Warum bekommt die AfD so viele Anhänger?

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15 Antworten

Als Philosoph und Psychologe möchte ich ohne jedes parteipolitisches Interesse auf diese Frage eingehen. Was nach meinem Gefühl bei einer solchen Antwort wichtig ist, ist eine möglichst wertneutrale Antwort. Das ist in diesem Fall nicht leicht, weil mir klar ist, dass in der Bevölkerung eine Stimmung forciert unterstützt wird, die jede sog. "rechte Gesinnung" massiv zu verunglimpfen bemüht ist. 

Dabei ist es in der Geschichte des Menschen immer erforderlich gewesen, sowohl die bewahrenden Elemente zu unterstützen, als auch die verändernden, sofern sie der Gemeinschaft Überlebensvorteile brachten. Die bewahrenden Bestrebungen rechnet man zu den konservativen, weil sie Verhaltensweisen und Handlungsstrategien, die sich in der Vergangenheit als günstig und förderlich gezeigt haben, in genau dieser Weise weiterhin aufrecht erhalten will. Eben hier sehen sich die sog. rechten Parteien aufgerufen und gefordert.

Wenn es nun Strategien gibt, die sich wenig bewährt haben, dann sollten sie modifiziert, abgewandelt oder gar aufgegeben und durch neue ersetzt werden. Eben das erfolgt in den Parteien, die sich auf Veränderung spezialisiert haben. Im Regelfall gingen solche Bewegungen eher von den sog. "linken" Bewegungen aus, auch wenn dies in unserer Gesellschaft nicht mehr so ausgeprägt in Erscheinung tritt.

Wenn wir die AfD nun zu den primär "bewahrenden" Parteien rechnen, dann ist es auch nicht mehr so schwer Argumente für die relativ breite Zustimmung zu dieser Partei in unserer Bevölkerung ausfindig zu machen. Es ist das Gefühl bei einer großen Anzahl von Menschen, dass das Land, in dem sie leben, innerhalb Europas relativ gut dasteht. Es herrscht sozialer Frieden, die Menschen haben fast alle Arbeit (auch wenn bedauerlicherweise der Niedriglohnsektor viel zu groß ist), fast jeder hat die Chance sich seinen Beruf frei zu wählen, die öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Hochschulen, Sport- und Kulturstätten sind überreichlich vorhanden, die Bildungsangebote sind nahezu unbegrenzt, man kann seinen nichtberuflichen Neigungen nachgehen, kann reisen und seinen Lebensstil so einrichten, dass man nicht von anderen dafür kritisiert wird.

Wenn die Menschen in großer Zahl nun meinen, dass so ein Zustand ein hoher Wert sei, der absolut erhaltenswürdig ist, dann kann man das nach meinem Gefühl nicht von vornherein als "absolut dumpf und dämlich, als nazihaft und verbohrt, als sinnlos und ewiggestrig" bezeichnen, so wie es unisono von allen AfD-Gegnern mantraartig immer wieder getan wird. 

Ich denke, dass eine wertkonservative Grundposition doch zunächst durchaus auch eine Akzeptanz finden sollte, weil eben unsere Gesellschaft doch letztlich dadurch so gut dasteht, weil sie mit bewährten Prinzipien zu diesem Wohlstand  gekommen ist. Es war nun einmal die gute Ausbildung, ein verantwortungsvoller Einsatz für das Ganze der Gesellschaft, der mit Arbeitsfleiß und redlichem Bemühen diese Werte hergestellt hat. Warum sollten wir auf Menschen ideologisch so einschlagen, die lediglich das bewahren wollen, was sie im Moment zur Verfügung haben und dass sie gern erhalten hätten. 

Wenn wir dagegen das Land Menschen einer fremden Kultur übergeben, die sich in ihren Herkunftsländern wechselseitig umbringen, die religiös und weltanschaulich unendlich zerstritten sind, die aus verwüsteten Städten kommen, weil sie sich nicht auf Werte einigen konnten, die zum Gemeinwohl beitragen, dann birgt so eine Preisgabe doch wenig Hoffnung, dass sich in diesem Land nun etwas positiv entwickeln könnte. Es ist doch viel wahrscheinlicher, dass die Konflikte, die in den Herkunftsländern dieser Menschen virulent waren, bei uns weiter ausgetragen werden. Wer aber sollte das gut heißen? Wer möchte gern einen Sharia-Islam mit permanten Attentaten, Terror und einem hoch aggressiven Dominanzbestreben in unsere realativ befriedete Gesellschaft einwandern sehen. 

