicht gesagt wird:

Der Polizist hat sich über den Mann "lustig" gemacht mit Sätzen wie: "sie können nicht deutsch? Was machen sie dann hier in Deutschland?

Er hat seinen übersetzter einen Platzverweis ausgesprochen ohne Grund. - Er hat eine Maske getragen.

Nicht der pole/Russe hat angefangen zu drängeln, sondern der Polizist.

Der Polizist wollte ihn warscheinlich drohen und das hat der pole/Russe hinterfragt.

Die Frau von einem der Männer wurde bei der rauferei wie sie sagt von der Polizei ins Gesicht geschlagen.

Das alles wurde nicht erwähnt. https://youtu.be/9BH1_vZC_2o

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@Liebello

"natürlich ist das Selektion, aber anders geht es nicht"

ja, es ist also auch möglich durch Selektion zu manipulieren. Das es auch gemacht wird ist offensichtlich, wenn man vergleicht und auch mal Medien mit anderen Sichten an sich ran lässt

Beispiel für Selektion von Quellen: es wurde hier fast ausschließlich Meldungen und Sichten des "ukraine crisis media center" und "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" wiedergegeben.

Beispiel für Selektion von Themen, Agendasetting: Wochenlange einseitige Berichterstattung von Demonstrationen in Venezuela. Dafür fast nichts über die neokonservative rechtsorientierte Regierung in Bolivien, die nicht gewählt wurde Morales ins Exil schickte und gleich als eine der ersten Amtshandlung indigene Demonstranten töten ließ usw. Es gibt massenhaft Beispiele für derartige Selektion. Und das ist nur eine Manipulationsmethode.

Verschwörungstheorie "was ist daran falsch?"

die Formulierung ist nicht falsch. Die Aussage ist aber rel. wertlos deutet aber etwas an bzw. überträgt eine Boschaft. Vor allem, wenn derartige Vermutungen ständig wiederholt werden. Ist das Manipulation.

"die Geheimdienste werden das auf Grundlage der recherchierten Fakten sagen"

vielleicht, man muss den Behauptungen eben vertrauen. Das ist aber schwierig, vor allem, wenn es in der Vergangenheit viele False-Flag Aktionen und üble Putsche durch Geheimdienste gab, von denen erst im Nachhinein durch Zufall bekannt wurde.

"also in Deutschland herrscht Propaganda?"

das ist ein schwammiger Begriff. Hier wird manipuliert um die transatlantische Sicht zu verbreiten. Das kann man Propaganda nennen. Woanders wird halt eine Sicht verbreitet, auch Propaganda. Und natürlich ist Propaganda in Diktaturen noch ein ganz andere Level.

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Es ist ja nunmal Fakt, dass Medien einen Einfluss auf die Menschen haben. Diesen Einfluss nutzen sie in einem gewissen Rahmen natürlich. Es ist eben leicht zu sagen es wäre eine schlechte Absicht dahinter. Was wirklich dahinter steckt kann man aber nur vermuten.

Seriöse Medien berichten sachlich, dh aber noch lange nicht, dass sie sich nicht aussuchen können worüber sie in welchem Umfang berichten. Allein das zeigt, die Notwendigkeit zur Entscheidung, dass sie sich zumindest Gedanken darüber machen müssen, in welche Richtung sie gehen.

Nun fängt das Misstrauen damit an, das Leuten auffällt, das Medien über etwas wichtiges weniger berichten oder eben anders.

Sobald dieses Misstrauen da ist, fangen Menschen auch automatisch an nach Fehlern zu suchen, Unstimmigkeiten oä. Unstimmigkeiten gibt es sehr viele, was Informationen im Internet betrifft.

Wer einer Quelle gegenüber misstrauisch ist und der anderen gegenüber noch unvoreingenommen, glaubt nunmal letzterer.

Dass diese Quelle nicht unbedingt seriös ist, wird dabei schnell ausgeblendet, denn sie gibt die Infos die man hören möchte.

Das Problem liegt wohl hauptsächlich an den nahezu endlosen Informationen, die man im Internet findet und in den wenigsten Fällen auf Richtigkeit überprüfen kann.

Aktuelles Beispiel ist wohl die Demo vom 1.8. in Berlin. Es wird stark darüber gestritten wieviele Menschen anwesend waren. Problematik hierbei ist ähnlich wie bei stiller Post. Eine Quelle sagt, laut Veranstalter 1,3 Mio, laut Polizei 20K. Jemand liest es möchte Stunden später darüber schreiben und hat im Kopf, laut Polizei und Veranstalter 1,3 Mio.

Ich möchte keine Behauptungen aufstellen, ich war nicht da und habe nicht gezählt, also weiß ich nicht was stimmt. Vielleicht war es auch anders herum.

Aber so denken leider die wenigsten, wodurch es schnell dazu kommt, dass jeder etwas dazu sagen möchte und wer hinterfragt schon seine eigene Meinung?

Gut formuliert. In der heutigen Zeit muss jeder auch ein wenig Journalist sein. Jemand, der gehörtes auch mal hinterfragt und sich bei anderen Quelle kundig macht.

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Ich komme nicht aus Deutschland und kann es aus meiner Sicht mal erklären(Vieles ist nur meine Meinung):

1. Es gibt verschiedene Arten von Medien in Deutschland: Die was faktisch reden und die was es nicht/Mangelhaft. Man kann ARD, Die Tagesschau, Puls(und den Autonomen Youtubekanälen), ZDF, sarkastischen Shows vertrauen. Eher weniger bis gar nicht kann man der Bild, SpiegelTV, FokusTV vertrauen. Besonders schlimm ist es bei den Zeitungen. Die FAZ und die Welt(zum Teil die Welt) betreiben richtige Lügenpresse. Die benutzen Statistiken und Fakten die wahr sind, aber Wörter hinzu schmuggeln die die Meinung des Lesers sehr schnell ändert. Ich komme aus Italien und habe bei der FAZ gelesen, wie sie Salvini als modernen Hitler bezeichnen und das italienische Volk als dumme Folger von ihm! Seitdem lese ich die FAZ nicht mehr.

