Warum arbeiten Menschenverachtende in einem sozialen Bereich?

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7 Antworten

Ich kenne einige (vor allem weibliche) Pflegekräfte, die mehr oder minder vom Arbeitsamt da hinein gedrängt worden sind. Irgendwie denken viele beim Amt, das kann jede(r).

Dann ist es natürlich so, das Patienten auch gerne ihre Launen am Personal auslassen. Sie werden angeschrien, bespuckt, geschlagen...noch dazu kommt die miese Bezahlung, Schichtarbeit, massenhaft Überstunden, die kaum abzuarbeiten sind, weil einfach kein Personal da ist. Sie tragen eine unglaubliche Verantwortung, werden dafür aber kaum geachtet. Sehr viele sind schlicht überfordert und überarbeitet...

Ich kenne auch Ärzte, die definitiv nur Arzt geworden sind, weil sie gut verdienen und ein hohes Ansehen haben...Humanität steht da an letzter Stelle, das gilt auch für Psychiater.

Aber der Großteil der Pflegekräfte und Ärzte, die ich kenne (und ich kenne viele) sind nicht menschenverachtend eingestellt, ganz im Gegenteil. Viele sind aufopferungsvolle Menschen, die oft über ihre eigenen Grenzen hinweg arbeiten, damit es den Patienten besser geht.

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Hallo,

ich selbst habe viele,viele Jahre in einem Pflegeheim gearbeitet.Es ist wirklich hart. Es ist ein knallharter Job und leider kann man dem Menschen nicht mehr gerecht werden, weil immer Personal fehlt und ich hatte tgl. 17 Bewohner mit Pflegestufe 2-3 gehabt. Das heißt, ich musste zu jedem Bewohner rein und helfen, weil keiner davon selbstständig ist.Es ist traurig, und auch ein Grund warum ich aufgehört habe. Im Tagesdienst mussten wir stets 12 Tage durcharbeiten und nach diesen Arbeitstagen, hatten wir 3 Tage frei und mussten uns ausruhe, damit wir wieder die nächsten 12 Tage durchstehen wieder durchhallten können. Zuletzt habe ich nur noch nachts gearbeitet, allerdings war das auch knallahat. Habe zwar "nur noch" 7 Nächte gearbeitet und hatte dann 7 Tage frei. Ich arbeitet in diesen 7 Tagen mehr als 80 Stunden.Ich hoffe Du hast mich ein wenig verstanden:)

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Vermutlich werden viele durch Umstände erst zu Menschenverächtern.

Was meinst Du, wie häufig man sich verschiedene "Märchenstunden" durch Patienten und Angehörige anhören darf. Beispielsweise werden Alkoholiker grundsätzlich immer nur unglückliche Umstände oder andere Menschen zu Alkoholikern "gemacht". 

Sollte die Genesung irgendwelcher Krankheiten nicht so klappen, wie sich der Patient es sich vorstellt, liegt die Schuld selbstverständlich grundsätzlich immer am Arzt, Pflegepersonal ... und nie am Patienten, weil dieser seine krankmachenden Lebensumstände bei behält.

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Kommentar von soprahin
17.06.2016, 14:49

Da geb ich dir recht, aber alle dann als Märchenerzähler abzustempeln, kann ganz erhebliche Folgen haben und ist nicht angebracht in solchen Berufen.

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Nur weil jemand in einem Sozialen Beruf arbeitet, kann er auch seine Meinung haben.

Jemand der in einem Restaurant bedient, muss ja auch nicht alle Gäste mögen. Solange er freundlich ist, ist doch alles ok. Oder?

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Das ist leider wohl wahr! Das liegt an unsere Gesellschaft und an Geld!

Es herrscht große Hektik. Alles muss schnell gehen. Wer nicht schnell genug ist, geht unter! Das Gefühl hat man zumindest. Dies empfindet man sehr stressig und das bringt auch ein aus der Balance: Man wird wie du es bereits erwähnt hast "Menschenverachtender"

Dennoch: Wer ständig meckert, dem kann ich mit Sicherheit sagen, er macht es nur wegen dem Geld. Tja,..Selber schuld! Wer seinen Beruf ausüben will, dem muss auch klar sein, dass er gewisse Voraussetzungen erfüllen muss! - Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllen kann, hat meiner Meinung nach überhaupt nichts in diesem Beruf verloren.

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Kommentar von BellaBoo
31.05.2016, 06:00

Das Problem ist, das man zwar die Voraussetzung erfüllt, aber man durch seinen Arbeitgeber und zuwenig Personal total unter Druck gerät. Ich kenne Pfleger, die arbeiten 14 Tage am Stück durch...in keinem anderen Beruf würde man das überhaupt akzeptieren...

Voraussetzungen müssen von beiden Seiten erfüllt werden...vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer. Aber von vielen AG wird der Druck nur noch erhöht...Betten machen müssen die PK im Altenheim nämlich auch noch nebenbei. Ich habe während meines Studiums in der Pflege gearbeitet... im Schnitt musste ich 10 Menschen innerhalb von vier Stunden gewaschen, angekleidet und deren Zimmer gerichtet haben...dabei waren dann auch mindestens 2 Schwerstpflegefälle. Wir hätten uns alle lieber mehr Zeit für die Bewohner genommen...aber das sind Zeitvorgaben der Krankenkassen und dann war zuwenig Personal da.

Rechne dir einfach mal aus wieviel Zeit ich da für die Menschen hatte...

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Hallo, möchte kurz von einem Erlebnis auf Kur berichten. Auf Kur war ne nette Krankenschwester die immer Vorträge gehalten hat. Sie sagte, daß man jederzeit zu ihr ins Büro wegen Fragen und Probleme kommen könne. Eines Tages klopfte ich wegen was an ihrer Türe. Ich hörte durch die Tür bis auf den Flur ein "Nein nicht schon wieder". Mir war das Wurscht, aber ein anderer hätte das in den falschen Hals bekommen können.

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Weil man nicht Medizin studieren darf, weil man sozial ist, sondern weil man ein 0,9-1,0 Durchschnitt braucht. 

Manche arbeiten auch nur des Geldes wegen.

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Kommentar von Fotografin1958
31.05.2016, 04:42

Die Anforderungen eines Medizinstudiums sind extremst hoch.

Ich habe von vielen Studenten gehört, die sich einen Medizinstudien-Platz "erklagt" haben (der Notendurchschnitt hätte für den "normalen" Weg also nicht gereicht) ... kein einziger dieser Kläger hat auch nur das erst Jahr durchgehalten, sie scheiterten alle ausnahmslos an den Anforderungen.

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