Warum bereue ich meine Drogenzeit nicht?

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14 Antworten

Das ist ganz normal, da du in dieser Zeit auch (besonders bei H zwangsläufig) schöne Momente erlebt hast, und es eben dein Leben ausgefüllt hat. Man erkennt ja an dem, was du geschrieben hast, dass du dein klares Ziel von den Opiaten/Opioiden Abstand zu halten absolut in die Tat umsetzt. Wirklich meine tiefste Hochachtung an dich.

Mach dir keinen Kopf über diese Gefühle, es würde jedem anderen Menschen genauso gehen.

hallo, ich kann dich da echt gut verstehen und alles nachvollziehen. ich war auch lange drauf und als ich dann endlich nach mehreren kalten und auch stationären entgiftungen sowie zwei stationären und einer amb. therapie endlich clean wurde, wuchs meine sehnsucht nach einem guten gefühl. kann man ja auch leider nicht abstreiten, dass es hin und wieder ein schöner augenblick war. aber genau das ist ja das gefährliche. meine frau, die niemals mit H oder etwas anderem zu tun gehabt hatte, ist von heute auf morgen abgehauen, weil sie der meinung war, dass ich immer wieder rückfällig werden könnte. den gefallen wollte ich ihr dann aber nicht tun, und ihr damit recht geben. das konnte ich eine zeitlang aushalten, aber als ich dann in meinem alten umfeld nach ehemaligen kontakten/kollegen gesucht habe, ging alles wieder ganz schnell. zunächst war ich der festen überzeugung, dass ich alle 3 bis 4 tage mal naschen konnte. das ging auch teils gut. dann kamen mal zwei tage hintereinander; dann drei, und als ich dann bei 4 aufeinander folgenden tagen angekommen war, dann war es zu spät. so bin ich heute wieder im programm und erhalte tgl. 9 ml metha. richtig sche**se, da ich ganz genau weiss, dass das eines tages einen krassen entzug mit sich bringen wird. ich gebe dir den rat, dass du dich aus den kreisen fern hälst und versuchst die gedanen abzustellen. denke einfach immer, dass du eines tages lange im knast versauerst oder tot sein wirst. ich war auch im bau, wo es klick gemacht hatte. rückfällig wurde ich, weil ich mich unterschätzt habe. du spielst mit deinen leben- noch kannst du alleine entscheiden, was passiert. aber wenn du wieder drauf bist, dann entscheidest du nichts mehr, sondern die droge steuert dich. meistens ins unglück..... das ist meine meinung. ich würde gerne die zeit zurückdrehen und ohne metha sein....

Drogen erzeugen Hochgefühle, dass ist ja das was psychisch süchtig macht. Diese Gefühle sind so überwältigend - oder können es zumindest sein - dass das Gehirn das normale Leben nur noch matt wahr nimmt. Das kann man wohl mit jemandem vergleichen, der eine Zeit lang HD Fernsehen guckt und dann plötzlich auf schwarz-weiß umsteigt. Der Punkt ist, dass du dich selbst getäuscht hast. Mithilfe der Drogen hast du deinem Körper vorgegaukelt, dass es völlig normal und garnichts besonderes ist, ständig einen hohen Endorphine-Spiegel zu haben. Von dieser irrigen Vorstellung musst nicht nur du, sondern auch dein Körper sich erstmal lösen. Daher fühlst du nun eine Leere, obwohl das Leben um dich herum noch das selbe ist, wie vor, während und nach deiner Sucht. Ähnlich würdest du empfinden, wenn du eine Reise um die Welt machst, ständig neue Eindrücke sammelst, ein Wunder nach dem anderen entdeckst und plötzlich in deine kleine Gemeinde zurück kehrst, die nichts zu bieten hat, was dem eben noch Erlebten gleicht.