Ich denke, es ist die blanke Angst vieler Bürger, die sich der AfD als zur Zeit einzigen Partei anvertrauen, von der sie meinen, dass diese ihre große Sorge ernst nimmt und für das kulturbewahrende Anliegen eintritt.

Die Wähler haben sehr viele unterschiedliche Gründe. Ich möchte hier nur Ihren letzten Satz aufgreifen " ... oder kommt noch blinde Wut und Unzufriedenheit des eigenen schlechten Lebens dazu?"

Da bin ich zu einer anderen Ansicht gelangt: Die AfD-Wähler entstammen aus einer Gesellschaftsschicht, wo recht viel Wohlstand herrscht. Den wollen sie nicht verlieren. Sie wollen den Besitzstand wahren, und sind sicher bereit zu teilen, aber sie wollen selber bestimmen, mit wem sie teilen wollen. 

Sehen Sie sich das bitte an:

Es gibt viele Umfragen und Studien zum Wählerklientel der AfD, aber ich habe nicht so viel Zeit, so hier nur dieses:

///  Wir haben uns nicht nur vorgenommen, mit SurveyNET eine Seite zu betreiben, auf der wir unsere eigene Sozialforschung machen und auf der wir dem Stand der Methoden und der Methodologie gerecht werden wollen.

...///...

Die AfD schafft etwas, was in der Vergangenheit nur wenigen Parteien gelungen ist, nämlich die Mobilisierung von Nichtwählern. Rund die Hälfte der Befragten, die bei der letzten Bundestagswahl nicht gewählt haben, plant AfD zu wählen. Der Anteil derjenigen, die bei der letzten Bundestagswahl nicht gewählt haben in unserem Sample beträgt derzeit rund 20%.
Nun stellt sich die Frage, wer sind die Wechsler, die CDU/CSU, FDP und SPD in Richtung AfD davonlaufen wollen und wer sind die Nichtwähler, die durch die AfD aktiviert werden, sich wieder an einer Wahl zu beteiligen?
Wir haben die Wechsler zur AfD vorläufig nach drei Merkmalen untersucht: Schulabschluss, Studium und Einkommen. 

Hier die Ergebnisse:
Wechsler von der CDU/CSU zur AfD haben in der Regel ein Abitur und ein abgeschlossenes Studium und ein hohes Einkommen.
Wechsler von der SPD zur AfD haben in der Regel ein Abitur und ein mittleres Einkommen.
Wechsler von der FDP zur AfD haben in der Regel ein Abitur, ein abgeschlossenes Studium und ein mittleres bis hohes Einkommen.
Nichtwähler, die beabsichtigen, bei der nächsten Wahl AfD zu wählen, haben in der Regel ein Abitur und ein abgeschlossenes Studium und finden sich am unteren und am oberen Ende der Einkommensskala.
Die AfD rekrutiert demnach Hochgebildete, Akademiker und die Bezieher von hohen Einkommen. Ein Ergebnis, das bei den etablierten Parteien die Alarmglocken läuten lassen sollte, denn offensichtlich fühlen sich Hochgebildete, Studierte und Bezieher mittlerer bis hoher Einkommen durch CDU/CSU, SPD und FDP nicht mehr repräsentiert, ein Ergebnis, das durch die Mobilisierung hochgebildeter und studierter Nichtwähler bei der letzten Bundestagswahl durch die AfD noch bestärkt wird.
Das Ergebnis ist ein Zwischenstand. Die Befragung läuft nach wie vor.

Stand: 2016

///

Die Behauptung, die Mitglieder der AfD seien "Globalisierungsverlierer", oder Menschen am Rande der Gesellschaft geht zurück auf die "Angstinterviews" der Vertreter der etablierten Parteien, die mit allen Mittel versuchten, die AfD zu diffamieren. 

Diese "Schlechtweggekommenen" finden sich eher in den Pegida, Legida, und sonstige Anti-Islamgruppen, aber die verfolgen ja ganz andere Ziele.

