Warum brechen Borderliner meistens ihre Therapien ab?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Also, grundsätzlich hängt das auch von der Therapieform und von der Erfahrung des Therapeuten im Umgang mit Borderlinern ab. So ist beispielsweise die Abbruchrate bei Dialektisch-Behavioraler Therapie deutlich geringer als bei tiefenpsychologisch fundierten Therapieformen. So viel vorweg.

Warum fällt es Borderlinern so schwer sich auf eine Therapie einzulassen? Das ist ein vielschichtiges Thema und bestimmt individuell auch sehr unterschiedlich. Ich habe extreme Schwierigkeiten mit Vertrauen. Mich zu öffnen bedeutet meine Verletzbarkeit preiszugeben. Im Gegenzug öffnet sich der Therapeut persönlich ja überhaupt nicht (das darf er auch gar nicht). Somit ist man in der Therapie in einer Situation in der man nicht die Beziehungskontrolle hat. Da ich als Borderliner extreme Angst habe (meist unbegründet) verlassen zu werden, empfinde ich diese Situation als extrem bedrohlich. Als Konsequenz verfalle ich oft in Muster in denen ich dann gar nicht wirklich produktiv an der Therapie arbeite, sondern eigentlich nur den Therapeuten "teste". So in etwa: Hält er auch noch zu mir, wenn ich so richtig gemein zu ihm bin? Mit solchen "Tests" umzugehen erfodert vom Therapeuten sehr viel Erfahrung und unbedingt Supervision, denn auch Therapeuten sind Menschen und damit auch emotional involviert.

Kurzum: Borderline ist auch und wesentlich eine Beziehungsstörung. Daher ist automatisch auch die Beziehungsgestaltung in der Therapie extrem schwierig. Aufgrund der meist vorhandenen negaiven Erfahrungen im Leben von Borderlinern fällt es ihnen extrem schwer Vertrauen zu fassen und das führt zu Konflikten die für beide, Therapeut und Patient, nur schwer auszuhalten sind. Obendrein hat der Borderliner immerwieder Phasen von quasi 0 Selbstwert. In solchen Phasen ist er sich die Arbeit zur Verbesserung seiner Gesundheit auch nicht wert. Wenn die therapeutische Beziehung in einer solchen Phase nicht gut funktioniert, ist der Schritt zum Abbruch nicht erstaunlich.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weil sie unter massiven Stimmungsschwankungen leiden. Es macht sie fertig. Wochenlang, manchmal jahrelang sind sie schwer depressiv und ritzen sich vllt. sogar und es braucht einen wirklich wirklich guten Grund, um wieder aufzustehen und zu kämpfen. Wenn man den aber gefunden hat, dauert es meist nicht lange und dann sind sie schon wieder ganz unten. Man braucht Kraft für eine Therapie. Borderliner werden dann wieder "Verhaltensrückällig" und können diese Kraft nicht mehr aufbringen. Es dauert wieder unendlich lange, bis sie wieder kämpfen wollen. Ein Teufelskreis.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von KaraKedi
17.10.2012, 23:16

Danke für deine Antwort.

0

ich habe selber borderline und kenne dass zu gute. borderliner brechen oftmals die therapie ab,weil sie sich in stich gelässen fühlen,unverstanden fühlen,weil nimand helfen kann oder gar nicht kann bei ihrer situation. wie zb eine trennung.die man selber druchmachen muss. therapeuten können dir nur beistehen und mit dir reden bei einer trennung. mehr können sie auch nicht tun leider.

es kann auch sein,wenn jemand ihr hilft,dass sie dann plötzlich als angriff sehen gegen sie. und auch deshalb es abrechen.

ich hatte im märz eine gefährtzmeldung,wo ich nichtz dafür konnte.wo ich gar nichtz machte wo ich mich gefährtet hatte oder andere.weil ich dort extreme nebenwirkungen hatte musste ich oftmals dann per notfall eingeliefert werden im krankenhaus.

dass sehen die meisten als ausgenutzt,verletzt und auch angeriffen. daher muss man bei einem therapueten suchen die dass borderline alles wissen usw. wie spezialsten auf diesen gebiet und wie man dann umgeht mit solchen leuten.

am besten ist,dass man dann auf beiden seiten es erklärt usw.vlt haben sie dann einsicht und sehen dass es eigentlich kein angriff ist

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo KaraKedi,

vielen Borderlinern fällt es sehr schwer Vertrauen aufzubauen und auch vertrauen zu können (vielleicht auch Vertrauen zu zu lassen?).

Was ich bei mir sehr stark merke ist, dass ich extreme Angst habe verletzt zu werden, dadurch bin ich extrem misstrauisch und vorsichtig.

Auch lebt ja oft Hoffnungslosigkeit in einem Borderliner (viele denken, fühlen, dass es eh nichts bringt und dass sie sowieso ein hoffnungsloser Fall sind).

"Gesunde und normale" Bezeihungsebenen sind auch oft schwer,......... das macht es dem Therapeuten auch nicht leicht.

Häufig ist es ja auch so, dass wenn Bordis sich ein Urteil über einen gemacht haben, dieses Urteil als "absolut" gefühlt wird, ich meine damit....... wenn ein Therapeut unten durch ist, dann ist er auch richtig unten durch (eigene Bewertung ist sehr stark).

Hoffnungslosigkeit . . . . .Verzweiflung, ...... Angst, ........ Misstrauen, ........ Aburteilung, ........ Aufgabe,........ das sind wohl häufige Gründe für einen Therapieabbruch.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?