Warum braucht es bei Depression 100 Dinge, um glücklich zu sein - aber 1 Sache, um wieder unglücklich zu sein?

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14 Antworten

Hallo TheTrueSherlock,

es ist doch schon mal sehr positiv, dass es Dir trotz Depression gelungen ist, überhaupt wieder Sprosse für Sprosse an Deiner Glücklich-sein-Leiter hochzuklettern! Ich kann mir gut vorstellen, dass es Zeiten gab, in denen selbst das nicht möglich war, oder? Also eine Verbesserung ist sichtbar.

Je höher man aber auf einer Leiter steht, umso wackeliger wird's da oben und da die Depression ja noch nicht komplett überwunden ist, steht man auch noch nicht so stabil da oben. Kommt also eine Windböe, bläst einen schneller wieder ein paar Sprossen runter als wäre man bereits gesund und stabil.

Ich habe das bewußt an Deinen Formulierungen festgemacht, weil sie mir so gut gefallen haben und sich damit die Fortschritte eines Genesungsprozesses auch wunderbar 'einstufen' lassen. Du siehst also, es geht aufwärts für Dich, aber es braucht noch eine Phase der Stabilisierung. Das ist doch sehr gut :)

Und wenn man es so betrachtet, kann einem der nächste Windstoß schon viel weniger anhaben, weil man dann nämlich auch lernt, sich an sich selbst (als Leiter des eigenen Lebens) festzuhalten. In der eigenen Mitte zu bleiben und den Windböen bis hin zu Stürmen das Ruder des eigenen Lebensschiffes fest im Griff zu haben. Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen <3

Alles Liebe und Gute für Dich wünscht Dir

Buddhishi

PS: Habe in den letzten Tagen viele gute Beiträge  von Dir gelesen. Schön, wie Du anderen Mut und Kraft gibst :)

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Kommentar von TheTrueSherlock
06.10.2016, 16:55

Ja, da hast recht :)

Naja.. das waren leider keine paar Sprossen, sondern paar mehr.. Ich war richtig glücklich und sogar total aufgedreht, weil ich mich so gefreut habe und dann kam eine Kleinigkeit und ich spürte wieder den Stich im Herzen (hatte ich früher sehr oft), war niedergeschlagen und weinte etwas. Nun habe ich mich wieder gefangen.

Danke :)

Schön formuliert ja. Und wenn wir schon bei den Metaphern sind, vielleicht lerne ich auch i-wann mit dem Wind zu gleiten/fliegen ^^

Oh, das ist lieb *erröte* :)

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Ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht, da ich auch unter Depressionen leide, welche diagnostiziert sind. 

Wenn du Depressionen hast ist es ja quasi so, als wären alle deine Knochen gebrochen und Knochen brauchen eben lange, bis sie wieder zusammenwachsen.  Kommt aber etwas, was dir deine ein bisschen zusammengewachsen Knochen wieder bricht, da die Knochen da eben noch sehr schwach sind, brechen sie wieder. 

So hab ich mir das erklärt.  

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Kommentar von TheTrueSherlock
06.10.2016, 16:00

Schöner Vergleich, klingt nachvollziehbar!

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Ich glaube das ist stark individuell geprägt. Erstmal: gratuliere Dir dazu , dass Du es selbst schon geschafft hast, ein paar Sprossen zu erklimmen - freu Dich darüber. Schreib's Dir in ein Erfolgstagebuch, das ist grossartig !

Dass Du schon in Therapie bist spricht auch für Dich. Ergänzend kann ich Dir nur aus meiner Erfahrung berichten: Erstens ist für mich Sport (den ich eigentlich nicht besonders gerne mache) ein wichtiger Baustein um den Windstoss eben nicht zum Orkan werden zu lassen. Schüttet viele gute Hormone aus.

Zweitens gerade in der Herbst / Winterphase haben wir in Mitteleuropa ja Probleme mit der Vitamin D Produktion. Da wenig Sonnenlicht, wenig Vitamin D, das wirkt sich direkt auf die Stimmung aus, für jemand der schon depressiv veranlagt ist, oder depressive Phasen hat nicht gerade optimal. Lässt sich aber gut mit Nahrungsergänzungsmitteln erledigen. Genauso übrigens: L-Tryptophane, die man für die Serotonin Produktion im Gehirn braucht (Serotonin ist quasi das Glückshormon überhaupt). 

Drittens: An der Frusttoleranz arbeiten, Gelassenheitstraining, z.Bsp. autogenes Training, Meditation oder auch Yoga (ja, sag ich als Mann).

