Warum bekommen Kinder/Jugendliche nicht eine Anerkennung?

9 Antworten

Von Experte spanferkel14 bestätigt

Okay....

  • Kinder müssen/ dürfen in die Schule gehen (sie können verda froh sein darüber das es hierzulande eine Schulpflicht gibt! In anderen Ländern gibts das nicht, da "dürfen" sie vielleicht in die Schule - oder auch nicht.).

Erwachsene waren auch mal in der Schule, machten ihren Schulabschluss. Und dieser Schulabschluss gibt den Start ins Berufsleben. Heißt also, ein Erwachsener kann eben nicht jeden Beruf ergreifen den er will. Denn für so einige Berufsbereiche brauchts einen bestimmten Schulabschluss. Allerdings kann der Erwachsene auch über Umwege das angestrebte Berufsziel erreichen (im gleichen Berufsfeld beispielsweise). Kumpel von mir: Hauptschulabschluss, Elektrikerausbildung, Arbeit, nebenbei Teilzeitschule für Elektrotechnik, Abschluss als Elektrotechniker. Weiterhin Arbeit, nebenbei Fernstudium Elektrotechnik. Jetzt ist er in diesem Berufsfeld Ingenieur). Und dann gibts noch das Problem das nicht jeder Mensch für jeden Beruf körperlich/ psychisch geeignet ist. Man kann auch nicht munter die Berufsarten switchen sondern muss jeweils die dazu passende Ausbildung vorher abschließen (und dafür teils mehrere Jahre opfern).

  • Sexualität im Jugendalter: Schön und gut, ich stells nicht in Frage. Allerdings sollte man erst so etwas machen wenn man weiß wie Schwangerschaften entstehen, wie man Schwangerschaft von vorneherein verhindern kann (Verhütungsmethoden und ihre Anwendung) und wie man effektiv verhindern kann sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken. Das ist ein sehr wichtiger und ernstzunehmender Punkt.

Das Jugendliche "komisch" angeschaut werden bzw. unter Umständen ihre Beziehung belächelt wird liegt oft einfach nur daran das man als Erwachsener weiß das die erste Liebe/ der erste Freund selten tatsächlich "für den Rest des Lebens" bei einem bleibt. Es ist also eher ein "Lächeln" aufgrund der Erfahrung, ein "jaja, schöner Gedanke, genieß es solange es noch dauert".

  • Rauchen im Kindesalter/ Jugendalter richtet Schaden an. Klar, auch bei Erwachsenen wird die Gesundheit massiv gefährdet. Aber bei Kindern/ Jugendlichen gerät der gesammte Entwicklungsprozess dadurch in Gefahr. Ein Erwachsener muss sich keine Sorge mehr um die körperliche Entwicklung oder Größenwachstum machen.... ein Kind/ Jugendlicher dagegen schon noch.

Und: Rauchen ist ne dumme Angewohnheit, eine eher psychische Sucht als physische Sucht. Davon los zu kommen fällt einem Erwachsenen schon schwer, einem Jugendlichen unter Garantie auch. Und je länger man raucht, um so mehr Schaden richtet man dem eigenen Körper an.

  • Freizeitaktivitäten: Müssen im Rahmen dessen sein was man dem jeweiligen Alter schon zumuten kann. Einen 2jährigen lässt man nicht im Schwimmbad unbeaufsichtigt herumspazieren - denn der ist weder körperlich noch geistig in der Lage die Gefahren abzuschätzen und kann sich auch nicht im Notfall über Wasser halten. Ähnliches gilt für Einrichtungen in die man erst ab einem bestimmten Alter reinkommt oder in die man (ohne Begleitung eines Erwachsenen) erst ab einem bestimmten Alter reinkommt. Thema: Aufsichtspflicht. Die dortigen Mitarbeiter sind keine Kindersitter.
  • Konsum von Filmen: Das FSK gibts zum Schutz allgemeiner Altersgruppen. Da man festgestellt hat das in bestimmten Altersgruppen die geistige Entwicklung/ das Verstehen können/ das Kapieren das das im Film nur fake ist entweder noch nicht vorhanden ist.... oder ab wann das in der Regel bereits bewältigt werden kann von einer bestimmten Altersklasse. Deshalb kriegt ein 8jähriges auch kein FSK 18 Horrorfilm zu sehen. Und für Pornos gilt das Gleiche. Zumal, Pornos sind fake - im realen Leben läuft vieles ganz anders als das was dort in den Filmchen dargestellt wird. Aber wie soll denn ein beispielsweise 12jähriger das wissen? Der Schaut sich das an und denkt das wär die Normalität - und versaut sich dadurch die ersten eigenen Erfahrungen irgendwann später... bis er von einem Partner/ einer Partnerin gradegerückt wird.

