Warum bekommen manche depressive mordgedanken?

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5 Antworten

Hallo!

Wenn Du wissen willst, ob Depressive morden können, antworte ich Dir: nein. Depressive Menschen tun eher sich selber etwas an als anderen, sie kehren Aggressionen gegen sich selbst. Depression bedeutet außerdem auch nicht so sehr Wut - wer noch Kraft für Wut hat, ist noch nicht depressiv (genug). Depressive haben in der Regel für Wut, Hass oder so gar keine Kraft, sie brechen in sich selber zusammen und finden da nicht mehr heraus, leiden an sich und am Leben und beenden dies, indem sie - wenn es ganz schlimm kommt - sie sich etwas antun. Es geht ihnen darum, ihre eigenes Leiden zu beenden, nicht anderen Leid zuzufügen.

Wenn Du wissen willst, bei welchen psychischen Krankheiten, es zu schweren Aggressionen kommen kann, dann denke ich eher an psychotische Zustände. Aber auch ist es nicht Hass und Wut, der antreibt, sondern wahnhafte Zustände, starke Bedrohungszustände, Verschwörungsszenarien der abstrusesten Art, bei denen diese Menschen gewalttätig werden können, weil sie sich innerhalb ihres Wahnes - also einer Art schwerster biochemischer Veränderung des Gehirns - verteidigen wollen. Sie leben im Rahmen ihrer Krankheit im Grund in einer völlig verzerrten Welt und verlieren den Bezug zur Realität. Hier gilt es, auch mit Medikamenten die Biochemie zu stabilisieren.

Mit Borderlinern kenne ich mich nicht so gut aus, ich weiß nur so viel, dass es hier auch zu starken selbst schädigenden Aggressionen kommen kann und auch mit Todesfolge für sich selber.

Besonders gefährlich sind Psychopathen, weil sie gar kein Mitgefühl für ein Opfer empfinden können, keine Reue oder Gefühle, die andere als schmerzfähiges und leidfähiges Wesen wahrnehmen können. Vielleicht kann auch eine stark narzistisch geprägte Persönlichkeit anderen etwas antun, weil sie überzeugt sind, dass es ihren Zwecken dient, sie rechtfertigt oder weil so ein ausgeprägter Narzissmus einfach auch einen schmalen Grad geht ins Psychopathische.

Warum willst du so etwas wissen eigentlich?

LaToulousaine

ich habe in letzter zeit sehr oft darüber nachgedacht wie jemand der depressiv ist und anfängt andere zu töten.zum beispiel gab es ja mal einen amoklauf eines schüler vor mehreren jahren ,der wahrscheinlich depressiv war und gemobbt wurde.danach ist er amok gelaufen und hat sich dann selbst umgebracht.auch wird oft gesagt dass der co-pilot (vor ein paar monaten) schuld daran wäre dass das flugzeug abgestürtzt wäre.jedoch wurde berichtet dass er an schweren depressionen gelitten hätte.kann also jemand mit schweren depression nicht aggressiv werden oder so? wie verhalten sie sich(also in der regel,ist ja immer ein bisschen anders bei jedem)?

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@mirismiley

Du darfst nicht alles glauben, was die Medien schreiben: Journalisten sind keine Wissenschaftler und Zeit für tiefere Recherchen und echte Auseinandersetzung mit dem Thema haben sie auch nicht. Die stehen einfach nur wahnsinnig unter Druck! Gerade in den Berichten über den Piloten ist mir das aufgefallen: es gibt einige wenige Psychologen, die das hier oder da in der Zeit gesagt haben, dass es nicht zu einem typisch depressiven Verhalten passt.

Diese Germanwings-Geschichte war nicht das Ergebnis eines schwer depressiven Verhaltens, das tut allen depressiven Menschen wirklich Unrecht und verkennt die Krankheit. Was immer den Kerl geritten hat.... es ist viel zu spät, ihn zu analysieren....Und wenn überhaupt, würden noch nicht mal Fachleute darüber wirklich spekulieren. Vielleicht ist es auch eine Verkettung von viel zu vielen nicht mehr nachvollziehbaren Umständen. Vielleicht ist es einfach ein sehr sehr ehrgeiziger verborrter Menschen gewesen, der sich selber wahnsinnig wichtig war und kein Mitgefühl für andere hatte, die er mitreißt.

Das würde ich auch bei Amokläufern sehen, eine Verkettung von Umständen. Nicht jeder, der gemobbt wird, wird zum Amokläufer. Diese Leute steigern sich vielleicht auch hinein in etwas, suchen Größe, sind zu viel allein mit ihren Gedanken und wissen nicht, wem sie sich anvertrauen könnten... Gerade wenn Menschen sich sehr stark als Opfer fühlen, können Bitterkeit, Wut und Haß entstehen, sehr starke Aggressionen auch. Manche werden gemobbt und werden depressiv und enden eher im Selbstmord denn als Amokläufer.

