Warum darf ein Rettungsassistent am Unfallort wenn Lebensgefahr besteht keine lebensrettende Infusion in eine Vene verlegen?

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6 Antworten

In Deutschland darf und soll der Rettungsdienst bei Gefahr im Verzug, also wenn für den Patienten weiterer Schaden entstehen wird (und sterben ist deinitiv ein weiterer Schaden), bestimmte Maßnahmen ergreifen, die normalerweise einem Arzt vorbehalten sind. Das galt schon vor Jahren für die Rettungsassistenten und gilt umso mehr für die Notfallsaniäter, die immer mehr auf den Markt kommen.

Weil das mit den Kompetenzen für den Rettungsdienst immer rechtlich etwas schwierig war, hat man ein besonderes Konstrukt eingeführt, die Notkompetenz. Das ist ein Katalog an Maßnahmen, die von der Bundesärztekammer als Maßnahmen vorgeschlagen wurden, die Rettungsassistenten am Notfallort durchführen konnten, wenn bestimmte Umstände gegeben waren.

Für die Umsetzung waren letztlich allerdings die Landkreise zuständig. Trotz Empfehlung wäre es also möglich, dass es noch besonders rückständige Landkreise gibt, in denen dem Rettungsdienst jegliche Notfallmaßnahme verwehrt bleibt.

Aber: Wenn da jemand nach einem Unfall akut in Lebensgefahr schwebt, kann und sollte jeder Rettungsdienstmitarbeiter lebensrettende Maßnahmen anwenden, dies ist dann ein rechtfertigender Notstand und geht nach §34 straffrei aus, wenn er zur Anzeige gebracht werden sollte. Was in so einem kritischen Fall wohl unwahrscheinlich wäre. Die Tatsache, dass in diesem Fall möglicherweise nicht geholfen wurde, ist also eigentlich nicht zu entschuldigen. "Dürfen" hin oder her.

Eine andere Frage wäre dann noch der Polizeibericht. Da stirbt ein Unfallopfer, weil es dem Rettungsdienst verboten ist, eine Infusion zu legen. Hier sind extrem viele Fragen offen (Durften sie nicht? Konnten sie nicht? Warum hat es kein Notarzt getan? Wenn er nicht da war, wie lange hat er zum Einsatz gebraucht? Was hat er dann gemacht? Was haben die Rettungsleute sonst noch getan? Haben sie wenigstens verhindert, dass es weiter blutet? Was waren überhaupt die Verletzungen? Wären sie sowieso tödlich gewesen? Wo ist er denn eigentlich gestorben, noch vor Ort oder im Krankenhaus? usw). DIe Polizei ist in der Regel nicht voll von Sachverständigen für medizinische Themen und schreibt gelegentlich in ihre Meldungen Dinge rein, die sie zwar so verstanden haben, die aber nicht zwingend auch so zutreffen müssen. Mich würde da die Sichtweise des Rettungsdienstes doch erheblich interessieren.

Fazit: Eigentlich kann die Aussage mit dem "nicht dürfen" so nicht stehen bleiben. Natürlich kann es trotzdem ein Versagen der rettungsdienstlichen (oder auch notärztlichen) Behandlung vor Ort gewesen sein. Es kann sich aber auch einfach um eine nicht optimale Berichterstattung handeln. Letztlich kann das hier ohne Kenntnis des Falls keiner wissen.

Dir jedenfalls noch herzliches Beileid. Wenn du noch mehr Informationen zu der Sache bekommst, die du eingeordnet haben möchtest, dann kannst du dich gern melden.

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Mmmh, irgendwie kann ich das nicht glauben. Zum einen stirbt man nicht aufgrund eines fehlenden Zugangs, einer fehlenden Infusion, zum anderen würde dann die "Notkompetenz" greifen, welches auch dem nicht notärztlichen Personal weiterführende, lebenserhaltende Maßnahmen erlaubt.

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Kommentar von wurzlsepp668
06.02.2017, 07:46

bin mir auch sicher, dass der Tod NICHT mit der fehlenden Infusion zusammenhängt

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Also ich kriege immer eine Nadel, wenn ich im Krankenwagen liege...

Aber wird wohl am fehelnden Arzt gelegen haben..

Mein Beileid

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Erstmal mein aufrichtiges Beileid!

Der Assistent hat dafür keine Berechtigung. Das darf nur der Notarzt.

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Kommentar von wurzlsepp668
06.02.2017, 07:37

Natürlich hat der RettAss die Berechtigung ....

Notkompetenz ....

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Das darf er! Es geht da um ein Leben und wieso sollte der nichts machen, wenn die andere Person am sterben ist?

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Kommentar von ultrabrot123
06.02.2017, 09:22

Eben deswegen versteh ich das ja nicht 

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Woher willst du das wissen?

Gewisse Dinge dürfen eben nur enstprechend ausgebildete Fachleute machen und keine anderen.

Auch wenn es notwendig ist und öfters gemacht wird, begibt sich derjenige auf dünnes Eis. Insbesondere wenn es schief geht.

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Kommentar von ultrabrot123
06.02.2017, 09:24

Aber er ist doch gestorben weil keine Infusion gelegt wurde 

Also warum sich nicht auf dünnes Eis begeben wenn er eh am Sterben war?

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