2. Es muss nicht auf die Medien ankommen:

Wenn man z.B. gegen Corona Maßnahmen ist und die Medien auf Corona Maßnahmen hinweisen, dann bildet sich schnell ein Missvertrauen. An Verschwörungstheorien zu glauben braucht es nicht unbedingt die großen Medien. Es kann auch ein Freund sein, der jemanden ins "Boot" holt und sagt die Medien erzählen Lügen...

3. Meinungsfreiheit und Journalismus:

In Deutschland gibt es Meinungsfreiheit. Die Journalisten können deren Meinungen in Artikeln reinschreiben ohne davon hinweisen zu müssen. Dann kommt es manchmal dazu, dass es Artikel gibt, die für Rechtsextremität, gegen Staatliche Anweisungen, Rassismus, Diskriminierung... kommt und das ist bei manchen Zeitschriften das Hauptproblem.

Ich könnte noch einen ganzen Roman schreiben, aber ich kürze jetzt ab und empfehle dir, das Video von "Rezo ya lol ey" über die Medien anzuschauen, falls du es noch nicht gesehen hast. Sonst, im Internet findet man viel über dieses Thema auf kleinen Medien/Zeitungen/Nachrichtendiensten. Dort habe ich mich auch so ein bisschen informiert.

Hoffe konnte bissl helfen 😉

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für die Antwort.

Ich möchte aber zu 1. anmerken: es gibt nicht nur verschiedene Medien, sondern auch verschiedene journalistische Stilmittel.

Bspw.: Kommentar, Kritik, Glosse, Kolumne, Essay, Reportage, Feature, Portät, Interview, Berichterstattung, uvw.

Teilweise enthalten diese Stilmittel auch persönliche/subjektive Meinungen und Ansichten des jeweiligen Verfassers. Sowas muss man teilweise berücksichtigen und leider verschwimmen einige dieser Stilmittel häufig ineinander.

Die reine Berichterstattung a la Tagesschau sollte bspw. möglichst objektiv und kurz zusammengefasst sein. Hier ist keine Meinung enthalten, aber auch keine Hintergrundinformationen, sondern nur ein Ausschnitt des aktuellen Tagesgeschehens.

Es ist immer ratsam, sich verschiedene Informationsquellen zu einem Thema anzusehen, um sich ein möglichst umfangreiches Bild zu machen. Die FAZ bedient auch ein bestimmtes Klientel von Konservativen, kann aber dennoch eine gute Ergänzung sein.

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@thetee99

Ok, gebe dir Recht. Nur man kann nicht direkt erkennen in welchem Stillmittel ein journalistischer Text verfasst ist. Manche Leute die sich nicht so gut mit deutschem Schreibstil auskennen und dann können diese Personen es nicht zuordnen...

(Meine Anmerkung soll kein Argument gegen dich sein, sondern nur noch eine Anmerkung bezüglich dein/mein Text sein. Bissl kompliziert, möchte aber nicht pessimistisch rüberkommen. 😅)

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Du meinst die öffentlich rechtlichen Medien?

Weil das offensichtlich ist, wenn man Originalquellen und freie Medien mit der Berichterstattung der öffentlich rechtlichen Medien vergleicht. Hier zum Einstieg:

https://multipolar-magazin.de/artikel/das-ende-der-glaubwurdigkeit-systemmedien-sind-nicht-reformierbar

https://www.journalistenwatch.com/

und du glaubst ernsthaft Paul Schreyer mehr als allen anderen?

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@joangf

wieso sollte DEIN Medium wertvoller und besser und wahrheitsgemäßer sein, als die ganzen anderen Medien...?!

erschließt sich mir nicht

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@Liebello

Sagte ich nicht. Es macht nie Sinn, nur einem Medium zu vertrauen. Die Links sind als Einstieg gedacht, um einen Gegenpol zu den ÖR Medien zu haben.

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Wenn Stammtisch-Parolen auf Fakten treffen, kommt es häufig zu Diskrepanzen. Statt sich Fehler in den eigenen, emotionalisierten Schlussfolgerungen einzugestehen, streitet man lieber Tatsache ab, indem man von Manipulation und Zensur spricht...

Da wir aktuell im "Informationszeitalter" leben, gibt es im Internet für so gut wie jede Meinung auch eine Informationsquelle die man heranziehen kann. Unabhängig davon, ob es sich bei dieser Quelle um eine private Agentur mit profitorientierte Zielsetzung handelt, oder um einen privaten Blog von Jedermann. Es gibt heutzutage quasi die Möglichkeit, sich seine Quelle auszusuchen und sich damit im Recht zu fühlen.

Davon abgesehen gibt es den falschen Rückschluss, dass die öffentlich-rechtlichen Medien durch den Staat finanziert werden, weil die Pflichtbeiträge sowas wie Steuern wären. Daher auch durch den Staat "kontrolliert" werden. In Wahrheit soll die ausnahmslose Pflicht zum Beitrag gerade eine unabhängige Neutralität gewährleisten. Im Unterschied zu privaten Medien, welche durchaus von Geldgebern beeinflusst werden könnten, allerdings auch meistens bemüht sind eine Transparenz zu schaffen.

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