Alles zusammen kommt gut - auch ohne XANAX & co.

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Kommentar von TheTrueSherlock
30.10.2016, 23:44

Mhm danke :)

Ach ist schön, wenn auch Männer das machen. Solange es hilft, warum nicht. Ich bin gegen das Klischeedenken.

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Ganz einfach: Weil du die negativen Dinge deutlich stärker gewichtest als die Positiven.:)
Ich leide selber darunter, daher weiß ich natürlich dass es nicht so einfach ist.
Viel Glück auf deinem weiteren Weg und bleib stark ✌🏻

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Kommentar von TheTrueSherlock
06.10.2016, 17:13

Ja, leider.. Da sind die schon unschön und dann gewichtet man die noch stärker negativ.. Jackpot.

Danke, du bist lieb :) Dir auch viel Glück und gib nie auf :)

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Meine Vermutung wäre, dass diese eine Sache, etwas ist, bei der man nie eine Lösung fand. Immer wieder kreist diese Sache im Kopf rum und bringt einen runter. Von daher ergibt sich diese Hoffnungslosigkeit.

Das Problem erscheint einem unlösbar und das ist das Frustrierende dabei. Der depressiv veranlagte Mensch steigert sich dann auch noch extra hinein. Er wird sozusagen süchtig danach immer wieder auf diese Frage zurückzukommen und stellt sich zusätzlich auch noch selber Fragen wie: "Warum ist das so ?", "Wieso versteht mich keiner ?", "Was soll ich nur tun ?"

Am Ende ist es dann eigentlich viel mehr als nur eine einzige Sache - nämlich ein ganzes künstlich aufgebautes Fragengebäude :-(

Um hier Abhilfe schaffen zu können sollte man versuchen das eigentliche Problem mehr zu erkennen. Für mehr Transparenz sorgen. Vor allem auch die Ursache versuchen zu klären. Dazu gibt es, wie wir wissen, die unterschiedlichsten Hilfsmittel. Am besten fährt man möglichst breitspurig dabei.

Ein sich bloßes Verkriechen und alles als gegeben hinnehmen ist kontraproduktiv und hilft logischerweise nicht.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)

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Kommentar von TheTrueSherlock
07.10.2016, 12:50

Nein, das war es nicht direkt, aber die Fragen stimmen ja. Und ich steigere mich da immer rein.. Hatte mich gestern gefragt, warum das nun passieren muss.. dass ich so traurig werde, obwohl ich so glücklich war.

Früher war es auch so, dass mich eine negative Situation in der Familie an alle anderen negativen Situationen erinnert hat. Ich habe nicht den Schmerz eines Ereignisses gespürt, sondern der Schmerz vieler vergangener Erlebnisse prallte auf mich ein. Ist sicherlich auch typisch für Depressive.

Ja, stimmt :)

Danke.

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Ich kann das nicht bestätigen. Bei mir gibt es natürlich auch Abs und Hochs. Ich habe immer wieder kehrende Depressionen. Aber, wenn ich auf mich achte und auch immer Tabletten nehme geht es. Ansonsten gute Absprachen mit Personen, die mir wichtig sind. Ich brauche nicht 100 gute Sachen. Mir reicht eine.

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Kommentar von TheTrueSherlock
07.10.2016, 15:24

Naja, das freut mich für dich. Natürlich ist 100 übertrieben. Tabletten nehme ich nicht.

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Wenn man eine bipolare Störung hat, geht es in der manischen Phase auch andersherum, was natürlich viel angenehmer ist, jedenfalls für einen selbst. Für die Umgebung sind manische Phasen oft anstrengend.

Manchmal braucht aber auch ein Depressiver nur ein Ding, um glücklich zu sein - und zwar das Verliebtsein.  Natürlich hält diese Phase nicht ewig an. Depression ist behandelbar, aber oft nicht heilbar. Man kann nur immer wieder dagegen ankämpfen.

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Kommentar von TheTrueSherlock
06.10.2016, 19:41

Ja, ich weiß. Das mit dem Verliebtsein stimmt ;) Selbst erlebt.. aber hat auch bei mir schnell nachgelassen, so dass ich mich oft frage, ob ich überhaupt lieben kann etc.

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Klinisch betrachtet?

Du bist seelisch kaputt. Mehr oder weniger.

Was im großen und ganzen bedeutet, dass du Probleme damit hast, mit Rückschlägen und Versagen umzugehen. Und im Umkehrschluss bist du nicht besonders gut darin, gute Erfahrungen richtig zu verarbeiten, abhängig von der Ursache deiner Depression, natürlich.

