Warum als Protestant ein "guer Mensch" sein?

10 Antworten

Es stimmt, dass uns nur der Glaube allein erretten kann (vgl. Johannes 3,16; 1. Johannes 5,13).

Glaube sollte aber automatisch zu Werken führen, die Gott gefallen. Ansonsten ist der Glaube tot (vgl. Jakobus 2,17.20.26).

Da Christen Jesus als ihr Vorbild haben sollten, sollten sie sich auch nach den Lehren Jesu richten. Dazu gehört u. B. Armen und Schwachen zu helfen, seine Mitmenschen (und sogar Feinde) zu lieben und die goldene Regel: "Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso" (Matthäus 7,12a).

Ein weiterer Aspekt ist das Preisgericht vor dem Richterstuhl Christi: http://endzeitzeichen.blogspot.com/2011/10/richterstuhl-christi-das-preisgericht.html

Hallo,

das ist eine interessante Frage, mit der sich schon viele Theologen beschäftigt haben.

Eine Erklärung, die vom evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer verfasst wurde, finde ich ganz einleuchtend:

Er unterscheidet zwischen der "billigen Gnade" und der "teuren Gnade":

Billige Gnade heißt Gnade als Lehre, als Prinzip, als System; heißt Sündenvergebung als allgemeine Wahrheit, heißt Liebe Gottes als christliche Gottesidee. Wer sie bejaht, der hat schon Vergebung seiner Sünden. [...] Billige Gnade heißt Rechtfertigung der Sünde und nicht des Sünders.Weil die Gnade doch alles allein tut, darum kann alles beim alten bleiben. "Es ist doch unser Tun umsonst". (Dietrich Bonhoeffer, Nachfolge, 1. Die teure Gnade)

Darum geht es also gerade nicht: Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, dass wir ja eh nicht alles richtig machen können und uns sowieso am Ende vergeben wird.

Das "sola gratia" (allein die Gnade zählt) Prinzip ist das Resultat und nicht die Voraussetzung eines christlichen Lebens.

Im Jakobus Brief steht:

So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.

"Wahrer" Glaube lässt Taten folgen. Wenn ich eine bestimmte Weltanschauung habe, dann denke und handle ich auch danach. Glaube ohne Werke ist tot.

Laut der biblischen Überlieferung hat Jesus Christus auch ganz gezielt dazu aufgefordert, gute Werke zu vollbringen:

34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!
35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.
36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.
37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?
38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet?
39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Also: Ein Christ muss Gutes tun. Er tut Gutes. Er handelt nach seinem Glauben.

Das Wichtige ist, dass er zwar Gutes tut, aber weiß und im Hinterkopf behält, dass er nicht durch die Werke gerechtfertigt (!) wird. Denn kein Mensch ist perfekt und kein Mensch kann so viele guten Taten tun, dass es seine Fehler auslöscht. Wir dürfen aber darauf vertrauen, dass Gott uns trotzdem seine Gnade schenkt.

Liebe Grüße

Du hast die Antwort schon selber gegeben. Wer getauft und konfirmiert ist, ist oft nur ein Namens-Christ. Eine persönliche Beziehung zu Gott hat man dann nicht.

Wer sich als Christ in die Nachfolge von Jesus Christus begibt und sich danach taufen lässt, an dessen Lebensweg müsste man eigentlich die Umkehr feststellen.

http://www.jesuschristusistderherr.de/uebergabegebet.html

https://komm-zu-jesus.de/bibelkurs/09-der-schritt-zu-jesus/item/11534-der-entscheidende-schritt-zu-jesus

https://www.youtube.com/watch?v=vqQIWa4gwG0

Ein Christ der seinem bisherigen Leben "treu" bleibt, ohne gute Taten zu vollbringen, der ist nicht bekehrt. Im Gegenteil, der "neue"Christ wird dann feststellen, dass er nicht so gut und edel war, wie er sich das selber vielleicht eingeredet hat.

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