Bleibt natürlich die ursprüngliche Frage, "warum" gebildete und erfolgreiche Menschen zur AfD wechseln? Dazu könnte ich nun viel schreiben, aber dann würde die Antwort zu lang werden. Für die AfD-Wähler stellt sich die Frage ganz anders: wie können wir erreichen, dass die ganze Ungebildete, die sich von den Utopien der Grünen einnehmen lassen, und die viele Gutgläubigen, die meinen "wir schaffen das" endlich klar machen wohin das führt? Wie können wir die echte Sozialen in der SPD erreichen, und ihnen klarmachen, dass das Ende des Sozialstaates naht, wenn wir die Banken nicht regulieren. Die Ungebildeten sind in der Gesellschaft meist auch die Transferleistungsempfänger und die Mindestlohnverdiener. Die finden sich bei der Linke, bei der SPD und bei den Grünen. Nicht in der AfD.

Sollten Sie das nicht glauben, ist es ganz einfach zu überprüfen: Gehen Sie zur Versammlung der Partei in ihrer Stadt hin. Da haben sie gute Chancen ihren Arzt oder Zahnarzt, ihren Notar, der Besitzer des Autohauses an der Ecke etc. anzutreffen, aber nicht ihre Raumpflegerin oder der Fensterputzer. Einfach hingehen und prüfen, dann haben Sie Sicherheit.

schmerberg 13.02.2017, 19:10

Tolle Zahlen und Gedanken, die sehr typisch sind für die AfD. Hoffentlich glauben es wenigstens die Anhänger

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Schwervelke 13.02.2017, 19:14
@schmerberg

Solche Zahlen und Statistiken finden sich täglich in den Wirtschaftsnachrichten und in vielen anderen Zeitungen. Würden sie der Homepage der AfD entstammen, wäre ich auch skeptisch, aber die Erhebungen sind ziemlich gleichlautend.

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Ronnie65 13.02.2017, 20:00

Die zitierten Zahlen stammen aus einer Internet-Befragung der privaten Seite "ScienceFiles". Die Seite hat kein Impressum oder sonstige Verweise auf die Urheberschaft.

Die Befragung scheint nicht repräsentativ und transparent durchgeführt worden zu sein, sondern es stimmen einfach die Homepage-Besucher ab.

Haben Sie noch Ergebnisse aus anderen Quellen, wo die Herkunft der Angaben und der durchführenden Institute etwas nachvollziehbarer sind?

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schmerberg 13.02.2017, 20:15
@Ronnie65

Auf so etwas warte ich auch immer wieder, aber es wird imer mit Schweigen beantwortrt oder es kommen ziemlich dubiose Quellen heraus.

Nun kann es uns eigentlich egal sein, denn die AfD zerfleicht sich ja gerne selbst. Wenn ich es in den Nachrichten richtig verstanden habe, ist ja gerade wieder ein "Führer" abgeschossen worden oder wurde erst das Ausschlußverfahren eingeleitet oder soll s erst werden? In den Maritim Hotels darf er auch nicht mehr auftauchen. Er wird uns fehlen! Elena Roon wünscht sich Hitler zurück, ist doch auch ein Gewinn.

Sorgen macht mir eher die breite, unkritische Masse die jeden Unsinn ungeprüft glaubt.

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Schwervelke 13.02.2017, 22:14
@Ronnie65

Ja, aber ich quäle mich hier ab mit dem Kopieren der Links. Ich bin in Budapest und benutze den PC hier im Businesscenter. Die Tastatur lässt sich nur zwischen Ungarisch und Englisch hin- und her schalten, und das "Pfeilzeichen" im Link blockiert alles.

Ich muss daher die Texte einfügen, und das wird uferlos. Aber hier nur eines der vielen, vielen Beispielen:

Aus N24: 30.04.2016, von Martin Grewe:

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist eine Partei der Besserverdienenden. 33,9 Prozent aller AfD-Sympathisanten gehören zum reichsten Fünftel der Bevölkerung, weniger als zehn Prozent der AfD-Anhänger machen sich große Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation. Dies geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) hervor, die der „Welt am Sonntag“ vorliegt.

Die Untersuchung widerlegt gängige Klischees über die AfD, die an diesem Wochenende in Stuttgart ihren Parteitag abhält, auf dem sich die Partei ein Grundsatzprogramm geben will. So sind die Anhänger der AfD weder arm noch ungebildet. So hat nur die FDP deutlich mehr Anhänger unter den Top-Verdienern als die AfD. Union und Grüne haben ähnlich viele gut verdienende Sympathisanten. Aus wirtschaftlicher Not wählen deshalb offenbar die wenigsten die AfD.