Öffentliche Verkehrsmittel:

  • Na und? Auch "manche" Erwachsenen nehmen öffentliche Verkehrsmittel, müssen mit dem Bus, der Straßenbahn, dem Zug zur Arbeit fahren und dafür bei Wind und Wetter teils länger warten. Soll jetzt also, nur weil einige Erwachsene das Glück haben ein eigenes Auto oder ein Rad zu haben, jedes Kind zur Schule gebracht werden und abgeholt werden mit dem PKW? So große Parkflächen haben Schulen nicht. Und es wär doch ziemlich Helikoptermäßig wenn Eltern ganzjährig alle ihre Kinder von der 1. bis zur Abschlussklasse hinfahren und auch abholen. Wo bleibt da die Möglichkeit für den Heranwachsenden selbständig zu werden?

Harte Zeiten:

  • Ja es ist blöd wenn manche Erwachsenen die Sorgen und Probleme von Kindern/ Jugendlichen nicht ernst nehmen wollen. Zum Glück sind nicht alle Erwachsenen so.

Mitspracherecht:

  • Kommt auf die Familie an. Bei Klassenfahrten/ Ausflügen ist das ein eigenes Thema, denn die Eltern haben das Sorgerecht/ Pflicht und entscheiden daher "möglichst im Sinne des Kindes" (so das die psychische/ physische Gesundheit des Nachwuchses nach Möglichkeit nicht in Gefahr gerät). Und: So manche Klassenfahrt kostet Geld, nicht jede Familie kann sich mal eben jederzeit solche Beträge aus dem Ärmel schütteln.

Danke für die Mühe, die du dir gemacht hast, zu allen angesprochenen Punkten so detailreiche Antworten zu geben. Ich hoffe, der/die FS weiß das zu schätzen und überfliegt den Text nicht nur (weil ihm/ihr da nicht alles in den Kram passt), sondern liest ihn sich wirklich mit Bedacht durch.

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Am 22.3.1974 wurde das Volljährigkeitsalter in der Bundesrepublik Deutschland von 21 Jahren auf 18 Jahre heruntergesetzt. In der ehemaligen DDR galt schon ab 1950 18 Jahre als Beginn der Volljährigkeit. Was das an Rechten und Pflichten mit sich bringt, kannst du hier nachlesen:

Man hatte erkannt, dass ein Mensch, der mit 18 Jahren zum Wehrdienst eingezogen werden kann, also mit der Waffe umgehen lernen soll, um im Verteidigungsfall u.U. auch Menschen zu erschießen, wohl reif genug sein muss, um auch fast alle anderen Pflichten und Rechte eines Erwachsenen zu übernehmen. Eine Ausnahme stellt nur die Strafmündigkeit dar. Die beginnt nach wie vor mit 21.

Wenn du den folgenden Artikel liest, wirst du sehen, dass in fast allen Staaten der Welt das Volljährigkeitsalter auch im Bereich zwischen 18 und 21 Jahren liegt. Das wird doch wohl einen Grund haben.

