Warum besteht aktuell das Rentenproblem?

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11 Antworten

In wenigen Worten ein komplexes Thema zu erklären ist meist nicht sinnvoll. Daher hier nur in Stichworten zum Selbststudium:

- Die ursprünglich Rentenversicherung war eine reine Armutsvorsorge, bei der jeder für sich selbst Vorsorge durch Rücklagenbildung in Form eben einer gesetzlich garantierten Rentenkasse betrieb.

- Das nach 1945 abgeänderte System der gesetzlichen Rente musste wegen der fehlenden fast 2 Beitragszahlergenerationen in einem wesentlichen Punkt abgeändert werden: Ab der Rentenreform 1957 zahlten nun auf einmal die Beitragszahler die laufenden Renten (Generationenvertrag). Dieser basierte auf der Annahme, dass die Bevölkerung langfristig wächst, respektive mindestens stabil bleibt. Das erwies sich als dramatische Fehlinschätzung.

- Da die Bevölkerung schrumpft und sich gleichzeitig die Lebenszeit verlängert, müssen immer weniger Beitragszahler nun für immer mehr Rentenauszahlungen aufkommen. Rücklagen hat die DRV nicht (darf sie auch gar nicht bilden) - was in einem reinen Umlagesystem auch nur logisch ist.

- Zusätzlich verschärft wurde diese sowieso schon vorhandene Schieflage in der DRV durch die Belastung der DRV mit versicherungsfremden Leistungen (unter Koalitionen in beliebiger Zusammensetzung).

- Eine Entschärfung dieses Problems wird es erst etwa nach 2050 geben, weil sich dann die Zahl der Rentenbezieher biologisch bedingt deutlich verringert.

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Kommentar von kevin1905
19.06.2017, 12:01

Plus Integration der Ostrenten nach der Wiedervereinigung.

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Aktuell besteht das Rentenproblem (noch) gar nicht. Es soll aber vermieden werden, dass die Rentenbeiträge über den Satz von 22 % steigen müssten. 

Das kannst du unter "Demografie-Problem" nachlesen.

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Weil sowohl die Zahl der Rentner im Verhältnis zur Zahl der Erwerbstätigen, als auch die Lebenserwartung der Rentner, also die Dauer des Rentenbezugs, steigt. Daraus resultieren höhere Ausgaben der Rentenkasse, die entweder durch höhere Beiträge oder geringere Ausgaben gedeckt werden müssen.


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Das Hauptproblem der Rentenfinanzierung besteht darin, dass immer weniger junge Menschen für immer mehr alte Menschen die Rente finanzieren sollen.

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Das hat viele Gründe.....

  1. Die Menschen werden immer älter, empfangen damit viele Jahre länger Rente.
  2. Der Altersdurchschnitt wird immer größer. Das Verhältnis Rentner / Arbeitnehmer wächst.
  3. Aus dem Rententopf werden viele andere Sachen finanziert, die mit Rente nichts zu tun haben.
  4. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten mit den Rentenbeiträgen schlecht gewirtschaftet. (Schlechtes Rentensystem)
  5. Obwohl seit sehr langer Zeit davor gewarnt wird, schaffen viele Leute keine Rücklagen, bzw. haben keine private Absicherung
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Kommentar von FordPrefect
19.06.2017, 09:11

Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten mit den Rentenbeiträgen schlecht gewirtschaftet. (Schlechtes Rentensystem)

Das ist gar nicht möglich, weil die DRV überhaupt kein Rücklagen bilden darf (außer der gesetzlich verfügten Schwankungsreserve).

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Weil es zukünftig zu viele Rentner gibt, die von zu wenig Arbeitnehmern finanziert werden müssen. Deutschland überaltert.

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Schau dir einfach mal die Verteilung der Bevölkerung auf die Altersgruppen an. In solch einem Diagramm wird es offensichtlich, dass viel zu viele alte Menschen da sind , die Renten beziehen, und zu wenig junge, die im Gegenzug einzahlen.

Das wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern, wie auch, wenn eine Frau nur 1,4 Kinder auf die Welt bringt. 

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Kommentar von computer2804
19.06.2017, 08:58

Aber wie kann man 1,4 Kinder gebären?

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Hallo computer2804,

Sie schreiben:

Warum besteht aktuell das Rentenproblem?

Wir behandeln das Thema aktuell in dem PB-Unterricht. Ich bitte um gute Antworten

Antwort:

Das Problem besteht ganz einfach darin, daß die in das DRV--Renten-System einfließenden Beitragszahlungen geringer sind als die Rentenleistungen, welche aus dem DRV-Renten-System entnommen werden!

Außerdem wurden jahrelang erhebliche Summen aus der DRV-Rentenkasse zweckentfremdet entnommen!

Aus diesem Grund müßen derzeit ca. 85 Milliarden Euro pro Jahr aus der Steuerkasse in die DRV-Rentenkasse umgebucht werden!

Im Jahr 2019 sollen dies dann bereits 100 Milliarden Euro sein!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Mangelnde Qualifikation der jungen Leute, weil sie zu faul sind, sich selbst zu bilden und naheliegende Informationsquellen wie z.B. Wikipedia oder Internet ganz allgemein ignorieren.

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Ein teil des Problems ist der steigende Anteil an Rentnern im Vergleich zu den Beitragszahlern.

Ein anderer teil des Problems besteht darin, dass alle, die Kohle haben, sich aus der Solidargemeischaft verabschiedet haben und diese umgehen. Anwälte, Ärzte, Architekten, Notare und viele Weitere zahlen gar nicht in die Rentenkasse ein, die haben ihre eigene Altersvorsorge. Das Geld fehlt logischerweise.

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Kommentar von FordPrefect
19.06.2017, 09:09

Anwälte, Ärzte, Architekten, Notare und viele Weitere zahlen gar nicht in die Rentenkasse ein, die haben ihre eigene Altersvorsorge.

Das stimmt, würde aber auch in der Summe kaum zu Buche schlagen, gemessen an den tatsächlichen Entlastungen pro Beitragszahler. Dafür sind die Summen, um die es monatlich in der DRV geht, viel zu immens, und die Zahl der Mitglieder in separaten Versorgungswerken zu klein.

Das Geld fehlt logischerweise.

Nein. Denn durch die Einbeziehung von mehr Beitragszahlern schafft man auch mehr Auszahlungsberechtigte in der Zukunft. Man kann ein strukturell defizitäres System eben nicht dadurch kurieren, dass man die Anzahl der Zwangsmitglieder erhöht, sondern muss entweder die Umlagen auf alle stärken (erhöhter Beitrag aus dem Bundeshaushalt -> Steuererhöhungen) oder die Auszahlungen verringern.

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Es gibt ein Finanzierungsproblem.

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