Mit anderen Worten, du bist untrainiert darin, dich mit positiven Reizen aufzubauen, aber sehr geübt darin, dich in Folge von Rückschlägen selbst niederzumachen.

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Kommentar von TheTrueSherlock
06.10.2016, 23:07

Das ist die bittere Wahrheit ja.. Hast du einen Tipp, wie man gute Erfahrungen besser aufnehmen kann?

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Es ist nun mal so das man für 1 schlechtes Wort 10 gute Wörter braucht um es auszugleichen und so ähnlich verhält sich das mit den Depressionen.

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Weil man so oft niedergeworfen wurde, dass es immer schwerer fällt, noch was gutes im Leben zu erkennen. Wenn dann doch mal was nettes passiert, hat man immer im Hinterkopf, dass ja doch nicht von Dauer sein kann. Dann passiert wieder was Gutes und man baut doch wieder etwas Mut auf. Natürlich wird einem dann wieder richtig schön vom Leben in die Fr*sse geschlagen und man verliert wieder den Mut und man fühlt sich erneut bestätigt. Dann bildet sich im Kopf der Gedankenkreis, dass das ja doch eh immer wieder passieren wird, warum also weiter machen, wenn am Ende eh wieder alles zusammenbricht, schön nach dem Motto "Der Teufel sch**** immer auf den größten Haufen"

Da wieder rauszukommen, ja daran arbeite ich seit Jahren. 

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Kommentar von TheTrueSherlock
07.10.2016, 01:34

Verständnisvolle Worte!
Ich wünsche dir die Kraft, da wieder rauszufinden. Ganz viel Kraft und gib nie auf :)

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Das mit glücklich werden und glücklich bleiben, ist meiner Meinung nach eine Illusion. Klar kann man damit viele Menschen abholen und ihnen diese Bücher verkaufen.

Religionen versprechen auch so hohe Dinge, damit man wie ein Hamster im Rad immer strampelt, und glaubt dass man dem Ziel näher kommt. Alles Lug und Trug, doch Menschen fallen gerne auf sowas rein.

Hohe Ziele haben, ist nicht schlecht. Doch sollte man nicht vergessen, dass sie unerreichbar sind. Sozusagen als Sterne in der Finsternis, weil ohne Ziele leben ist man auch niht gut.

Eine Möglichkeit wäre, realistischere Ziele anzusteuern. Als Beispiel wäre vielleicht ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, Frieden im Land, mit Ruhe und Gelassenheit durch den Tag zu kommen.

Das scheint machbar zu sein und gibt auch schon glücks- Momente wenn es gelungen ist.


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Kommentar von TheTrueSherlock
06.10.2016, 23:09

Eine gute Antwort! .. auf eine andere Frage vielleicht.

Ich verstehe nicht ganz die Aussage, die du mir damit überbringen willst. Ich hatte davon geredet, dass ich nur langsam glücklich werde, aber dafür umso schneller unglücklich.

Von welchen Zielen sprichst du? Ich setze mir ja kein Ziel glücklich oder unglücklich zu werden.. Oder naja, ersteres schon, aber das war doch gar nicht gemeint? *verwirrt*

Nein, ich verstehe es i-wie nicht.. Tut mir leid :/

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Weil du gerade depressiv bist. Aber du wirst eines Tages aufwachen und der Spuk ist vorbei. Dann wirst du plötzlich den Orkan wieder als Windstoß fühlen und die Dinge die dich von Leiter glücklich zu sein stießen, werden dich dann nicht mehr so unglücklich machen, wie du jetzt bist.

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Kommentar von TheTrueSherlock
06.10.2016, 16:01

Hoffe ich! Naja, es wird nicht so einfach sein, dass "der Spuk vorbei ist". Selbst mit Therapie dauert es lange, bis man es in den Griff kriegt und man kann jederzeit rückfällig werden.

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Wir können schreiben, wenn du willst. Kann dir meine Ersatz Email Adresse geben und dir WhatsApp Nummer schicken ( jaja ich bin armselig )

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Kommentar von TheTrueSherlock
09.10.2016, 00:56

Lieb von dir, aber nein danke.
Ich bin in Therapie und Depressionen wurden schon besser. Nur manchmal kommen wieder so Rückschläge :/

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Ich habe Leute getroffen, die mit nur einer Sache ihre Depression sofort verschwinden lassen haben - so ist es also nicht.

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Kommentar von TheTrueSherlock
07.10.2016, 20:10

Solche Leute kenne ich nicht und so etwas kann ich auch nicht.

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