Damit unterscheidet sich die Wählerschaft der AfD fundamental von den Wählern der NPD. Nur vier Prozent der Anhänger der rechtsextremen Partei zählen zum reichsten Teil der Bevölkerung, während 31 Prozent zum einkommensärmsten Fünftel der Bevölkerung gehören. Bei der AfD kommen gerade einmal halb so viele, 15 Prozent, aus der unteren Einkommensschicht. Das Bildungsniveau der AfD-Anhänger ist entsprechend überdurchschnittlich.

Keine Protestbewegung der Abgehängten.

„Die wohlhabenden AfD- und armen NPD-Sympathisanten eint also ihre ablehnende Haltung gegenüber Zuwanderung“, heißt es in der Studie. „Das allein kann aber nicht Grundlage eines konsistenten AfD-Parteiprogramms sein, schon gar nicht mit Blick auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik“, sagt Knut Bergmann, Leiter des IW-Hauptstadtbüros.

Die Untersuchung zeigt auch, dass es über alle befragten Wähler hinweg nur einen sehr schwachen Zusammenhang zwischen den Sorgen wegen Zuwanderung und dem Nettohaushaltseinkommen gibt. Bei den 60 Prozent mit mittlerem Einkommen sind die Sorgen aufgrund der Zuwanderung nahezu gleichmäßig verteilt, nur im ärmsten Fünftel liegen sie etwas höher, im reichsten Fünftel etwas geringer als im Durchschnitt der Bevölkerung. Das zeigt: Die Angst vor Zuwanderung ist keine Frage des Einkommens.

///

Es gibt weitere Beiträge aus dem Deutschlandfunk, aus der Süd-Deutschen Zeitung, aus der Neue Zürcher, usw.  Nur ist es so, dass die meiste Menschen sehr selektiv lesen. Wenn ihnen etwas nicht behagt, verdrängen sie es, und sie behalten die Nachrichten mit deren Inhalt sie besser leben können. Dadurch entstehen die unterschiedliche Eindrücke von Mehrheiten und Zahlen.

Außerdem gibt es sehr viele Professoren und Akademiker in den Lehrämtern oder in Verwaltungsstellen, die um ihre Stelle oder um die Verlängerung ihrer Verträge fürchten müssen, wenn sie dich zur AfD bekennen (das hatten die Deutschen doch schon mal?) und sie verstellen sich. Sie wählen dann aber doch die AfD. 

Ebenso im Kulturbereich. Noch gestern habe ich hier in Ungarn mit einem deutschen Opernsänger gesprochen, der sagte, dass er sich gerne politisch engagieren würde, aber dann ganz sicher keine Engagements mehr erhalten würde. Und all die Menschen wollen ja schließlich aus ihre Familie ernähren und die Hypotheken bedienen. 

Was aber auch sicher zutrifft, ist, dass es in den neuen Bundesländer eine Infiltration von weit rechts gibt, und dass dort die Zahl der Menschen mit einem geringeren Schulabschluss höher ist.

Interessant fand ich meine Gespräche mit Menschen im Süden Deutschlands.  Dort kenne ich eigentlich nur Mittelständler mit eigenen Betrieben, zwischen 30 und 60 Mitarbeiter. Zwei sind Autozulieferer, einer stellt Baustoffe her, einer hat eine Pulverbeschichterei, einer einer Segelmacherei, usw. Es sind Menschen aus X verschiedenen Branchen. Sie wählen AfD, nicht aus Angst vor Armut, oder aus Unmut über die Flüchtlingspolitik, sondern um die Gängeleien und Umweltauflagen der vorherige Regierungen und die GroKo abzustrafen, also aus ganz "untypischen" Gründen.

Ich wähle nicht, da Ausländerin. Aber es sind interessante Zeiten, und ich beobachte und vergleiche die Entwicklungen. 

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OlliBjoern 13.02.2017, 22:34
@Schwervelke

Ich arbeite bei einem mittelständischen Unternehmen im Süden Deutschlands. Allerdings kann ich die Beobachtungen in Bezug auf die AFD bei uns so nicht bestätigen.

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Schwervelke 13.02.2017, 22:59
@OlliBjoern

Welche Branche gehört die Firma an? Kann es sein, dass man als Angestellter nicht all den Sorgen und "Knebelungen" mitbekommt, mit denen die Inhaber dort zu tun haben? Das mag noch mal einen Unterschied ausmachen, denke ich. 

