Warum brauchte Joseph Ratzinger die "Erlaubnis" von Papst Franziskus, um seinen Bruder besuchen zu dürfen?

12 Antworten

Nach einiger Recherche vermute ich, dass der amtierende Papst das Verlassen seines Staatsgebiets genehmigen muss.

Früher war es in absolutistischen Monarchien nötig, die Erlaubnis des Monarchen zum Verlassen des Staatsgebiets einzuholen.

Da der Vatikan ein eigener Staat ist und es sich hier um den zweithöchsten Bürger handelt, macht es Sinn dies dem ranghöchstem Bürger mitzuteilen. Da müssen sicher auch Vorkehrungen getroffen werden.

Naja, vielleicht haben die Journalisten auch ein wenig übertrieben.

Für mich ist es guter Stil und Zeichen von Miteinander, wenn der Vorgänger dem amtierenden Bischof Bescheid gibt und ihm sagt, was er vorhat. Und wenn der sagt: "Ja, ok", oder "Ja, unbedingt musst du da hinfahren", dann muss das nicht zwingend eine "Erlaubnis" sein.

Das ist halt offensichtlich wie in (fast) jedem anderen Betrieb auch.

Die Reisegenehmigung (damit verbunden auch die Übernahme der Reisekosten) wird entweder per Dauergenehmigung, oder einzeln, durch den nächst höheren Vorgesetzten erteilt.

Beim Papst nickt dann der liebe Gott die Dienstreisen ab.

2

Aber warum "Vorgesetzter"? Ratzinger ist doch schon in "Rente" bzw. nicht mehr im Dienst.

0
@Franz577

Da muss man wohl etwas tiefer in das (Selbst) Verständnis der katholischen Kirche eintauchen. Da gibt es dann Aussagen: "Alle Bischöfe, auch emeritierte, hätten teil am Lehramt der Kirche und besäßen gemeinsam die Verantwortung für das katholische Glaubensgut" , oder auf Ratzinger direkt bezogen : "Benedikt XVI. ist noch nicht tot", und der Auftrag eines Bischofs dauere bis zum Lebensende. Und da er kein eigenes Geld hat, wie andere das hier bereits beschrieben haben, wird seine Reise eben als "Dienstreise" von der Kirche bezahlt.

0

Vielleicht musste der Vatikan für die nicht unerheblichen Reisekosten aufkommen?

Als emerierter Papst, hat er ja kein eigenes Privatvermögen (Armutsgelübde)

Was möchtest Du wissen?