Warum brauchen Kinder religiöse Erziehung?

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Religiöse Erziehung ist ein Teilbereich dessen, womit man dem Kind eine Orientierung für später mitgeben will. Genauso wie z.B. bei Medienerziehung, Sauberkeitserziehung, Höflichkeitserziehung etc. ist mit "religiöser Erziehung" ganz und gar nicht gemeint, dass man das Kind super fromm erziehen will. Genausowenig wie man Kinder bei der Medienerziehung am liebsten den ganzen Tag vor den Fernseher, den Computer, das Smartphone oder das Tablet setzen will. Oder bei der Sauberkeitserziehung einen Hygienefanatiker aus dem Kind machen will. Oder bei der Höflichkeitserziehung einen kleinen Adligen aus seinem Kleinen machen will.

Religiöse Erziehung lebt vor allem vom Vorbild, das die Eltern geben. Eine Erziehung, die nicht zum Vorbild der Eltern passt, nutzt gar nichts.

Das Kind erlebt gewöhnlich seine Eltern als diejenigen, die alles können, alles wissen, alles bestimmen. Das erweckt den Eindruck, als seien die Eltern wie Götter. Wenn das Kind die Eltern dann z.B. beten sieht, erlebt es, dass auch die Eltern nicht alles selber in der Hand haben, sondern in vielem abhängig sind und ihr Vertrauen auf jemanden anderes setzen. Das relativiert dann die Macht der Eltern.

Kinder fühlen sich geborgen durch wiederkehrende Rituale. Wenn es z.B. in der Familie üblich ist, morgens, mittags beim Mittagessen, abends zu beten, sonntags gemeinsam in den Gottesdienst zu gehen, im Lauf des Jahres verschiedene religiöse Feste zu feiern, gibt das dem Kind seelisch Halt, weil es sich auf den Rhythmus des Immergleichen einstellen kann.

Wenn man religiöse Dinge im Haus hat, wie z.B. religiöse Bilder mit einer Kerze davor oder auch nur ein Kreuz, und merkt, dass die Eltern dort eine besondere Ecke haben, wo sie still sind und andächtig, kann das Kind auch sinnlich wahrnehmen, dass die Atmosphäre anders ist, und ahnen, dass es noch etwas über das Materielle hinaus geben muss.

Religion ist auch ein Teil der Kultur. Das Hören von Geschichten aus der Kinderbibel oder das gemeinsame Singen religiöser Lieder bildet und lässt teilnehmen an der Gemeinschaft, die viele Menschen über Jahrhunderte miteinander verbindet.

Religion hilft Kindern auch in Zeiten, wo es schwierig ist, wenn die Eltern selber nicht genug Geborgenheit vermitteln können. Kinder spüren, dass alles um sie herum eine Einheit ist und dass es einen Mittelpunkt von dem Ganzen gibt. Diesen Mittelpunkt bei GOTT anzunehmen, schützt einen seelisch besonders dann, wenn die äußere Umgebung nicht so besonders stabil bleibt.

Religiöse Erziehung hilft bei der Unterscheidung, was am Religiösen gesund ist und was am Religiösen krank, extrem, abergläubisch ist. Kinder spüren, was die Eltern authentisch vorleben. Jede übertriebene Religiosität wäre unstimmig und würde auf Widerstand beim Kind stoßen.

In der Grundschulzeit ist es z.B. normal, dass man als Kind abergläubische Vorstellungen entwickelt. Man denkt sich z.B.: "Wenn ich jetzt auf dem Nachhauseweg auf dem Bordstein balanciere und nicht runterfalle, ist zu Hause alles in Ordnung, und wenn ich runterfalle, stirbt jemand." Da kann es hilfreich sein, wenn man lernt, solchen Aberglauben vom Gottvertrauen unterscheiden zu können.

Kinder brauchen plausible Antworten auf religiöse Fragen, sobald sie diese selber stellen. Genau so gut kann man ihre Fragen im atheistischen Sinne beantworten. Ob sie mit den Antworten zufrieden sind, steht auf einem anderen Blatt. Auf jeden Fall sollte man ihnen keinen bestimmten Glauben eintrichtern oder gar aufzwingen.

Die religiösen Riten ihres Kulturkreises kriegen sie ja wohl automatisch beigebracht, indem sie alles mögliche mitmachen und dabeisein müssen. Außerdem bekommen sie entsprechende Anleitungen, z.B. zum Gebet. Wenn sie anfangen, kritische oder unwillige Fragen zu stellen, kann man die freundlich und nach bestem Wissen und Gewissen beantworten. Keinesfalls sollte man die Kinder zwingen, etwas mitzumachen, was sie von sich aus nicht wollen, es sei denn, es ist einfach notwendig, wie aufstehen oder essen.

Mit der Religion eng verbunden ist die Ethik. Auch hier scheint mir ein lästiges und übermäßiges Eingreifen nicht hilfreich. Kinder müssen auch ab und zu mal was ausfressen dürfen. Danach kann man drüber reden. Man kann ihnen dann das Grundgebot der Bergpredigt beibringen: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem Andern zu!

Kinder brauchen keine religiöse Erziehung.

Im Gegenteil schadet die Indoktrination von Kindern ganz erheblich. Nur Kinder nehmen dieses totalen Mumpitz an und fallen auf die eigentlich bei Lichte betrachtet absurden Glaubensaussagen rein.

Einfache Antwort: sie brauchen keine. Religiöse Erziehung ist das absolute Gegenteil von dem was Kinder wirklich brauchen. Sie brauchen ein stabile, fürsorgliches Umfeld welches nicht den ganzen Tag lügen verbreitet und den Kindern Angst macht mit imaginären Orten wo sie nach dem tot landen wenn sie böse sind. Genauso wenig sollte man ihnen. Eine Faktenintoleranz anerziehen.

Brauchen sie nicht.

Was man aber nicht benachteiligen sollte, ist religiöse Bildung. Einblicke und Wissen über verschiedene Religionen, um sie zu verstehen und nachvollziehen zu können, wieso Religion die Menschheitsgeschichte seit jeher auf die ein oder andere Weise begleitet und was manche Menschen zur Religion hin zieht.

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