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AalFred2 14.02.2017, 12:23
@Schwervelke

Die IW-Studie ist uralt. Da war Lucke noch dabei. Aktuelle repräsentative Studien, die deine Behauptungen belegen, gibt es nicht.

Die These über die geheimen Akademikerwähler ist bestenfalls vogelwild. Ebenso die Deutung der Motivlage des Großteils der AFD-Wähler.

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AalFred2 14.02.2017, 12:25

Deine Thesen zur Wählerschaft der übrigen Parteien sind schlichtweg falsch.

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Schwervelke 14.02.2017, 12:30
@AalFred2

Ich habe keine Thesen. Steht so in dem Artikel den ich in den Text hinein kopiert habe, mit Quelle und Datum. Da können Sie sich melden, wenn Sie besseres Zahlenmaterial zur Verfügung haben. Es gibt diese Meldungen immer wieder, der Inhalt ist mit wenigen Abweichungen gleichlautend. Aber zum Glück habe ich noch andere Interessen, und lese nicht nur AfD-Umfragen.

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AalFred2 14.02.2017, 12:38
@Schwervelke

Echt? Wo steht in dem Artikel dieser Unsinn?

Die Ungebildeten sind in der Gesellschaft meist auch die Transferleistungsempfänger und die Mindestlohnverdiener. Die finden sich bei der Linke, bei der SPD und bei den Grünen. Nicht in der AfD.

Ja, du zitierst einen Artikel, der auf Zahlen beruht, die schlichtweg keinerlei Aussagekraft haben. Damit ist er wertlos. Diese Meldungen gibt es auch nicht immer wieder. Die einzig repräsentative Studie zu dem Thema, ist wie gesagt uralt.

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Naja ich bezweifle mal, dass du aufgrund deines Textes das grundsatzprogram gelesen hast. Ein Wahlprogramm ist sowieso noch nicht draußen :) Es hat in den letzten Jahren weder eine richtige Opposition im Bundestag gegeben noch eine gesellschaftspolitische konservative Partei. Dazu sind viele mit der momentanen Politik und dem Alleingang Merkels unzufrieden. 

Ein Vergleich mit 1943 halte ich für unangemessen. Übrigens empfinden die afd Wähler ihre eigenes Leben nicht als schlecht sondern eher die Übertragung auf gesamt Deutschland:)

So das könnten Gründe sein, warum manche die afd wählen könnten.

Recht hast du damit, dass viele die afd als 1/2 Themen Partei sehen und sich nicht über die anderen Aspekte informiert haben.

Wie man auch bei einigen Kommentaren hier merkt, haben es die AfD-Politiker gewusst, Ängste zu benutzen und so weit zu schüren, dass sich nun plötzlich Menschen existenziell bedroht fühlen. Bezeichnenderweise sind die Zustimmungswerte denn auch häufig dort am höchsten, wo in der Bevölkerung wenig Austausch mit anderen Gruppen besteht. Es scheint, als ob es dort besonders einfach ist, solche Ängste zu schüren.

Nachdem die AfD anfangs (zu Zeiten von Bernd Lucke) noch allgemeiner
gegen verschiedene weniger privilegierte Gruppen Stimmung machte, nutzen sie nun die Flüchtlinge, um Stimmen und Einfluss zu gewinnen.

Wie andere populistische Parteien weltweit setzen sie dabei auf eher einfache Antworten und verweigern sich oft schwierigeren Zusammenhängen. Konkrete Vorschläge oder Inhalte wie in Wahlprogrammen werden (wohlmöglich absichtlich) nicht in den Mittelpunkt der Kommunikation gestellt. Somit ist es leichter, andere Parteien anzugreifen, während man selbst nur wenig konkrete Angriffsfläche bietet.

Häufig nutzen sie dabei die Strategie, einige Bevölkerungsgruppen aufzuwerten, die dann auf andere herunterschauen ("Asoziale", "Migranten", "Juden", "Flüchtlinge", "Arbeitslose"). So wird ein Gefälle in der Bevölkerung geschaffen bzw. verstärkt.

Ein anderer Grund liegt sicherlich im Internet und der Nutzung von "Fake News" oder "Post-Truth", gepaart mit einer Verachtung von Wissenschaft. Durch gezielte Provokationen (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundestagswahl-2017-afd-will-im-wahlkampf-provozieren-14582830.html) wollen sie sich als "Alternative" inszenieren.

Hä? Die AfD schöpft gerade mal die Hälfte ihres Potentails aus mit fallender Tendenz.

