Warum darf Hund nicht beißen?

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12 Antworten

Mal abgesehen davon, dass es nicht die Aufgabe des Hundes ist, die Familie zu beschützen (diese Rolle übernimmt das Familenoberhaupt), ist das Problem nicht, was man für richtig hält, sondern, was erlaubt ist. Die Gesetzeslage legt fest, dass bei Verteidigungen bzw. Notwehr das kleinste Übel anzuwenden ist.

Ein Beispiel:

Du wirst angegriffen und möchtest dich verteidigen. Das Recht dazu hast du natürlich, aber womit? Sagen wir mal, du hättest 3 Waffen zur Auswahl: Einen Stein, ein Messer und eine Pistole. Das kleinste Übel wäre in dem Fall der Stein, also musst du diesen auch nehmen. Messer und Pistole währen nicht erlaubt!

Somit darf ein Hund auch niemanden Beißen oder Verletzen, um sich oder andere zu verteidigen. Da ein Mensch (nach dem Gesetz) mehr wert ist, als ein Tier, wirst du hier immer den Kürzeren ziehen, vor allem, wenn der Hund "nur" sich selbst verteidigt. So traurig das auch ist :-(

Die einzigen Hunde, die dass dürfen, sind die, die von den Behörden dazu ausgebildet und eingesetzt werden. Diese werden allerdings auch als Waffe eingesetzt und hören auf Kommando.

Gruß

Das was Du meinst, ist nicht verkehrt. Ein Tier darf sich genauso wehren, wie ein Mensch. Wenn mich jemand angreift, ist es mir auch egal wie doll ich zuschlage und was ich damit anrichte! Ich will meinem Gegenüber von mir losbekommen und dazu ist mir jedes Mittel recht.
Und ein Hund, hat seinen Besitzer genauso zu verteidigen, wie der Besitzer den Hund. Und Hunde, die zu ihrem Besitzer eine sehr enge Bindung haben, machen das auch. Da interessiert niemand anderes!

Es ist leider das Fehldenken des Menschen, was der Sache einen Strich durch die Rechnung macht. Vor allem von denen, die absolut kein Fachwissen über Tiere besitzen.
Ein Hund verteidigt seine Familie, genauso wie ein Wolf seine Familie verteidigen würde. Aber der Mensch meint ja, er wäre der einzige, der anderen schaden darf.

Wenn man einen Hund tritt und dieser deswegen zubeißt, hat man selber Schuld. Dafür kann weder der Hund (der sowieso niemals), noch der Besitzer verantwortlich gemacht werden. Der Hund muss sich nicht weh tun lassen, nur weil irgendein Psychopath Freude daran findet. Außerdem, wenn der Hund nicht beißt, übernimmt der Besitzer das. Wäre also egal. Schon mal einen wutentbrannten Tierfreund getroffen? Kein schönes Erlebnis.

Natürlich ist es auch ein Unterschied, ob man einen Hund abrichtet oder ob er sich nur wehrt. Wenn man dem Hund die Schuld gibt, weil er sich gegen Schläge wehrt, kann man einer Frau auch die Schuld geben, wenn sie vergewaltigt wird.


Nein, Dein Hund darf Dich nicht verteidigen, DU bist der Rudelführer, nicht der Hund!

D.h. DU mußt den Hund verteidigen, nicht umgekehrt.

Ein Hund wird nur in seltenen Fällen gleich weggenommen wenn er beißt, das stimmt so nicht.

Beim Hund besteht die Gefährdungshaftung, d.h. sein Halter haftet, alleine schon durch die Existenz des Hundes.

Und da darf dann halt auch der Einbrecher nicht gebissen werden. Der bekommt allerdings eine Mitschuld, wenn er gebissen wird, genau wie jemand, der Dich überfällt eine Mitschuld bekommt, wenn er gebissen wird.

Und warum darf der Einbrecher, Angreifer etc. nicht gebissen werden? Hast du dafür eine Gesetzesquelle oder so was, wo ich noch mal nachgelesen kann?

