Warum begangen die Deutschen 1904/1905 Völkermord an den Hereros?

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5 Antworten

Tatsache ist vor Allem, dass die Quellenlage keine genauen Zahlenangaben ermöglichen - so habe ich bisher bei Recherchen Opferzahlen zwischen 10.000 und 80.000 Hereros gefunden. Auch ist nicht eindeutig geklärt, inwieweit die Hereros geplant in die Wüste getrieben wurden (und ob dies so überhaupt militärisch möglich war). Fakt ist, dass die deutschen Siedler und die Befehlshaber die Toten billigten, was auch die späteren Arbeitslager zeigen - schuldlos sind die Deutschen also sicherlich nicht gewesen. Das damals allen europäischen Nationen eigene rassistische Herrenmenschtum gegenüber den Schwarzen hat hier viel Leid verursacht. Ein geplanter Völkermord widersprach aber ganz drastisch den deutschen Interessen, nämlich dem chronischen Mangel an Arbeitskräften, und ist somit nicht wahrscheinlich. (Man unterscheide zwischen der Position eines von Trothas und der Deutschen Verwaltung, u.a. des Gouverneurs von Leutwein).

[Eine direkte Linie zum Holocaust zu ziehen (wie dies viele moderen Historiker tun) ist hingegen historisch kaum nachvollziehbar, da die massive Diskriminierung der Juden erst während des ersten Weltkriegs begann und die anderen Kolonialmächte (man denke an Belgiens 6 Millionen Völkermord im Kongo) später nie ähnliche Verbrechen begingen.]

Allerdings waren die Hererochiefs selber nicht zimperlich (ein modernes Geschichtswerk spricht von "Tribut- und Raubökonomie"...) und sicherlich keine reinen Opfer, immerhin starben auch viele Eingeborene des Damara Volkes von ihrer Hand.

Ursachen für den Aufstand waren sicherlich die genannte Rinderseuche, das aggressive Verhalten deutscher Siedler und Verwaltungen einerseits, britische Aufmunterung zu dem selben andererseits, sowie das Verhalten der Hererokapitäne.

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aus wikipedia Deutschland HERERO ...

Zu den anfänglichen Militärschlägen der Herero gegen die Kolonisten gehörte das Niederbrennen aller Farmen und Siedlungen in ihrer Umgebung, wobei ca. 150 deutsche Siedler, zumeist nur die Männer, ermordet wurden. Da die Herero den Befehl ausgegeben hatten, Missionare zu schonen, wurden diese später fälschlicherweise der Kollaboration beschuldigt.

Nach dem anfänglich erfolgreichen Angriff der gut organisierten und mit Schusswaffen ausgerüsteten aufständischen Armee gegen die zahlenmäßig weit unterlegene, weil durch einen kleineren Aufstand der Bondelswarte im Süden des Landes gebundene Schutztruppe unter Gouverneur Theodor Leutwein entsendet das Deutsche Reich ein Expeditionskorps unter Lothar von Trotha mit etwa 15.000 Mann, welches die Herero mit gezieltem Einsatz rasch zurückdrängt. Die taktisch überlegene Vorgehensweise von Lothar von Trotha, mit der Intention, die Vernichtung des gesamten Hereo-Volkes zu verwirklichen, resultierte im ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts, der bis zu 80 Prozent des Hererovolkes das Leben kostete , das bedeutet bis zu 80.000 Herero.

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Kommentar von osmond
13.10.2011, 22:01

Hi, der erste Völkermord im 20. Jhdt muß den Briten gut geschrieben werden, die 28000 KZ Opfer, davon über 1650 Greise, über 26500 Frauen und Kinder (22000 davon unter 16) verrecken ließen, sodaß die Buren freiwillig die Waffen streckten. Das wird gerne vergessen. Keine 40 Jahre vorher das britische Massaker an Indern beim Sepoy Aufstand (der 1. antibritisch - indische Krieg). lgO
http://www.kapstadt.com/unser-service/wissenswertes/burenkriege/

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Die Fakten hat lefoupedalant schon sehr schön gepastet...

Warum bringt man Menschen um? Weil man damals nicht wirklich davon ausging, das es sich bei den Schwarz-Afrikanern um gleichwertige Lebewesen handelte. Bereits im Vorfeld der Kolonialisierung begann die Rassenlehre die Menschen zu Übermenschen zu stilisieren, was dann später unter den Nazis zu einem einzigen Gemetzel mutierte, war schon zu Kaisers-Zeiten recht populär. Das Menschenbild der Übermenschen in Europa von den tiergleichen Wilden, liest sich bei der Lektüre von Lexikas aus der Gründerzeit schon schauerlich, ist aber ein Grund, warum deutsche Bürger dem Rassenwahn verfielen, sich also mit der Tatsache abfanden, dass die Juden eben schlecht und deswegen obsolet seien, man selber fühlte sich vielleicht missgebildet, klein und sogar ungebildet, aber man war per Dekret eben a.risch, also besser als die Anderen...leider...schlimme Geschichte