Auch OpferSein ist also keine eindeutige und einzige Ursache, aber OpferSein tut weh ja. Deshalb ist es dann wichtig, auch Ohren zu finden, an die man sich dann wenden kann. Eben um kein Opfer mehr zu sein oder zu lernen, wie man sich besser abgrenzt, behauptet oder Frust aushält. Aber dann reden wir über ein anderes Thema, nicht über Depressionen.  

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@mirismiley

Hallo nochmal! Als ich den letzten Absatz in meinem obigen Posting formuliert habe, dachte ich im übrigen an die German-Wings-Geschichte. Aber das ist nur meine bescheidene Vermutung... eher trifft es das, was ich in den Kommentar gestellt habe: Verkettung von Ursachen und Umständen.

Häng Dich da nicht so rein in all das, das hat etwas von Faszination von Gewalt auch. Wenn Du Angst hast seitdem, dann suche Dir eine Fachkraft, die Dir hilft, dass sie nicht zu groß wird bitte! Das Leben hat so viel Schöneres als diese Themen. Ich habe damit beruflich zu tun, deshalb habe ich Dir geantwortet.

Ich selber beschäftige mich nicht sehr damit, ich trauere mehr mit den Menschen, die Menschen bei so etwas verlieren. Verstehen hilft bis zu einem gewissen Grad mit der Trauer und der Angst vor so etwas fertig zu werden, das ist ein guter Antrieb. Aber auch hier gilt: nicht zu lange und nicht zu intensiv! Lass es ruhen, geh in eine Kirche und zünde ein paar Kerzen an für die Menschen, die bei all dem ihr Leben verloren haben und freu Dich dankbar Deines Daseins und nutze es gut!

LG

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Beste Antwort!

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Das kommt immer auf die Person drauf an.

Was du dir klar werden musst ist, das Depressionen Aggressionen (gegen sich selbst gerichtet) sind, oder zumindest dass diese beiden Gemütszustände eng miteinander verbunden sind.

Depressive Menschen erkennen oft gar nicht dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Sie halten sich oft für gesund und suchen die Gründe für ihr Leiden anderorts, der Gesellschaft, dem Umfeld, Freunden, Familie, Bekannten oder der Menschheit im Generellen.

Solche Menschen sind nicht wirklich "depressiver" als andere Depressive, die Richtung ihrer Gefühle ist nur eine andere.

Oft denken sie an Selbstmordgedanken, weil sie das Gefühl haben das nichts mehr einen Sinn hat. Was nützt ihnen ein Leben wenn sie doch nichts hinbekommen, oder andere nur Enttäuschung in ihnen sehen. Oft auch wenn sie niemanden haben, sich selbst fertig machen vom Aussehen. Manche auch mögen den Schmerz und tun sich selber weh, eine andere Lösung haben sie nämlich nicht (ihrer Meinung nach). Sie ziehen sich selber total runter weil sie Angst vor der Zukunft haben, oder sie selber enttäuscht wurden. Jeder hat eine andere Vergangenheit und Grund was und warum es ihnen so schlecht geht. Bei manchen hält das nicht lange während andere mehr und mehr in diese Depression fallen, und das kann schnell passieren wenn sie alleine und keine Hilfe bekommen, oder auch sich nicht helfen lassen wollen.

ich glaub du hast die frage falsch gelesen^^ ich hatte eig gefragt warum manche MORDgedanken haben:) aber trotzdem danke:)

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Sie hassen Menschen. Tadaaa :))

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Weil der Wille fehlt weiter zu leben. Weil das Werteempfinden gestört ist. Kurzgesagt: Weil es eine Geistesstörung ist. Im Hirn werden Gedanken falsch verarbeitet, das Wertempfinden gestört und darausfolgend das Leben verneint, es resultiert der Wunsch zu sterben und es entsteht ein Todestrieb, der aber im Wettstreit und Konflikt (innerer Konflikt) mit dem normalen Überlebenstrieb kommt. So kommt es dann zu sinnlosen Handlungen, die in diese Mordgedanken führen.

eine depression alleine löst keinen amokläufer aus, depressive sind nicht gefährlich.

was löst es denn aus?

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@mirismiley

viele psychische krankheiten (und/oder körperliche beschwerden) haben depressionen einfach als nebeneffekt (weiß gerade nicht wie ich es sonst nennen soll). 

google mal zum beispiel hier:    http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-03/depression-copilot-flugzeugabsturz-stigmatisierung-psychische-erkrankungen

ansonsten bin ich auch etwas ratlos, es ist eine gute frage die du da stellst. mobbing kann sicherlich rachegedanken auslösen, die zu einem amoklauf führen können, ebenso wie religiöse motive. außerdem gibt es menschen ohne echtes schuldbewusstsein oder welche mit persönlichkeitsstörungen vielfältigster art - gerade letzteres ist ein thema für sich und würde dem rahmen hier sprengen, zumal ich dazu auch nicht viel weiß.

ein erweiterter suizud bei schwer depressiven leuten ist möglich, meist wird dies aber von dem begriff amok abgegrenzt, außerdem ist das sehr selten. diese menschen denken vielleicht, die die sie in den tod mitnehmen haben es damit besser als im leben.

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