Warum bringt ein Mensch sich um?

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12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Depressionen können den von Dir erwähnten "Selbsterhaltungstrieb" egalisieren, eine von vielen Möglichkeiten....

LG....strick

ich weiss net ob da nicht mehr bei sein muss, man sollte Depression von Wahnsinn unterscheiden

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Warum wird man darüber nicht vorher informiert? Jetzt ist es zu spät.

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@pippi60

pippi, bei zwei guten Freunden von mir ist es nun auch zu spät...., das beide depressiv waren, hat sich erst "hinterher" herausgestellt...

LG....strick

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Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Jüngstes Beispiel aus meinem weiteren Umfeld (ich bin nicht persönlich davon betroffen): Ein 18-jähriger hat sich das Leben genommen. Er war von der Mutter Zuhause rausgeworfen worden, hatte aber ganz offenbar auch lange vorher schon Probleme mit den Eltern und entsprechend mangelnden Rückhalt. Dem waren vermutlich die Probleme seines Lebens, zumal unterstelltermaßen in seinem Alter noch nicht oder zumindest nicht hinreichend reflektiert, "ganz einfach" über den Kopf gewachsen. Das dann Kurzschluss zu nennen ist zu einfach, denn die Überforderung dauert regelmäßig über lange Zeit an, ehe der Suizid im Laufe der Zeit kein Schreckensbild mehr umreißt, sondern eine Option! Da kommt dann irgendwann der Tropfen, der das Faß quasi zum Überlaufen bringt. Alles wird zuviel; das Leben steht im Wege wie eine dicke Mauer; Lösungen sind keine mehr erkennbar; selbst Hilfsangebote Außenstehender können dann als Unverständnis gewertet und verworfen werden, wenn sie nicht als Puzzleteil optimal in die Lücken passen, die sich vor einem auftun; ein überwältigendes psychisches Schmerzgefühl geht in der Regel einher... Es gibt Menschen, die dann ins Berauschen fliehen und oft an einer Sucht hängen bleiben. Ist das dann eine Alternative? Eine Alternative ist nur noch, dass ein unmittelbar Suizidgefährdeter auf jemanden stößt, von dem er sich wirklich verstanden fühlen kann. Schwieriger Drahtseilakt für diesen Verständnisvollen: Seine Hilfe muss zur "Hilfe zur Selbsthilfe" gelingen, denn niemand kann jemand anderen Leben und Probleme tragen!

Auf der anderen Seite der Palette und derzeit heiß diskutiert ist der Suizid manchmal aus Altersgründen (körperlicher und geistiger Verfall), aber überwiegend aus Krankheitsgründen (Krankheitsstadium der Unheilbarkeit). Es ist verständlich, dass die Politik (auch die Gesellschaft?) eine Kommerzialisierung der Selbsttötung verhindern möchte. Verständlich, denn jeder Kommerz artet aus in unsachliche Anwerbung von möglichen "Käufern" eines Produktes – das dann "Tod" hieße. Ein Unternehmen, dass sich mit diesem "Produkt" befasst, kann seinen Gewinn nur steigern durch die Steigerung der Todesrate. Das ist schon makaber. Aber ich verstehe auch den Einwand einer Hörerin (Telefondiskussion im Radio), die darstellte, sie wollte sich doch im Falle des Falles lieber an Leute wenden, die damit Erfahrung haben, als sich jemandem in die Hände zu begeben, der dann experimentiert... Gut aber ist es auch, dass sich die Politik und Gesetzgebung endlich öffnet für das Anliegen der Selbsttötung: HIER geht es um die Frage, ob jemand für sich entscheiden darf, wann für ihn Menschenwürde endet oder wann Qualen (nicht nur des unmittelbaren körperlichen Schmerzes, der ja immer als heutzutage optimal therapierbar hingestellt wird) nicht mehr erträglich und auch menschenunwürdig sind.

Zu dem Selbsterhaltungstrieb möchte ich noch folgendes anbringen: Der Selbsterhaltungstrieb ist der Druck einer Vielzahl von Zellen, die sich auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert haben, um letztendlich die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen. Auch eine Amöbe stellt Leben dar! Aber es bedeutet einen ernormen Überlebensvorteil, wenn eine Zelle nicht allein dasteht, wenn im nächsten Schritt also eine Abschirmung gegen Umwelteinflüsse möglich wird, wenn nächst regelrechte Strategien gegen den zufälligen oder aggressiven Untergang (gefressen werden) entstehen – wenn am Ende sogar möglich ist, sich gegen Angriffe von außen aktiv durch Flucht oder Gegenwehr zu verteidigen. Jede Zelle sendet den "Befehl", ihr Überleben zu sichern – und der ganze Verbund aller Zellen ist somit einer lauter Aufschrei nach dem Fortbestand der Lebensprozesse. Es ist eine Errungenschaft und eine Last des menschlichen Intellekts, diesem ganz primären Überlebenstrieb rationale Abwägungen entgegen stellen zu können – und es ist ein Ballast eines jeden bereits höher entwickelten Gehirns, dass insbesondere die Wiederholung traumatischer Erlebnisse schließlich einen "Lernerfolg" ins Gehirn brennen, dem das bewusste Hirn ausweicht, dem das Unterbewusstsein aber ausgeliefert bleibt. Hier entsteht dann beim Menschen das, was überwiegend im Suizidalfall als "Verzweiflungstat" abgetan wird...

es sind meistens nicht wirklich "rationale Überlegungen", auch wenn einem subjektiv das so erscheint; eher ist da eine Irrationalität zu erkennen, die Flucht vor den Herausforderungen des Lebens, des Leidens; ich kenne Menschen, die gegen ihren Willen "gerettet" wurden - und nun sehr froh darüber sind und sehr bewusst und gerne leben und sich davor schützen gelernt haben, wieder so "abzurutschen"; es war für sie eher wie ein irrationaler Wahn als wie eine ratinale Entscheidung.

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Es gibt viele Gründe; als Außenstehender kann man sie so schwer erkennen, aber man sollte es wissen, um sich nicht schuldig zu fühlen, wenn man es gar nicht ist. Interessante Infos zum Selbsterhaltungstrieb! DH für deinen Beitrag!

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es sind meistens nicht wirklich "rationale Überlegungen", auch wenn einem subjektiv das so erscheint; eher ist da eine Irrationalität zu erkennen, die Flucht vor den Herausforderungen des Lebens, des Leidens; ich kenne Menschen, die gegen ihren Willen "gerettet" wurden - und nun sehr froh darüber sind und sehr bewusst und gerne leben und sich davor schützen gelernt haben, wieder so "abzurutschen"; es war für sie eher wie ein irrationaler Wahn als wie eine ratinale Entscheidung.

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