Warum arbeiten die Menschen hart auch wenn sich das Gehalt nicht für das Leben ausreicht?

11 Antworten

Es gibt - oder es gab - mal sowas wie persönliche Ehre. Dazu gehörte immer auch, dass man sich mit eigener Hände Arbeit durchbringen wollte, dass man keinesfalls anderen zur Last fallen wollte. Die Superverteiler vergessen nämlich gerne, dass erst mal - mit Gewinn - das geschaffen werden muss, was sie gerne verteilen würden - und Verluste verteilen puscht uns zurück in die Steinzeit. Jede Generation steht auf den Schultern der Vorgenerationen und alle zusammen sind wir eine Gesellschaft, die sich nur dann Wohlstand schaffen kann, wenn es gelingt, wenn wir uns miteinander optimal organisieren und jeder sein Bestes gibt. Alles darunter ist suboptimal. Die ersten und wirklichen Ausbeuter sind die, die nichts leisten und trotzdem die Taschen aufhalten! Ich höre schon die Aufschreie, weil ich mich als unsozial geoutet habe. Aber es ist Tatsache: wer sich mitfüttern lässt lebt erst einmal davon, dass andere das schaffen, was sie verzehren.

Wenn also künftig immer mehr der Meinung sind, dass es unlogisch sei, selbst zu arbeiten und sich lieber durchschleppen zu lassen, kippt das Gleichgewicht zwischen erwirtschaften und verteilen und dann könnte es sein, dass die Logik des Handaufhaltens arg in die Hose geht. Schon jetzt ist der Sozialhaushalt in allen öffentlichen Haushalten der größte. Die aktuelle Völkerwanderung wird ein weiteres dazu beitragen, die Grenzen aufzuzeigen. Gisy hat recht, wenn er profezeit, dass die Sozialempfänger die ersten sein werden, denen gestrichen wird. Denn die Politiker achten - wenn sie klug sind - nicht nur auf die Zahlen und Qualitäten der Einwanderung, sie achten auch auf die Zahlen und Quaitäten der Auswanderung. Je mehr Leistungsträger Deutschland verlassen, desto dünner wird das Eis. Die DDR hat nicht umsonst eine Mauer gebaut.

Es ist wie in der Schule: Es gibt gute Schüler und schlechte. Funktioniert die Gemeinschaft, können sogar die Mittleren und Schlechten von den Guten profitieren. Werden per Dekret die Schlechten auf dem Papier zu Klassenbesten erklärt, fällt das Niveau ins Bodenlose. Die Guten wechseln auf andere Schulen und die Schlechten unterstützen sich gegenseitig in Lernverweigerung. Zurück bleiben Lehrer, denen es als Lebenserfüllung reicht, die Füße aufs Pult zu legen und die Bande toben zu lassen. Die einzigen Profiteure sind dann eine Sensationspresse, die eine Skandalsau nach der anderen durchs Dorf jagen können, bis der Niedergang der Ökonomie auch den Niedergang der Medien mit sich bringt. Es ist halt nicht zukunftsfähig, wenn man sich übt, die Äste mit Wollust abzusägen, auf denen man selbst sitzt.


Arbeiten seit über 30-40 Jahren (Arbeiterfamilie) und trotzdem nicht gut verdienen oder zumindest eine schlechte Lebensstandart haben

Womit das Gehalt wohl doch zum Leben gereicht hat, oder?

Alles andere ist Definitionssache. Wenn es Menschen gibt, die meinen erst dann "angemessen" zu Leben, weil zur Verrichtung der Notdurft eine Schüssel zur Verfügung steht zu einem Preis, für den andere (die große Masse) sich einen Kleinwagen kaufen ...

Es gab und gibt viele Millionen Menschen die ihr Leben durch selbstständige Arbeit bestreiten (Landwirtschaft, Viehzucht, Handarbeit etc.) und weit unter dem Standard der hier "ausgebeuteten" Berufstätigen (unselbstständige Arbeit) bleiben.

Welche Möglichkeiten sollten die Menschen denn bitte nutzen, außer dem, was verfügbar ist?

Unser Wohlstand beruht zu einem nicht geringen Anteil darauf, dass wir weltweit Menschen ausnutzen. Was dann z. B. dazu führt das ganze Familien mit etwa 1 bis 2 Dollar pro Tag auskommen müssen. Ist das nicht Sklaverei?

Nun , das liegt wohl an den Alternativen.

Gegen eine Arbeit mit niedrigem Lohn sehe ich nur drei Lösungen:

1. Arbeit für höheren Lohn. Es mag sicher den ein oder anderen in der von dir genannten Gruppe geben, dem es egal ist. Der Masse aber nicht, und die Tatsache, dass sie trotzdem für niedrige Löhne arbeiten, deutet eben darauf hin, dass diese Alternative nicht so häufig zu haben ist.

2. Hartz4 . Sobald der Lohn höher ist als Hartz4 fängt es an interessant zu werden. Klar, mag man denken, Hartz4 bekommt man ja auch ohne Arbeit ( außer man wird zur Zwangsarbeit geschickt ), aber ich denke, dass jemand auch für "wenig mehr" als Hartz4 lieber arbeiten geht , halte ich jetzt nicht für totalen ökonomischen Schwachsinn.

3. Suizid. Das ist halt gerade bei Familien so ne Sache. Bein Singels vlt. etwas anderes und mag vlt. auch bei dem ein oder anderen Suizid mit eine Rolle spielen.

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