Überleg mal selbst! Warum lässt man z. B. wohl 6- oder 7-jährige nicht darüber entscheiden, ob sie zur Schule gehen wollen oder nicht? Ob sie schreiben und rechnen lernen wollen oder nicht? Warum lässt man 10-jährige nicht darüber entscheiden, ob sie die Nacht in der Disko verbringen oder mit anderen Menschen Sex haben wollen? Im Allgemeinen dienen die Gesetze zu ihrem Schutz und nicht dazu, sie zu ärgern und zu drangsalieren. Schlimm genug, dass Jugendliche ab 16 in Deutschland Bier, Wein und Sekt kaufen und trinken dürfen!

Überleg auch mal, was der Begriff Einsichtsfähigkeit bedeutet.

Nun zu den Bequemlichkeiten: Du bemängelst, dass du dir im Winter auf dem Weg zur Schule an der Bushaltestelle den A*sch abfrieren musst, während der Erwachsene gemütlich auf einem geheizten Sitz im privaten PKW zur Arbeit kutschiert. Nicht jeder Erwachsene hat einen PKW, vor allem nicht mit Sitzheizung. Viele fahren genauso mit dem Bus wie du. Manche nehmen sogar im Winter das Fahrrad, und das nicht nur aus sportlichen Gründen, sondern weil sie sich die Monatskarte nicht leisten können, wenn sie ihrem Kind den Wunsch nach irgendwelchen Marken-Jeans erfüllen wollen.

In einem gebe ich dir allerdings recht. Manche Erwachsene erkennen leider nicht an, was schulpflichtige Kinder heutzutage jeden Tag leisten. Sie haben genauso einen 8-Stunden-Arbeitstag wie ein Erwachsener. An manchen Tagen sind es wegen Lernerei für Prüfungen oder wegen längerer Hausaufgaben sogar noch mehr Stunden. Das war bei uns früher zum Glück nicht so. Wir waren nicht so lange "eingesperrt"und haben trotzdem nicht weniger gelernt. Die Schule war spätestens um 13 Uhr aus. Zu Haus musste man nur noch Hausaufgaben machen und hatte dann Zeit für Aktivitäten mit seinen Freunden.

Zum Schluss gebe ich noch zwei Dinge zu bedenken:

  • Alle Erwachsenen, die du um ihre Rechte beneidest, waren auch mal Kinder, haben also die gleiche Bevormundung zu ihrem Schutz durchgemacht wie du.
  • In manchen Ländern würden sich die Kinder die Finger danach lecken, überhaupt zur Schule gehen zu können/dürfen.

Die Schule ist um 13 Uhr aus. Eine Stunde Busfahrt, eine halbe Stunde Essen, zwei Stunden Hausaufgaben. Dann ist es halb 6. Dann hat man aber noch nicht gelernt. Und wenn ich Nachmittagsunterricht habe, komme ich um halb 5 heim und muss dann noch Hausaufgaben machen. Unter der Woche hab ich wenig Zeit für Freunde. Dann hat man noch Hobbys etc. Durch Schule hat man sehr viel Stress. Ich schreibe diese Woche zwei Schulaufgaben, drei Exen und muss ein Referat halten und für eine Abfrage lernen.

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@Love2books

13 + 1 + 0,5 + 2 = ?

Ihr habt samstags frei. Wir mussten auch samstags zur Schule gehen. Aber wie ich schon sagte, war früher der Unterricht spätestens um 13 Uhr zu Ende. Das fand ich besser, zumal wir m.E. nicht weniger gelernt haben als ihr.

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Kinder/Jugendliche sind noch viel leichter zu beeinflussen als Erwachsene. Auch kann ein Kind manches Verhalten oder manche Themen nicht richtig reflektieren oder einordnen.

Zum Thema Rauchen oder sowas. Ein Kind/Jugendlicher befindet sich noch in der Entwicklung und wenn der Körper sich entwickelt, können solche Dinge einem mehr Schaden.

Ein Kind welches sich zb einen Horrorfilm oder pornografischen Film ansieht kann dadurch verstört und in seiner psychischen Entwicklung beeinträchtigt werden.