Es gibt in Deutschand ein Protestwäherpotential von max. 20%. Die AfD hat gerade mal die Hälfte davon und verliert weiter. Von "viel" kann da überhaupt keine Rede sein.

Sie schimpft über die etablierten Parteien und will in Wirklichkeit selbst eine werden. Da stören so Rechtsradikale wie der Thüringer Dorfschullehrer. Die übrigen NPD-nahen und -reundlichen Mitglieder können gerne bleiben.

Eine einzige Heuchelei, die auch die dümmsten Anhänger so langsam begreifen und bemerken, dass die AfD noch nicht mal als Protestpartei taugt.

Hi,

die AfD spricht halt Themen sehr offen an - ohne großartig etwas schön zu reden. Das hat dann natürlich einen starken Anklang bei Menschen, die schon so oder so unzufrieden sind mit ihrem eigenen Leben / ihrer derzeitigen Situation und diese erhoffen sich dann, dass sich etwas ändern wird - auch für sie...
Also meistens sind es frustrierte, unzufriedene Menschen, die oft die Schuld bei anderen suchen und sich dann erhoffen, dass sich ihre Situation auch bessern würde...

LG

monoqi 13.02.2017, 18:18

pauschliert, schlecht (wohl eher gar nicht) recherchiert und schlichtweg gelogen ...

woher willst Du das wissen, was Du da über die "Anhänger" schreibst, das ist so was von flach aufgestellt. 

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Cclass22 13.02.2017, 18:18
@monoqi

Sieh es wie Du willst, das ist meine Meinung ;-)

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monoqi 13.02.2017, 18:20
@Cclass22

nun denn, dann ist es gut zu wissen, dass Du woanders bist. 

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Cclass22 13.02.2017, 18:21
@monoqi

Es würde so oder so auf eine Diskussion hinauslaufen - dafür ist mir meine Zeit zu schade, tut mir leid.

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Schwervelke 13.02.2017, 19:11

Fehler: Mitglieder der AfD haben weit überdurchschnittlich akademische Abschlüsse und höhere Einkommen. Die "Unzufriedenen"; also die Hartz IV Empfänger, oder die viele Menschen die sich für einen Hungerlohn (auch Mindestlohn genannt) abrackern, wählen Linke, Grüne, SPD. 

Schauen Sie bitte diese Erhebung an. Es ist nur eine von vielen:

////

CDU/CSU, FDP und SPD verlieren an die AfD. Dabei sind die Verluste von CDU/CSU und FDP an die AfD höher als die der SPD, aber selbst die Verluste der SPD sind beachtlich.
Die AfD schafft etwas, was in der Vergangenheit nur wenigen Parteien gelungen ist, nämlich die Mobilisierung von Nichtwählern. Rund die Hälfte der Befragten, die bei der letzten Bundestagswahl nicht gewählt haben, plant AfD zu wählen. Der Anteil derjenigen, die bei der letzten Bundestagswahl nicht gewählt haben in unserem Sample beträgt derzeit rund 20%.
Nun stellt sich die Frage, wer sind die Wechsler, die CDU/CSU, FDP und SPD in Richtung AfD davonlaufen wollen und wer sind die Nichtwähler, die durch die AfD aktiviert werden, sich wieder an einer Wahl zu beteiligen?
Wir haben die Wechsler zur AfD vorläufig nach drei Merkmalen untersucht: Schulabschluss, Studium und Einkommen. Hier die Ergebnisse:
Wechsler von der CDU/CSU zur AfD haben in der Regel ein Abitur und ein abgeschlossenes Studium und ein hohes Einkommen.
Wechsler von der SPD zur AfD haben in der Regel ein Abitur und ein mittleres Einkommen.
Wechsler von der FDP zur AfD haben in der Regel ein Abitur, ein abgeschlossenes Studium und ein mittleres bis hohes Einkommen.
Nichtwähler, die beabsichtigen, bei der nächsten Wahl AfD zu wählen, haben in der Regel ein Abitur und ein abgeschlossenes Studium und finden sich am unteren und am oberen Ende der Einkommensskala.
Die AfD rekrutiert demnach Hochgebildete, Akademiker und die Bezieher von hohen Einkommen. Ein Ergebnis, das bei den etablierten Parteien die Alarmglocken läuten lassen sollte, denn offensichtlich fühlen sich Hochgebildete, Studierte und Bezieher mittlerer bis hoher Einkommen durch CDU/CSU, SPD und FDP nicht mehr repräsentiert, ein Ergebnis, das durch die Mobilisierung hochgebildeter und studierter Nichtwähler bei der letzten Bundestagswahl durch die AfD noch bestärkt wird.
Das Ergebnis ist ein Zwischenstand. Die Befragung läuft nach wie vor. ///