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Hi, die Deutschen hatten damals einige Kolonien, waren aber - im Vergleich mit Belgien, Framkreich, England usw. - relativ human zu ihren neuen Untertanen. Von England geschürt und bewaffnet (zigtausend moderne Burengewehre nach deren Niederwerfung durch die Briten, in deren Konzentrationslagern Tausende Burenangehörige (Frauen, Kinder) umkamen), gab es mehrere gut organisierte Aufstände der Bevölkerung. Zuerst der Herero Aufstand unter Hendrik Witbooi. Er wurde besiegt und versprach, Deutschland zu unterstützen. 1896, 97, 98 Aufstand von mehreren Herero Stämmen. Ursache war Rinderpest, die die Nomadenstämme schwer schädigte (ihr Farmland wurde von dt. Spekulanten aufgekauft) im Gegnsatz zu geimpftem dt. Vieh. 1903 Aufstand der Bondelswarts, die sich in Südafrika (britisch) Waffen holen. 1904 erheben sich auf breiter Front die Hereros, nachdem deren Kapitäne Hereroland an Spekulanten verkauften, die Hereros dieses Land aber weiterhin als ihr Weideland benutzten, "Weidekrieg" mit den Siedlern. Die Hereros begannen ihren Orlog mit dem Überfall auf dt. Farmen und ermordeten 150 Siedler und 5 Siedlerfrauen. Auch viele Damaras (Eingeborenenvolk) wurden ermordet. Nur knapp unter 800 Soldaten standen mehreren Tausenden gutbewaffneter und geschulter Hererokämpfern gegenüber. Deutsche Soldaten wurden in mehreren Schlachten besiegt, mußten das Feld räumen. Dann kam das dt. Expeditionskorps. Hendrik Witboi erhob sich wieder, nach seinem Tod kämpfte Simon Cooper an seiner Stelle weiter (Simon Cooper Hottentotten). Näheres siehe Link. Im Zitat der sogennannte Vernichtungsbefehl. Heutzutage würde sowas von USA, Israel, England, Rußland, Chins als Terrorismusbekämpfung angesehen. Gruß Osmond
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/schlacht_am_waterberg.htm Zitat: Aufruf an das Volk der Herero

Abschrift zu O.K. 17290 Osombo-Windembe, den 2.10.1904 Kommando der Schutztruppe. J.Nr. 3737

Ich der große General der deutschen Soldaten sende diesen Brief an das Volk der Herero. Die Hereros sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben gemordet und gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere Körperteile abgeschnitten, und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. Ich sage dem Volk: Jeder der einen der Kapitäne an eine meiner Stationen als Gefangenen abliefert, erhält 1000 Mark, wer Samuel Maharero bringt, erhält 5000 Mark. Das Volk der Herero muß jedoch das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit und ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen. Dies sind meine Worte an das Volk der Hereros. Der große General des mächtigen deutschen Kaisers.

Dieser Erlaß ist bei den Appells der Truppen mitzuteilen mit dem Hinzufügen, daß auch der Truppe, die einen der Kapitänen fängt, die entsprechende Belohnung zuteil wird und das Schießen auf Weiber und Kinder so zu verstehen ist, daß über sie hinweggeschossen wird, um sie zum Laufen zu zwingen. Ich nehme mit Bestimmtheit an, daß dieser Erlaß dazu führen wird, keine männlichen Gefangenen mehr zu machen, aber nicht zu Grausamkeiten gegen Weiber und Kinder ausartet. Diese werden schon fortlaufen, wenn zweimal über sie hinweggeschossen wird. Die Truppe wird sich des guten Rufes des Deutschen Soldaten bewußt bleiben.

der Kommandeur gez. v. Trotha, Generalleutnant.

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Kommentar von riara
15.10.2011, 09:52

Angesichts der Völkermorde an den Herero und der Niederschlagung des Maji-Maji Aufstands in Deutsch-Ost-Afrika ist Deine Schilderung - gewohnt - einseitig, denn die Briten kamen nicht annähernd an die über 300.000 Opfer der beiden Feldzüge deutscher Truppen heran und in beiden Fällen wurden nicht Angreifer/Kämpfer besiegt, sondern ganze Stämme von Nahrung und Wasser abgeschnitten, die Menschen (auch Frauen und Kinder) verdursteten und verhungerten...

Der Link ist in keiner Weise dazu geeignet, die tatsächlichen Verhältnisse zu beschreiben, sie zeigt aber sehr anschaulich wie sehr das großdeutsche Reich auch heute noch in den Köpfen von Leuten wie Dir überlebt...

Die Relativierung mit heutigen Terrorgesetzen ist absolut abwegig, denn man bekämpft Terroristen nicht ein ganzes Volk. Über die Köpfe weggeschossen bedeutet, dass man auch Zivilisten in die Wüste trieb, genau das führte zum Tod von etwa 100.000 Hereros...ekelhaft

Wie oft müssen wir uns eigentlich Dein Gewäsch vom guten Kolonialisten aus Deutschland eigentlich noch anhören? Waren die Exzesse eines v. Trotha, Carl Peters oder Eduard von Knorr der Ausdruck humanistischer Administration? Nein, das Menschenbild war von einem a.rischen Gefühl geprägt, dass bereits Jahrzehnte vor den Nazis alles Nicht-Deutsche als zweit- oder drittklassig verstand, also den Tod von Menschen lediglich dann bemerkte, wenn es sich um Volksdeutsche handelte, alles andere war nicht menschlich, die Wilden stellten lediglich einen Rohstoff da...

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Die Hereros Probten den Aufstand gegen die Deutsche Kolonialherrschafft. Der Völkermord wurde jedoch durch den Befehlshabenden General durchgeführt. Berlin war nicht Infortmiert was man auch an der Reaktionder Berliner sehen kann nachdem diese Nachricht Publik wurde.

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