warum bitte, wird das gemacht und ist anscheinend sogar erlaubt?

10 Antworten

Tja, so ähnlich ging es mir letzten Herbst. Mein Opa, schwer an Leukämie erkrankt, war auch zu kaum etwas mehr fähig und teilweise stark desorientiert, etc. Er sollte zum "Sterben lassen" auf eine andere Station verlegt werden. Bzw. in ein Wohnheim für ihn und angehörige, in diesem Falle meine Oma. In der Nacht vor der Verlegung ging es jedoch zu ende und als er nur noch wenige Stunden hatte, fragte eine der Schwestern ob man vielleicht Bedarf an Beruhigungsmittel herrsche. Meine Oma und meine Mutter entschieden sich dafür. Ich bin dieser Krankenschwester sehr dankbar. Das "Verhungern" und "Verdurtsen lassen" ist mir demnach durchaus bekannt. Ich kann deine Einstellung verstehen und sehe das als eine Art Gesetzeslücke. Und oft denke ich auch Sterbehilfe sollte in Deutschland annerkannt werden, da kaum einer zuvor an eine Patientenverfügung denkt und diese auch oft noch angefochten werden. Aus nichtigen Gründen, wei ich anmerken möchte.

Vielleicht könntest du mal mit den Verantwortlichen reden, ob sie es, wenns hart auf hart kommt, erleichtern können. Ansonsten bist du leider machtlos.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft und ganz besonders deiner Oma.

Ich habe mit Interesse alle Beitrage gelesen und kann aus meiner eigenen Erfahrung alle Standpunkte verstehen, da ich es früher auch nicht besser wusste. Hier möchte ich einige Punkte kommentieren/erklären:

Grundsätzlich:

Entscheidend ist der Wille des Erkrankten. Wer "lebensverlängernde Maßnahmen und Gerätemedizin wünscht", sollte nicht ins Hospiz gehen, wo solche Dinge aus dem Sterbeprozess ausgeklammert werden. Hospizaufnahme ist eine freiwillige Sache, die man in einer Patientenverfügung auch ausschließen kann.

  1. Was bedeutet "verdursten" am Lebensende Am Lebensende zentralisiert der Kreislauf, um die Funkton der lebenswichtigen Organe aufrecht zu erhalten. Künstlich zugeführte Flüssigkeit kann vom Körper (Kreislauf, Herz, Nieren) nicht mehr verarbeiter werde. Das Wasser lagert sich in den Beinen und im Bauch ein, der Patient ist bewegungseingeschränkt, bekommt Schmerzen, Druckstellen, Luftnot, Durst entsteht im Mund, d.h, bei sterbenden Menschen kann noch soviel Flüssigkeit künstlich zugeführt werden, wenn der Mund trocken ist, hat der Mensch weiter Durst. Es hilft hier eine gute Mundpflege/Mundbefeuchtung mit den Getränken, die der Mensch gerne getrunken hat (z.B.Wasser, Cola, Kaffee, Bier). Wenn der Mensch noch lutschen kann, ist Wassereis eine Wohltat. Die Lippen werden z.B. mit Mandelöl weich gehalten. Wenn bei sterbenden Menschen wenig Flüssigkeit im Körper ist, werden körpereigene Endorphine (Morphine) augegeschüttet, der Mensch leidet nicht. Leiden tun die Menschen, die bei dem Sterbenden sitzen und nicht aktiv einschreiten können. "Mitaushalten" ist schwer, daher möchten wir ja auch, dass noch alles "Mögliche" gemacht wird. Ob es aber das Richtige für den Sterbenden ist und oder ob wir es nur für uns tun, ist die Frage.

  2. Nachrungsaufnahme am Lebensende:

Der Kranke entscheidet selbst, bekommt Wunschkost, leichte Gerichte, Eis, auch gerne Bier (flüssig Brot), nach eigenem Gusto. Keiner "MUSS" essen, keiner wird genötigt, keiner gezwungen. Wer kein Apettit hat, braucht auch nicht zu essen. Der Körper läuft auf "Sparflamme", Apettit fehlt, da die zugeführte Energie hauptsächlich bei Krebskranken die Krebszellen ernährt , daher macht künstliche, hochkalorische Ernährung keinen Sinn, im Gegenteil - sie schadet. Viele haben Übelkeit und daher keinen Hunger (da helfen manchmal Medikamente). Sterben ist ein natürlicher Vorgang, den wir durch gute palliative Pflege und Begleitung des Sterbenden und einer psychosozialen Begleitung der Angehörigen, etwas erleichtern können. Schwer ist es trotzdem.

„Bedenkt: Den eigenen Tod, den stirbt man nur; doch mit dem Tod der andern muss man leben“ (Mascha Kaléko).

sprich doch mit den ärzten, ehrlich gesagt, höre ich das zum ersten mal. als meine mutter nicht mehr essen und trinken konnte, wurde sie künstlich ernährt und flüssigkeit bekam sie per flasche über die nadel. ich bin mir nicht so ganz sicher, warum das so gemacht wird, verhungern/verdursten lassen ist doch viel qualvoller.... verstehe ich jetzt wirklich nicht

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