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Ronnie65 13.02.2017, 20:02
@Schwervelke

Eine Blitz-Google-Recherche von mir hat ergeben, dass die

zitierten Zahlen aus einer Internet-Befragung der

privaten Seite "ScienceFiles" stammen. Die Seite hat kein Impressum oder sonstige Verweise auf die Urheberschaft.

Die Befragung scheint nicht repräsentativ und transparent
durchgeführt worden zu sein, sondern es stimmen einfach die
Homepage-Besucher ab.

Haben Sie noch Ergebnisse aus anderen Quellen, wo die Herkunft der
Angaben und der durchführenden Institute etwas nachvollziehbarer sind?

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Die AfD schöpft halt über das Flüchtlingsthema komplett das Potentail an rechtsextremistischer und rassistischer Einstellung in der Bevölkerung ab. Ausländerhass und Rassismus sind ja nichts Neues. Neu ist nur deren parteipolitische Bündelung.

Angst vor dem Islam. Da Millionen Immigranten dieser Religion angehören, kann das Probleme geben. In islamisch regierten Ländern im Ausland ist das Christentum verboten. Die Muslime im Ausland sind leider nicht tolerant gegenüber Andersgläubigen, wenn sie in der Mehrheit sind. Noch sind sie in der BRD eine zu schützende Minderheit. Bei massiver Zuwanderung kann das Verhältnis eines Tages in ferner Zukunft kippen. Es gibt schlimme Christenverfolgungen im Ausland, durch Muslime und auch Hindus.

Schwervelke 13.02.2017, 18:52

Das Thema Islam wird die AfD immer als "Hauptanliegen" angedichtet, dabei ist das Programm viel umfassender.

Es stimmt was sie sagen: in Islamische Länder gibt es keine Religionsfreiheit und Christen und andere Nichtmuslime sind gefährdet. In Egypten wurden in den vergangenen Jahren 90 Koptisch-Christliche Kirchen abgebrannt und viele Christen ermordet. In Aleppo wurden 2012 Christliche Frauen an die Aussenwand der Kirche erhängt, usw. Natürlich wollen wir diese Konflikte nicht nach Deutschland importieren, aber wie gesagt: das Anliegen der AfD ist viel vielschichtiger, und das Programm viel breiter gefächert. 

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schmerberg 13.02.2017, 19:08
@Schwervelke

Wäre doch toll, würde die AfD im Orient missionieren, statt von hier aus zu meckern.

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OlliBjoern 13.02.2017, 22:39
@Schwervelke

Ich weiß das sehr gut, wie Christen verfolgt werden in muslimischen Ländern. Aber da wird die AFD genauso wenig etwas dran ändern können wie andere Parteien, weil die betroffenen Länder nicht in unserem Einflussbereich sind. D.h. dort wird das gemacht, was die dortigen Machthaber sagen.

Oder glauben Sie, dass ein AFDler nach Kairo fliegt, und dort dafür sorgt, dass keine Kopten mehr verfolgt werden?

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Weil Anti-AfD-Wähler meist ziemlich arrogant und extremistisch vorgehen, ob in Online-Communities oder sonstwo. Da der AfD-Wähler aber etwas schlauer und friedlicher ist und weiß, wann man besser nichts sagt und die Extremisten austicken lässt, wählt er die AfD ohne es groß zu publizieren. Ähnlich verhielt es sich bei der Trumpwahl, wo man bis heute extremistisch verfolgt und beleidigt wird, wenn man sich seiner (noch) freien Meinung bekennt.

Dass Meinungsunterdrückung nicht funktioniert haben die extremistischen Antis nur noch nicht erkannt, weshalb sie heimlich mit ihren Beleidigungen und ihrer frustrierten Aggression auf Stimmenfang für die AfD gehen.

Zuktu 14.02.2017, 17:50

"etwas schlauer und friedlicher ist" Danke für diesen Witz habe selten so gelacht.

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Deren Resonanz ist mittlerweile rückläufig, noch nicht mitbekommen?