Mit diesem Trick versucht dich dein Körper davon zu überzeugen, dass es besser wäre weiter zu machen. Das tut er aber nicht, weil er es besser weiß, sondern weil alle Körper nach "Lust" streben. Was du dagegen einsetzen kannst ist dein Verstand, der dir sagt, dass man nicht sein Leben lang in Lust leben kann ohne Schaden zu nehmen. Was dir als Lustgewinn erscheint, wird dir schweren Schaden zufügen... darum ist es richtig aufzuhören, auch wenn man die Farben gefühlt erstmal gegen schwarz-weiß eintauscht. Das wird sich ändern, wenn du es zulässt.

Ich habe auch viel Schlechtes erlebt in meinem Leben - teils durch äußere Umstände, teils durch die eigenen - manchmal falschen - Entscheidungen. Ich bereue auch nichts - weil mich meine Erfahrungen zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Etwas nicht zu bereuen bedeutet ja nicht, dass man die gleichen Fehler wieder machen muss oder sich die schlechten Zeiten zurückwünscht, aber jede Zeit hat meist auch ihre guten Seiten und du und ich gehören vielleicht einfach zu den Menschen, die nicht über die Vergangenheit jammern - bringt eh nichts, weil man es nicht ändern kann - sondern die versuchen, das Positive daraus mitzunehmen.

Zu meinen schönsten Zeiten im Leben z. B. gehören die Aufenthalte in der psychiatrischen Klinik - weil ich dort interessante Leute kennengelernt und viele Erfahrungen gesammelt habe, weil es einfach eine Bereicherung für mein Leben war. Trotzdem versuche ich jeden Tag dafür zu sorgen, dass es mir so gut geht, dass ich da nicht mehr hin muss.

Behalt dir deine schönen Erinnerungen - solange du dir weiterhin bewusst machst, dass der Preis für ein Leben als Süchtige zu hoch ist, ist da nichts Schlimmes dran.

ich denke du bist noch nicht ganz clean, könntest wieder in versuchung kommen. am besten du meidest deine freunde so hart das auch klingt. du fühlst dich niccht dazu gehörig und deshalb beneidest du sie. such dir einen anderen frendeskreis. alles gute. und warum du es nicht bereust ? weil die zeit bestimmt für dich auch schön war, und man sollte alles in maßen mal gemacht haben. gut und glückwunsch das du noch clean bist.

Nostalgie ist immer schön, weil man das Negative verdrängt und sich nur noch an die wirklich schöne Zeit erinnert :-) Erinnerungen an unser Leben machen uns ja aus ....

Leider kann man alte Zeiten nie wieder zurückholen, egal wie schön auch die Erinnerungen sind....oft ist das natürlich auch besser so...denn man hat das negative Drumherum ja verdrängt und sehnt sich nach dem Schönen.....aber egal wie auch immer, es ist vorbei und wird nie wieder so sein.....

Du kannst stolz auf dich sein, das du es geschafft hast, dich selber zu retten und drogenfrei bist !! Ich wünsche dir, das du glücklich bist und ein schönes gutes Leben hast !!!

Deine Drogenzeit ist ein Teil Deines Lebens und hat damit zu Deiner Persönlichkeit, so wie sie heute ist, beigetragen. Kein Grund also, sie zu bedauern.

Eine andere Frage ist, ob es sinnvoll ist, wieder "zurückzukehren". Deine Entscheidung - aber bedenke: Dasselbe wird es nicht mehr sein - und: Du wirst Dir Deine Erinnerungen möglicherweise verderben.

Nostalgie? Für welchen Preis?

Ist dir dieses Gefühl einmaligen Geborgenfühlens wirklich wert, dass du dich von einer Substanz körperlich, seelisch und finanziell abhängig machst?

Sei ehrlich zu dir. Ganz im inneren versuchst du die Droge zu verharmlosen, um dir einen Vorwand zu geben, sie wieder zu nehmen --> Ein typisches Anzeichen für die Stärke einer Sucht.