Ein Kind, welches raucht schadet seinem sich im Wachstum befindlichen Körper schon recht früh mit Schadstoffen.

Einem Kind zu erlauben selbst ans Steuer eines Fahrzeugs zu sitzen wäre eine Gefährdung des Straßenverkehrs, da es sich leicht ablenken lassen kann und eine langsamere Reaktionszeit haben kann.

Deshalb macht vieles schon Sinn. Eine Erwachsene Person ist ab einem gewissen Alter selbst in der Lage Risiken für sich und andere abzuwägen. Gesetzlich gilt dies in den meisten Fällen ab 18..teilweise ab 16 unter gewissen Voraussetzungen

Würden sie mir glauben wenn ich ihnen sagen würde das die allermeisten Kinder nicht Psychisch krank bei Horrorfilmen werden ?

Vielleicht sollte man einem Kind nicht ans Steuer lassen aber einen jugendlichen allein am Steuer schon. Ältere Menschen haben auch in der Regel eine langsame Reaktionszeit dürfen aber trotzdem allein Auto fahren.

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@RoterFuchs53225
Würden sie mir glauben wenn ich ihnen sagen würde das die allermeisten Kinder nicht Psychisch krank bei Horrorfilmen werden ?

Da hast du wohl recht, denn die sind meistens schon psychisch krank, auch wegen vieler anderer Dinge, die heute nicht mehr in Ordnung sind. Um nur ein Beispiel zu nennen: Oft kein richtiges Familienleben mehr mit gemeinsamen Mahlzeiten, die von den Eltern gekocht wurden (statt Pizza und sonstigem Fertigfraß), und dabei Gesprächen über den Tag etc. - Woran liegt es wohl, dass heute schon so viele Kinder und Jugendliche in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung sind? Das gab es früher so gut wie gar nicht.

Vielleicht sollte man einem Kind nicht ans Steuer lassen aber einen jugendlichen allein am Steuer schon. Ältere Menschen haben auch in der Regel eine langsame Reaktionszeit dürfen aber trotzdem allein Auto fahren.

Ein Kind sollte man gewiss nicht ans Steuer lassen, aber auch keinen Jugendlichen, der noch weniger als viele Erwachsene die Kontrolle über sich hat, wenn ihn erst mal der Geschwindigkeitsrausch packt, oder der vor seinen Kumpels angeben will, oder dem die Aufmerksamkeit fehlt, weil er sich die Ohren mit seiner Lieblingsmusik zudröhnt oder, oder ... Ich würde freiwillig aufs Autofahren verzichten, wenn man Jugendliche ans Steuer ließe, denn ich möchte nicht als Matsch auf dem Friedhof landen. Ich wäre dann schon als Fußgänger nicht mehr gern unterwegs, außer in Fußgängerzonen. - Ja, bei älteren Menschen verlangsamt sich die Reaktionszeit, aber das machen sie in der Regel durch mehr Erfahrung und defensiveres Fahren wett. Manche geben auch freiwillig den Führerschein ab, wenn sie merken, dass sie nicht mehr voll fahrtauglich sind.

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Sei froh, dass unsere Gesellschaft Kinder so anerkennt, dass sie ihnen Schule und sogar einen Bus dorthin zur Verfügung stellt. In anderen Ländern oder hier zu früheren Zeiten mussten Kinder bei Wind und Wetter zu Fuß zur Schule gehen oder gar ARBEITEN. Diese wären dankbar für den umgekehrten Fall und würden nicht in einer Wohlstandsblase rumheulen.

Bestimmt wurden die Kinder damals schlechter behandelt als heute aber es ändert nichts daran ob das was man heute tut gerecht ist oder nicht.

Denken sie mal nach, Kinder werden gezwungen zur Schule zu gehen und während dessen ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden wie z.b. komfortabellere Busse und dass dieser keinen Verspätung hat. Oder noch besser das man mindestens mit 14 einen Autoführerschein machen können (der klasse b nur Automatik). Wie dieses Auto finanziert wird kann man ja später auch abklären.

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