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@Tarsia

Ausnahmen gibt es hier keine per Gesetz, der Richter selbst hat aber die Möglichkeit eine Mitschuld des Geschädigten einzuräumen.

§ 833 Bürgerliches Gesetzbuch 

Haftung des Tierhalters

Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.

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Danke

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Also wenn einer einen Hund tritt, oder in eine Wohnung einbricht, dann wäre es eher unnatürlich, wenn der Hund denjenigen nicht beißen würde. Da droht einem auch juristisch keine Gefahr.

Die Probleme treten meistens dann auf, wenn der Hund denkt, dass ein Angriff statt findet, obwohl das gar nicht der Fall ist.

Beispiel:

Jemand geht mit seinem Hund Gassi und lässt das Häufchen liegen. Ein anderer Menschen geht zu dem Hundehalter und macht ihn darauf aufmerksam, dass das so nicht geht. Der Hund könnte das als Angriff missdeuten und wenn der Hund dann den anderen Menschen beißt, ist die Ka..e wirklich am dampfen.

Da droht einem auch juristisch keine Gefahr.

Das stimmt nicht!

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@derHundefreund

Wenn der Täter den Sachverhalt anders darstellt und der Richter dem Täter glaubt, dann droht einem natürlich auch juristisch Gefahr.

Die beiden Fälle, die ich geschildert habe, werden aber zu keiner Verurteilung des Hundehalters führen, wenn es dafür Zeugen gibt.

Mit Einbruch meine ich aber natürlich nicht nur das unbefugte Betreten des Grundstückes, sondern das unerlaubt Eindringen in die Wohnung und der Tritt muss natürlich unprovoziert erfolgen.

Natürlich kann einen der Einbrecher oder der Treter anzeigen. Insofern kann man schon juristischen Stress haben, aber eine Verurteilung findet in der Regel nicht statt.

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Es wär schön wenn ein Hund sich zumindest wehren dürfte. Sobald ein Hund zubeißt kann aber nunmal Anzeige erstattet werden, egal was vorher passiert ist. Im Zweifel ist immer der Hund der "angeschissene", leider.

Man darf ja nichtmal als Mensch dem Einbrecher einen drüber geben. Mein Kumpel hat genau das getan und deshalb ne Anzeige wegen schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung bekommen. Er hat einem mit einem Messer bewaffneten Einbrecher von hinten eine eiserne Bratpfanne über den Schädel gezogen und en Typen dann mit Panzertape verschnürt bis die Grünen da waren. Was immerhin etwas über eine Stunde gedauert hat obwohl er bei dem Anruf noch gemeldet hatte das ein bewaffneter Mann in sein Kellerfenster geklettert sei, alles andere ist nach dem Anruf passiert.

Er hat eine Anzeige bekommen, ist doch aber sicher nicht verurteilt worden. Oder?

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@Goodnight

Er musste Schmerzensgeld zahlen, der Richter meinte das es übertrieben war den Einbrecher umzuhauen und das ein Schlag auf die Hand ausgereicht hätte. Klar, so genau würd ich auch zielen :/

Der Einbrecher kann schon froh sein das mein Kumpel grad in der Küche war und nicht im Wohnzimmer...da sind die ganzen Schaukampfwaffen deponiert. Ein Anderthalbhänder macht mehr Beule und so ein Rabenschnabel eitert richtig schlecht raus^^

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Der Hundehalter haftet grundsätzlich erst mal für alle Schäden, die der Hund verursacht, unabhängig vom Grund oder Auslöser. 

Alleine das Halten eines Hundes stellt nach deutschem Recht eine potentielle Gefahr dar, da er "in seinem Verhalten nicht vernunftgesteuert und im allgemeinen unberechenbar ist." (OLG Hamm, Az.: 2 Ss 1035/95)

Im Falle eines Einbruchs oder Überfalls gibt es situationsbezogene Entscheidungen der Gerichte, genau wie bei Notwehr durch Menschen. Nämlich ob die "Verhältnismäßigkeit" gewahrt wurde.