Mein Rat: Lass die Finger davon, du kannst ein schönes und erfülltes Leben ohne H haben. Weed ist eine Alternative mit geringem Suchtfaktor. Lass dich nicht von der Droge beherrschen.

Ob du meinen Rat befolgst, sei dir überlassen...

KClO4 06.07.2011, 22:10

Alter was ist mit dir los?! Er hat nie geschrieben, H wieder konsumieren zu wollen und er hat es auch nicht verharmlost. Seine Frage war doch genau deshalb, wieso er dieses Gefühl überhaupt trotz seiner momentanen Einstellung verspürt.

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doplex 06.07.2011, 22:17
@KClO4

1."....Wenn ich meine Freunde sehe die noch immer täglich in die Apo laufen ihr Methadon holen beneide ich sie fast ein wenig. Ich weiß gar nciht was mich davon abhält rückfällig zu werden....."

2.Nich nach außen verharmlosen, sondern nach innen. Raucher sagen oft ihren Mitmenschen, dass sie wissen, wie gefährlich das Rauchen ist und dass sie es sch.... finden, im Inneren sagen sie sich jedoch "komm, eine geht noch"

Diese Nostalgie ist ein Vorwand, wieder auf die Droge zuzugreifen.

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MerenwenMiriel 06.07.2011, 22:22
@doplex

Das kann so sein, muss aber nicht. Es kommt immer darauf an, wie man mit diesem nostalgischen Gefühl umgeht.

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Dein Unterbewusstsein redet dir etwas ein, um wieder an H zu gelangen.

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Man romatisiert immer die Vergangenheit! Egal wie abgef... und scheisse sie auch war.

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Nach einer Suchtkrankheit kommt immer eine lange und harte Zeit, die man durchstehen muss.... Hier treten oft Depressionen auf. Vorallem muss man sich wieder ein Leben aufbauen, das auch Spass macht!

Das dauert manchmal ganz schön lange aber es lohnt sich.

Oft vermisst man "danach" auch die sozialen Kontakte, die man mit einer Droge und in diesem Umfeld gehabt hat. Bau sie dir neu auf! Ohne Droge.

Gegengift 06.07.2011, 21:59

Und noch was zur Abschreckung ;)

Die meisten meiner Freunde von damals sind an H gestorben (sie haben alle nie ihr 30igstes Lebensjahr erreicht). Das kann man nicht wollen. Das kann man nur wollen, wenn die Sucht einen noch hat.

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apfelbaum88 06.07.2011, 22:09
@Gegengift

Genau das ist es ja. Der Preis ist einfach viel zu hoch. Hab auch schon 2 Freunde verloren. Eigentlich schon heftig das einen nicht mal solche Dinge richtig wach rütteln.

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Pass bloss auf ..es handelt sich hier um eine Versuchung.

Du wirst immer mit Sehnsucht und verklärung an diese Zeit zurückdenken...Das liegt einfach in der Natur der Sache.......erinnere dich bitte mal an die Hölle und den Schmerz den du durchgemacht hast.

Und komm zu dir ! Du musst rigoros eine Entscheidung dagegen treffen ,sonst bist du sehr bald wieder drauf !!!

KClO4 06.07.2011, 22:11

waldfrosch, willst du nicht noch ein paar Verse aus der Bibel raushauen? :D

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waldfrosch 06.07.2011, 22:16
@KClO4

Es steht geschrieben :

" Der Mensch lebt nicht vom Brot alleine ,sondern von jeglichem Worte Gottes ! "

Gute Nacht ! Kinder ...

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du hast das Gefühl genossen. Bist jetzt aber sauber. Also musst du auch kein schlechtes Gewissen haben.

trink n kaltes bierchen dann wird alles besser ;)

So schnell wie möglich weg von dem mist,es ist hart aber trotzdem weg damit...

KClO4 06.07.2011, 22:02

yakubu97 der experte^^

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In Dir schlummert eher noch etwas pubertäre Unreife.

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