Warum bleibt eine Theorie eine Theorie, selbst wenn ihre Richtigkeit immer wieder durch Messungen bestätigt wird?

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5 Antworten

Hi,- aus 2 ganz einfachen Gründen, je nachdem was gemeint ist:

1. Theorie in Verwechselung mit dem Wort "Hypothese" = vorläufige Annahme oder vorläufiges Konstrukt über systemische Zusammenhänge, die noch über einen hohen Anteil ungeklärter Variablen verfügt zum Zweck der weiteren Ausrichtung von Forschungsschritten. Das rührt daher, dass jede Theorie einen "Unvollständigkeitsvorbehalt" hat und insofern, je nach Konsistenzgrad mal mehr mal weniger eine Nähe zur Hypothese hat. Die Übergänge können fließend sein.

2. als natürliche Bezeichnung zweier unterschiedlicher Betrachtungs- und Arbeitsebenen. Beispiel: würdest du dich von einem Arzt behandeln lassen wenn du nicht annehmen würdest, dass sein Handeln auf der Grundlage eines konsistenten Konzeptes von Ursache und Wirkung basieren würde? Das mag zwar häufiger eine Fehlannahme des Patienten sein als einem lieb ist (aber das verdrängen wir jetzt mal...) aber so ist die Idealanordnung. Ein konsistentes Ursache-Wirkungskonzept reflektiert die Praxis und umgekehrt.

Dabei kann man (vielleicht) verschiedener Meinung sein wo der Schwerpunkt hingehört. Diesen Theoriealergikern sei aber gesagt, dass das Higgsteilchen lange vor dem experimentellen Nachweis aufgrund eines hochgradig widerspruchsfreien logischen Aussagesystems als "wirklich" betrachtet wurde und auch von einem Lehrer, dem ich mein Kind anvertraue würde ich erwarten, dass er sein Handeln und seine Methoden begründen kann.

Schlußendlich kann man wohl sagen, dass es eine goldene Regel gibt:

Praxis ohne Theorie ist blinde Willkür und Theorie ohne Praxis maximal eine interessante - im Idealfall auch qualifizierte - Spekulation und im schlechtesten Fall realexistierender Irrsinn.

Beide sind aber zwei realexistierende Seiten derselben Medaille und insofern auch "wirklich" bzw. "Wirklichkeitswirksam".

Gruß

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Kommentar von Wahchintonka
03.08.2016, 19:47

und grau ist alle Theorie. die Praxis auch?... es gibt da unter Medizinern folgender Spruch:  "der Hausarzt weiß alles und kann nichts. der Chirurg kann alles, weiß aber nichts. der Pathologe kann alles, weiß alles, es ist aber zu spät."

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Wenn du dein ganzes Leben lang schwarze Raben siehst, könntest du denken, es wäre ein Gesetz, dass alle Raben schwarz sind. Tatsächlich kannst du es nicht beweisen. Ob du einen weißen Raben siehst, oder jemand anderes -- oder gar niemand -- sobald es einen weißen Raben gibt, ist dein Gesetz und deine Wahrheit obsolet.

Seit Karl Popper gilt, dass in der Wissenschaft eine Theorie oder eine Behauptung nur falsifiziert werden kann, niemals positiv bestätigt.


Btw auch die Sonne könnte eine Täuschung sein. Wie willst du unterscheiden, ob du von einer Sonne träumst, die im Traum von allen Mitmenschen gesehen und erfahren wird und von allen Messungen und Untersuchungen bestätigt wird und einer realen Sonne? Es gibt keine Möglichkeit, die Existenz von etwas zu 'beweisen'.

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Kommentar von Wahchintonka
03.08.2016, 10:50

selbst wenn irgendwann ein weißer rabe doch auftauchen sollte, sind raben in der regel schwarz. das ist keine Theorie, sondern eine Tatsache. und was kann diese Tatsache dafür, dass es auch mutierte raben oder dergleichen geben kann. schließlich sind menschen mit 2 köpfen auch noch menschen

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Eine Theorie kann richtig oder falsch sein. Und jede Theorie bleibt eine Theorie, ob nun sie nun richtig oder falsch ist.

Der Satz "Paris liegt an der Seine" ist eine schlichte Tatsache, aber keine Theorie. Dazu ist der Satz zu simpel.

Eine Theorie ist ein systematisches Gedankengebäude aus einer Vielzahl von Annahmen und/oder Tatsachen und Schlussfolgerungen. Theorien sind z.B. die Wärmelehre, die Elektrizitätslehre, die Relativitätstheorie oder die Wahrscheinlichkeitstheorie.

Das Gegenteil der Theorie ist die Praxis und nicht die Wahrheit. Die Wahrheit steht im Gegensatz zu Lüge und Irrtum, aber nicht zur Theorie.

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Kommentar von Wahchintonka
04.08.2016, 21:25

Theorien können sich auch als Irrtümer erweisen. Wieso wird eine Theorie, die sich als falsch herausgestellt hat (z.b. die steady state -Theorie) mit einer richtigen Theorie ( z. b. die R-theorie) gleichgestellt? Was richtig ist, ist auch wahr und was falsch ist, ist falsch und ein irrtum

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Wenn man ganz philosophisch wird, könnte man ja auch einfach annehmen, dass wir alle nur in einer Illusion leben. Und woher soll man wissen, dass es dann wirklich so ist?

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Kommentar von Wahchintonka
03.08.2016, 11:12

man könnte vieles annehmen. man könnte sogar annehmen, dass es eine illusion ist, dass wir alle nur in einer Illusion leben.

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Wenn ich mich nicht irre lässt sich die Relativitätstheorie nicht beweisen

Auch wenn alles dafür spricht kann man es nicht "beweisen"

Die Sonne kann man sehen und spüren

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Kommentar von Wahchintonka
03.08.2016, 10:43

man kann auch sehen, dass bewegte Uhren langsamer gehen

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Kommentar von Dave0000
03.08.2016, 11:05

Also ich bezweifle das ich das sehen kann
Bei atomuhren mag das sein
Aber ob das an der RT liegt kann man nur vermuten

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Kommentar von Dave0000
03.08.2016, 11:48

????was???
Ich glaube das ich dich Nicht ernst nehmen kann
Was soll man auf sowas wirres antworten?

Das ein Mensch ein Gehirn hat kann man nachvollziehen wenn man ihn aufschneidet
Alles schon geschehen
Aber die Zusammenhänge raff ich nicht

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Kommentar von Dave0000
03.08.2016, 12:50

Ja das ist ja gut zu wissen

Und warum sollte die RT jetzt nochmal keine Theorie bleiben??

Irgendwie ist das hier abgedrifftet

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