Im Zweifel darf der Hund den Täter nur verbellen oder festhalten, aber nicht (schwerer) verletzen.

Früher wurde das etwas falsch verstanden, da durfte ein Hund nicht mal knurren, wenn ihm jemand fremdes beim Fressen zu nahe kam.

Heute weiß man, dass es auch besser ist, wenn der Hund bereits warnt und man dieses auch ernst nimmt und man ihm auch seine Freiräume zugesteht.

Gerade mit kleinen Kindern sollte man beide auch nicht unbeaufsichtigt lassen, da Kleinkinder oft doch sehr grob mit den Tieren umgehen und irgendwann wird es auch dem gutmütigsten Hund zu bunt, vor allem, wenn dieser sich nicht zurückziehen kann. Aus diesem Grund haben bei uns auch die Enkel nichts bei den Hunden zu suchen, wenn diese sich in ihrem Bettchen befinden.

Früher wurde Knurren bereits als Aggression interpretiert und die Hunde wurden dafür bereits "bestraft" als Folge daraus haben sie eben nicht mehr geknurrt, wenn es dann aber zuviel wurde, trotzdem gebissen.

Heute ist man da etwas weiter und beißen ist nicht gleich beißen.

Muss dann der Hund zurück gehalten werden, wenn Frauchen in Gefahr schwebt?

Nein, wenn die an dem Täter durch den Hund begangene Körperverletzung einer Notwehrhandlung zuzuordnen wäre.

Oder wenn Einbrecher in die Wohnung einsteigen, darf der Hund dann auch nicht beißen?

Doch darf er, da bereits ein Einbruch ein rechtswidriger Angriff ist.

Hunde dürfen ganz bestimmt nicht einen Einbrecher beißen!

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@derHundefreund

Jemand der in mein Haus eindringt verübt einen rechtswidrigen Angriff auf ein schützenwertes Rechtsgut (Unverletzlichkeit der Wohnung, potenziell der körperlichen Unversehrtheit).

Diesem rechtswidrigen Angriff darf ich mich erwehren. Wie ich das tue ist belanglos. Ich darf also Gewalt anwenden, bis besagter Angriff beendet ist.

Warum haben so viele Menschen damit ein Problem einen 2 Zeilen § inhaltlich zu verstehen...

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@kevin1905

Bitte informiere dich doch mal richtig. Zu glauben, dass man einen Einbrecher erschießen drüfte, ist bestenfalls naiv und absolut falsch. Die Rechtslage ist da eindeutig und würdest dafür in den Knast wandern! Wir leben nicht in den USA!

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@derHundefreund

Nochmal § 32 StGB im Wortlaut:

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen
gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen
.

So lange ich mich verteidige ist alles erlaubt, was erforderlich ist. Das kann Schubsen, schlagen oder schießen sein.

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@kevin1905

Ich kann nur für dich hoffen, dass niemals jemand bei dir einbricht :-) Deine Haftstrafe wird nämlich möglicherweise sehr viel länger sein, als die für den Einbrecher.

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@kevin1905

Das darfst du in Texas, USA.

Hier ist das verboten und Du gehst dafür in den Knast.

Einen Einbruch mit dem Tod in Selbstjustiz bestrafen, das ist hier GsD nicht möglich.

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@kevin1905

Nein, Du darfst einen Dieb nicht mit dem Tod bestrafen.

Das ist zu Deiner Verteidigung nicht erforderlich.

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@Menuett

Ich muss in einer Notwehrsituation nicht abwägen welchen Schaden ich anrichte um Unrecht von mir fernzuhalten. Das wäre in einer solchen Ausnahmesituation wahrscheinlich auch gar nicht möglich.

Es gibt keine Regeln zur Verhältnismäßigkeit im Rahmen einer Notwehr- oder Nothilfehandlung.

Selbstjustiz wäre einen kampfunfähig gemachten Einbrecher hinzurichten obwohl die Notwehrsituation gar nicht mehr vorliegt.

