Warum bekommen Eltern/Familie es meist nicht sofort mit wenn ihr Kind magersüchtig ist?

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7 Antworten

Die kranken Kinder versuchen ja, ihre Magersucht zu verheimlichen. Süchtige sind Meister im Verstecken und Verstellen. Außerdem hoffen die Eltern sicher lange, dass sie sich irren, wenn sie einen Verdacht haben.

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Erstens rennt ein magersüchtiger Mensch nicht zwangsläufig nach jedem Essen zur Toilette, viele erbrechen nicht selbstinduziert, sondern essen einfach sehr wenig. Zweitens müssten Eltern, um eine Magersucht sofort zu bemerken, ihr Kind ständig kritisch beäugen und jede Aussage des Kindes hinterfragen, was ja ein furchtbarer Zustand in der Familie wäre. Wenn du deinen Eltern sagst, du hättest schon gegessen, glauben sie dir dann nicht? Gerade im Jugendalter sind Kinder häufig unterwegs, essen außerhalb oder bei Freunden oder nehmen ihre Mahlzeiten selten gemeinsam mit den Eltern ein. Da bekommen die Eltern nunmal nicht sofort mit, dass ihr Kind nicht isst. Drittens ist der Betroffene ja bei Beginn der Essstörung nicht sofort so unheimlich dünn, dass es auffällt. Abnehmen ist ja ein Prozess, der dauert. Gerade Leuten, die den betroffenen täglich sehen, fällt eine Gewichtsabnahme nicht so schnell auf. Außerdem rutschen auch viele Personen in eine Essstörung, die vorher "pummlig" sind, also Leute, für die man sich erstmal freut, wenn sie etwas abgenommen haben. Da denkt man eben nicht sofort an eine Magersucht. Und: Bei jeder Suchterkrankung gehört Lügen und Täuschen "zum Geschäft". Darin sind die meisten Suchterkrankten wahre Profis.

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Was du beschreibst, nennt sich Bulimie.

  • Magersüchtige tragen wohl weite Klamotten,
  • behaupten, es schmecke ihnen nicht
  • oder sie hätten schon gegessen
  • Eltern sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt
  • sehen es, wollen es aber nicht wahr haben.

Dieses Verleugnen, nicht sehen wollen oder so - bedeutet, dass in der Familie etwas nicht in Ordnung ist.

Magersucht ist - wie jede Essstörung - psychisch bedingt.

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was du beschreibst ist bulimie. das ist eine andere form der herkömmmlichen magersucht. bei der bulimie stopft man sich voll und übergibt sich dann, um alles wieder loszuwerden. magersucht selbst kann sich in verschiedenen arten zeigen. es wird weniger gegessen, mehr sport gemacht. die eltern können ja nicht gleich wissen, dass der wandel von der magersucht herrührt, die sich entwickelt, die haben ja schließlich auch keine glaskugel, in die sie reingucken können.

eltern können ja auch nicht immer da sein. aber tatsächlich dann auch was gegen die magersucht zu tun ist gar nicht so leicht. schließlich muss die/der Betroffene auch zu seiner/ihrer Erkrankung stehen und etwas ändern wollen.

viele sind da auch sehr verbohrt. sie glauben nicht, dass sie so aussehen wie man sie beschreibt (also völlig in ordnung bis dünn) denn sie selbst sehen sich ganz verzerrt und anders.

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Das liegt daran, dass man nachm Essen oft im Bad zum Händewaschen geht. Welches Elternteil macht sich also da schon Gedanken, wenns Kind also im Bad verschwindet - so wie sie es erzogen haben? Das übergeben muss dann schon ganz schön laut sein, wenn es die Eltern in der Küche oder Wohnzimmer hören sollten. Ich glaube kaum dass die Eltern an Badezimmertür lauschen .....

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Weil viele Kinder ziemlich gut dabei sind, ihre abscheulichen Erbrechungsakte weitgehend zu verstecken - wenn das Kind nach dem Essen quer durchs Haus auf's Klo rennt und die Eltern sich am unterhalten sind, überhört man(n) dies schonmal.

Liegt z.T. & mE nach aber eher daran, dass Eltern viele Probleme ihrer Kinder nicht wahr haben wollen, weil sie denken, durch ihre überragende dargebotene Erziehung sei soetwas garnicht möglich.

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Kommentar von snukbarsh
18.03.2012, 18:18

Vorallem der letzte Punkt ist sehr zutreffend !!

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Weil Betroffene sehr viele Tricks kennen ihr Problem zu verstecken.

So machen Bulimie Kranke zB den Fön an im Bad, wenn sie erbrechen, oder lassen den Wasserhahn laufen, dann hört man es nicht.

Magersucht Erkrankte sagen zu Hause sie haben schon gegessen, wobei das nicht stimmt, aber die Eltern glauben es. Zudem denken die Eltern weitaus nicht direkt an Magersucht, bei vielen ist das der letzte Grund, was ihnen einfällt, wieso ihr Kind so dünn geworden ist.

Sie denken, dass ihr Kind so gut erzogen ist und ist so etwas abscheulisches nie reinrutschen kann. Denn leider wird von Vielen das Thema generell psychische Erkrankungen tot geschwiegen.

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