Warum brauchen Alkoholiker Alkohol?

11 Antworten

Leider können wir Menschen nicht grundsätzlich so rational denken, wie wir es gerne können würden, vor allem da es deutlich weniger Energie kostet, sich auf seine Erfahrungen, Emotionen und Intuition zu berufen. "Schuld" an jeder Sucht trägt der Neurotransmitter Dopamin. An sich ist dieser wichtig, da unsere Spezies sonst aussterben würde, weil wir keine Motivation hätten, Nahrung zu uns zu nehmen oder uns fortzupflanzen. Doch jede Aktivität, bei der Dopamin ausgeschüttet wird, kann auch zur Sucht werden, sei es nun Essen, Sex oder eben Alkohol. Dopamin ist sozusagen eine Belohnung unseres Gehirns für uns, durch die wir uns gut fühlen und uns signalisiert, dass wir das Richtige getan haben. Im Leben sind wir ständig auf der Suche nach dieser Belohnung. 

Trinkt man öfter Alkohol, wird die Zahl der Dopamin-Rezeptoren auf Grund des hohen Dopaminlevels jedoch verringert, wodurch die Glücksgefühle bei allen Aktivitäten gehemmt werden. Irgendwann verliert man die Motivation an anderen Tätigkeiten immer mehr und kann diese Glücksgefühle nur noch durch Alkohol erlangen kann, wobei diese gleichzeitig bei der gleichen Menge immer schwächer werden. Deswegen wird es auch schwieriger, eine Sucht zu beenden, je mehr man dieser bereits verfallen ist. Die meisten Alkoholiker wissen jedoch schon, dass sie sich damit nichts Gutes tun.

Das hätte man kaum besser schreiben können :)

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Sucht, psychische Sucht, ist durch nichts zu kurieren. Auch nach Jahren der Abstinenz bleibt ein süchtiger süchtig.

Sucht übernimmt quasi die Kontrolle über das Unterbewusstsein und sorgt dafür, dass das alles ausgeblendet wird. Davon abgesehen ist der Stoff für den süchtigen quasi sein bester Freund, buchstäblich wichtiger als alles andere. Das geben die so leicht nicht auf.

Es gibt einen sehr schönen Ausschnitt aus dem Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry dazu;

 "(...) "Was machst du da?", fragte er den Säufer, den er stumm vor einer Reihe voller und einer Reihe leerer Flaschen sitzend antraf.

 "Ich trinke", antwortete der Säufer mit düsterer Miene. "Warum

 trinkst du?", fragte ihn der kleine Prinz.

"Um zu vergessen", antwortete der Säufer.

"Um was zu vergessen?",erkundigte sich der kleine Prinz, der ihn schon bedauerte."Um zu vergessen, dass ich mich schäme", gestand der Säufer und senkte den Kopf.

"Weshalb schämst du dich?", fragte der kleine Prinz, der den Wunsch hatte, ihm zu helfen.

"Weil ich saufe!", endete der Säufer und verschloss sich endgültig in sein Schweigen.

Und der kleine Prinz verschwand bestürzt.

Die großen Leute sind entschieden sehr, sehr wunderlich, sagte er zu sich auf seiner Reise"



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