Das hab ich nie propagiert.

Wenn jemand aber in meine Wohnung eindringt ich diesen stelle und dieser dann auf mich zustürmmt da überleg ich doch nicht was ich dann mache. Die nächstbeste Waffe die ich zur Hand habe kommt dann zum Einsatz.

In der Küche wäre das wohl ein Messer, im Schlafzimmer dann doch das Katana und im Bad wohl der Föhn.

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Hallo, das ist mal eine Gute Frage. Das Problem liegt darin das wir so viele Gesetze haben und überall gibt es ausnahmen.

Wenn ein Hund beisst Egal aus welchen Grund, schaltet sich die Krankenkasse ein, da sie nicht dafür Zahlen will. Die Krankenkasse wendet sich an den Hundehalter. Im bestem Fall wendet der Halter sich an seine Hundehaftpflicht Versicherung. Die will aber auch nicht zahlen. 

So entsteht ein Rechtstreit der vor Gericht ausgetragen wird. Dort wird gefragt warum der Hund gebissen hat und je nach dem wie der Richter drauf ist sagt er...kann ich verstehen oder Nein der Hund hätte nich beissen dürfen.

Daher kommt das ganze Theater. 

Früher wusste jeder was ihn erwartet wenn er das Schild...Hier Wache ich! nicht beachtet.

@Weisefrau,

du liegst falsch!

Wenn ein Hund beisst Egal aus welchen Grund, schaltet sich die Krankenkasse ein, da sie nicht dafür Zahlen will.

Nein - auch die Krankenkasse muss sich an geltendes Recht halten und kann nicht ohne Gründe einfach den Hundehalter verdonnern eine  Zahlung vorzunehmen.

Entscheidend ist aus welchem Grund ein Hund gebissen hat und wo er sich befand.

Beispiel dazu.  eine Fußgängerin greift über den Zaun eines Grundstücks um einen Hund zu streicheln. Dieser schnappt zu und beißt sie.

Hier liegt doch die eindeutige Schuld bei der Fußgängerin - was hat sie über den Zaun zu greifen.

In diesem Fall hat auch die Tierhalterhaftpflichtversicherung den Schaden abgewehrt.

Gruß N.U.

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@Apolon

Apolon, bei Tieren gilt die Gefährdungshaftung - nicht die Haftung aus Verschulden.

Die Krankenkasse kann hier definitiv ihre Kosten vom Tierhalter fordern.

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Ein Hund ist nur sehr selten wirklich verantwortlich wenn er jemanden beißt. 

Klar Soll ein Hund als Beschützer agieren und dabei beißen nur halt nicht auf alles los gehen was sich bewegt.

Also mein Hund darf und soll auch beissen,wenn mein Leben in Gefahr ist oder in unserem Haus eingebrochen wird. Ich darf mich doch schliesslich wehren,egal ob ich denjenigen mit dem Knüppel eine Überziehe oder der Hund ihn beisst und ihn von einer groben Straftat abhält. Unser Bekannter ist Oberkommissar bei der Polizei und auch der bestätigte meine Frage so. Allerdings musst Du dafür sorgen,das der Hund diesen Menschen nicht tötet.

Da sieht man mal wieder, wie viel die Polizei von Recht versteht.

Nämlich nix.

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Wenn ein Hund angegriffen wird, beisst er aus Reflex. Es liegt in den Genen.

Wenn das Rudel angegriffen wird, liegt es auch in den Genen, sich zu verteidigen.

Ein gesunder Hund kann unterscheiden zwischen Spass oder Ernst.

Spielerisch werden die Zähne ebenso eingesetzt, allerdings ohne zu verletzen.

Sollte ein Hund vorsätzlich verletzen, so ist der Angreifer meist auch selbst Schuld.

Da haben wir aber Glück, dass bei Hunden in Deutschland die Haftung aus Gefährdung und nicht aus Verschulden gilt.

Wenn ich das hier so lese, dann weiß ich auch, warum.

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