Warum denken verschiedene religiöse Menschen, dass ihre Religion die einzig wahre ist oder so?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das trifft gar nicht mal auf alle Gläubigen zu. Jenen die keiner Religion angehören zum Beispiel.

Oder Gläubige treten einer bestimmten Religionsorganisation bei, wo sie aber gemäß ihrer persönlichen Sicht willkommen sind, weil man sich nicht innerlich verbiegen muss um dort mitzumachen. Sie wären aber genauso gut in einer anderen Gruppierung aufgehoben, weil nicht alle Religionsorganisationen den Anspruch erheben, die einzig richtige zu sein.

Bestes Beispiel:

Nach ihrer Reform glauben nun selbst Neuapostolen, das man in den anderen christlichen Religionen auch gerettet werden kann. So glauben KKatholiken das auch Protestanten gerettet werden - umgekehrt genauso. Siehe Ökomene.

Zu deiner Frage:

Wer dagegen ein rein religiöses Glaubnesbild auffährt, ohne eigenens erstelltes Gottesbild und eigener Meinung, da kann es ganz anders aussehen.

Je nach Religion, nicht bei allen , wird dann gelehrt das man nur bei denen gerettet wird. Dies sogar auf manipulative Art und Weise in Form einer Indoktrinierung. Wo am Ende der Gläubige denkt, "nur hier werde ich gerettet". Dabei unterliegt er der Illusion seine Wahrheit gefunden zu haben.

Diese Form des indoktrinierten Glaubens erzeugt daher beim Anhänger das eingepflanzte Bedürfnis, nur seine Religion sei richtig. Er fühlt es als das wichtigste in seinem Leben,daswases zu verteidigen gilt, denn man will ja nicht das ewige Leben verwirken.

Authentischer Glaube sieht dagegen so aus, das man auch für sich Irrtümer erkennen darf, denen man nicht mehr folgen will. Viele Religionsorganisationen respektieren die Glaubensfreiheit.

Doch das Bedürfnis die "Wahrheit" zu haben hat meist manipulativen Charakter einer geistlichen Führung, die will das ihre Anhänger schön bei sich bleiben.

Da muß man das "Denken" genauer betrachten. Die meisten streng religiösen Menschen denken nicht selbst, sie lassen "denken" und kommen nicht darauf, daß diejenigen, von denen sie "denken" lassen, auch nur solche sind, die andere für sich "denken" ließen.

Tun Sie das?

Als religiöser Mensch sehe ich dies anders.

Ich persönlich hoffe natürlich das meine Religion, der Zoroastrimus, die richtige ist, schlussendlich bin ich mir aber als logisch denkender Mensch durchaus bewusst, das ich durchaus daneben liegen könnte.

Das ist glaube durchaus bei einigen religiösen Menschen der Fall vor allem bei denjenigen welchen weniger dogmatischen Religionen angehören als zb. dem Christentum oder dem Islam, obwohl ich jetzt hier nicht behaupten will das dies bei keinem Angehörigen dieser Religionen der Fall wäre.

Religionen sind zuallerst einmal Machtinstrumente. Menschen haben sie erfunden, um über andere Menschen Macht ausüben zu können. Deswegen folgen (fast) alle ~2000 Religionen auf diesem Planeten demselben Muster:

  • es gibt einen Gott (oder mehrere Götter), der die Menschen zu Lebzeiten / nach dem Tod entweder belohnen oder bestrafen kann -> Zuckerbrot- und Peitsche-Prinzip
  • es gibt eine Kaste von einigen wenigen Priestern, welche angeblich wissen, was dieser Gott will und das all den vielen anderen dummen Einfaltspinseln wie Dir und mir "übersetzen" kann -> Herrschaftsanspruch reklamieren
  • wer diesen Priestern folgt, wird im Jenseits dafür belohnt; und wer nicht, der wird dafür bestraft werden -> den Priester als Stellvertreter Gottes pseudolegitimieren

Dieses Schema ist (leider) schon mal sehr erfolgreich. Aber es reicht alleine noch nicht aus, denn auf diese clevere Idee, andere Menschen über die Gottesauslegung zu beherrschen, kommen andere ja auch. Also muss man sich zu denen abgrenzen, denn wenn die alle denselben Gott repräsentieren wollten, ginge das Konzept ja nicht mehr auf:

  • entweder wären deren Priester dann die "wahren" Gottesstellvertreter -> ich wäre als Priester nicht mehr in meiner Macht legitimiert
  • oder deren Priester wären genauso "wahre" Gottesstellvertretr wie ich -> ich müsste als Priester meine Macht mit den anderen Priestern teilen

Macht will aber nicht geteilt werden. Daher: Die "anderen" sind allesamt Häretiker, nur ich allein bin im Besitz der reinen Wahrheit!

(Was übrigens ziemlich witzig ist: Wenn man weiß, dass ~2000 Religionen existieren, von denen jede behauptet, sie wäre die einzig richtige und alle anderen wären falsch, dann sollte das ja schon allein rational mathematisch überlegt irgendwie zu denken geben. Aber tut es nicht. Es gibt dazu ja auch das interessante Ypsilanti-Experiment, bei dem man drei Geisteskranke, die sich jeweils für Jesus hielten, zwei Jahre lang zusammensperrte, ohne dass ihnen dieser Widerspruch aufgefallen wäre, siehe: https://www.zeitpunkte.eu/2018/05/die-3-christusse-von-ypsilanti/ )

Es gilt somit zusätzlich:

  • eine Religion muss gesellschaftsbildend sein, denn Macht funktioniert ja nur, wenn sie über eine Gruppe auch tatsächlich ausgeübt werden kann
  • Macht giert nach immer noch mehr Macht, daher muss die Religion den Anspruch haben, zu missionieren
  • Macht muss sich absichern, daher muss Religion die "anderen", die sich nicht missionieren lassen, bestenfalls verteufeln (und schlimmstenfalls ermorden)

Bei monotheistischen Religionen liegt das in der Natur der Sache, weil es da meistens ein gebot gibt, das besagt man soll keinen anderen Gott haben was der mensch dann als es gibt keinen anderen interpretiert.

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