Es isnteressant, wenn man sich mal die Wahlergebnisse der Bundesländer anzieht. Da feiert die AfD überwiegend in der ex-DDR nette Erfolge. Das sind ausgerechnet die Bundesländer (MV, SA, SA, TH) in denen sich auch Rechte und rechtsradikale sehr wohl fühlen und bei NPD, Pegida, Asylheim-Brandstifter und als Asylantenhasser aktiv sind. Zufall oder Absicht.

Auch der Süden Deutschlands ist gerne rechts orientiert, gelegentlich braun eingefärbt und Klientel der AfD, wenn auch noch sehr verhalten. Da sind noch andere rechtsorientierte Parteien nicht ausgestorben, liefern aber "Material" an die AfD.

Klar, die Parolen gehen ins einfältige Ohr und sind leicht zu verdauen.

Der Traum, dass es eine Partei der "besseren" Gesellschaftsschicht ist, geht langsam zu Ende. Da gab es schon etliche Austritte während die "Masse" immer mehr dazustößt. Aber lassen wir den AfDlern den glauben und lauschen weiter den geistigen Ergüssen der AfD-Abgeordneten im Landtag. Das ist lustig genug.

Übrigens, Intelligenz schützt vor Torheit nicht. Auch die NSDAP hatte eine Menge Studierte im Tross, selbst Goebbels war ein Dr. phil.

weil sie offebar mit vielen Sachen den Zeitgeist treffen, oder aber potentielle Protestwähler abholen

schmerberg 13.02.2017, 19:13

da kann ich ja stolz sein, dass ich geistlos bin

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Populismus...

Die Menschen DENKEN sie sind unzufrieden, bis sie wirklich unzufrieden sind. 

Du meintest sicher 1923, da trat die NSDAP an mit einem ähnlichen Programm

Weil die CDU circa 2 Millionen illegale Einwanderer in unser Land gelassen hat, ohne sie richtig zu überprüfen.

Zuktu 13.02.2017, 18:18

Danke bei Ihnen ist es anscheinend die Unwissenheit. 

4
ichbinql 13.02.2017, 18:19

In wie fern?

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Crack 13.02.2017, 18:24
@ichbinql

Seit dem Herbst 2015 kamen vielleicht 1,2Millionen,
das aber nicht illegal sondern durch Gesetze gedeckt.

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Schwervelke 13.02.2017, 18:58
@Crack

Das interessiert mich nun wirklich: Welche Gesetze erlauben 1,2 Millionen  (je nach dem wie man die Statistik führt waren es zwischen September 2015 und 31.12.2016 zwischen 1, - 1,6 Millionen) Menschen aus X Ländern quer durch Europa zu marschieren, ohne Pässe und Ausweise, ohne Einladung oder Arbeitsverträge? Welches Gesetz legalisiert diese Invasion?

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Ronnie65 13.02.2017, 19:33
@Schwervelke

Das Gesetz befindet sich im §16a des deutschen Grundgesetzes. Es beschreibt das Recht, einen Antrag auf Asyl zu stellen. Hier finden Sie dazu viele Informationen und sicher noch weitergehende Antworten auf Ihre Fragen dazu: http://www.asylgesetz.de/

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ichbinql 13.02.2017, 22:41

Dieses Gesetz gewährt allerdings keinem Asyl, der über sichere Drittstaaten eingereist ist. Deswegen sind fast alle von den sogenannten Flüchtlingen de facto illegale Einwanderer, die abgeschoben werden müssten. Wie auch immer, was ich eigentlich viel erschreckender finde, ist, dass so viele Deutsche das auch noch befürworten und den ganzen Vorgang mit allen Mitteln verteidigen. Ich muss ebenfalls dazu sagen, dass ich denke, dass die AFD auch nur ein Mittel zum Zweck ist, um die patriotisch Denkenden anzuwerben und die Gesellschaft, ganz nach dem Motto Divide and Conquer, zu spalten. Da ich ohnehin auch nicht daran glaube, dass wir wirklich wählen, wer das Sagen bekommt, sondern diese Wahlen lediglich dem normalen Bürger suggerieren sollen, dass er ein Mitbestimmungsrecht hat, ist es im Endeffekt sowieso egal, wen man wählt, an der Macht bleiben immer die Gleichen. Trotzdem werde ich einfach mal die AFD wählen, weil mir einige Punkte aus dessen Wahlprogramm sehr zusagen (auch wenn eigentlich alles nur ein Zirkus ist).

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